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30 Seiten

Plagiatsarten

Alle Formen des Plagiats mit Beispielen und Abgrenzung.

Plagiat ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Vorgänge — von der wörtlichen Übernahme ohne Anführungszeichen bis zur unbelegten Übernahme einer Idee. Die Abgrenzung ist keine Wortklauberei: Sie entscheidet, wie schwer ein Fall wiegt und wie er sich beheben lässt.

VollplagiatEin Vollplagiat liegt vor, wenn du eine fremde Arbeit vollständig oder nahezu vollständig als deine eigene einreichst.
TeilplagiatBeim Teilplagiat übernimmst du einzelne Abschnitte aus einer fremden Arbeit, während der Rest deiner Arbeit tatsächlich von dir stammt.
IdeenplagiatEin Ideenplagiat liegt vor, wenn eine These, ein Gedanke oder eine Fragestellung von jemand anderem stammt, du sie in eigenen Worten wiederg
StrukturplagiatBeim Strukturplagiat übernimmst du Gliederung, Argumentationsgang und Quellenauswahl einer fremden Arbeit, formulierst den Text aber selbst.
ÜbersetzungsplagiatEin Übersetzungsplagiat liegt vor, wenn du fremden Text aus einer anderen Sprache überträgst und ohne Quellenangabe verwendest.
ZitatplagiatEin Zitatplagiat entsteht, wenn du ein Zitat übernimmst und die Quelle falsch, unvollständig oder überhaupt nicht angibst.
BauernopferBeim Bauernopfer-Plagiat nennst du die Quelle, verschleierst aber, wie viel du tatsächlich übernommen hast.
VerschleierungsplagiatBeim Verschleierungsplagiat wird ein fremder Text so umformuliert, dass die Übernahme nicht mehr auffällt, und der Beleg fehlt.
MosaikplagiatEin Mosaikplagiat entsteht, wenn Satzteile aus mehreren Quellen zu einem neuen Text zusammengesetzt werden und die Belege fehlen.
Shake and PasteBeim Shake and Paste werden ganze Textbausteine aus verschiedenen Quellen aneinandergereiht und leicht umgestellt, ohne dass Nachweise dabeistehen.
KryptoplagiatBeim Kryptoplagiat nutzt du die Erkenntnis einer fremden Arbeit und nennst die Quelle nicht, obwohl du sie kennst.
Formen des SelbstplagiatsEin Selbstplagiat ist die Wiederverwendung eigener Texte ohne Kennzeichnung.
GhostwritingWer eine fremd geschriebene Arbeit als eigene einreicht, begeht die schwerste Form der Täuschung im Studium.
DatenfälschungDatenfälschung heißt: Zahlen stehen in deiner Arbeit, die so nicht erhoben wurden.
BildplagiatEin Bildplagiat ist eine Abbildung ohne Quellennachweis.
CodeplagiatEin Codeplagiat ist übernommener Quellcode ohne Herkunftsangabe.
MusikplagiatEin Musikplagiat ist die Übernahme einer fremden musikalischen Schöpfung ohne Berechtigung.
DesignplagiatEin Designplagiat ist die Übernahme einer fremden Gestaltung, ohne dass die Herkunft erkennbar wird.
Patent und Plagiat„Patentplagiat" ist kein Rechtsbegriff. Dahinter stecken drei verschiedene Sachverhalte: die Patentverletzung, das ganz normale Textplagiat
PatchwritingBeim Patchwriting tauschst du einzelne Wörter eines fremden Satzes gegen Synonyme und lässt Satzbau und Gedankenführung stehen.
Copy-Paste-PlagiatEin Copy-Paste-Plagiat ist die wörtliche Übernahme fremden Textes ohne Anführungszeichen und ohne Beleg.
ParaphrasenplagiatEin Paraphrasenplagiat gibt einen fremden Gedanken sinngemäß in eigenen Worten wieder und lässt die Quellenangabe weg.
QuellenplagiatBeim Quellenplagiat steht unter der Passage eine Quellenangabe, die nicht die tatsächlich benutzte Vorlage nennt.
FußnotenplagiatBeim Fußnotenplagiat übernimmst du den Belegapparat einer fremden Arbeit, ohne die dort genannten Quellen selbst gelesen zu haben.
Plagiat vs. UrheberrechtEin Plagiat ist ein Verstoß gegen die Redlichkeitsregeln der Wissenschaft, eine Urheberrechtsverletzung ein Verstoß gegen das Zivilrecht.
Plagiat vs. ZitatEin Zitat wird zum Plagiat, sobald der Beleg fehlt oder nicht mehr trägt.
Plagiat vs. InspirationSich von fremden Arbeiten anregen zu lassen, ist keine Schwäche, sondern die Arbeitsweise der Wissenschaft schlechthin.
Plagiat vs. AllgemeinwissenGemeinwissen eines Fachs braucht keinen Beleg, alles andere schon.
Plagiat vs. DoppelverwertungEin Plagiat betrifft fremden Text, den du als eigenen ausgibst.
Alle PlagiatsartenPlagiat ist ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Formen der Übernahme.

Die Unterscheidung, auf die es ankommt

Ein Vollplagiat und ein vergessener Beleg sehen im Prüfbericht ähnlich aus, werden aber völlig unterschiedlich bewertet. Der Unterschied liegt in Umfang und Erkennbarkeit einer Absicht: Eine übersehene Quelle in einem sonst sauber belegten Text ist ein Mangel, ein durchgehend übernommenes Kapitel ist eine Täuschung.

Dazwischen liegen die Formen, die in der Praxis am häufigsten sind: Mosaikplagiat, Übersetzungsplagiat, Strukturplagiat und das Selbstplagiat, bei dem eigene frühere Texte ohne Kennzeichnung wiederverwendet werden.

Was kein Plagiat ist

Allgemeinwissen, etablierte Fachbegriffe, Standardformulierungen und zwangsläufige Übereinstimmungen bei Methodenbeschreibungen brauchen keinen Beleg. Auch die Übernahme einer Idee, die man unabhängig entwickelt hat, ist kein Plagiat — nur oft schwer zu belegen. Diese Grenzen zu kennen erspart unnötige Belegflut, die eine Arbeit unlesbar macht.

Sicher in die Abgabe gehen

Prüfe deine Arbeit, bevor es jemand anderes tut. Ergebnis in der Regel in 15 Minuten.