Literaturverzeichnis

Warum dein Literaturverzeichnis rot markiert ist

Ein komplett markiertes Literaturverzeichnis ist der harmloseste Treffer, den ein Bericht produzieren kann. Titelangaben müssen wörtlich mit der Quelle übereinstimmen, sonst wären sie falsch. Nimm das Verzeichnis aus dem Scan, dann stimmt auch der Prozentwert wieder.

Server in Deutschland Ergebnis in 15 Min. 70 Mrd. Quellen

 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  6 Min. Lesezeit

Deine nächsten drei Schritte

  1. Sieh nach, wo die Treffer liegen. Blättere im Bericht ans Ende. Wenn die markierten Passagen fast alle im Verzeichnis stehen, hast du kein inhaltliches Problem.
  2. Nimm das Verzeichnis heraus. Speichere eine Kopie deiner Datei, lösche darin Literaturverzeichnis und Anhang, und lade diese Kopie hoch.
  3. Lies den neuen Wert. Erst dieser Prozentwert sagt etwas über deinen eigenen Text aus. Der alte war eine Mischung aus Fließtext und Formalangaben.

Warum das Verzeichnis fast immer markiert wird

Plagiatssoftware sucht nach übereinstimmenden Zeichenfolgen. Ein Literaturverzeichnis besteht aus nichts anderem als Zeichenfolgen, die anderswo identisch vorkommen müssen.

„Bourdieu, Pierre (1982): Die feinen Unterschiede. Frankfurt am Main: Suhrkamp." steht in tausenden Arbeiten genau so. Es gibt keine zweite richtige Schreibweise. Der Titel ist der Titel, der Verlag ist der Verlag, das Jahr ist das Jahr. Genau deshalb schlägt die Software an, und genau deshalb bedeutet der Treffer nichts.

Verstärkt wird der Effekt durch die Zitierstile. APA, Harvard und die deutsche Zitierweise geben jeweils eine feste Reihenfolge und feste Trennzeichen vor. Wenn zwei Arbeiten dieselbe Quelle im selben Stil angeben, sind die Einträge nicht ähnlich, sondern identisch. Zusätzlich finden sich dieselben Angaben in Bibliothekskatalogen, bei Verlagen und in Online-Datenbanken, die alle als Quelle infrage kommen.

Wann es unkritisch ist und wann nicht

Unkritisch ist der Fall in der Standardsituation: Die Treffer liegen ausschließlich im Verzeichnis, der Fließtext davor ist sauber. Dann ist die hohe Zahl ein Messartefakt und sonst nichts.

Zwei Konstellationen verdienen trotzdem einen zweiten Blick. Erstens: Wenn ganze Blöcke deines Verzeichnisses mit dem Verzeichnis einer einzelnen anderen Arbeit übereinstimmen, in derselben Reihenfolge und mit denselben Auslassungen, ist das ein Signal. Nicht, weil Titelangaben geschützt wären, sondern weil es nahelegt, dass die Literaturliste übernommen und nicht selbst recherchiert wurde. Der Fachbegriff dafür ist Quellenplagiat.

Zweitens: Wenn im Verzeichnis Titel stehen, die du nie gelesen hast, weil sie aus einer Sekundärquelle abgeschrieben wurden, ist das ein inhaltliches Problem. Es hat mit dem Scan nichts zu tun, fällt aber im Gespräch mit der Betreuung auf.

Beides sind seltene Fälle. Die Regel lautet: Ein rotes Verzeichnis ist ein Anzeigefehler der Statistik, kein Befund. Wer deswegen anfängt, Titelangaben umzuschreiben, macht sein Verzeichnis falsch und löst kein einziges Problem.

Der Prozentwert misst nicht, was du denkst

Ein Wert von 22 Prozent bei einer Hausarbeit mit drei Seiten Verzeichnis und zwölf Seiten Text kann nach dem Ausschluss auf 4 Prozent fallen. Es hat sich nichts an deiner Arbeit geändert, nur die Bezugsgröße stimmt jetzt.

Fundort, Bewertung, nächster Schritt

Wo der Treffer liegt Wie das zu bewerten ist Was zu tun ist
Einzelne Einträge im Verzeichnis völlig normal ignorieren oder Quelle ausschließen
Komplettes Verzeichnis markiert völlig normal Verzeichnis vor dem Scan entfernen
Fußnoten mit Kurzbelegen normal im Bericht als Quelle ausschließen
Verzeichnis deckt sich mit einer fremden Arbeit Signal, kein Formfehler Literatur selbst prüfen, Belege korrigieren
Titel im Verzeichnis, die im Text nie vorkommen inhaltlicher Fehler nicht genutzte Titel streichen
Anhang mit Transkripten oder Gesetzestexten erwartbar Anhang vom Scan ausnehmen

So bereinigst du den Scan, Schritt für Schritt

  1. Arbeitskopie anlegen. Speichere deine Datei unter einem neuen Namen, etwa „arbeit-scan.docx". Am Original änderst du nichts.
  2. Verzeichnis und Anhang löschen. In der Kopie entfernst du Literaturverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis und Anhang.
  3. Deckblatt und Erklärung mitnehmen oder weglassen. Beide erzeugen manchmal Treffer aus Formularvorlagen. Für die Auswertung sind sie ohne Belang.
  4. Hochladen und prüfen. Der Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Weniger Seiten bedeuten hier auch weniger Kosten.
  5. Alternativ im Bericht ausschließen. Hast du bereits geprüft, musst du nicht neu bezahlen. Nimm die betreffenden Fundstellen als ausgeschlossene Quellen aus der Wertung.

Die ausführliche Anleitung mit den Klickwegen steht unter Literaturverzeichnis ausschließen.

Wie du den Bericht danach gegenprüfst

Geh die verbleibenden Treffer einzeln durch. Interessant ist jetzt nur noch, was im Fließtext markiert ist.

Achte auf zusammenhängende Passagen von mehr als zwei Zeilen ohne Beleg daneben. Genau dort liegen echte Probleme, und sie waren vorher zwischen den Verzeichniseinträgen kaum zu sehen. Wie du echte von harmlosen Fundstellen trennst, steht unter echte vs. falsche Treffer.

Vergleiche außerdem die beiden Quellenlisten. Fällt eine Fundstelle nach dem Ausschluss des Verzeichnisses komplett weg, war sie tatsächlich nur eine Titelangabe. Bleibt sie mit weniger Prozent stehen, hast du dieselbe Quelle auch im Fließtext verwendet. Das ist der Moment, den Beleg an dieser Stelle zu kontrollieren.

Was das für deine Abgabe bedeutet

Für die Abgabe selbst ändert sich nichts. Ein bereinigter Bericht ist kein geschönter Bericht, sondern ein korrekt eingegrenzter. Du hast nichts versteckt, sondern eine Bezugsgröße korrigiert, die für deinen eigenen Text nichts aussagt. Du gibst deine vollständige Arbeit ab, mit Literaturverzeichnis, so wie es die Prüfungsordnung verlangt. Die gekürzte Datei war nur ein Werkzeug für die Auswertung.

Falls deine Hochschule denselben Text noch einmal prüft, wird das Verzeichnis dort wieder markiert. Das ist erwartbar und wird von erfahrenen Prüfenden ohne Nachfrage eingeordnet. Zeigst du deinen eigenen Bericht der Betreuung, erwähne kurz, dass du das Verzeichnis ausgenommen hast.

So vermeidest du das Rätselraten beim nächsten Mal

Leg dir die Scan-Kopie gleich beim Schreiben an. Wer sein Verzeichnis in einer eigenen Datei führt oder mit Zotero, Citavi oder dem Word-Quellenmanager arbeitet, trennt Text und Belege ohnehin sauber.

Prüfe außerdem früh, ob jeder Titel im Verzeichnis auch im Text vorkommt und umgekehrt jeder Beleg im Text einen Eintrag hat. Diese Kontrolle dauert zehn Minuten und verhindert die unangenehmste Rückfrage überhaupt. Wie ein sauberes Verzeichnis aufgebaut ist, steht unter Literaturverzeichnis erstellen — dort auch, welcher Eintrag zu welchem Quellentyp gehört.

FAQ

Häufige Fragen

Nein. Bibliografische Angaben sind formalisierte Daten, keine eigene Formulierung. Autorname, Titel, Verlag und Jahr müssen exakt so stehen, wie sie auf der Quelle stehen. Jede Abweichung wäre ein Fehler. Prüfende wissen das und rechnen diese Treffer heraus.
Am einfachsten löschst du es vor dem Upload aus einer Arbeitskopie der Datei. Alternativ schließt du die betroffenen Fundstellen im fertigen Bericht als Quelle aus. Beides führt zum selben Ergebnis, die Arbeitskopie spart zusätzlich Normseiten und damit Geld.
Meist deutlich. Ein Verzeichnis kann bei einer Hausarbeit zwei bis vier Seiten ausmachen, die fast vollständig markiert werden. Wie stark der Wert fällt, hängt vom Verhältnis zwischen Verzeichnis und Fließtext ab. Aussagekräftig wird die Zahl erst ohne das Verzeichnis.
Für Kurzbelege in Fußnoten gilt dasselbe Prinzip. Anhänge sind ein eigener Fall: Transkripte, Gesetzestexte oder abgedruckte Fragebögen bestehen fast komplett aus fremdem Text und erzeugen deshalb ebenfalls viele Treffer. Auch sie nimmst du besser aus dem Scan.
Ja. Abgerechnet wird nach Normseiten zu 1.800 Zeichen, 0,29 € pro Normseite. Drei Seiten Literaturverzeichnis weniger bedeuten rund drei Normseiten weniger und damit knapp einen Euro Ersparnis. Der eigentliche Gewinn ist aber der übersichtlichere Bericht.
Dann bleibt das Verzeichnis drin und wird dort ebenfalls markiert. Das ist Alltag und für erfahrene Prüfende kein Thema. Sie sehen im Bericht, welche Treffer auf das Verzeichnis entfallen, und bewerten den Fließtext.

Passend dazu

Plagiatsvorwurf, KI-Verdacht und auffällige Prüfberichte.

AnleitungenProzentwert interpretieren Probleme & NotfälleZitate markiert AnleitungenPlagiatsbericht lesen

Arbeit ohne Verzeichnis prüfen und Klarheit bekommen

Ergebnis in der Regel in 15 Minuten. Kein Abo, keine Registrierung.

Plagiat Scan 0,29 € / Normseite
Jetzt Plagiat Scan starten