Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 7 Min. Lesezeit
So kennzeichnest du eine ChatGPT-Ausgabe
Kurzformel: OpenAI (Jahr): ChatGPT, Modellversion. Ausgabe vom TT.MM.JJJJ auf den Prompt „…", Prompt und Ausgabe in Anhang X.
Vier Bausteine also: Anbieter, Werkzeug samt Version, Datum der Ausgabe, Fundstelle im Anhang. Ein Beispiel: OpenAI (2026): ChatGPT, Version vom Februar 2026. Ausgabe vom 03.02.2026 auf den Prompt „Nenne Gliederungsvorschläge für eine Arbeit über Radverkehr", Anhang C.
Beachte, was in dieser Formel fehlt: ein Autor und ein Titel. Genau daran liegt es, dass eine Modellausgabe keine gewöhnliche Quelle ist. Der Anbieter steht an der Autorenstelle, weil sonst niemand dort stehen könnte. Und statt einer Seitenzahl verweist du auf deinen eigenen Anhang, weil es keine öffentliche Fundstelle gibt.
Welche Angaben du brauchst und wo du sie findest
Sammle die Angaben im Moment der Nutzung. Später sind sie nicht rekonstruierbar, weil dieselbe Eingabe eine andere Ausgabe erzeugen kann.
- Anbieter: die Firma hinter dem Werkzeug, hier OpenAI. Bei anderen Assistenten steht dort ein anderer Name.
- Werkzeug und Version: die Modellbezeichnung, sofern die Oberfläche sie anzeigt. Wenn nicht, notierst du Datum und Zugangsweg.
- Datum der Ausgabe: Tag, an dem du die Antwort erhalten hast.
- Prompt im Wortlaut: die Eingabe, unverändert kopiert, inklusive Folgefragen.
- Was du damit gemacht hast: übernommen, umgeschrieben, verworfen. Diese Spalte ist für Prüfende die interessanteste.
Lege dir dafür beim Schreiben eine kleine Tabelle an. Zwei Minuten pro Sitzung reichen. Wer erst am Ende rekonstruiert, findet oft nur noch Bruchstücke, weil Chatverläufe umbenannt, gelöscht oder über mehrere Geräte verteilt sind. Wie du die Dokumentation später einordnest, steht unter Anhang strukturieren.
Kurzbeleg im Text, Eintrag im Verzeichnis
Der Kurzbeleg steht direkt an der Stelle, an der die Nutzung stattgefunden hat, und bleibt knapp: (ChatGPT, OpenAI, 03.02.2026). In der Deutschen Zitierweise rutscht die Angabe in die Fußnote.
Der Verzeichniseintrag landet meist woanders als bei normalen Quellen. Viele Vorgaben verlangen ein eigenes Hilfsmittelverzeichnis, in dem Werkzeuge, Einsatzzweck und Umfang stehen. Das ist logisch: Ein Literaturverzeichnis listet Gelesenes, ein Hilfsmittelverzeichnis Benutztes. Einige Stile sehen daneben einen Eintrag im Literaturverzeichnis vor. Beides gleichzeitig ist unüblich. Wie du das Verzeichnis aufbaust, zeigt Literaturverzeichnis erstellen.
ChatGPT im Beleg: APA, Harvard und Deutsche Zitierweise
| Zitierstil | Kurzbeleg im Text | Eintrag im Verzeichnis |
|---|---|---|
| APA | (OpenAI, 2026) | OpenAI. (2026). ChatGPT (Version vom Februar 2026) [Großes Sprachmodell]. Prompt und Ausgabe in Anhang C. |
| Harvard | (OpenAI 2026) | OpenAI (2026) ChatGPT, Modellversion Februar 2026, Ausgabe vom 03.02.2026, Prompt und Ausgabe in Anhang C. |
| Deutsche Zitierweise | Fußnote: ChatGPT (OpenAI), Ausgabe vom 03.02.2026, Anhang C. | OpenAI: ChatGPT, Modellversion Februar 2026, Ausgabe vom 03.02.2026, Prompt und Ausgabe in Anhang C. |
Die Tabelle zeigt die Form, nicht die Erlaubnis. Ob du so kennzeichnen darfst oder ob dein Fachbereich ein eigenes Formular vorsieht, steht in deinen Vorgaben. Auffällig ist, wie ähnlich sich die drei Stile hier sind: Weil ein Werkzeug beschrieben wird, bleibt wenig Spielraum für stiltypische Feinheiten.
Die Sonderfälle
Vier Situationen, die regelmäßig schieflaufen
- Die KI nennt eine Quelle. Dann zitierst du die Quelle erst, nachdem du sie selbst gefunden und gelesen hast. Warum Modelle Literaturangaben erfinden, erklärt die Seite zu erfundenen Quellen als Indiz.
- Wörtliche Übernahme aus der Ausgabe. Setze sie in Anführungszeichen und kennzeichne sie. Ein unmarkierter Modelltext im Fließtext ist der Fall, den Prüfungsämter am strengsten behandeln.
- Mehrere Werkzeuge. Jedes bekommt eine eigene Zeile im Hilfsmittelverzeichnis. Eine Sammelangabe wie „KI-Tools" genügt nicht.
- Nur zur Ideensammlung genutzt. Auch das gehört ins Verzeichnis, wenn deine Vorgaben es verlangen. Der Eintrag beschreibt dann den Zweck, nicht einen Textbeitrag.
Die drei häufigsten Fehler
Die Ausgabe wird als Beleg benutzt. „Laut ChatGPT liegt der Anteil bei 40 Prozent" ist kein Nachweis, sondern eine unbelegte Zahl mit einem Namen davor. Die Angabe wirkt sogar schlechter als gar keine, weil sie zeigt, dass keine Prüfung stattgefunden hat.
Der Prompt fehlt. Ohne die Eingabe ist die Angabe leer. Prüfende sehen dann nur, dass etwas benutzt wurde, aber nicht wofür und in welchem Umfang. Genau diese beiden Punkte entscheiden aber, ob die Nutzung im Rahmen lag.
Die Eigenständigkeitserklärung passt nicht zur Angabe. Wer im Anhang KI-Nutzung dokumentiert, im Formular aber alles verneint, erzeugt einen Widerspruch im eigenen Dokument. Lies die Erklärung deshalb noch einmal, nachdem dein Hilfsmittelverzeichnis steht.
Warum eine Modellausgabe keine wissenschaftliche Quelle ist
Wissenschaftliche Belege müssen zwei Bedingungen erfüllen. Sie müssen auffindbar sein, damit jemand nachschlagen kann. Und sie müssen stabil sein, damit dort morgen dasselbe steht wie heute.
Eine ChatGPT-Ausgabe erfüllt beides nicht. Sie existiert nur in deinem Chatverlauf, und dieselbe Frage kann am nächsten Tag eine andere Antwort erzeugen. Dazu kommt: Ein Sprachmodell gibt wahrscheinliche Wortfolgen aus, keine geprüften Fakten. Es kann Namen, Jahreszahlen und ganze Studien erfinden, ohne das anzuzeigen.
Daraus folgt eine einfache Arbeitsregel. Nutze das Werkzeug für Struktur, Formulierungsvarianten und Rückfragen an deinen eigenen Text. Belege deine Aussagen mit Literatur, die du gelesen hast. Wie Hochschulen den Rahmen dafür setzen, ordnet der Beitrag zu KI-Regelungen an Universitäten ein.
Was ein Scan bei KI-Passagen sichtbar macht
Ein KI-Scan schätzt, wie wahrscheinlich Abschnitte deines Textes maschinell erzeugt wurden. Er liefert keinen Beweis, sondern eine Auffälligkeitskarte. Für dich ist das trotzdem nützlich: Du siehst vor der Abgabe, welche Stellen später Rückfragen auslösen könnten.
Typisch sind Passagen, die du schnell übernommen und nur oberflächlich geglättet hast. Gleichmäßige Satzlängen, glatte Übergänge und Aussagen ohne Beleg fallen dort zusammen auf. Diese Absätze schreibst du dann mit eigenen Belegen neu. Anleitung dazu unter KI-Passagen überarbeiten.
Ein zweiter Effekt ist praktischer Natur. Wer den eigenen Text nach einem Scan Absatz für Absatz durchgeht, merkt schnell, an welchen Stellen die eigene Argumentation dünn ist. Die auffälligen Passagen sind fast immer die, in denen du am wenigsten selbst gedacht hast.
Der KI Scan kostet 0,29 € pro Normseite zu 1.800 Zeichen. Zusammen mit der Plagiatsprüfung zahlst du 0,39 € statt 0,58 € pro Normseite, was sich lohnt, weil beide Fragen bei KI-Nutzung ohnehin zusammengehören.