Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Wie stark sind Floskeln als Indiz?
Sie sind das schwächste sprachliche Signal nach der Typografie. Eine Floskel verrät nichts über die Herkunft eines Textes, weil dieselben Wendungen seit Jahrzehnten in Seminararbeiten stehen. Sie verrät etwas über die Aussagekraft: Wo eine Floskel steht, steht meist nichts Konkretes.
Deshalb ist diese Liste vor allem ein Überarbeitungswerkzeug. Wenn du sie benutzt, wird dein Text besser. Ob er dadurch unauffälliger wird, kann dir niemand seriös versprechen.
Warum Modelle zu genau diesen Wendungen greifen
Ein Sprachmodell wählt Wort für Wort die naheliegende Fortsetzung. Nach „Die Digitalisierung" ist „gewinnt zunehmend an Bedeutung" statistisch eine der wahrscheinlichsten Fortsetzungen überhaupt, weil sie in unzähligen Texten so steht. Das Modell trifft keine Entscheidung, es folgt der Häufigkeit.
Dazu kommt die fehlende Bindung an einen Fall. Ein Modell kennt deinen Datensatz nicht und deine Beobachtung im Praktikum auch nicht. Es kann nur allgemein bleiben, und Allgemeinheit klingt im Deutschen schnell nach Verwaltungsprosa.
Ein dritter Grund wird selten genannt: Die Anbieter trainieren ihre Modelle darauf, vorsichtig zu antworten. Vorsicht klingt sprachlich wie Abwägung, und Abwägung braucht Wendungen, die nichts festlegen. Deshalb enden so viele generierte Absätze mit einem Satz, der eine Bewertung ankündigt und dann keine liefert.
Wie das im Text aussieht
Der Unterschied ist am Absatzende am deutlichsten. Ein floskelhafter Absatz endet mit einer Wendung, die den Gedanken nicht weiterträgt: „Eine differenzierte Betrachtung ist daher notwendig." Ein konkreter Absatz endet mit etwas Prüfbarem: „Von den 42 Fragebögen kamen 29 vollständig zurück, alle aus zwei der vier Klassen."
Achte beim Lesen auf drei Stellen: den ersten Satz eines Kapitels, den letzten Satz eines Absatzes und jede Formulierung, die eine Wertung ankündigt, ohne sie zu treffen. Dort sammeln sich Floskeln.
Eine schnelle Gegenprobe: Deck den Rest des Absatzes ab und lies nur diesen einen Satz. Könnte er ohne Änderung in einer Arbeit über ein völlig anderes Thema stehen? Dann trägt er nichts. Die dahinterliegenden Satzmuster behandelt die Seite zu typischen ChatGPT-Formulierungen.
Die Liste, mit Ersatz und ehrlicher Gegenprobe
Die dritte Spalte ist der wichtigste Teil dieser Tabelle: Sie zeigt, warum keine dieser Wendungen einen Verdacht trägt.
| Floskel | Konkreter Ersatz | Kommt menschlich vor bei |
|---|---|---|
| gewinnt zunehmend an Bedeutung | Zahl, Zeitraum, Quelle nennen | Einleitungen, seit Jahrzehnten gelehrt |
| spielt eine zentrale Rolle | benennen, wofür genau | unsicherer Quellenlage |
| stellt eine große Herausforderung dar | die konkrete Schwierigkeit nennen | Praxisberichten aller Art |
| vielfältige Möglichkeiten | zwei davon aufzählen | Ausblickskapiteln |
| Es gilt zu berücksichtigen | die Einschränkung direkt schreiben | Limitationen nach Vorgabe |
| Vor diesem Hintergrund | den Bezug ausschreiben | Überleitungen im Fachtext |
| Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig | streichen, dann differenziert schreiben | Schlusssätzen unter Zeitdruck |
| im Spannungsfeld zwischen | den Konflikt in einem Satz erklären | Sozialwissenschaften als Fachjargon |
| leistet einen wesentlichen Beitrag | den Beitrag messbar machen | Förderanträgen und Abstracts |
| Insgesamt zeigt sich | das Ergebnis direkt nennen | Zwischenfazits nach Gliederungsvorgabe |
| unerlässlich | „nötig, weil …" | Empfehlungsteilen |
| Herausforderungen und Chancen | eine Seite wählen und begründen | Managementliteratur |
Kein Freibrief in beide Richtungen
Diese Liste taugt nicht als Prüfraster. Wer als Lehrkraft Floskeln zählt, misst Schreibunsicherheit, nicht KI-Nutzung. Am härtesten trifft das Menschen, die Deutsch als Fremdsprache schreiben: Sie greifen aus gutem Grund zu geprüften Bausteinen. Ihre Texte wirken dadurch maschinell, sind es aber nicht.
Was zusammen mit anderen Merkmalen entsteht
Floskeln kommen in einer Indizienkette ganz am Ende. Sie fallen zuerst auf und wiegen zuletzt. Wenn ein Text sonst nichts Auffälliges zeigt, bleibt eine Häufung von Standardwendungen genau das: ein Text im Standardregister.
Gewicht bekommt eine Kette durch Prüfbares. Eine Quellenangabe, die es nicht gibt, wiegt mehr als hundert Floskeln, weil sie sich nachschlagen lässt. Auch der Vergleich innerhalb einer Arbeit hilft: Wenn drei Kapitel derselben Person konkret und lebendig sind und eines davon durchgehend im Standardregister bleibt, ist das eine Beobachtung, die eine Nachfrage rechtfertigt. Ein Vorwurf wird daraus trotzdem nicht. Wie sich die Merkmale zueinander verhalten, ordnet die Seite zu Merkmalen von KI-Texten ein. Die Häufung von Verbindungswörtern behandelt die Seite zu Übergangswörtern.
Was du damit praktisch machst
Schreibst du selbst, dann arbeite die Liste in einem eigenen Durchgang ab, nach dem inhaltlichen Überarbeiten und vor der Formatierung. Such jede Wendung einzeln, entscheide im Satzzusammenhang und ersetz sie durch etwas, das nur für deinen Gegenstand gilt. Ergänzend hilft die Anleitung zum Füllwörter streichen.
Rechne dabei mit Widerstand gegen dich selbst. Floskeln fühlen sich beim Schreiben gut an, weil sie den Absatz rund machen. Genau deshalb lohnt der eigene Durchgang mit Abstand, am besten einen Tag später.
Korrigierst du, dann nutz die Liste als Lesehilfe für Rückmeldungen. „Dieser Absatz nennt kein Beispiel" ist ein Kommentar, der Studierenden hilft und den sie umsetzen können. „Das klingt nach KI" ist keiner: Er benennt kein Problem und lässt sich nicht bearbeiten. Was den Unterschied ausmacht, steht unter wissenschaftlicher Schreibstil.
Wie eine maschinelle Prüfung damit umgeht
Der KI Scan arbeitet nicht mit Wortlisten. Er bewertet, wie erwartbar Wortwahl und Satzverlauf über ganze Abschnitte hinweg sind, und markiert Passagen einzeln mit einem Wahrscheinlichkeitswert. Einzelne Floskeln verschieben daran wenig.
Genau deshalb ändert das Streichen von Wendungen das Ergebnis nicht zuverlässig. Warum ein sauber geschriebener Text trotzdem auffallen kann, erklärt die Seite zu Falsch-Positiven.
Preis, Ablauf und Datenschutz
Der KI Scan kostet 0,29 € pro Normseite, also je 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Willst du zusätzlich auf Plagiate prüfen, kostet der Kombi-Scan 0,39 € statt 0,58 € pro Normseite. Unterstützt werden .docx, .doc, .pdf, .txt, .odt, .rtf und .pages bis 50 MB und bis 999 Normseiten.
Dein Ergebnis liegt in der Regel nach 15 Minuten vor, in seltenen Fällen dauert es bis zu 24 Stunden. Die Verarbeitung läuft DSGVO-konform auf Servern in Deutschland, deine Datei wird nach 14 Tagen automatisch gelöscht und nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen. Ein Konto brauchst du nicht.