Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Kurzregel: was „et al." leistet
„Et al." ersetzt im Fließtext die Namen ab einer bestimmten Stelle in der Autorenliste. Statt fünf Nachnamen steht dann der erste plus die Abkürzung.
Zwei Dinge gelten immer, unabhängig vom Stil. Erstens: Nur der erste Name bleibt stehen, und zwar der, der in der Quelle zuerst genannt ist. Zweitens: Im Literaturverzeichnis stehen die Namen wieder vollständig, weil das Verzeichnis dem Auffinden dient.
Ab wie vielen Namen du kürzen darfst, ist dagegen Stilsache.
Ein Beispiel macht es greifbar. Eine Studie von Dahms, Rautenberg und Sipos wird im Text zu „Dahms et al. (2021)". Im Verzeichnis stehen alle drei Namen, damit deine Leserin die Quelle in einem Katalog findet.
Die Schreibweise: ein Punkt, nicht zwei
„Et" ist ein vollständiges lateinisches Wort und braucht keinen Punkt. „Al." ist die Abkürzung von „alii" und braucht einen. Richtig ist also „et al.", falsch sind „et. al.", „et. al." und „et al" ohne Punkt.
Zwischen Name und Abkürzung steht in Autor-Jahr-Systemen meist ein Komma nicht vor, sondern nach der Kurzform: (Dahms et al., 2021, S. 5). In deutschsprachigen Arbeiten begegnet dir außerdem „u. a." für „und andere". Beide Formen sind gebräuchlich, mischen darfst du sie nicht.
Der Punkt am Ende von „al." fällt mit einem Satzschlusspunkt zusammen. Zwei Punkte hintereinander gibt es nicht.
Ab wie vielen Namen? Das hängt vom Stil ab
Hier gehen die Regelwerke auseinander, und genau daraus entstehen die meisten Fehler.
APA in der siebten Auflage kürzt ab drei Autorinnen oder Autoren, und zwar schon bei der ersten Nennung im Text. Bei zwei Namen werden immer beide genannt. Ältere Auflagen verlangten beim ersten Mal noch die vollständige Liste, deshalb kursieren beide Varianten in Vorlagen.
Harvard ist kein einheitliches Regelwerk, sondern eine Familie von Varianten. Manche Hochschulen kürzen ab drei Namen, andere ab vier. In der deutschen Zitierweise mit Fußnoten legt in der Regel das Institut fest, ab wann „u. a." oder „et al." erscheint.
Daraus folgt eine unbequeme Wahrheit: Ohne einen Blick in das Merkblatt deines Lehrstuhls lässt sich die Frage nicht beantworten. Welche Stile es überhaupt gibt, ordnet die Übersicht zum Zitierstil auswählen ein.
Ein Beleg in sechs Situationen
Die Quelle im Beispiel hat drei Verfasserinnen: Katrin Dahms, Levke Rautenberg und Milan Sipos, erschienen 2021.
| Situation | So sieht es aus |
|---|---|
| Zwei Namen, Autor-Jahr | (Dahms & Rautenberg, 2021, S. 5) |
| Drei Namen, Autor-Jahr nach APA 7 | (Dahms et al., 2021, S. 5) |
| Im Satz genannt | Dahms et al. (2021) kommen zu einem anderen Ergebnis. |
| Fußnote, deutsche Zitierweise | Vgl. Dahms u. a. 2021, S. 5. |
| Literaturverzeichnis | Dahms, K., Rautenberg, L., & Sipos, M. (2021). … |
| Falsch geschrieben | (Dahms et. al 2021) |
Im Text kürzen, im Verzeichnis ausschreiben
Diese Trennung ist der zweite große Stolperstein. Im Fließtext geht es um Lesbarkeit, im Verzeichnis um Auffindbarkeit. Deshalb steht dort die vollständige Liste, in der Reihenfolge der Quelle.
Nur bei sehr großen Autorenteams setzen einige Stile eine Höchstzahl und kürzen darüber hinaus. Wie dein Stil das löst, steht im Regelwerk; der Aufbau eines Verzeichnisses insgesamt ist unter Literaturverzeichnis erstellen beschrieben.
Zur Kursivsetzung: Die meisten heutigen Vorgaben setzen „et al." aufrecht statt kursiv, weil die Abkürzung im Deutschen wie im Englischen als eingebürgert gilt. Einzelne ältere Merkblätter verlangen Kursivsatz. Beides ist vertretbar, gemischt ist es falsch.
Sonderfälle
Zwei Quellen mit derselben Erstautorin und demselben Jahr können nach der Kürzung identisch aussehen. Dann nennst du so viele Namen, bis der Unterschied sichtbar wird. Wie sich der verwandte Fall gleicher Jahre lösen lässt, steht unter gleicher Autor, gleiches Jahr.
Bei Institutionen als Herausgeber gibt es kein „et al.". Eine Behörde oder ein Verband ist eine Körperschaft, keine Personenliste. Dort kürzt du höchstens den Namen selbst ab, und auch das nur, wenn die Abkürzung eingeführt wurde.
Bei Werken ohne benannte Verfasser tritt der Titel an die Stelle des Namens. Auch hier hat die Abkürzung nichts zu suchen.
Und bei Herausgeberwerken zählt, wen du tatsächlich zitierst. Beziehst du dich auf einen einzelnen Beitrag, sind dessen Verfasser die Autoren, nicht das Herausgeberteam des Bandes. Die Kürzung folgt dann der Namensliste des Beitrags.
Die häufigsten Fehler
Was in Gutachten regelmäßig angestrichen wird
- „et. al." mit falschem Punkt. Der auffälligste Fehler, weil er sich durch die ganze Arbeit zieht.
- „et al." schon bei zwei Namen. Bei zwei Verfassern werden beide genannt, ausnahmslos.
- Gekürzte Liste im Literaturverzeichnis. Dort gehören alle Namen hin.
- Uneinheitliche Grenze. In Kapitel 2 wird ab drei Namen gekürzt, in Kapitel 4 ab vier.
- Vertauschte Reihenfolge. Wer die Namen alphabetisch sortiert, verändert die Aussage der Quelle.
So prüfst du deine Belege durch
- Kläre die Grenze deines Stils, bevor du schreibst, und notiere sie sichtbar über deinem Dokument.
- Suche im fertigen Text nach „et" und sieh dir jeden Treffer einzeln an. Das dauert wenige Minuten.
- Gleiche jeden gekürzten Beleg mit dem passenden Eintrag im Verzeichnis ab.
- Prüfe die Kursivsetzung einmal global, nicht Stelle für Stelle.
Wenn du mit vielen Quellen arbeitest, hilft eine Verwaltungssoftware bei der Einheitlichkeit. Sie ersetzt die Kontrolle nicht, wie die Seite zu mehreren Autoren an Beispielen zeigt.
Was ein Plagiatsscan mit Autorenlisten zu tun hat
Ein Scan prüft keine Formalien. Er vergleicht deinen Text mit über 70 Milliarden Quellen und zeigt, welche Passagen mit welcher Fundstelle übereinstimmen.
Für Autorenangaben ist das trotzdem nützlich. Der Bericht nennt zu jedem Treffer die gefundene Quelle samt Verfassern. Wenn dein Beleg an dieser Stelle einen anderen Namen trägt, hast du entweder die falsche Quelle angegeben oder aus zweiter Hand zitiert, ohne es kenntlich zu machen. Beides fällt sonst erst dem Zweitgutachter auf. Ein Durchlauf kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen; das Ergebnis liegt meist nach 15 Minuten vor.