Plagiat Scanner.de Redaktion — redaktionell verantwortlich: Benjamin Lohrer | Zuletzt geprüft: 03.09.2026 | 7 Min. Lesezeit
Die nächsten drei Schritte
- Nicht auf die Zahl starren. Der Prozentwert ist eine Kennzahl, kein Urteil. Bei PlagAware fasst er die Wörter aus als relevant geführten Quellen zusammen. Er sagt nicht, ob du getäuscht hast.
- Jeden Treffer einzeln öffnen. Klick dich durch die markierten Stellen. Sieh dir an, welche Quelle dahintersteht und ob an dieser Stelle ein Beleg im Text steht.
- Nach Kategorie sortieren. Leg drei Stapel an: korrekt belegt, formal reparierbar, echtes Problem. Erst danach entscheidest du, was du überarbeitest.
Diese Reihenfolge spart Stunden. Wer sofort anfängt, markierte Sätze umzuformulieren, verändert meistens genau die Stellen, die völlig in Ordnung waren.
Wie der Prozentwert überhaupt zustande kommt
PlagAware vergleicht den Prüftext mit erreichbaren Online- und Bibliotheksquellen. Laut aktueller Anbieterbeschreibung berechnet sich das prozentuale Ergebnis aus den übereinstimmenden Wörtern relevanter Quellen bezogen auf alle Wörter des Prüftexts. Angegebene oder akzeptierte, ausgeschlossene und vollständig überdeckte Quellen zählen nicht in derselben Weise zum Wert.
Der Prozentwert bewertet trotzdem nicht, ob eine Übernahme wissenschaftlich zulässig ist. Er fasst eine technische Quellenklassifikation zusammen. Eine sichtbare Markierung kann zu einer akzeptierten Quelle gehören und dann ohne rechnerischen Beitrag bleiben; umgekehrt kann eine kurze relevante Passage fachlich wichtig sein.
Deshalb können bestimmte Textsorten viele sichtbare Markierungen erzeugen. Ein Verzeichnis mit 60 Titeln, ein Methodenkapitel voller standardisierter Verfahrensbeschreibungen oder ein juristischer Text mit Gesetzeswortlaut braucht eine andere Prüfung als ein unbelegter Absatz im Analyseteil. Ob diese Fundstellen den Prozentwert erhöhen, hängt zusätzlich von ihrem Quellenstatus ab. Wie der Bericht aufgebaut ist, erklärt die Seite Plagiatsbericht lesen.
Wann ein hoher Wert unkritisch ist und wann nicht
Hier liegt der Kern. Die Höhe des Gesamtwerts und die wissenschaftliche Schwere einer Fundstelle sind zwei verschiedene Fragen.
Der Grund ist einfach: Ein Zitat mit Anführungszeichen, Quelle und Seitenzahl kann wissenschaftlich korrekt sein, auch wenn es wörtlich übereinstimmt. Ein übernommener Absatz ohne Beleg ist es nicht, auch wenn er nur eine halbe Seite füllt. Im Bericht können beide sichtbar sein, aber PlagAware kann ihre Quellen unterschiedlich klassifizieren; deine Prüferin bewertet zusätzlich den fachlichen Kontext.
Achte deshalb auf drei Signale statt auf die Zahl:
- Länge des einzelnen Treffers. Zwölf zusammenhängende Wörter aus einer fremden Quelle wiegen schwerer als fünf verstreute Übereinstimmungen von je drei Wörtern.
- Position im Text. Ein Treffer im Literaturverzeichnis ist Routine. Derselbe Treffer im Analyseteil ist eine Frage.
- Beleglage. Steht an der Stelle eine passende Quellenangabe und ist eine wörtliche Übernahme erkennbar gekennzeichnet? Erst dann lässt sich der Fall fachlich einordnen.
Eine allgemeingültige Prozentgrenze existiert nicht. Kein Anbieter und keine Software kann seriös sagen, ab welchem Wert es kritisch wird. Das hängt an Fach, Textsorte und der Prüfungsordnung, die für dich gilt. Zur Debatte um Grenzwerte lohnt der Beitrag Plagiat ab wie viel Prozent.
Prozentwert einordnen: Situation, Bewertung, Aufgabe
| Was der Bericht zeigt | Bewertung | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Viele Treffer im Literaturverzeichnis | erwartbar, aber Herkunft prüfen | Quellenstatus und zusammenhängende Fremdlisten kontrollieren |
| Sichtbare Treffer aus akzeptierten Zitaten | möglicherweise ohne Beitrag zum Wert | Kennzeichnung, Quelle und Seitenzahl prüfen |
| Viele kurze Fundstellen | einzeln oft wenig aussagekräftig | Ballungen und Quellenkontext prüfen |
| Ein Treffer über zwei Absätze | fachlich wichtiger Prüffall | Herkunft klären, belegen oder eigenständig neu schreiben |
| Passage ohne jeden Beleg | formaler oder inhaltlicher Prüffall | Quelle nachtragen, korrekt zitieren oder Passage streichen |
| Viele Wörter aus einer relevanten Quelle | hoher rechnerischer Einfluss möglich | Quelle und alle zugeordneten Passagen vollständig prüfen |
So korrigierst du die Stellen, die zählen
Arbeite den Stapel „echtes Problem" zuerst ab, danach den Stapel „formal reparierbar".
- Öffne Treffer und Originalquelle nebeneinander. Ohne das Original kannst du nicht beurteilen, wie nah dein Text wirklich dran ist.
- Entscheide: zitieren oder neu schreiben. Willst du den Wortlaut, setz ihn in Anführungszeichen und ergänze Quelle und Seitenzahl. Willst du den Inhalt, schließ das Original und formuliere aus dem Gedächtnis.
- Setz den Beleg sofort. Nicht markieren und später nachtragen. Genau dabei geht er verloren.
- Streiche, was du nicht brauchst. Manche Passage trägt inhaltlich nichts. Löschen ist schneller als reparieren.
Was du nicht tun solltest: einzelne Wörter gegen Synonyme tauschen, damit ein Treffer verschwindet. Satzbau und Gedanke bleiben fremd, und dein Text wird schwerer lesbar. Fehlt dir nur die Angabe zur Quelle, hilft Quellenangabe nachtragen.
Den Bericht nach der Korrektur gegenprüfen
Ein zweiter Scan zeigt, ob die Überarbeitung gewirkt hat. Er kostet erneut 0,29 € pro Normseite, weil jeder Durchlauf einzeln abgerechnet wird. Bei 60 Normseiten sind das 17,40 €.
Sinnvoll ist der zweite Durchlauf, wenn du ganze Absätze neu geschrieben oder die Quellenklassifikation geändert hast. Für drei nachgetragene Fußnoten lohnt er meist nicht: Die Belege korrigieren zunächst die wissenschaftliche Zuordnung. Ob sich auch der Prozentwert ändert, hängt davon ab, wie PlagAware die Quelle anschließend führt.
Vergleiche im zweiten Bericht nicht die Gesamtzahl, sondern die Trefferliste. Sind die langen Treffer verschwunden? Sind neue dazugekommen, weil du beim Umschreiben einer anderen Quelle nahegekommen bist? Das ist die eigentliche Kontrolle, beschrieben unter zweiter Scan nach der Korrektur.
Was das für deine Abgabe bedeutet
Du gibst deine Arbeit ab, nicht deinen Bericht. Kein Prüfungsamt verlangt einen Prozentwert von dir, und keine Software entscheidet über deine Note.
Zwei Fragen sind zentral: Steht hinter jeder fremden Formulierung ein Beleg? Ist jedes wörtliche Zitat als Zitat erkennbar? Prüfe zusätzlich, ob längere Paraphrasen wirklich eigenständig formuliert sind und ob deine Prüfungsordnung besondere Vorgaben macht. Erst diese Einzelfallprüfung trägt eine Abgabeentscheidung; der Prozentwert allein tut es nicht.
Bleibt Unsicherheit, sprich vor der Abgabe mit deiner Betreuung. Das wirkt souverän, nicht verdächtig. Ob deine Hochschule einen bestimmten Wert erwartet, steht in deiner Prüfungsordnung oder weiß dein Prüfungsamt.
Damit die Zahl beim nächsten Mal niedriger startet
Das Trefferbild entsteht aus deinem Text, den gefundenen Quellen, den Sucheinstellungen und der Quellenklassifikation im Bericht.
- Wörtliche Übernahmen schon beim Exzerpieren in Anführungszeichen setzen, mit Seitenzahl.
- Nie aus dem geöffneten Original formulieren, sondern aus der eigenen Notiz.
- Die Quellenangabe im selben Arbeitsschritt eintragen wie den Satz.
- Literaturverzeichnis und Anhang vor dem Upload aus der Datei nehmen.
- Nach jedem Kapitel kurz prüfen, statt kurz vor der Abgabe alles auf einmal.
Diese Schritte machen den Bericht vor allem aussagekräftiger. Wer das Literaturverzeichnis vom Scan ausschließt, verändert den geprüften Text; der Prozentwert kann dadurch sinken, gleich bleiben oder steigen. Und dass Zitate als Plagiat markiert werden, ist kein Grund, den Zitatanteil künstlich zu drücken: Entscheidend sind korrekte Kennzeichnung und Quellenstatus.