LaTeX

Ein LaTeX-Dokument auf Plagiate prüfen

Die .tex-Datei bringt dich nicht weiter, sie besteht zur Hälfte aus Befehlen. Kompiliere dein Projekt zu einem PDF und lade dieses hoch. Zwei Eigenheiten solltest du vorher kennen: Formeln zählen nicht als Text, und die Bibliografie kostet dich unnötige Treffer.

Server in Deutschland Ergebnis in 15 Min. 70 Mrd. Quellen

 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  7 Min. Lesezeit

Drei Schritte: kompilieren, kürzen, hochladen

  1. Fertig kompilieren. Erzeuge das PDF aus deinem aktuellen Stand, mit allen eingebundenen Kapiteln.
  2. Verzeichnis herausnehmen. Für den Scan eine Fassung ohne Bibliografie bauen oder die Seiten in einer Kopie löschen.
  3. PDF hochladen. Datei auswählen, Umfang bestätigen, Bericht abwarten.

Der Rest ist derselbe Ablauf wie bei jedem anderen Dokument. Interessant an LaTeX ist nicht der Upload, sondern die Frage, welcher Teil deiner Arbeit überhaupt als Text im PDF ankommt und welcher unterwegs verloren geht.

Warum die .tex-Datei nicht in den Scan geht

Dein Quelltext ist kein Text im Sinne der Prüfung. Zwischen den Sätzen stehen Befehle, Umgebungen und Verweise, und ein Vergleich mit fremden Quellen müsste all das erst herausrechnen.

Das fertige PDF hat dieses Problem nicht. Es enthält genau die Zeichen, die deine Leserin auch sieht, in genau der Reihenfolge, in der sie dastehen. Deshalb ist es die verlässlichere Grundlage. Ein Punkt bleibt trotzdem zu prüfen: Markiere nach dem Kompilieren einen beliebigen Absatz und kopiere ihn heraus. Kommt lesbarer Text an, ist alles in Ordnung. Bleibt das Fenster leer oder erscheint Zeichensalat, hast du ein Bild-PDF vor dir, und das entsteht bei LaTeX zwar selten, kommt aber vor, etwa wenn dir jemand die Arbeit eingescannt zurückgeschickt hat.

Formeln und Quellcode werden anders behandelt

Mathematischer Satz fällt für die Prüfung praktisch aus. LaTeX setzt Formeln aus einzelnen Symbolen zusammen, die im PDF nebeneinander liegen, ohne dass daraus eine auslesbare Zeichenkette wird. Was ankommt, ist Bruchstückware.

Für dich heißt das zweierlei. Eine übernommene Herleitung findet der Scan nicht, denn er sieht sie gar nicht. Der erklärende Text davor und danach wird dagegen vollständig geprüft, und genau dort schreiben die meisten ab. Der Beweis selbst mag deiner sein, der einleitende Absatz „Im Folgenden zeigen wir, dass die Abbildung stetig ist" stammt womöglich aus dem Lehrbuch, aus dem du auch die Notation übernommen hast. Solche Sätze findet der Scan zuverlässig.

Quellcode verhält sich umgekehrt. Verbatim gesetzte Listings stehen als sauberer Text im PDF und werden gelesen, nur sagt das Ergebnis wenig aus: Schleifenköpfe und Bibliotheksaufrufe ähneln sich weltweit. Wie du mit solchen Treffern umgehst, steht unter Plagiatsprüfung in der Informatik.

Trennstriche und Ligaturen

Eine LaTeX-Eigenheit sorgt regelmäßig für Verwirrung. Der Satzalgorithmus trennt Wörter am Zeilenende, und je nach Schrift und Erzeugungsweg landet der Trennstrich mitten im ausgelesenen Wort. Aus „Verfassungsgerichtsbarkeit" wird dann „Verfassungs-gerichtsbarkeit".

Solche Stellen können einen Treffer verhindern, der eigentlich dagewesen wäre. Betroffen sind einzelne Wörter, nie ganze Absätze. Rechne also damit, dass dein Bericht bei einem LaTeX-PDF eine Spur konservativer ausfällt als bei derselben Arbeit aus einem Textprogramm.

Die Bibliografie bleibt draußen

Ein automatisch erzeugtes Literaturverzeichnis ist der teuerste unnötige Teil deines Scans. Jede Titelangabe steht wortgleich in Katalogen, in Verlagsseiten und in hunderten anderen Arbeiten, also wird sie markiert. Diese Treffer sind alle richtig und alle bedeutungslos.

Bei LaTeX hast du es leichter als in einem Textprogramm: Du kommentierst den Befehl für die Bibliografie aus, kompilierst einmal neu und hast ein PDF ohne Verzeichnis. Der Aufwand dafür ist ein Befehl. Wer ein Verzeichnis über acht Seiten mitschleppt, spart mit dem Weglassen nicht nur Rauschen im Bericht, sondern zahlt auch für vier bis fünf Normseiten weniger. Wie das grundsätzlich funktioniert und was es spart, steht unter Literaturverzeichnis ausschließen.

Was aus deinem Quelltext im PDF ankommt

Im Quelltext Im PDF Folge für die Prüfung
Fließtext und Abschnitte als Text wird vollständig ausgewertet
Fußnoten als Text wird ausgewertet
Mathematischer Satz als lose Zeichenfolge fällt praktisch aus
Verbatim gesetzter Code als Text erzeugt viele bedeutungslose Treffer
Abbildungsbeschriftungen als Text kurz, meist unauffällig
Text in eingebundenen Grafiken als Bild wird nicht gelesen
Verzeichnis aus BibTeX als Text korrekte, aber nutzlose Treffer
Kommentarzeilen gar nicht ohne Bedeutung

Zeile sechs ist der Fall, den Ingenieurwissenschaftler unterschätzen. Wer Tabellen als fertige Grafik einbindet, statt sie zu setzen, nimmt diesen Inhalt aus der Prüfung heraus, ohne es zu merken.

Wenn der Bericht seltsam aussieht

Vier typische LaTeX-Effekte

  • Der Bericht ist fast leer. Dann hat dein PDF womöglich keine Textebene, etwa weil es über einen Bildumweg entstanden ist. Der Markiertest klärt das in Sekunden.
  • Umlaute kommen als Kästchen an. Ursache ist meist eine alte Schriftkodierung. Kompiliere mit einer aktuellen Schriftfamilie neu.
  • Der Prozentwert ist auffällig hoch. Sieh zuerst nach, ob Verzeichnis oder Code mitgelaufen sind, bevor du dich sorgst.
  • Treffer im Methodenteil. Standardsätze über etablierte Verfahren ähneln sich zwangsläufig. Ob das ein Problem ist, entscheidest du nach der Einordnung unter echte und falsche Treffer.

Umfang und Preis bei LaTeX-Arbeiten

Die Seitenzahl deines PDFs sagt über den Preis wenig aus. Eine zweispaltige Vorlage mit kleiner Schrift bringt auf 20 Seiten so viel Text unter wie eine großzügig gesetzte Abschlussarbeit auf 35, und die Rechnung folgt den Normseiten, also je 1.800 Zeichen mit Leerzeichen.

Bei 0,29 € je Normseite bleibt selbst eine dichte Dissertation im zweistelligen Bereich. Den genauen Wert liefert der Normseitenrechner, wenn du deine Zeichenzahl einträgst.

Wo der Scan in deinen Kompilierzyklus passt

Der passende Moment kommt, wenn die Kapitel inhaltlich stehen und nur noch Layout und Verzeichnisse offen sind. Dein Text steht dann, und Änderungen kosten dich nur einen weiteren Durchlauf des Übersetzers.

Praktisch ist ein eigener Zweig deines Projekts für die Prüffassung. Darin kommentierst du Bibliografie und Anhang aus, kompilierst einmal, und dein eigentliches Dokument bleibt unberührt. Der zweite Vorteil zeigt sich später: Weil die Prüffassung reproduzierbar entsteht, baust du nach der Überarbeitung mit demselben Befehl ein neues PDF und prüfst genau den Stand nach, den du vorher geprüft hast.

Was du danach tust

Arbeite die Fundstellen im Quelltext ab, nicht im PDF. Jede Korrektur landet so an der richtigen Stelle, und beim nächsten Kompilieren stimmt alles wieder.

Wie du die Markierungen im Bericht sortierst und welche du ignorieren darfst, steht unter Plagiatsbericht lesen. Und wenn du beim Aufräumen merkst, dass dein Verzeichnis Lücken hat, hilft Literaturverzeichnis erstellen.

FAQ

Häufige Fragen

Nein, angenommen werden .docx, .doc, .pdf, .txt, .odt, .rtf und .pages. Der Quelltext wäre auch die falsche Grundlage: Er besteht zu großen Teilen aus Befehlen, die im fertigen Dokument nie auftauchen. Kompiliere dein Projekt und schick das entstandene PDF in die Prüfung.
Nein. Mathematischer Satz landet im PDF als Anordnung einzelner Zeichen, nicht als lesbarer Satz. Beim Auslesen kommt davon nichts Sinnvolles an. Deine Herleitungen bleiben also unberücksichtigt, egal wie lang sie sind. Geprüft wird der Fließtext darum herum, vom Motivationsteil bis zur Diskussion.
Verbatim gesetzter Code steht als Text im PDF und wird mitgelesen. Für eine Bewertung taugt das nur bedingt, weil Programmcode aus wiederkehrenden Schlüsselwörtern besteht und dadurch Treffer erzeugt, die inhaltlich nichts bedeuten. Für Arbeiten mit viel Code lohnt der Blick auf die Informatikseite.
Besser nicht. Ein mit BibTeX gesetztes Verzeichnis besteht aus Titelangaben, die genau so auch in anderen Arbeiten stehen. Das erzeugt reihenweise korrekte Treffer, hebt den Prozentwert und kostet zusätzliche Normseiten. Kompiliere für den Scan eine Fassung ohne Verzeichnis oder entferne die Seiten in einer PDF-Kopie.
Das lässt sich an der Seitenzahl kaum ablesen, weil Vorlagen sehr unterschiedlich dicht setzen. Eine zweispaltige Konferenzvorlage bringt auf einer Seite fast doppelt so viel unter wie eine großzügige Abschlussarbeitsvorlage. Maßgeblich sind 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen pro Normseite, den Rest rechnet dir der Normseitenrechner aus.
Nein. Kommentarzeilen mit Prozentzeichen erscheinen nie im fertigen Dokument, die dürfen bleiben. Auch Links aus hyperref stören die Prüfung nicht. Wichtig ist nur eines: Dein PDF braucht eine echte Textebene. Markiere im fertigen Dokument einen Absatz und kopiere ihn testweise in ein leeres Fenster.

Passend dazu

Schritt-für-Schritt durch Upload, Bericht und Korrektur.

AnleitungenPDF prüfen

LaTeX-Arbeit als PDF prüfen lassen

Ergebnis in der Regel in 15 Minuten. Kein Abo, keine Registrierung.

Plagiat Scan 0,29 € / Normseite
Jetzt Plagiat Scan starten