Prüfbericht

Dein Bericht zeigt einen hohen Prozentwert

Ein hoher Prozentwert im Plagiatsbericht fühlt sich nach Urteil an. Er ist aber nur eine Rechenoperation: markierte Zeichen geteilt durch Gesamtzeichen. Was wirklich zählt, steht in den einzelnen Treffern, und die sind fast immer harmloser als die Zahl darüber.

Server in Deutschland Ergebnis in 15 Min. 70 Mrd. Quellen

 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  6 Min. Lesezeit

Die nächsten drei Schritte

  1. Nicht auf die Zahl starren. Der Prozentwert ist eine Kennzahl, kein Urteil. Er sagt, wie viel Text mit anderen Quellen übereinstimmt. Er sagt nicht, ob du getäuscht hast.
  2. Jeden Treffer einzeln öffnen. Klick dich durch die markierten Stellen. Sieh dir an, welche Quelle dahintersteht und ob an dieser Stelle ein Beleg im Text steht.
  3. Nach Kategorie sortieren. Leg drei Stapel an: korrekt belegt, formal reparierbar, echtes Problem. Erst danach entscheidest du, was du überarbeitest.

Diese Reihenfolge spart Stunden. Wer sofort anfängt, markierte Sätze umzuformulieren, verändert meistens genau die Stellen, die völlig in Ordnung waren.

Wie der Prozentwert überhaupt zustande kommt

Die Software zerlegt deinen Text in Abschnitte und vergleicht sie gegen über 70 Milliarden Quellen: Webseiten, Fachliteratur, Publikationsdatenbanken. Findet sie eine Übereinstimmung ab einer bestimmten Länge, markiert sie die Stelle und rechnet deren Zeichen in die Trefferquote ein.

Der Prozentwert ist also eine schlichte Division: markierte Zeichen geteilt durch Gesamtzeichen. Er bewertet nichts. Ihm ist egal, ob vor der markierten Zeile ein Anführungszeichen steht, ob dahinter eine Fußnote sitzt oder ob es sich um eine Titelangabe im Literaturverzeichnis handelt.

Deshalb steigt die Zahl bei manchen Arbeiten fast zwangsläufig. Ein Verzeichnis mit 60 Titeln, ein Methodenkapitel voller standardisierter Verfahrensbeschreibungen, ein juristischer Text mit Gesetzeswortlaut: alles echte Übereinstimmungen, alle unproblematisch. Wie der Bericht aufgebaut ist, erklärt die Seite Plagiatsbericht lesen.

Wann ein hoher Wert unkritisch ist und wann nicht

Hier liegt der Kern. 20 Prozent aus sauber gekennzeichneten Zitaten sind unbedenklicher als 3 Prozent aus einem einzigen unbelegten Absatz.

Der Grund ist einfach: Ein Zitat mit Anführungszeichen, Quelle und Seitenzahl ist wissenschaftlich korrekt, auch wenn es wörtlich übereinstimmt. Ein übernommener Absatz ohne Beleg ist es nicht, auch wenn er nur eine halbe Seite füllt. Die Software sieht beide gleich. Deine Prüferin sieht sie sehr unterschiedlich.

Achte deshalb auf drei Signale statt auf die Zahl:

  • Länge des einzelnen Treffers. Zwölf zusammenhängende Wörter aus einer fremden Quelle wiegen schwerer als fünf verstreute Übereinstimmungen von je drei Wörtern.
  • Position im Text. Ein Treffer im Literaturverzeichnis ist Routine. Derselbe Treffer im Analyseteil ist eine Frage.
  • Beleglage. Steht an der Stelle eine Quellenangabe? Wenn ja, ist der Fall meistens erledigt.

Eine allgemeingültige Prozentgrenze existiert nicht. Kein Anbieter und keine Software kann seriös sagen, ab welchem Wert es kritisch wird. Das hängt an Fach, Textsorte und der Prüfungsordnung, die für dich gilt. Zur Debatte um Grenzwerte lohnt der Beitrag Plagiat ab wie viel Prozent.

Prozentwert einordnen: Situation, Bewertung, Aufgabe

Was der Bericht zeigt Bewertung Was zu tun ist
22 %, fast alles im Literaturverzeichnis unkritisch Verzeichnis vom Scan ausnehmen, neu rechnen
15 % aus gekennzeichneten Zitaten unkritisch, aber beobachten Zitatdichte im Blick behalten
9 % aus vielen Zwei-Wort-Treffern Rauschen ignorieren
6 %, davon ein Treffer über zwei Absätze ernst belegen oder komplett neu schreiben
3 % ohne jeden Beleg an der Stelle ernst Quelle nachtragen oder Passage streichen
40 % aus einem einzigen Dokument sehr ernst Herkunft klären, Passage vollständig überarbeiten

So korrigierst du die Stellen, die zählen

Arbeite den Stapel „echtes Problem" zuerst ab, danach den Stapel „formal reparierbar".

  1. Öffne Treffer und Originalquelle nebeneinander. Ohne das Original kannst du nicht beurteilen, wie nah dein Text wirklich dran ist.
  2. Entscheide: zitieren oder neu schreiben. Willst du den Wortlaut, setz ihn in Anführungszeichen und ergänze Quelle und Seitenzahl. Willst du den Inhalt, schließ das Original und formuliere aus dem Gedächtnis.
  3. Setz den Beleg sofort. Nicht markieren und später nachtragen. Genau dabei geht er verloren.
  4. Streiche, was du nicht brauchst. Manche Passage trägt inhaltlich nichts. Löschen ist schneller als reparieren.

Was du nicht tun solltest: einzelne Wörter gegen Synonyme tauschen, damit ein Treffer verschwindet. Satzbau und Gedanke bleiben fremd, und dein Text wird schwerer lesbar. Fehlt dir nur die Angabe zur Quelle, hilft Quellenangabe nachtragen.

Den Bericht nach der Korrektur gegenprüfen

Ein zweiter Scan zeigt, ob die Überarbeitung gewirkt hat. Er kostet erneut 0,29 € pro Normseite, weil jeder Durchlauf einzeln abgerechnet wird. Bei 60 Normseiten sind das 17,40 €.

Sinnvoll ist der zweite Durchlauf, wenn du ganze Absätze neu geschrieben hast. Für drei nachgetragene Fußnoten lohnt er nicht: Belege senken die Prozentzahl ohnehin nicht, sie machen den Treffer legitim.

Vergleiche im zweiten Bericht nicht die Gesamtzahl, sondern die Trefferliste. Sind die langen Treffer verschwunden? Sind neue dazugekommen, weil du beim Umschreiben einer anderen Quelle nahegekommen bist? Das ist die eigentliche Kontrolle, beschrieben unter zweiter Scan nach der Korrektur.

Was das für deine Abgabe bedeutet

Du gibst deine Arbeit ab, nicht deinen Bericht. Kein Prüfungsamt verlangt einen Prozentwert von dir, und keine Software entscheidet über deine Note.

Zwei Fragen entscheiden: Steht hinter jeder fremden Formulierung ein Beleg? Ist jedes wörtliche Zitat als Zitat erkennbar? Wenn du beide mit Ja beantwortest, kannst du abgeben, auch bei 25 Prozent im Bericht.

Bleibt Unsicherheit, sprich vor der Abgabe mit deiner Betreuung. Das wirkt souverän, nicht verdächtig. Ob deine Hochschule einen bestimmten Wert erwartet, steht in deiner Prüfungsordnung oder weiß dein Prüfungsamt.

Damit die Zahl beim nächsten Mal niedriger startet

Der Prozentwert entsteht beim Schreiben, nicht beim Scannen.

  • Wörtliche Übernahmen schon beim Exzerpieren in Anführungszeichen setzen, mit Seitenzahl.
  • Nie aus dem geöffneten Original formulieren, sondern aus der eigenen Notiz.
  • Die Quellenangabe im selben Arbeitsschritt eintragen wie den Satz.
  • Literaturverzeichnis und Anhang vor dem Upload aus der Datei nehmen.
  • Nach jedem Kapitel kurz prüfen, statt kurz vor der Abgabe alles auf einmal.

Zwei dieser Punkte senken den Wert sofort und ohne Textarbeit. Wer das Literaturverzeichnis vom Scan ausschließt, verliert oft mehrere Prozentpunkte, die nie ein Problem waren. Und dass Zitate als Plagiat markiert werden, ist Normalfall, kein Grund, den Zitatanteil künstlich zu drücken.

FAQ

Häufige Fragen

Es gibt keine allgemeingültige Grenze, weder bei uns noch an Hochschulen. Entscheidend ist, woraus der Wert besteht. 20 Prozent aus korrekt gekennzeichneten Zitaten sind unbedenklicher als 3 Prozent aus einem einzigen unbelegten Absatz. Sieh dir immer die einzelnen Treffer an, nicht die Summe.
Weil die Software Text vergleicht und keine Anführungszeichen bewertet. Ein wörtliches Zitat stimmt naturgemäß vollständig mit seiner Quelle überein und wandert deshalb in die Trefferquote. Das ist technisch korrekt und inhaltlich harmlos, solange an der Stelle Quellenangabe und Seitenzahl stehen.
Nein. Die Markierung bleibt bestehen, denn am Textabgleich ändert eine Fußnote nichts. Der Beleg macht die Stelle wissenschaftlich korrekt, nicht unsichtbar. Wenn du den Wert senken willst, musst du umformulieren oder kürzen. Beides solltest du nur tun, wenn es deinem Text tatsächlich hilft.
Jeder Scan wird einzeln abgerechnet: 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Für eine Arbeit mit 70 Normseiten sind das 20,30 €. Ein Abo brauchst du nicht. Der Kombi-Scan mit KI-Prüfung kostet 0,39 € statt 0,58 € pro Normseite.
Nein. Der Scan läuft unabhängig von deiner Hochschule, eine Meldung an ein Prüfungsamt gibt es nicht. Deine Datei wird außerdem nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen und nach 14 Tagen automatisch gelöscht. Sie taucht später also nicht als Quelle auf, wenn jemand anderes prüft.
Das kannst du tun, wenn du bei einzelnen Stellen unsicher bist. Zeig dann nicht die Prozentzahl, sondern die konkreten Treffer und deine eigene Einschätzung dazu. Wer mit einer klaren Frage kommt, wirkt gründlich. Pflicht ist der Bericht nicht: Du gibst deine Arbeit ab, nicht deinen Scan.

Nach der Korrektur noch einmal prüfen

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