Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
In drei Schritten durch die Liste
- Von oben nach unten arbeiten. Der größte Textanteil steht zuerst. Die ersten fünf Einträge entscheiden über deinen Aufwand.
- Jede Quelle einordnen. Kennst du sie aus deiner Recherche, oder siehst du sie zum ersten Mal?
- Abhaken oder markieren. Alles, was zu Verzeichnis, Zitat oder Fachsprache gehört, ist erledigt. Der Rest kommt auf deine Liste.
Wie die Liste aufgebaut ist
Jeder Eintrag verbindet drei Angaben: eine Quelle, einen Link dorthin und den Anteil deines Textes, der mit dieser Quelle übereinstimmt. Über diesen Anteil findest du zurück in dein Dokument, denn die zugehörigen Stellen sind dort farbig hinterlegt.
Die Reihenfolge ist keine Rangfolge nach Schwere. Sie ordnet nach Menge. Ganz oben kann ein Verlagsserver stehen, weil du von dort drei Seiten korrekt zitiert hast, und weiter unten die eine Webseite, aus der ein unbelegter Absatz stammt.
Ein Anteil von zwölf Prozent bei einer Quelle klingt nach viel, kann aber aus einem einzigen Blockzitat bestehen, das du mustergültig belegt hast. Zwei Prozent bei einer anderen Quelle klingen nach nichts und stammen womöglich aus einem Absatz, den du beim Kürzen versehentlich ohne Fußnote stehen gelassen hast.
Genau deshalb liest man die Liste zweimal. Beim ersten Durchgang sortierst du nach Herkunft und trennst Bekanntes von Unbekanntem, beim zweiten siehst du dir nur noch die unbekannten Quellen an und vergleichst sie mit dem, was in deinem Text an dieser Stelle steht.
So gehst du die Liste praktisch durch
Leg dir deine eigene Literaturliste daneben. Das klingt banal und spart die meiste Zeit, weil du dann in Sekunden erkennst, ob ein Fund zu einem Werk gehört, das du ohnehin verwendest.
Öffne dann die Links der obersten Einträge nacheinander in eigenen Tabs und lies dort nur den einen Absatz, um den es geht. Du musst die fremde Quelle nicht verstehen. Du musst nur sehen, ob dein Satz dort in derselben Form steht und ob du ihn von dort haben könntest.
Notiere zu jedem Eintrag ein einziges Wort: bekannt, unbekannt oder tot. Mehr Struktur brauchst du nicht. Wer stattdessen ausführliche Notizen anlegt, verbringt eine Stunde mit Buchhaltung und hat am Ende trotzdem keine Entscheidung getroffen. Nach diesem Durchgang hast du aus einer unübersichtlichen Liste eine kurze Aufgabenliste gemacht, und die Einordnung der verbleibenden Fälle steht unter echte und falsche Treffer.
Quellentypen und was sie bedeuten
| Quellentyp | Woran du ihn erkennst | Was der Treffer meist heißt |
|---|---|---|
| Verlags- oder Zeitschriftenserver | DOI, Zeitschriftenname, Bezahlschranke | du hast korrekt zitiert oder paraphrasiert |
| Hochschulrepositorium | Uni-Adresse, Abschlussarbeiten als PDF | dieselbe Literaturbasis, oft harmlos |
| Nachschlagewerk oder Lexikon | Stichwortartikel, viele Verweise | Definition prüfen, Beleg nachtragen |
| Referate- und Hausarbeitenportal | Downloadangebote, Werbung, kein Autor | fast immer Zweitverwertung, selten die Ursprungsquelle |
| Content-Farm oder Ratgeberseite | zusammengesuchte Texte, kein Impressum mit Fachbezug | prüfen, ob die Passage anderswo im Original steht |
| Forum oder Blogbeitrag | Diskussionsformat, Datumsangabe, Nutzernamen | meist irrelevant, außer der Absatz stimmt lang überein |
| Dein eigenes hochgeladenes Dokument | dein Titel, dein Name, dein Repositorium | erklärungsbedürftig, siehe eigene Fassungen |
Unbrauchbare Treffer erkennen
Diese Einträge kosten dich nur Zeit
- Treffer über zwei bis vier Wörter. Feststehende Fachwendungen tauchen in jedem Text des Fachs auf. Sie haben mit Übernahme nichts zu tun.
- Seiten, die deine eigene Quelle spiegeln. Wenn ein Portal denselben Lehrbuchabsatz zeigt, den du legitim zitierst, ist der Fund eine Kopie deiner Quelle und kein zusätzlicher Befund.
- Tote Links ohne Textprobe. Ohne erreichbares Original lässt sich nichts prüfen. Notieren, weitergehen.
- Automatisch erzeugte Sammelseiten. Sie bündeln Fremdtexte ohne eigenen Beitrag und führen dich vom Original weg statt hin.
Was du auf keinen Fall tun solltest: eine Fundstelle nur deshalb umschreiben, weil sie in der Liste steht. Ein korrekt belegtes Zitat bleibt ein korrekt belegtes Zitat, auch wenn die Software es meldet. Anfassen musst du nur die Stellen, an denen wirklich ein Nachweis fehlt oder deine Umformulierung noch die Satzarchitektur der Vorlage trägt.
Wenn dieselbe Stelle mehrfach auftaucht
Manche Passagen erscheinen bei drei oder vier Quellen gleichzeitig. Das sieht bedrohlich aus und ist es selten. In den meisten Fällen hat eine der Seiten von der anderen abgeschrieben, und deine Aufgabe besteht darin, den Anfang dieser Kette zu finden. Der Weg dorthin steht unter Mehrfachtreffer verstehen.
Für deinen Beleg zählt nur das Original. Ob eine Quelle diesen Rang beanspruchen kann, entscheidest du mit denselben Kriterien wie bei der Recherche, nachzulesen unter Quellen bewerten.
Wie viel Zeit du brauchst
Eine Hausarbeit bringt es typischerweise auf zehn bis fünfundzwanzig Einträge. Das ist in zwanzig Minuten erledigt, wenn deine Literaturliste danebenliegt. Bei einer Abschlussarbeit mit sechzig Einträgen solltest du eine Stunde ansetzen und die Liste in zwei Portionen teilen, weil die Konzentration beim Vergleichen von Fundstellen schnell nachlässt.
Der Scan selbst ist längst fertig, bevor du anfängst: Nach etwa fünfzehn Minuten liegt der Bericht bereit, und bei 0,29 € pro Normseite steckt der eigentliche Wert in dieser Stunde Lesearbeit, nicht im Kaufpreis.
Wo die Liste in deinem Ablauf steht
Die Quellenliste liest du direkt nach dem Öffnen des Berichts und vor jeder Korrektur. Sie ist die Landkarte, der markierte Text ist das Gelände.
Wer umgekehrt vorgeht und sich zuerst durch die farbigen Stellen im Fließtext kämpft, springt zwischen Kapiteln hin und her und verliert den Überblick, welcher Fund zu welcher Quelle gehört. Die Liste bündelt genau diese Information.
Was du als Nächstes tust
Arbeite die Einträge ab, die du mit unbekannt markiert hast. Jeder von ihnen führt entweder zu einer fehlenden Quellenangabe oder zu einer Passage, die neu formuliert gehört.
Findest du eine Quelle nicht mehr, hilft dir Quelle nicht mehr auffindbar beim korrekten Umgang damit. Stößt du auf einen Treffer, der auf ein Dokument von dir selbst zeigt, geht es unter ausgeschlossene Quellen weiter.