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Forschungsdaten · DAT-03

Datenmanagementplan für Bachelor- und Masterarbeiten

Ein studentischer Datenmanagementplan hält auf einer Seite fest, welche Daten entstehen oder übernommen werden, wo Arbeits- und Sicherungskopien liegen, wer Zugriff erhält, wie Änderungen dokumentiert werden und was nach der Abgabe erhalten, geteilt oder gelöscht wird. Er ist ein lebendes Arbeitsdokument: früh anlegen, nach Pilotierung und Analyse aktualisieren und mit Betreuung sowie lokalen Vorgaben abgleichen.

Kompakter DMP zum AusfüllenStand: 4. September 2026

Ein kleiner Plan verhindert große Lücken

Ein Datenmanagementplan, kurz DMP, übersetzt den Forschungsablauf in konkrete Entscheidungen zu Dateien, Zuständigkeiten, Schutz und Nachnutzung. Für eine Abschlussarbeit muss daraus kein Förderantrag werden. Schon eine übersichtliche Seite kann verhindern, dass unklar bleibt, welche Datei der Rohstand ist, ob ein Export gesichert wurde oder wer nach dem Projekt über sensible Interviewdaten verfügen darf. Der Plan wird nützlich, wenn er tatsächliche Speicherorte und Rollen nennt statt allgemeiner Vorsätze.

Die DFG hebt Planung, Dokumentation, Beschreibung, Aufbewahrung und mögliche Nachnutzung als Bestandteile eines fachgerechten Umgangs mit Forschungsdaten hervor. Diese Grundrichtung gilt auch für kleine Projekte, doch die konkrete Ausgestaltung hängt von Methode, Hochschule, Einwilligung und Schutzbedarf ab. Ein Literaturreview benötigt einen anderen Plan als eine Laborreihe oder eine Interviewstudie. Übernimm daher keine Vorlage ungeprüft.

Beginne mit einem ehrlichen Dateninventar

Liste nicht nur die fertige Tabelle auf. Forschungsdaten können Messwerte, Audiodateien, Transkripte, Bilder, Beobachtungsnotizen, Fragebogenexporte, Code, Simulationen und abgeleitete Dateien umfassen. Fremddaten brauchen Herkunft, Nutzungsbedingungen und Version. Für jeden Datentyp notierst du geschätzten Umfang, Format, Entstehungsweise, Schutzstufe und verantwortliche Person. Eine grobe Schätzung reicht zunächst; sie muss später korrigierbar sein.

Trenne Daten von Begleitdokumentation. Ein Codebuch, eine Readme, Einwilligungsunterlagen, ein Bereinigungsprotokoll und Analyseskripte sind keine austauschbaren Anhänge, sondern erklären verschiedene Teile des Lebenszyklus. Identifizierende Schlüssel sollten bei sensiblen Projekten getrennt von Inhaltsdaten liegen. Die richtige technische und organisatorische Lösung klärst du mit Hochschule, Betreuung oder Datenschutzstelle.

Authority Asset: kompakter DMP zum Ausfüllen

  1. Projekt und Verantwortung: Titel …; Bearbeitung …; Betreuung …; weitere Zugriffsberechtigte …
  2. Datenarten: Ich erzeuge/übernehme … im Format …; erwarteter Umfang …; Quelle oder Erhebungsweg …
  3. Dateiordnung: Rohdaten liegen unverändert unter …; Arbeitsdaten unter …; Dokumentation unter …; Benennungsschema …
  4. Speicherung und Sicherung: primärer institutioneller Speicher …; Sicherungsweg …; Wiederherstellung getestet am …
  5. Schutz: enthaltene personenbezogene/vertrauliche Daten …; Rechts- oder Einwilligungsgrundlage laut zuständiger Stelle …; technische Maßnahmen …
  6. Qualität und Änderungen: Validierungen …; Bereinigungen im Protokoll …; Software/Versionen …; verantwortliche Prüfung …
  7. Teilen und Zugriff: während des Projekts Zugriff für … über …; keine Freigabe per …; Übergabeweg …
  8. Projektende: aufzubewahren … bis … an Ort …; zu veröffentlichen … im Repositorium …; zu löschen … durch … nach Freigabe …
  9. Offene Entscheidungen: Frage …; zuständig …; Frist …; Entscheidung dokumentiert unter …

Kopiere diese Punkte in ein editierbares Dokument und beantworte sie mit konkreten Orten, Rollen und Terminen. Leere Felder bleiben als offene Aufgabe sichtbar; „nicht relevant“ erhält eine kurze Begründung.

Speicherort und Schutz werden zusammen geplant

Der Laptop allein ist kein belastbarer Projektplan. Nutze die von deiner Einrichtung vorgesehenen Speicher- und Kollaborationsdienste. Halte fest, wo die maßgebliche Arbeitsfassung liegt, wie Backups entstehen und wie eine Datei wiederhergestellt wird. Synchronisation ist nicht automatisch ein Backup: Ein versehentliches Löschen oder Überschreiben kann sich auf verbundene Geräte übertragen. Prüfe Versionierungs- und Wiederherstellungsfunktionen praktisch.

Bei personenbezogenen oder vertraulichen Daten genügt „passwortgeschützt“ nicht als Beschreibung. Kläre Zugriffsrollen, Verschlüsselung, Übertragungsweg, Trennung von Identifikatoren, Aufbewahrung und Löschung nach den Verfahren deiner Hochschule. Ein DMP ist keine Datenschutz-Freigabe. Er macht vielmehr sichtbar, welche Entscheidungen fachlich und institutionell bestätigt werden müssen. Veröffentliche niemals Einwilligungsformulare, Schlüsseldateien oder Rohdaten allein deshalb, weil offene Wissenschaft wünschenswert ist.

Der Plan ändert sich mit dem Projekt

Markiere den DMP mit Version und Datum. Aktualisiere ihn nach einer Pilotierung, wenn neue Datenformate auftreten, nach Änderungen der Erhebung, vor Beginn der Bereinigung und vor der Archivierung. Jede Anpassung sollte Anlass und verantwortliche Person nennen. So bleibt er ein Entscheidungsprotokoll statt einer am Ende erfundenen Planungsfiktion.

Praktisch ist eine kurze monatliche Prüfung: Stimmen Speicherorte und Rollen noch? Sind neue Dateien im Inventar? Lassen sich Sicherungen öffnen? Entsprechen Dateinamen und Versionen dem vereinbarten Standard? Wurden Änderungen an Variablen, Ausschlüssen oder Transkripten protokolliert? Fünfzehn konzentrierte Minuten können später viele Stunden Rekonstruktion sparen.

Aufbewahren, veröffentlichen oder kontrolliert löschen

Plane das Projektende nicht erst am Abgabetag. Entscheide gemeinsam mit den zuständigen Stellen, welche Daten die Ergebnisse stützen, welche Unterlagen rechtlich oder ethisch geschützt sind und welche Formate langfristig lesbar bleiben. Ein Repositorium kann für freigabefähige Daten persistente Identifikatoren, Metadaten und Zugriffsbedingungen anbieten. Es ersetzt jedoch nicht die vorherige Rechte- und Datenschutzprüfung.

Erstelle ein Abschlussinventar mit Pfad, Dateiversion, Prüfsumme, Schutzstatus und vorgesehener Maßnahme. Entferne temporäre Kopien kontrolliert, aber lösche keine belegrelevanten Daten eigenmächtig. Übergebe Verantwortlichkeiten schriftlich, wenn die Hochschule Daten weiter verwahrt. Ein sauberer Abschluss trennt veröffentlichbare Forschungsobjekte, intern aufzubewahrende Nachweise und fristgerecht zu löschende Materialien.

Woran ein DMP scheitert

Formulierungen wie „regelmäßige Backups“ oder „Daten werden anonymisiert“ sind nicht prüfbar, solange Intervall, Ort, Methode und Verantwortung fehlen. Ebenso problematisch ist ein Plan, der nur Rohdaten betrachtet und Code, Metadaten oder Änderungshistorie vergisst. Vermeide Namen privater Cloudkonten und persönliche Geräte als dauerhafte Übergabelösung. Der Plan soll auch dann verständlich bleiben, wenn du das Projekt einige Monate nicht geöffnet hast.

Quellen und Planungshilfen

  1. DFG: Umgang mit Forschungsdaten – fachgerechte Planung, Dokumentation und Nachnutzung sowie offizielle Checkliste.
  2. UK Data Service: Data management checklist – Fragen zu Formaten, Speicherung, Versionen, Zugriff, Einwilligung und Aufbewahrung.
  3. DFG checklist for planning and describing research data handling – strukturierter offizieller Fragenkatalog.