Ablauf

Plagiate aus deiner Arbeit entfernen

Ein Plagiatsbericht mit markierten Stellen sieht nach viel Arbeit aus. Tatsächlich brauchst du nur vier Handgriffe: sortieren, entscheiden, korrigieren, gegenprüfen. Entscheidend ist der Maßstab dabei. Dein Text soll richtig belegt sein, nicht möglichst unauffällig.

Server in Deutschland Ergebnis in 15 Min. 70 Mrd. Quellen

 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  7 Min. Lesezeit

Kurzantwort in drei Schritten

  1. Sortieren. Geh den Bericht von oben nach unten durch und ordne jeden Treffer einer von drei Kategorien zu: so korrekt, Beleg fehlt, Formulierung zu nah.
  2. Entscheiden. Jeder Treffer aus den letzten beiden Kategorien bekommt genau eine Behandlung: Beleg nachtragen, als Zitat kennzeichnen, neu formulieren oder streichen.
  3. Gegenprüfen. Lies die geänderten Stellen im Zusammenhang. Bei größeren Eingriffen lohnt ein zweiter Scan.

Warum „entfernen" das falsche Wort ist

Der Begriff führt in die Irre. Was du entfernst, ist nicht die Markierung, sondern der Fehler dahinter.

Eine markierte Passage ist eine Meldung, kein Urteil: An dieser Stelle steht Text, der so oder fast so schon irgendwo anders steht, und die Software sagt dir nicht, ob das in Ordnung geht. Das kann korrekt sein, weil du zitierst und die Quelle daneben nennst. Es kann auch heißen, dass ein Beleg fehlt. Oder dass du eine Vorlage so eng nachgebaut hast, dass die Formulierung nicht mehr deine eigene ist.

Nur die letzten beiden Fälle brauchen eine Korrektur. Beide löst du dadurch, dass dein Text am Ende sachlich richtig und nachvollziehbar belegt ist, und nicht dadurch, dass eine Farbmarkierung im nächsten Bericht an dieser Stelle fehlt. Der Unterschied ist größer, als er klingt. Wer allein den Prozentwert im Blick hat, baut Sätze um, die inhaltlich schief bleiben, und übersieht echte Übernahmen, die zufällig unter der Erkennungsschwelle geblieben sind.

Schritt 1: Die Treffer sortieren

Bevor du irgendetwas änderst, liest du den ganzen Bericht einmal durch und vergibst pro Fundstelle eine Einordnung, ohne schon eine einzige Zeile zu verändern. Ein Stift auf dem Ausdruck reicht. Drei Farben in einem Kommentarfeld auch.

Der schnellste Filter ist die Frage nach der Kennzeichnung: Steht direkt an der markierten Stelle eine Quellenangabe? Dann ist der Treffer meist erledigt. Steht dort keine, sieh genauer hin. Wie du die Kategorien im Bericht auseinanderhältst, steht ausführlich unter echte und falsche Treffer.

Harmlos sind fast immer Literaturangaben, Gesetzeswortlaute und Definitionen in Anführungszeichen mit Seitenzahl. Echt sind dagegen zusammenhängende Passagen ohne jeden Beleg und Absätze, die Satz für Satz derselben Vorlage folgen, auch wenn einzelne Wörter ausgetauscht wurden.

Schritt 2: Für jeden echten Treffer eine Entscheidung

Es gibt genau fünf sinnvolle Behandlungen. Welche passt, hängt davon ab, was mit der Stelle nicht stimmt.

Befund an der Stelle Richtige Behandlung So setzt du es um
Wortlaut übernommen, Quelle bekannt, keine Kennzeichnung Als Zitat kennzeichnen Anführungszeichen, Kurzbeleg mit Seitenzahl, Eintrag im Verzeichnis
Inhalt sinngemäß übernommen, Beleg fehlt Beleg nachtragen Kurzbeleg mit „vgl." am Satzende ergänzen
Eigene Formulierung liegt zu eng am Original Neu formulieren und belegen Quelle schließen, aus dem Verständnis schreiben, Beleg setzen
Passage trägt inhaltlich nichts bei Streichen Absatz entfernen, Übergang neu schreiben
Text stammt aus einer eigenen früheren Arbeit Klären und offenlegen Prüfungsordnung ansehen, eigene Arbeit wie eine Quelle belegen

Die häufigste Fehlentscheidung ist der Griff zum Umformulieren, wenn eigentlich nur ein Beleg fehlt. Ein sinngemäß übernommener Gedanke braucht eine Quellenangabe, ganz gleich wie frei du ihn ausdrückst. Umschreiben ersetzt keinen Nachweis. Wie du eine Angabe nachträgst, auch bei lückenhafter Erinnerung, steht unter Quellenangabe nachtragen.

Schritt 3: Korrigieren, ohne den Inhalt zu beschädigen

Arbeite von hinten nach vorn durch das Dokument. Dann verschieben sich Seitenzahlen und Fußnotennummern nicht unter dir weg, während du noch mitten in einem Kapitel steckst.

Beim Nachtragen von Belegen prüfst du jedes Mal, ob die Quelle die Aussage wirklich trägt. Es kommt häufiger vor, als man denkt, dass jemand eine Fußnote setzt und der dort genannte Text am Ende etwas anderes behauptet als der eigene Satz davor. Das ist dann kein Plagiat mehr. Es ist ein Sachfehler, und in der Bewertung fällt er genauso ins Gewicht.

Beim Neuformulieren hilft eine feste Reihenfolge: erst verstehen, dann die Quelle zuklappen, dann schreiben. Wer das umdreht, landet bei Patchwriting, also bei einem Text, in dem einzelne Wörter getauscht sind, während Satzbau und Gedankenführung weiter aus der Vorlage stammen. Die Methode dahinter beschreibt Text sauber umschreiben im Detail.

Drei Fehler, die beim Korrigieren neu entstehen

  • Der Beleg verschwindet mit der Umformulierung. Wer einen Absatz neu schreibt, löscht oft die Fußnote gleich mit. Die Aussage bleibt fremd, der Nachweis fehlt.
  • Fachbegriffe werden mit umgebaut. Ein Terminus ist kein Stilproblem. Wer ihn austauscht, ändert die Bedeutung und verliert in der fachlichen Bewertung.
  • Die Kürzung reißt Lücken. Nach dem Streichen eines Absatzes fehlt der Anschluss. Lies den Übergang laut, bevor du weitergehst.

Schritt 4: Gegenprüfen

Der letzte Schritt hat zwei Teile. Zuerst liest du jede geänderte Stelle zusammen mit dem Absatz davor und dem Absatz danach, weil beim Korrigieren fast immer Brüche im Argumentationsgang entstehen. Danach entscheidest du über den zweiten Scan.

Fünf ergänzte Fußnoten brauchen keinen neuen Durchlauf, weil sich am Text selbst nichts geändert hat. Drei neu geschriebene Kapitelabschnitte schon. Beim Umschreiben entsteht manchmal Nähe zu einer anderen Quelle, die du währenddessen offen hattest. Ein Scan kostet 0,29 € je Normseite zu 1.800 Zeichen, das Ergebnis liegt meist nach einer Viertelstunde vor. Was ein zweiter Scan nach der Korrektur typischerweise zeigt, steht dort ausführlich.

Wie lange das realistisch dauert

Rechne mit fünf bis zehn Minuten pro echtem Treffer. Der Aufwand steckt selten im Schreiben: Buch aus dem Regal holen, Seitenzahl suchen, Formulierung im Original vergleichen, Beleg setzen.

Bei einer Hausarbeit mit acht echten Fundstellen bist du an einem Nachmittag durch. Bei einer Abschlussarbeit mit dreißig kann ein voller Arbeitstag daraus werden. Plane diese Zeit ein, bevor du den Scan startest, nicht erst danach, wenn der Bericht schon im Postfach liegt und die Abgabefrist in zwei Tagen abläuft.

Was du als Nächstes tust

Öffne den Bericht und vergib zuerst nur Kategorien. Diese halbe Stunde spart dir hinterher mehrere, weil du keine Zeit an Stellen verlierst, die längst in Ordnung sind.

Danach nimmst du dir die echten Treffer der Reihe nach vor. Für die häufigsten Fälle gibt es eigene Anleitungen: Paraphrase verbessern, wenn deine Formulierung zu nah liegt, und Zitat nachträglich einfügen, wenn du wörtlich übernommen hast.

FAQ

Häufige Fragen

Nein. Ein großer Teil der Markierungen betrifft Literaturangaben, korrekt gesetzte Zitate oder feststehende Fachausdrücke. Diese Stellen bleiben unverändert. Bearbeiten musst du nur die Treffer, bei denen ein Beleg fehlt oder bei denen deine Formulierung zu eng an der Vorlage liegt. Alles andere kostet dich nur Zeit.
Bei einer Hausarbeit mit wenigen echten Treffern reichen ein bis zwei Stunden. Bei einer Abschlussarbeit mit vielen Fundstellen solltest du einen ganzen Arbeitstag einplanen. Der Aufwand steckt selten im Umschreiben, sondern im Nachschlagen der Quellen und im Prüfen von Seitenzahlen und Auflagen.
Nicht unbedingt. Wenn du fehlende Belege nachträgst und wörtliche Übernahmen als Zitat kennzeichnest, bleibt der Wortlaut gleich und die Markierung bleibt bestehen. Das ist kein Fehler, sondern der Normalfall bei sauberer Korrektur. Bewertet wird, ob eine Übernahme gekennzeichnet ist, nicht welchen Prozentwert ein Bericht am Ende ausweist.
Versuche zuerst, den Weg zurückzuverfolgen: Browserverlauf, Downloadordner, Bibliothekskonto, Literaturverwaltung. Bleibt die Quelle verschwunden, formulierst du die Aussage aus einer Quelle neu, die du wirklich vor dir hast, oder du streichst die Passage. Einen geratenen Beleg zu setzen ist der deutlich schlechtere Weg.
Bei größeren Eingriffen ja. Jeder Scan kostet 0,29 € pro Normseite und wird einzeln abgerechnet. Wenn du nur fünf Fußnoten ergänzt hast, brauchst du keinen zweiten Durchlauf. Hast du ganze Absätze neu geschrieben, zeigt dir der zweite Bericht, ob dabei neue Nähe zu anderen Quellen entstanden ist.
Wenn die Aussage dabei richtig bleibt und der Beleg stehen bleibt, ist Umformulieren normale wissenschaftliche Arbeit. Problematisch wird es, wenn das Ziel allein darin besteht, eine Markierung loszuwerden. Dann bleibt die Übernahme bestehen, nur ihre Sichtbarkeit sinkt. Bewertet wird die Übernahme, nicht die Sichtbarkeit.

Passend dazu

Schritt-für-Schritt durch Upload, Bericht und Korrektur.

AnleitungenPlagiatsbericht lesen Probleme & NotfälleFund kurz vor der Abgabe

Nach der Korrektur noch einmal prüfen lassen

Ergebnis in der Regel in 15 Minuten. Kein Abo, keine Registrierung.

Plagiat Scan 0,29 € / Normseite
Jetzt Plagiat Scan starten