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Publikationsethik · Handlung · PUB-09

Preprint und Journal-Einreichung transparent verbinden

Direktantwort: Prüfe vor dem Preprint-Upload die Regel des Zieljournals und die Rechte aller Inhalte. Vergib DOI oder dauerhafte Kennung, kennzeichne die Fassung als nicht begutachteten Preprint und nenne sie bei der Journal-Einreichung im Manuskript und Anschreiben. Nach Annahme verlinkst du Preprint und veröffentlichte Version, ohne die Verlagsfassung hochzuladen, falls Rechte das untersagen. Wesentliche Änderungen und Rücknahmen müssen am Preprint sichtbar bleiben.

Versions- und Disclosure-CheckQuellenstand 4. September 2026

Ein Preprint ist öffentlich, aber noch nicht die Version of Record

Ein Preprint macht ein Manuskript vor formaler Begutachtung zugänglich. Er kann Priorität, Austausch und frühe Kritik unterstützen. Seine Öffentlichkeit verlangt zugleich klare Versionierung. Lesende müssen erkennen, dass fachliche Prüfung und redaktionelle Entscheidung noch ausstehen und spätere Fassungen abweichen können.

Preprintserver, Journale und Fachgebiete verwenden unterschiedliche Regeln. Manche Journale akzeptieren einschlägige Preprints ausdrücklich; andere begrenzen Server, Zeitpunkt oder Medienkommunikation. Verlasse dich nicht auf eine allgemeine Annahme. Sichere die zum Uploadzeitpunkt geltende Richtlinie des Zieljournals und kläre Sonderfälle mit der Redaktion. Halte die Antwort fest.

Vor dem Upload Einwilligung, Daten und Rechte prüfen

Alle Autorinnen und Autoren sollten der konkreten Preprintfassung, Reihenfolge, Lizenz und Veröffentlichung zustimmen. Kontrolliere vertrauliche Daten, identifizierbare Personen, Embargos, Patentanmeldungen und Vereinbarungen mit Kooperationspartnern. Ein öffentlicher Upload kann nicht zuverlässig „zurückgeholt“ werden, selbst wenn der Server später eine Rücknahme kennzeichnet.

Prüfe Abbildungen, Tabellen, Kartenausschnitte und Fragebögen. Eine Nutzungserlaubnis für ein Journal deckt nicht automatisch einen öffentlichen Preprintserver ab. Nenne Förderungen und Interessenkonflikte nach den einschlägigen Regeln. Dokumentiere genau, welche Datei hochgeladen wurde. Notiere auch Lizenzwahl, Serverversion und Zustimmung aller Beteiligten im Versionsregister.

Authority Asset: Versions- und Disclosure-Check

Kontrollblatt für Preprint und Journalfassung
PrüfschrittPreprintJournal-EinreichungNach Veröffentlichung
IdentitätTitel, Autoren, Datum, DOI/IDManuskript-ID, Titel, AutorenArtikel-DOI und Version of Record
Statushinweisnicht begutachtet, Version/DatumPreprint im Anschreiben genanntakzeptiert/veröffentlicht verlinkt
RichtlinieZieljournal und Server zulässig?aktuelle Regel erneut geprüftArchivierungsfassung zulässig?
RechteLizenz aller Inhalte geklärtÜbertragung/Vertrag geprüftkeine unzulässige Verlags-PDF
ÄnderungenAusgangsfassung eingefrorenwesentliche Differenzen notiertHinweis oder neue Preprintversion
Verknüpfungdauerhafte Kennung gesichertPreprint zitiert/verlinktreziproke Links soweit möglich

Speichere den ausgefüllten Check mit Preprintdatei, Journalrichtlinie und Einreichungsbeleg. So bleibt die Entscheidung auch nach Websiteänderungen nachvollziehbar.

Den Preprint bei der Einreichung ausdrücklich nennen

Folge dem Formular des Journals und beantworte Fragen zu Vorveröffentlichungen vollständig. Im Anschreiben nennst du Server, dauerhafte Kennung, Uploaddatum und Beziehung zum Manuskript. Wenn sich Autorenliste, Analyse oder Kernaussage geändert haben, beschreibe dies knapp. Stelle die frühere Fassung bereit, statt darauf zu hoffen, dass die Redaktion sie nicht findet.

Im Manuskript kann ein Zitat oder Datenverfügbarkeitshinweis erforderlich sein. Nutze die vom Server empfohlene Zitierform und kennzeichne den Versionsstatus. Bei Doppelblindverfahren befolgst du die konkrete Anonymisierungsanweisung; eigenmächtiges Verbergen kann mit Offenlegungspflichten kollidieren, weshalb die Redaktion die richtige Anlaufstelle ist.

Ein Preprint und das eingereichte Manuskript sind normalerweise Versionen eines Werkes, keine zwei unabhängigen Originalpublikationen. Werden Ergebnisse auf mehrere Beiträge verteilt, prüft die Matrix zu Salami Slicing deren Eigenständigkeit. Bei wiederverwendeten Textteilen hilft der Abschnittstyp-Check zu Text Recycling.

Nach Annahme die dauerhafte Verbindung pflegen

Sobald ein Artikel angenommen oder veröffentlicht ist, ergänze am Preprint einen Link zur Version of Record und den korrekten Status, soweit der Server dies unterstützt. Lade nicht automatisch das Verlags-PDF hoch. Vertrag und Journalpolicy bestimmen, ob Accepted Manuscript, Preprint oder eine andere Fassung archiviert werden darf.

Wesentliche Korrekturen zwischen den Fassungen gehören in einen Versionshinweis. Kleinere redaktionelle Änderungen müssen nicht zeilenweise protokolliert werden, aber Unterschiede bei Daten, Analysen oder Schlussfolgerungen dürfen Lesende nicht täuschen. Nutze dauerhafte Kennungen, weil bloße Journal-URLs später wechseln können.

Wenn der Journalartikel korrigiert oder zurückgezogen wird, aktualisiere den Preprintkontext. Ein Preprint sollte nicht unverändert als scheinbar gültige Alternative weiterlaufen, wenn zentrale Befunde nicht mehr tragfähig sind. Server bieten dafür Versionierungs-, Kommentar- oder Rücknahmehinweise; lösche die Historie nicht still.

Typische Fehler durch eine eindeutige Fassungskette vermeiden

  • Preprint hochladen, ohne Zustimmung aller Autorinnen und Autoren.
  • Journalpolicy erst nach öffentlicher Verbreitung prüfen.
  • Rechte an Drittmaterial mit eigenen Textrechten verwechseln.
  • Den Preprint im Einreichungsformular verschweigen.
  • Journal- und Preprintfassung ohne Statusangabe parallel verbreiten.
  • Die Verlags-PDF trotz abweichender Archivierungsrechte hochladen.
  • Rücknahme oder wesentliche Korrektur nicht am Preprint vermerken.

Der Hub Publikationsethik bündelt weitere Versions- und Offenlegungsfragen. Genau eine Grundlage führt in den Wissensbereich wissenschaftliches Arbeiten. Entscheidend ist eine lesbare Kette: Preprint-ID, eingereichte Fassung, Manuskript-ID, akzeptierte Fassung und Version of Record.

Kontrolliere außerdem Zitationsdatenbanken und Autorenprofile, sobald die Journalfassung indexiert ist. Falsch zusammengeführte Titel oder fehlende Versionslinks können zwei Zählungen nahelegen oder den Preprint als aktuellste Fassung erscheinen lassen. Dokumentiere Korrekturanfragen an Server, Journal und Metadatendienst getrennt. Verändere den wissenschaftlichen Inhalt nicht nur zur technischen Bereinigung eines Profils. Bei neuen Preprintversionen bleiben Datum, Änderungsnotiz und frühere Kennung erhalten, damit Zitate weiterhin auflösbar sind.

Eine kurze Offenlegungsvorlage

„Eine frühere Fassung dieses Manuskripts wurde am [Datum] unter [DOI/URL] als Preprint veröffentlicht. Das eingereichte Manuskript [nennt wesentliche Änderungen oder: enthält keine Änderung der zentralen Analyse]. Alle Autoren haben der Einreichung zugestimmt.“ Passe den Satz an tatsächliche Fakten und Journalvorgaben an; übernimm ihn nicht als pauschale Zusicherung.

Im internen Versionsregister notierst du Dateiname, Prüfsumme, Status, Datum, verantwortliche Person und Ziel. Dadurch bleibt klar, welche Fassung geprüft, hochgeladen oder angenommen wurde. Ein Screenshot allein genügt nicht, wenn Datei und Kennung nicht zugeordnet sind.

Offizielle und institutionelle Grundlagen

  1. ICMJE: Preprints and Journals – Pflichten für Autoren, Journale und Zitierende.
  2. COPE: Preprints – institutioneller Diskussionsrahmen zu Chancen, Risiken und redaktioneller Praxis.
  3. Crossref: Relationships between research objects – offizielle Metadatenbeziehungen zwischen Versionen und Forschungsobjekten.

Quellenstand: 4. September 2026.