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Forschungsdaten · DAT-01

Forschungsdaten zitieren: DOI, Version und Zugriff

Ein vollständiges Datenzitat nennt Urheberinnen oder Urheber, Jahr, Titel, Version, Repositorium beziehungsweise Herausgeber und einen dauerhaften Identifikator. Bei veränderlichen Daten kommen Abrufdatum, Abfrage und gegebenenfalls ein archivierter Ausschnitt hinzu. Zitiere den Datensatz selbst im Literaturverzeichnis und beschreibe im Methodenteil zusätzlich, welche Dateien, Variablen und Verarbeitungsschritte du tatsächlich genutzt hast.

Datenzitat-SchemaQuellenstand: 4. September 2026

Das Datenzitat ist mehr als ein Download-Link

Forschungsdaten sind ein eigenständiger Forschungsoutput. Ein präzises Zitat würdigt die Personen, die Daten erhoben und kuratiert haben, macht die verwendete Grundlage auffindbar und erlaubt eine spätere Prüfung. Ein nackter Link erfüllt diese Aufgaben nur unzureichend: Webseiten können umziehen, eine Startseite kann mehrere Datensätze enthalten, und hinter derselben Oberfläche können inzwischen andere Dateien liegen. Ein DOI oder anderer persistenter Identifikator verweist dagegen auf einen betreuten Metadatensatz, der zum Objekt führen soll.

Persistenz bedeutet nicht, dass der Inhalt niemals geändert wird. Repositorien können neue Versionen veröffentlichen oder Metadaten berichtigen. Deshalb gehört die verwendete Version ins Zitat, sofern sie angeboten wird. Die FORCE11-Prinzipien betonen außerdem, dass Datenzitate im Literaturverzeichnis wie andere Forschungsobjekte behandelt werden sollen. Damit bleiben sie maschinenlesbar, zählen als wissenschaftliche Referenz und verschwinden nicht in einer beiläufigen Fußnote.

Welche Angaben du aus dem Repositorium übernimmst

Prüfe zuerst, ob die Landingpage eine empfohlene Zitierweise anbietet. Übernimm Namen und Reihenfolge der Beteiligten, Titel, Veröffentlichungsjahr, Herausgeber oder Repositorium, Version und DOI so, wie sie dort geführt werden. Passe nur Zeichensetzung und Reihenfolge an den geforderten Zitierstil an. Kürze den DOI nicht zu einer unklaren Nummer, sondern gib ihn als auflösbare Adresse in der Form https://doi.org/… an, sofern dein Stil nichts anderes vorsieht.

  • Verantwortung: Creator des Datensatzes, nicht automatisch Autorenschaft des begleitenden Artikels.
  • Identität: vollständiger Datensatztitel und gegebenenfalls Untertitel oder Teilkollektion.
  • Zeit: Veröffentlichungsjahr der zitierten Version; nicht das Datum deiner Analyse.
  • Ausgabe: Version, Edition, Release oder klar identifizierter Snapshot.
  • Ort: Repositorium beziehungsweise Publisher und persistenter Identifikator.
  • Zugriff: Abrufdatum und Abfrage vor allem bei dynamischen oder nicht versionierten Ressourcen.

Authority Asset: Datenzitat-Schema für drei Quellentypen

Ausfüllschema mit bewusst fiktiven Beispieldaten
QuellentypSchemaBeispiel
Versionierter Datensatz mit DOICreator (Jahr): Titel. Version. Repositorium. DOI.Beispiel, A.; Muster, B. (2026): Befragungsdaten Lernwege. Version 2.1. Beispielrepositorium. https://doi.org/10.0000/beispiel.v2
Statischer Datensatz ohne DOICreator (Jahr): Titel. Version/Datum. Institution. Stabiler Identifikator oder URL. Zugriff.Institut Beispiel (2025): Ortsregister. Stand 2025-11-30. Datendienst Beispiel. https://example.org/id/ort-2025 (abgerufen 04.09.2026).
Dynamische Datenbank oder APIAnbieter: Ressource; genaue Abfrage, Zeitraum/Filter, Ergebnisstand, URL, Abrufdatum; Snapshot-Nachweis.Datendienst Beispiel: Zeitreihe X; Region Y, 2020–2025, JSON-Abfrage; Abruf 04.09.2026; Abfrage und Export im Reproduktionspaket.

Die Namen und Identifikatoren im Beispiel sind Platzhalter. Ersetze sie durch die Angaben der tatsächlichen Landingpage und folge dem von Hochschule, Fach oder Publikationsorgan verlangten Stil. Das Schema zeigt die Informationslogik, nicht eine universelle Interpunktionsregel.

Version, Concept DOI und konkreter Ausschnitt

Einige Repositorien vergeben einen Identifikator für das Gesamtobjekt und weitere für einzelne Veröffentlichungen. Für eine Analyse ist in der Regel die konkret verwendete Version die prüfbarere Referenz. Ein übergreifender Concept DOI eignet sich, wenn ausdrücklich die fortlaufende Ressource als Ganzes gemeint ist. DataCite empfiehlt, Versionen in Metadaten zu führen und Beziehungen zwischen Fassungen über definierte Relationstypen sichtbar zu machen. Lies deshalb die Versionshinweise der Landingpage, statt aus der DOI-Schreibweise zu raten.

Bei einem großen Datensatz reicht das Literaturzitat allein nicht. Halte im Methodenteil Dateinamen, Tabellen, Wellen, geografischen Ausschnitt und relevante Filter fest. Wenn das Repositorium Prüfsummen anzeigt, kannst du die heruntergeladene Datei damit abgleichen und den Wert in deinem internen Analyseprotokoll notieren. Eine Prüfsumme ersetzt weder DOI noch Version; sie bestätigt nur, dass zwei Dateien bytegleich sind.

Zitat, Datenverfügbarkeit und Methodenteil haben verschiedene Aufgaben

Das Literaturverzeichnis beantwortet: Welches Forschungsobjekt wurde verwendet? Eine Datenverfügbarkeitserklärung erklärt: Wo und unter welchen Bedingungen ist es zugänglich? Der Methodenteil beantwortet: Welcher Teil wurde wie ausgewertet? Vermische diese Ebenen nicht in einem überlangen Eintrag. Vertrauliche oder zugangsbeschränkte Daten können ebenfalls korrekt zitiert werden; die Referenz darf aber keinen Zugang versprechen, den das Repositorium nicht gewährt.

Für eigene, noch unveröffentlichte Daten beschreibst du Herkunft, Erhebungszeitraum, Version und Ablage so präzise wie zulässig. Ein interner Dateiname ist kein dauerhafter Identifikator für Außenstehende. Wird der Datensatz später publiziert, aktualisiere die Referenz vor der Abgabe. Verknüpfe Datensatz und Textpublikation nach Möglichkeit über die dafür vorgesehenen Metadatenfelder des Repositoriums.

Der Fünf-Minuten-Check vor der Abgabe

  1. Öffne den DOI in einem privaten Browserfenster und kontrolliere, ob die richtige Landingpage erscheint.
  2. Vergleiche Creator, Jahr, Titel und Version Zeichen für Zeichen mit dem Metadatensatz.
  3. Prüfe, ob du die konkrete Version statt einer bloßen Projektübersicht referenzierst.
  4. Suche im Methodenteil nach Dateiauswahl, Variablen, Filtern und Transformationsschritten.
  5. Teste, ob Literaturzitat, Kurzbeleg und Verzeichnis konsistent aufeinander verweisen.

Quellen und Standards

  1. FORCE11: Joint Declaration of Data Citation Principles – Grundsätze zu Anerkennung, Evidenz, Eindeutigkeit und Persistenz von Datenzitaten.
  2. DataCite Metadata Schema 4.7: Version – offizielle Beschreibung der Versionsangabe und ihrer Beziehung zu Identifikatoren.
  3. DataCite: RelatedIdentifier – definierte Beziehungen zwischen Datensatz, Publikation und Versionen.