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PlagiatScanner.de
Quellenkritik · QUE-15

KI-erfundene Quellen und falsche DOIs erkennen

Übernimm keine Literaturangabe aus einem KI-Text, ohne jeden Bestandteil selbst zu verifizieren. Löse den DOI über doi.org auf, vergleiche Titel, Autorinnen, Jahr, Journal und Seiten mit Crossref oder dem zuständigen Register, öffne die offizielle Publikationsseite und prüfe den Volltext. Ein existierender DOI kann zu einem völlig anderen Artikel führen. Findest du nur ähnliche Treffer, behandle die Angabe als nicht belegt und ersetze sie durch eine Quelle, die du tatsächlich gelesen hast.

Sechs-Punkte-VerifikationsketteStand: 4. September 2026

Plausible Form ist kein Existenznachweis

Erfundene Angaben wirken oft überzeugend: bekannte Nachnamen, ein passender Zeitschriftentitel, realistische Bandnummern und ein DOI-ähnlicher String. Sprachmodelle können Muster fortsetzen, ohne einen Datensatz abzurufen. Auch Menschen kombinieren versehentlich Angaben aus mehreren Treffern. Behandle deshalb jede nicht selbst exportierte Referenz als ungeprüften Hinweis.

Warnzeichen sind ein Titel, der nirgends exakt erscheint, wechselnde Initialen, unpassende Jahrgänge, ungültige Seitenbereiche oder ein DOI, der auf ein anderes Werk führt. Keines allein beweist KI-Nutzung. Die Aufgabe ist nicht, den Entstehungsweg zu erraten, sondern die bibliografische und inhaltliche Richtigkeit zu prüfen.

Einen DOI technisch und semantisch auflösen

Ein DOI beginnt typischerweise mit 10. und wird über https://doi.org/ aufgelöst. Kopiere ihn ohne nachlaufende Satzzeichen. Eine Fehlermeldung kann auf Tippfehler, noch nicht registrierte Metadaten oder eine Erfindung hinweisen. Ein erfolgreicher Aufruf beweist lediglich, dass der Identifier registriert ist.

Vergleiche das Ziel mit der behaupteten Quelle. Stimmen Titel, Autorinnen, Jahr und Publikationsort nicht, ist der Beleg falsch zugeordnet. Ändere nicht eigenmächtig einzelne Ziffern, bis irgendein passender Artikel erscheint. Suche stattdessen Titel und Personen unabhängig und dokumentiere die Korrektur.

Mehrere Identitätsmerkmale müssen zusammenpassen

Prüfe Crossref-Metadaten oder das fachlich zuständige Register, dann Verlags- oder Repositoriumsseite. Normalisierte Schreibweisen und Online-vor-Print-Daten können legitime Unterschiede erklären. Ein anderer Titel, andere Autorenschaft oder andere Studie nicht. Erfasse beide Fassungen, bevor du entscheidest.

Öffne den Volltext oder eine autorisierte Fassung und suche die konkrete Aussage. Ein echter Artikel kann das behauptete Ergebnis nicht enthalten oder sogar widersprechen. Abstract und Suchsnippet reichen nicht für Details zu Methode, Tabelle oder Seite. Prüfe außerdem Korrektur, Retraction und Version.

Authority Asset: Sechs-Punkte-Verifikationskette

  1. String bereinigen: DOI, ISBN oder URL exakt übernehmen und Satzzeichen entfernen.
  2. Identifier auflösen: DOI über doi.org beziehungsweise Kennung im zuständigen Katalog öffnen.
  3. Metadaten abgleichen: Titel, alle Autorinnen, Jahr, Publikation, Band und Seiten vergleichen.
  4. Originalseite prüfen: Verlag, Repositorium oder Bibliotheksdatensatz öffnen und Statushinweise lesen.
  5. Volltext verifizieren: die konkrete Aussage, Methode und Fundstelle in der gelesenen Fassung kontrollieren.
  6. Beleg protokollieren: Export, Zugangsdatum, Version und Verwendung in der eigenen Arbeit speichern.

Das Ergebnis erhält einen Status: verifiziert, korrigiert, nicht auffindbar oder falsch zugeordnet. Nur verifiziert und nachvollziehbar korrigiert dürfen in die endgültige Literaturliste.

Eine falsche Angabe nicht still passend machen

Wenn Titel und DOI verschiedene Werke bezeichnen, ermittle zuerst, welches Werk die Aussage tatsächlich trägt. Vielleicht ist der Titel korrekt und der Identifier falsch; vielleicht existiert nur ein thematisch ähnlicher Artikel. Lies den gefundenen Text, bevor du ihn einsetzt. Ein Ersatz allein wegen ähnlicher Stichwörter ist keine Quellenprüfung.

Führe im Arbeitsprotokoll alte Angabe, Fehlerart, neue Quelle und betroffene Textstellen. Suche im gesamten Manuskript und Literaturmanager nach Kurzbelegen. Korrigiere auch Aussagen, die aus der erfundenen Zusammenfassung stammen. Ist kein Beleg auffindbar, entferne oder kennzeichne die Behauptung statt einen Scheinbeleg zu konstruieren.

KI als Suchhilfe nur mit klarer Evidenzgrenze

Bitte ein Sprachmodell nicht um fertige Belege, die anschließend ungeprüft importiert werden. Nutze es höchstens für Suchbegriffe oder Fragen, die du in Bibliothekskatalogen und Fachdatenbanken eigenständig verfolgst. Fordere keine vermeintlich exakten Seitenzahlen aus nicht bereitgestellten Dokumenten. Die eigentliche Evidenz kommt aus dem verifizierten Datensatz und Volltext.

Exportiere Referenzen direkt aus DOI-Register, Bibliothekskatalog oder Fachdatenbank in den Literaturmanager und kontrolliere sie dennoch. Automatische Importe können Großschreibung, Ausgabe oder Autorennamen fehlerhaft abbilden. Für die Grundbewertung hilft wissenschaftliche Quellen erkennen.

Die gesamte Literaturliste risikobasiert auditieren

Priorisiere Quellen, die aus KI-Ausgaben, fremden Notizen oder unklaren Sammelimporten stammen. Prüfe danach zentrale Belege, direkte Zitate und ungewöhnlich perfekte Treffer. Markiere jede Referenz mit Herkunft und Verifikationsdatum. Eine zufällige Stichprobe der übrigen Liste kann systematische Importfehler zeigen.

Vergleiche In-Text-Zitate und Verzeichnis: Jede verwendete Quelle muss vorhanden, jede gelistete Quelle tatsächlich verwendet sein, soweit der Stil dies fordert. Seitenangaben werden am Volltext geprüft. Ein Plagiatsscan erkennt nicht zuverlässig, ob ein DOI bibliografisch erfunden ist; dafür ist die Register- und Volltextprüfung nötig.

Offizielle Quellen

  1. DOI Foundation: What is a DOI? – offizieller Aufbau und Zweck persistenter Identifier.
  2. Crossref Metadata Search – Suche und Abgleich registrierter Publikationsmetadaten.
  3. PubMed – offizieller Suchdienst der US National Library of Medicine für biomedizinische Literatur.

Verifikationsstatus im Literaturmanager erhalten

Lege ein benutzerdefiniertes Feld oder Schlagwort für „ungeprüft“, „Metadaten geprüft“, „Volltext gelesen“ und „Aussage verifiziert“ an. Speichere den DOI in normalisierter Form und hinterlege den tatsächlichen Volltextstand. Dubletten werden nicht allein nach Titel zusammengeführt, weil Korrekturen, Preprints und Journalfassungen unterschiedliche Objekte sein können. Prüfe vor dem Zusammenführen Autorenschaft, Jahr und Identifier.

Bei Teamarbeiten erhält jede Quelle eine verantwortliche prüfende Person und ein Datum. Eine zweite Person kontrolliert zentrale direkte Zitate und besonders überraschende Zahlen. Änderungen am Beleg werden im gemeinsamen Protokoll erläutert, damit eine falsche Fassung nicht aus einem alten Dokument zurückkehrt. Literaturdateien aus fremden Systemen importierst du zunächst in eine Prüfgruppe, nicht direkt in die freigegebene Bibliothek.

Gefälschte Zeitschriftenseiten als zusätzliche Fehlerquelle

Ein scheinbar passender Volltext kann auf einer nachgeahmten Verlagsdomain liegen. Vergleiche Domain, ISSN, Impressum und DOI-Ziel mit dem offiziellen Zeitschrifteneintrag. Lade keine Zugangsdaten über Links aus verdächtigen Nachrichten. Bei Unsicherheit öffnest du DOI, Bibliothekskatalog und Verlag unabhängig. Dokumentiere nur überprüfbare Abweichungen; eine schlechte Websitegestaltung allein beweist keine Fälschung.