Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 7 Min. Lesezeit
In drei Schritten erledigt
- Grenzen bestimmen. Vergleiche deinen Satz mit dem Original und markiere genau, wo die wörtliche Übernahme anfängt und wo sie aufhört.
- Kennzeichnen. Anführungszeichen um diesen Bereich, Kurzbeleg direkt dahinter, Eintrag im Literaturverzeichnis prüfen.
- Einbetten. Schreib einen kurzen Einleitungssatz davor, damit das Zitat nicht ohne Anschluss im Absatz steht.
Wann ein nachträgliches Zitat der richtige Weg ist
Das Zitat passt, wenn genau der Wortlaut zählt. Eine Legaldefinition, ein prägnanter Satz aus einer Theorie, eine Formulierung, an der du dich anschließend abarbeitest: In diesen Fällen wäre eine Umschreibung sogar der schlechtere Weg, weil sie die Vorlage verwischt und deine Leserin nicht mehr erkennen kann, worauf sich deine Kritik eigentlich bezieht.
Es passt nicht, wenn du eine Stelle damals nur aus Bequemlichkeit kopiert hast und der Inhalt genauso gut in deinen eigenen Worten stehen könnte. Dann ist die sinngemäße Wiedergabe die bessere Lösung, und dein Text wird obendrein besser lesbar. Für den Umbau in die andere Richtung gibt es eine eigene Anleitung unter wörtliches Zitat umwandeln.
Ein Punkt vorweg, weil er häufig missverstanden wird: Nachträgliches Zitieren ist kein Trick, mit dem eine Markierung verschwindet. Der Wortlaut bleibt erhalten, die Software erkennt ihn beim nächsten Scan wieder, und das ist völlig richtig so. Du machst die Übernahme sichtbar, nicht unsichtbar.
Genau darin liegt der Unterschied zu allem, was nach Kaschieren aussieht. Ein Zitat sagt der Leserin: Diese Wörter sind nicht meine, hier steht die Quelle, schlag nach. Wer stattdessen einzelne Vokabeln austauscht, damit die Passage im nächsten Bericht durchrutscht, hat die Übernahme nicht behoben, sondern nur schlechter auffindbar gemacht. Bewertet wird am Ende die Kennzeichnung, nicht die Farbe im Bericht.
Schritt für Schritt durch die Kennzeichnung
- Original danebenlegen. Öffne die Quelle und deinen Absatz gleichzeitig. Ohne diesen Vergleich rätst du bei der Grenzziehung.
- Anfang und Ende festlegen. Zitiert wird nur der Teil, der wirklich wörtlich übernommen ist. Wenn nur der Mittelteil deines Satzes aus der Quelle stammt, stehen die Anführungszeichen auch nur dort.
- Wortlaut prüfen. Jedes Zeichen im Zitat muss dem Original entsprechen. Auch ein vertauschtes Wort macht aus dem Zitat eine fehlerhafte Wiedergabe.
- Abweichungen markieren. Weggelassene Wörter kennzeichnest du mit drei Punkten in eckigen Klammern, eigene Zusätze ebenfalls in eckigen Klammern. Wie das im Detail aussieht, steht unter Auslassung im Zitat.
- Kurzbeleg setzen. Direkt hinter das schließende Anführungszeichen, nach den Vorgaben deines Zitierstils. Die Grundregeln stehen unter direktes Zitat.
- Verzeichnis abgleichen. Steht die Quelle schon im Literaturverzeichnis? Wenn nicht, trag sie jetzt ein, bevor du zur nächsten Stelle gehst.
- Länge prüfen. Ab etwa drei Zeilen wird aus dem eingebetteten Zitat üblicherweise ein Blockzitat mit Einrückung.
Die Seitenzahl beschaffen
Die Seitenzahl ist der Teil, an dem die meisten hängenbleiben, weil das Kopieren Monate zurückliegt. Es gibt einen zuverlässigen Weg zurück: die Volltextsuche.
Nimm aus deiner Passage eine ungewöhnliche Wortfolge von vier bis sechs Wörtern. Je seltener die Kombination, desto besser. Diese Folge suchst du in der digitalen Fassung der Quelle, im Bibliothekskatalog mit Volltextzugang oder in einer Fachdatenbank. Bei einem gedruckten Buch führt der Umweg über das Register oder das Inhaltsverzeichnis meist schneller zum Ziel als das Durchblättern.
| Quellentyp | Wo die Seitenzahl steht | Wenn es keine gibt |
|---|---|---|
| Gedrucktes Buch | direkt auf der Seite | entfällt, es gibt immer eine |
| PDF eines Aufsatzes | Originalpaginierung im Seitenkopf, nicht die PDF-Nummer | Zählung des Verlags nutzen |
| E-Book mit fließendem Layout | keine feste Seite | Kapitel und Abschnitt angeben |
| Webseite | keine Seite | Abschnittsüberschrift oder Absatznummer |
| Online-Zeitschrift ohne Paginierung | teils Artikelnummer statt Seite | Artikelnummer angeben |
| Vorlesungsfolien | Foliennummer | Foliennummer wie eine Seitenzahl behandeln |
Was dein Zitierstil in diesen Fällen genau verlangt, steht unter keine Seitenzahl vorhanden. Findest du die Quelle überhaupt nicht mehr, hilft Quelle nicht mehr auffindbar weiter.
Was dabei schiefgeht
Vier typische Fehler beim nachträglichen Zitieren
- Die Grenze sitzt zu weit außen. Wer den ganzen Satz in Anführungszeichen setzt, obwohl nur der halbe übernommen ist, gibt eigene Formulierung als fremde aus. Das ist ebenfalls falsch.
- Das Zitat steht ohne Anschluss. Ein wörtliches Zitat braucht einen einleitenden Halbsatz und danach eine eigene Einordnung. Sonst wirkt der Absatz zusammengesetzt.
- Die Seitenzahl wird geschätzt. Eine geratene Angabe ist schlimmer als gar keine, weil sie eine Nachprüfbarkeit vortäuscht, die nicht existiert.
- Die Zitatdichte kippt. Wenn nach der Korrektur jeder zweite Absatz ein Zitat enthält, ist der Anteil eigener Leistung zu klein geworden.
Wie lange das dauert
Für eine einzelne Stelle mit vorhandener Quelle brauchst du zwei bis drei Minuten. Der Zeitfresser ist die Suche nach der Seitenzahl. Rechne dafür fünf bis fünfzehn Minuten pro Fundstelle, je nachdem, ob die Quelle digital vorliegt.
Bei zehn Stellen bist du also an einem Vormittag durch, wenn die Bücher greifbar sind. Liegt eines davon in der Fernleihe, plane großzügiger. Vier Tage sind dort keine Seltenheit.
Ein Tipp aus der Praxis: Lege dir eine Liste mit Quelle, Suchbegriff und Seitenzahl an, während du arbeitest. Bei der zweiten oder dritten Stelle aus demselben Buch sparst du dir damit den kompletten Weg zurück zur Bibliothek.
Wo dieser Schritt im Ablauf steht
Nachträgliches Zitieren gehört in die Korrekturphase nach dem ersten Scan und vor die Endformatierung. Danach lohnt ein Kontrollblick auf die Zitatdichte des gesamten Kapitels, weil sich das Verhältnis von eigenem und fremdem Text durch mehrere solcher Korrekturen spürbar verschiebt.
Nach der Abgabe ist die Lage eine andere. Eine eingereichte Arbeit lässt sich nicht mehr still korrigieren, und der richtige Umgang damit steht unter Plagiat nach der Abgabe entdeckt.
Was du als Nächstes tust
Geh deinen Bericht durch und sammle alle Stellen, bei denen wörtlicher Wortlaut übernommen wurde. Sortiere sie nach Quelle, nicht nach Reihenfolge im Text. So schlägst du jedes Buch nur einmal auf.
Danach prüfst du das Verhältnis: Ein Kapitel, das zu großen Teilen aus Zitaten besteht, braucht mehr als Anführungszeichen. Ein neuer Scan für 0,29 € je Normseite zeigt dir anschließend, ob alle übernommenen Stellen jetzt gekennzeichnet sind.