Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Was ein Selbstplagiat ist
Ein Selbstplagiat ist die Wiederverwendung eigener Texte oder Ergebnisse, ohne dass die frühere Verwendung erkennbar wird. Fremdes geistiges Eigentum verletzt du dabei nicht. Der Vorwurf zielt auf etwas anderes: auf den Eindruck, hier liege eine neue Leistung vor.
Genau dieser Eindruck ist der Kern. Eine Prüfungsleistung wird für den Aufwand benotet, den du in diesem Semester betreibst. Eine Publikation wird gelesen, weil sie Neues verspricht. Wer alten Text ohne Hinweis einsetzt, verschiebt beide Rechnungen zu seinen Gunsten.
Die vier Formen unterscheiden sich stark in Schwere und Kontext. Ein wiederverwendeter Methodenabsatz in einem Fachaufsatz ist etwas anderes als eine komplett zweitverwertete Bachelorarbeit.
Wie ein Selbstplagiat entsteht
Die typische Situation ist thematische Nähe. Du hast im vierten Semester über ein Thema geschrieben, das dich nicht losgelassen hat, und schreibst nun deine Abschlussarbeit im selben Feld. Der Theorieteil von damals passt fast wörtlich.
Dazu kommt ein verständliches Gefühl: Es ist dein Text. Du hast ihn geschrieben, niemand wurde bestohlen, also scheint die Wiederverwendung harmlos. Prüfungsrechtlich greift diese Logik nicht. Bewertet wird nicht das Eigentum am Text, sondern die Frage, ob du für diese Prüfung eine eigene Leistung erbracht hast.
Die vier Formen im Einzelnen
Doppelverwertung einer Prüfungsleistung
Du reichst dieselbe oder eine weitgehend identische Arbeit in zwei Kursen oder zwei Studiengängen ein. Das ist der Fall mit den härtesten Folgen, weil er direkt an der Eigenständigkeitserklärung hängt. Diese Erklärung enthält fast immer den Satz, dass die Arbeit nicht bereits in einem anderen Verfahren vorgelegen hat. Wer sie unterschreibt und es trotzdem tut, täuscht schriftlich. Mehr dazu unter Doppelt eingereicht.
Wiederveröffentlichung eines Aufsatzes
Ein bereits erschienener Beitrag wird ein zweites Mal veröffentlicht, ohne dass die Erstveröffentlichung genannt wird. Verlage und Zeitschriften stören sich daran doppelt: Es entstehen unklare Rechte am Text, und die Bibliografie eines Fachs wird aufgebläht. Ein offener Hinweis auf den Erstabdruck macht denselben Vorgang unproblematisch.
Textrecycling einzelner Passagen
Einzelne Absätze wandern aus einer früheren eigenen Arbeit in die neue. Betroffen sind meist Methodenbeschreibungen und Grundlagenkapitel, weil sie sich schlecht variieren lassen. In manchen Fächern gilt ein wiederverwendeter Methodenteil als üblich, in anderen nicht. Belegst du die frühere Arbeit als Quelle, ist die Frage erledigt.
Salamitaktik bei Publikationen
Ein Forschungsprojekt wird in möglichst viele Einzelpublikationen zerlegt, die sich stark überschneiden. Die Publikationsliste wächst, der Erkenntnisgewinn bleibt gleich. Die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis sehen darin einen eigenen Verstoß, siehe Gute wissenschaftliche Praxis.
Ein Beispiel
Wenn der Theorieteil zweimal abgegeben wird
Du hast im Bachelor eine Seminararbeit über Nutzungsmotive sozialer Medien geschrieben. Zwei Jahre später verfasst du im Master eine Hausarbeit im gleichen Feld. Das Kapitel zum Uses-and-Gratifications-Ansatz übernimmst du zu vier Fünfteln wörtlich, weil es gut war. Ein Hinweis auf die frühere Arbeit fehlt, im Literaturverzeichnis taucht sie nicht auf. Das ist Textrecycling, und weil beide Texte benotete Leistungen sind, steht der Vorwurf der Doppelverwertung im Raum.
Abgrenzung zu benachbarten Formen
Der Unterschied zum gewöhnlichen Plagiat ist die Herkunft des Textes: fremd oder eigen. Alles andere folgt daraus. Beim Fremdplagiat geht es um die Anerkennung geistiger Leistung anderer, beim Selbstplagiat um die Neuheit der eigenen.
Nicht zu verwechseln ist das Selbstplagiat mit der erlaubten Weiterarbeit. Du darfst deine Bachelorarbeit im Master vertiefen, du darfst dieselben Daten erneut auswerten, du darfst auf eigene Vorarbeiten aufbauen. Alles das braucht nur eines: einen Hinweis darauf, was schon einmal da war.
Merkmale im Vergleich
| Merkmal | Selbstplagiat | Fremdplagiat |
|---|---|---|
| Urheber des Textes | du selbst | eine andere Person |
| Verletztes Interesse | Neuheit der Leistung | geistiges Eigentum |
| Software-Trefferchance | nur bei veröffentlichtem Text | hoch bei Onlinequellen |
| Häufigster Anlass | thematische Nähe zweier Arbeiten | Zeitdruck beim Schreiben |
| Reparatur vor Abgabe | Beleg der eigenen Vorarbeit | Beleg und Umformulierung |
| Urheberrechtlich relevant | selten | oft |
Wie gut Prüfsoftware Selbstplagiate findet
Der Befund ist zweigeteilt. Ist dein früherer Text veröffentlicht, liegt er in Repositorien, auf Verlagsseiten oder in Fachdatenbanken und wird beim Abgleich gefunden wie jede andere Quelle. Dann erscheint er im Bericht, oft mit hoher Übereinstimmung.
Ist er nicht veröffentlicht, findet ihn keine Software. Deine alte Hausarbeit liegt auf deiner Festplatte und in einem Prüfungsamt, nicht im Netz. Genau deshalb tauchen Selbstplagiate häufig erst auf, wenn eine Person beide Arbeiten kennt.
Du kannst das selbst kontrollieren: Lade beide Texte nacheinander hoch und vergleiche die Berichte. Ein Plagiat Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen, ein zweiter Durchlauf also wenige Euro. Deine Dateien werden dabei nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen und nach 14 Tagen gelöscht.
Typische Bewertung
Die Doppelverwertung einer Prüfungsleistung wird als Täuschungsversuch behandelt und kann die Note 5,0, die Wiederholung oder einen Akteneintrag nach sich ziehen. Beim Textrecycling einzelner Absätze fällt die Reaktion oft milder aus, besonders wenn es um Methodenteile geht.
Im Publikationskontext greifen andere Mechanismen: Korrekturhinweise, Rückzug eines Beitrags, Beschwerden bei der Ombudsperson. Was in deinem Fall gilt, steht in deiner Prüfungs- oder Promotionsordnung. Wie ein Vorwurf abläuft, steht unter Selbstplagiat-Vorwurf.
Die Regel für die Wiederverwendung
Behandle deinen eigenen alten Text wie eine fremde Quelle. Zitierst du ihn, belegst du ihn. Baust du auf ihm auf, sagst du es im Text. Reichst du ihn erneut ein, fragst du vorher.
Mehr zur Erklärung, die du unterschreibst, findest du unter Eigenständigkeitserklärung, und alle weiteren Formen im Überblick unter alle Plagiatsarten.