Fußnoten

Die deutsche Zitierweise mit Fußnoten

Die deutsche Zitierweise arbeitet mit Fußnoten. Beim ersten Mal steht die Quelle vollständig unten auf der Seite, bei jeder Wiederholung nur noch als Kurzbeleg, und folgt sie direkt auf sich selbst, genügt „ebd.". Diese Seite zeigt alle drei Formen.

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 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  6 Min. Lesezeit

Das Schema der deutschen Zitierweise in einer Zeile

**Erste Fußnote: Tobias Müller: Lernkulturen im Wandel, München 2021, S. 45. Jede Wiederholung: Müller: Lernkulturen, S. 47. Direkt danach dieselbe Quelle: Ebd., S. 48.**

Die deutsche Zitierweise heißt auch klassische oder vollständige Zitierweise. Der Beleg wandert aus dem Fließtext in die Fußnote, im Text steht nur eine hochgestellte Ziffer. Dadurch bleibt der Satz lesbar, und du kannst unten zusätzlich eine kurze Bemerkung unterbringen.

Ein Literaturverzeichnis ersetzt das nicht. Es steht am Ende und listet alle verwendeten Werke alphabetisch.

Der Kurzbeleg in der Fußnote

Ab der zweiten Nennung derselben Quelle reicht die Kurzform: Nachname, Kurztitel, Seitenzahl. Der Kurztitel besteht aus zwei bis drei Wörtern des Haupttitels und bleibt in der ganzen Arbeit gleich.

  • Sinngemäße Übernahme: Vgl. Müller: Lernkulturen, S. 47.
  • Wörtliches Zitat: Müller: Lernkulturen, S. 45.
  • Dieselbe Quelle wie in der Fußnote davor: Ebd., S. 48.
  • Genau dieselbe Stelle wie davor: Ebd.
  • Mehrere Quellen zu einer Aussage: Vgl. Müller: Lernkulturen, S. 47; Weber: Prüfungsangst, S. 58.

„Ebd." spart Platz, ist aber die häufigste Fehlerquelle. Es bezieht sich ausschließlich auf die unmittelbar vorangehende Fußnote. Schiebst du später einen Absatz um, zeigt der Verweis plötzlich auf etwas anderes. Wann die Abkürzung trägt und wann nicht, steht unter vgl. richtig verwenden.

Der Vollbeleg und das Literaturverzeichnis

Die erste Fußnote zu einer Quelle enthält alle Angaben. Der Aufbau folgt einer festen Reihenfolge.

  1. Autor: Vorname und Nachname, in der Fußnote meist in dieser Reihenfolge.
  2. Titel und Untertitel des Werks.
  3. Erscheinungsangaben: Ort und Jahr, je nach Vorgabe auch der Verlag.
  4. Seitenzahl der konkreten Fundstelle, bei Aufsätzen zusätzlich „hier S. …".

Im Literaturverzeichnis dreht sich der Name um: Müller, Tobias: Lernkulturen im Wandel, München 2021. Die Seitenzahl der Fundstelle entfällt dort, bei Aufsätzen steht stattdessen der gesamte Seitenbereich. Wie du die Liste sortierst, steht unter Literaturverzeichnis erstellen.

Beispiele nach Quellenart

Die Beispiele zeigen eine im deutschsprachigen Raum verbreitete Form. Verlangt dein Institut den Verlag oder eine andere Zeichensetzung, gilt diese Vorgabe.

Quellenart Kurzbeleg bei Wiederholung Vollbeleg in der ersten Fußnote
Buch Müller: Lernkulturen, S. 47. Tobias Müller: Lernkulturen im Wandel, München 2021, S. 45.
Beitrag im Sammelband Schmidt: Feedback, S. 114. Anna Schmidt: Feedback in Seminaren, in: Kim Weber (Hrsg.): Lehre gestalten, Berlin 2020, S. 105–124, hier S. 112.
Zeitschriftenartikel Weber: Prüfungsangst, S. 60. Kim Weber: Prüfungsangst und Vorbereitung, in: Zeitschrift für Lernpsychologie 14 (2022), H. 2, S. 51–68, hier S. 58.
Website Yilmaz: Lernstrategien. Deniz Yilmaz: Lernstrategien im Vergleich, Portal Lernwege, https://beispiel.example/lernwege (Abruf: 14.03.2023).
Hochschulschrift Kowalski: Selbstreguliertes Lernen, S. 90. Marek Kowalski: Selbstreguliertes Lernen in Onlinekursen, Diss. Universität Nordstadt 2019, S. 87.

Die Sonderfälle der deutschen Zitierweise

Mehrere Autoren. Zwei oder drei Namen nennst du vollständig, getrennt durch Schrägstrich oder Komma. Ab vier Namen kürzt du auf den ersten Namen und „u.a." beziehungsweise „et al.", je nach Vorgabe.

Kein Datum. Fehlt das Erscheinungsjahr, steht „o.J." an dessen Stelle. Fehlt der Ort, schreibst du „o.O.". Fehlt beides, kommt „o.O.u.J." in den Beleg.

Sekundärzitat. Zitierst du eine Stelle, die du nur bei jemand anderem gefunden hast, machst du das sichtbar: Kim Weber: Lernwege, Hamburg 1998, S. 12, zitiert nach: Tobias Müller: Lernkulturen im Wandel, München 2021, S. 45. Mehr dazu unter Sekundärzitat.

Gleicher Autor mehrfach. Zitierst du zwei Werke derselben Person, unterscheidet der Kurztitel sie. Genau dafür ist er da. Bei zwei fast gleichlautenden Titeln ergänzt du das Erscheinungsjahr im Kurzbeleg.

Die drei häufigsten Fehler mit Fußnoten

Wo Fußnoten reihenweise kippen

  • „Ebd." zeigt ins Leere. Zwischen Fußnote 14 und 16 ist eine andere Quelle gerutscht, „ebd." in 16 meint jetzt die falsche. Prüfe jede Ebd.-Kette nach dem letzten Umbau.
  • „Vgl." vor dem wörtlichen Zitat. Anführungszeichen und „vgl." schließen sich aus. Entweder du zitierst wörtlich, oder du verweist.
  • Kurzbeleg ohne vorherigen Vollbeleg. Beim Umstellen von Kapiteln wandert die erste Nennung nach hinten. Dann steht der Kurztitel vor seiner Auflösung.

Alle drei Fehler entstehen nicht beim Schreiben, sondern beim Überarbeiten. Geh die Fußnoten deshalb ganz am Ende noch einmal von 1 an durch.

In welchen Fächern die deutsche Zitierweise gilt

Verbreitet ist sie in den Geisteswissenschaften, besonders in Geschichte, Germanistik, Theologie und Kunstgeschichte. In der Rechtswissenschaft ist die Fußnote ohnehin Standard, dort mit eigenen Zusatzregeln für Gesetze und Urteile.

Woran erkennst du, was verlangt wird? Sieh auf dem Aufgabenblatt nach, dann im Merkblatt des Lehrstuhls und in der Formatvorlage deines Instituts. Findest du dort nichts, frag deine Betreuung, bevor du 80 Fußnoten gesetzt hast. Ein Überblick über die Alternativen steht unter Zitierstile im Vergleich.

Wie ein Plagiatsscan Zitierfehler sichtbar macht

Fußnoten erzeugen ein besonderes Risiko: Der Beleg steht räumlich weit von der Textstelle entfernt. Beim Kürzen bleibt der Absatz stehen, die Fußnote verschwindet, und beim Lesen fällt das kaum auf.

Ein Scan vergleicht deinen Text mit über 70 Milliarden Quellen und markiert Passagen, die anderswo fast wortgleich stehen. Du siehst dann sofort, zu welcher markierten Stelle keine Ziffer gehört. Dass Fußnoten selbst Treffer erzeugen, ist normal, denn Titelangaben müssen mit dem Original übereinstimmen.

Ein Durchlauf kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen, das Ergebnis liegt in der Regel nach 15 Minuten vor. Der Kombi-Scan mit KI-Prüfung kostet 0,39 € statt 0,58 € pro Normseite.

FAQ

Häufige Fragen

Du setzt eine hochgestellte Ziffer hinter die übernommene Stelle. Unten auf der Seite steht dazu die Fußnote. Beim ersten Mal nennst du die Quelle vollständig, danach nur noch verkürzt mit Nachname, Kurztitel und Seitenzahl. Ein Literaturverzeichnis am Ende brauchst du trotzdem.
Nur wenn sich die Fußnote auf genau dieselbe Quelle bezieht wie die unmittelbar davorstehende. Liegt eine andere Fußnote dazwischen, ist „ebd." falsch. Bei einer anderen Seite derselben Quelle schreibst du „Ebd., S. 47." Manche Leitfäden verbieten „ebd." am Anfang einer neuen Seite.
Vor sinngemäßen Übernahmen, also bei Paraphrasen und Zusammenfassungen. Beim wörtlichen Zitat steht kein „vgl.", weil du dort nicht auf etwas verweist, sondern es abschreibst. Diese Unterscheidung ist eine der wenigen Regeln, bei denen sich fast alle Leitfäden einig sind.
Bezieht sich der Beleg auf den ganzen Satz, steht die Ziffer hinter dem Schlusspunkt. Bezieht er sich nur auf ein einzelnes Wort oder ein wörtliches Zitat, steht sie direkt dahinter, vor dem Satzzeichen. Die Fußnote selbst beginnt groß und endet mit einem Punkt.
Ja. Die Fußnoten belegen einzelne Stellen, das Verzeichnis listet alle verwendeten Werke alphabetisch auf. Beides gehört zusammen. Im Verzeichnis stehen die vollständigen Angaben ohne Seitenzahl der Fundstelle, dafür bei Aufsätzen mit dem gesamten Seitenbereich.
Beides ist korrekt, die Wahl hängt vom Fach ab. Fußnoten halten den Fließtext frei und erlauben Zusatzbemerkungen, kosten aber Platz unten auf der Seite. Autor-Jahr liest sich schneller. Entscheidend ist nicht dein Geschmack, sondern die Vorgabe deines Lehrstuhls.

Passend dazu

Zitierstile, Quellenarten und Sonderfälle korrekt belegen.

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