Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Deine nächsten drei Schritte
- Öffne die Fundstelle. Klick im Bericht auf die verlinkte Quelle und sieh nach, was dort steht. In den meisten Fällen erkennst du deine eigene Formulierung sofort wieder.
- Kläre, ob der Text schon einmal bewertet wurde. War die frühere Fassung eine benotete Prüfungsleistung, ist die Lage anders, als wenn sie ein Blogtext oder ein Entwurf war.
- Schließe die Quelle aus und rechne neu. Ist es zweifelsfrei dein Text und keine eingereichte Leistung, nimm die Fundstelle aus der Wertung. Der Prozentwert sinkt entsprechend.
Warum dein eigener Text im Bericht auftaucht
Plagiatssoftware vergleicht Zeichenfolgen. Sie fragt nicht, wer etwas geschrieben hat, sondern nur, ob dieselbe Wortfolge schon irgendwo online steht.
Sobald eine Fassung deines Textes im offenen Netz liegt, wird sie zur Quelle wie jede andere Website. Vier Wege sind besonders häufig. Erstens die frühere Veröffentlichung: ein Tagungsbeitrag, ein Preprint, ein Artikel in einer Fachzeitschrift mit offenem Zugang. Zweitens die Cloud-Fassung, wenn ein Ordner in Google Drive, Dropbox oder OneDrive auf „jeder mit dem Link" steht und Suchmaschinen ihn erfassen. Drittens die alte Hausarbeit, die in einem Uni-Repositorium oder auf einer Sammelplattform für Studienarbeiten gelandet ist. Viertens die Vorabversion, die du zur Kontrolle bei einem anderen Anbieter hochgeladen hast, dessen Dienst geprüfte Texte in den eigenen Vergleichsbestand übernimmt.
Der vierte Fall überrascht die meisten. Er ist deshalb wichtig, weil er sich nachträglich kaum rückgängig machen lässt. Wie du solche Fundstellen im Bericht auseinanderhältst, steht unter Plagiatsbericht lesen.
Wann das unkritisch ist und wann nicht
Die entscheidende Frage lautet nicht „ist es mein Text", sondern „wurde dieser Text schon einmal als Leistung angerechnet".
Unkritisch ist der Treffer, wenn deine frühere Fassung nie benotet wurde. Ein Blogbeitrag, ein Werkstattpapier, ein Konferenzabstract ohne Prüfungsbezug, eine Vorversion derselben Arbeit: Das alles ist dein Material, und du darfst daraus schöpfen. Auch ein Preprint deiner eigenen Dissertation, den du später als Buch veröffentlichst, ist ein normaler Vorgang der Wissenschaft.
Kritisch wird es an zwei Stellen. Wenn die frühere Fassung eine eingereichte und bewertete Arbeit war, steht die Frage der Doppelverwertung im Raum. Und wenn deine frühere Publikation bei einem Verlag liegt, kann sie Rechte gebunden haben, die dich beim wörtlichen Wiederabdruck einschränken.
Autorschaft und Anrechnung sind zwei Fragen
Dass du etwas geschrieben hast, klärt nur die Urheberschaft. Ob dieselbe Arbeit zweimal Credits bringen darf, ist eine prüfungsrechtliche Frage, die deine Prüfungsordnung beantwortet. Beides wird oft verwechselt und führt zu unnötiger Panik.
Fundstelle, Bewertung, nächster Schritt
| Woher der Treffer stammt | Wie das einzuordnen ist | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Eigener Blog, eigene Website | unkritisch | Quelle im Bericht ausschließen |
| Preprint oder eigene Publikation | unkritisch, aber belegen | eigene Arbeit regulär zitieren |
| Offen freigegebene Cloud-Datei | unkritisch | Freigabe auf privat stellen, Quelle ausschließen |
| Frühere benotete Hausarbeit | Grenzfall, hängt an der Ordnung | vor der Abgabe mit der Betreuung klären |
| Vorabscan bei anderem Anbieter | unkritisch für die Bewertung | Quelle ausschließen, Fundstelle notieren |
| Text stammt doch nicht von dir | echter Treffer | Beleg setzen oder neu formulieren |
So korrigierst du die betroffenen Stellen
- Fundstelle einzeln prüfen. Öffne jeden markierten Abschnitt und vergleiche ihn mit der verlinkten Quelle. Manchmal steckt zwischen eigenen Sätzen doch eine fremde Passage.
- Quelle ausschließen oder Beleg setzen. Ist es dein Text und keine bewertete Vorleistung, nimm die Quelle aus der Wertung. Übernimmst du Passagen aus deiner eigenen Publikation, setz eine ganz normale Quellenangabe.
- Cloud-Freigaben zurückziehen. Prüfe, ob ein Ordner öffentlich steht, und stell ihn auf privat. Das verhindert weitere Treffer bei künftigen Scans.
- Frühere Arbeit ins Literaturverzeichnis. Titel, Semester, Hochschule, gegebenenfalls Fundort. So ist die Herkunft dokumentiert.
- Eigenständigkeitserklärung abgleichen. Sieh nach, was deine Eigenständigkeitserklärung zu Vorarbeiten sagt. Manche Formulare fragen ausdrücklich danach.
Wie du den Bericht danach gegenprüfst
Nach dem Ausschluss zeigt der Bericht einen neuen Wert. Sieh dir die Quellenliste an, nicht nur die Zahl: Unter Quellenliste im Bericht steht, wie viel Text auf welche Fundstelle entfällt.
Hast du Passagen umgeschrieben, lohnt ein zweiter Scan nach der Korrektur. Er kostet wieder 0,29 € pro Normseite und zeigt dir schwarz auf weiß, ob die geänderten Stellen jetzt sauber sind. Achte dabei auf neue Treffer, die vorher nicht da waren. Wer beim Umformulieren in eine andere Quelle rutscht, merkt das sonst nicht.
Was das für deine Abgabe bedeutet
In den allermeisten Fällen: nichts. Ein Treffer auf deinen eigenen, nie eingereichten Text ändert weder deine Note noch deine Abgabe.
Anders sieht es aus, wenn eine benotete Vorleistung dahintersteckt. Dann gehört die Sache vor der Abgabe auf den Tisch, nicht danach. Eine kurze Mail an die Betreuung mit Angabe der Vorarbeit reicht meist aus, und du hast eine schriftliche Antwort in der Hand. Wie du das formulierst, steht unter Kommunikation mit dem Betreuer.
Wenn du den Bericht ohnehin zeigst, erklär den ausgeschlossenen Treffer kurz. Ein Satz genügt und wirkt souveräner als ein unkommentierter Wert.
Ein Sonderfall betrifft kumulative Dissertationen und Arbeiten mit Publikationsvorlauf. Dort ist die Überschneidung mit eigenen Veröffentlichungen eingeplant und in der Promotionsordnung geregelt. Der Bericht zeigt dann hohe Werte, die niemanden beunruhigen müssen, solange die Eigenanteile korrekt ausgewiesen sind. Trotzdem gilt auch hier: Nachfragen ist einfacher als nachträglich erklären.
So vermeidest du das beim nächsten Mal
Halte deine eigenen Texte auffindbar, aber sortiert. Eine kurze Liste mit allen abgegebenen und veröffentlichten Arbeiten, jeweils mit Semester und Fragestellung, spart dir jede spätere Suche.
Stell Cloud-Ordner mit Rohfassungen auf privat. Prüfe vor dem Upload bei fremden Anbietern, was mit deiner Datei geschieht: Manche Dienste nehmen geprüfte Arbeiten in ihren Vergleichsbestand auf. Beim Plagiat Scan geschieht das nicht, deine Datei wird nach 14 Tagen gelöscht und nie zur Quelle für andere.