Ein Prozentwert ohne Laufkontext ist nicht vergleichbar
Ähnlichkeitswerte können sich ändern, obwohl das Manuskript gleich bleibt. Gründe sind neue Korpusbestände, geänderte Webseiten, andere Filter, verbesserte Textextraktion oder ein nicht öffentlich ausgewiesenes Softwareupdate. Deshalb muss ein Bericht als Ergebnis eines bestimmten Laufs behandelt werden, nicht als zeitlose Eigenschaft des Dokuments.
Die Dokumentation soll vorhandene Angaben präzise sichern. Sie darf keine unbekannte Modellnummer, Korpusgröße oder Prüfgenauigkeit ergänzen. Ein Anbietername allein genügt ebenso wenig wie ein Screenshot des Ergebniswerts. Verfahrensentscheidungen trifft die zuständige Institution; diese technische Checkliste ist keine Rechtsberatung.
Die Eingabe bytegenau und visuell identifizieren
Bewahre die geprüfte Datei unverändert auf und berechne eine Prüfsumme. Notiere Format, Dateigröße, Seitenzahl und gegebenenfalls extrahierte Zeichenmenge. Die Prüfsumme zeigt, ob später dieselben Bytes vorliegen; sie beweist weder Inhaltsechtheit noch Urheberschaft. Bei einer neu exportierten PDF ändert sie sich oft, obwohl sichtbarer Text ähnlich bleibt.
Kontrolliere die Verarbeitung visuell. Wurden Fußnoten, Tabellen, Kopfzeilen und Anhänge erfasst? Enthält die Datei gescannte Seiten, braucht die OCR einen eigenen Vermerk mit Sprache und Einstellungen. Passwortschutz, beschädigte Schriften oder ungewöhnliche Kodierung können Text auslassen. Dokumentiere Warnungen aus der Oberfläche vollständig.
Korpus und Filter nur so genau beschreiben wie belegt
Übernimm Kategorien wie Internetquellen, Publikationen oder institutionelle Arbeiten aus dem Bericht oder der offiziellen Dokumentation. Eine Marketingangabe zur Gesamtgröße sagt nicht, welche Quellen beim konkreten Lauf verfügbar waren. Notiere Zugriffsdatum und Wortlaut der Anbieterbeschreibung, aber behaupte keinen eingefrorenen Korpusstand, wenn dieser nicht bereitgestellt wird.
Filter gehören mit ihrem konkreten Zustand ins Blatt: Zitate, Literaturverzeichnis, kleine Treffer, eigene Einreichungen und manuell ausgeschlossene Quellen. Speichere möglichst ungefilterte und für die Sichtung gefilterte Ansicht getrennt. Ein späteres Umschalten darf nicht den ursprünglichen Zustand überschreiben.
Wiederholung und Vergleichslauf richtig einordnen
Ein erneuter Lauf kann neue Treffer enthalten, weil das Korpus gewachsen oder das frühere Dokument selbst indexiert wurde. Vergleiche deshalb nicht nur Gesamtwerte. Ordne einzelne Fundstellen, Quellziele, Filter und Extraktionsumfang zu. Markiere selbstbezogene Treffer und erkläre, wie sie behandelt wurden.
Bei zwei Produkten sind Prozentwerte nicht direkt austauschbar. Unterschiede in Segmentierung, Quellenzugang und Ausschlusslogik können das Resultat prägen. Erstelle eine Fundstellenmatrix und vergleiche gemeinsame sowie exklusive Hinweise. Sprich von Übereinstimmung der Befunde, nicht von „Genauigkeit“, solange keine geeignete Referenzklassifikation vorliegt.
Ein kleines unveränderliches Laufpaket sichern
Lege Eingabedatei, Originalbericht, Metadatenblatt, sichtbare Einstellungen und eine README zusammen ab. Trenne personenbezogene oder vertrauliche Inhalte durch geeignete Zugriffsrechte. Exportiere proprietäre Berichte zusätzlich als dauerhaft lesbare Datei, soweit erlaubt. Verändere das Original nicht; Kommentare kommen in eine gesonderte Sichtungsdatei.
Die methodische Berichtprüfung ordnet einzelne Treffer ein. Die Entstehungschronologie verbindet Läufe mit Manuskriptständen. Weitere Blätter bündelt der Hub Prüfungsverfahren. Genau einen Grundlagenanschluss bietet der Leitfaden zum Plagiatsbericht.
Gib jeder Datei einen eindeutigen Namen, etwa Lauf-ID, Inhalt und Exportdatum, ohne sensible Namen unnötig zu wiederholen. Das README erklärt, welche Datei das unveränderte Original ist, welche nur zur Sichtung dient und wie die Prüfsumme kontrolliert wird. Notiere auch, ob eine Ergebnisansicht nach Ablauf eines Kontos nicht mehr erreichbar sein könnte. Ein lokaler Export ist erst dann eine brauchbare Sicherung, wenn er geöffnet, durchsucht und auf vollständige Seiten geprüft wurde.
Definiere für spätere Vergleiche vorab eine kleine Menge stabiler Bezugspunkte: Dokumentprüfsumme, Zahl extrahierter Seiten, ausgewählte charakteristische Fundstellen und Filterstatus. Weicht ein neuer Lauf ab, wird zuerst geprüft, welcher Bezugspunkt sich verändert hat. Dadurch lässt sich eine Änderung eher Eingabe, Extraktion, Einstellung oder Korpus zuordnen. Der Gesamtwert steht am Ende dieser Analyse, nicht an ihrem Anfang.
Bei einer Übergabe an Prüfende sollte ein Datenblatt ohne Anmeldung verständlich sein. Fachbegriffe, Zeitzone und Prüfsummenverfahren werden ausgeschrieben; interne IDs werden im Register aufgelöst. Gleichzeitig bleibt klar, welche Angaben vom Anbieter stammen und welche die ausführende Person beobachtet oder berechnet hat. Diese Herkunftstrennung verhindert, dass eine eigene Vermutung später wie eine offizielle Systemeigenschaft gelesen wird.
Erfasse auch den organisatorischen Ausführungskontext: Weboberfläche oder API, institutionelles oder persönliches Konto, Region beziehungsweise Sprache der Oberfläche und ob eine frühere Einreichung als Vergleichsquelle aktiviert war. Notiere diese Punkte beschreibend, ohne aus dem Kontotyp einen bestimmten Korpuszugang abzuleiten. Bei einem API-Lauf gehören relevante Anfrageparameter und die dokumentierte Antwortkennung in eine geschützte Anlage; Schlüssel und Zugriffstoken werden niemals in das Laufpaket kopiert.