Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Die Kurzformel für IEEE
**Im Text: Aussage [1]. Im Verzeichnis: [1] A. Berger, Signalverarbeitung in eingebetteten Systemen, 2. Aufl. München: Technik-Verlag, 2021.**
IEEE kennt keine Autor-Jahr-Klammer. Jede Quelle bekommt bei ihrer ersten Nennung eine laufende Nummer, und diese Nummer bleibt bis zum Schluss ihre Adresse. Das Verzeichnis am Ende ist deshalb nicht alphabetisch sortiert, sondern in der Reihenfolge, in der du die Quellen benutzt hast.
Der Effekt zeigt sich beim Lesen. Der Fließtext bleibt frei von Namen und Jahreszahlen, was in einer Arbeit mit vielen Messreihen und Normverweisen spürbar Platz spart.
Der Kurzbeleg im Text
Die Nummer steht in eckigen Klammern genau dort, wo die fremde Information auftaucht. Bezieht sie sich auf den ganzen Satz, setzt du sie vor den Punkt.
- Sinngemäße Übernahme: Der Regler reagiert im Millisekundenbereich [3].
- Wörtliches Zitat mit Seite: „Die Latenz bleibt unter fünf Millisekunden" [3, S. 41].
- Mehrere Quellen einzeln: Drei Untersuchungen zeigen dasselbe Muster [2], [5], [9].
- Zusammenhängender Bereich: Die Messreihen decken sich [4]-[7].
Du kannst die Nummer auch in den Satz einbauen: „Berger [3] beschreibt ein alternatives Verfahren." Der Name steht dann im Text, die Nummer direkt dahinter. Diese Form lohnt sich, wenn du eine Quelle inhaltlich einordnest, statt sie nur zu belegen.
Eine Quelle behält ihre Nummer. Das zweite Auftreten bekommt also keine neue Zahl, sondern wieder [3]. Genau darin unterscheidet sich IEEE von Fußnotensystemen, in denen jede Erwähnung eine eigene Fußnote erzeugt. Wie sich die Systeme sonst voneinander abheben, zeigt der Überblick über die Zitierstile.
Der Vollbeleg im Verzeichnis
Das Verzeichnis ist numerisch sortiert: [1] oben, danach [2], dann [3]. In deutschsprachigen Arbeiten heißt es meist Literaturverzeichnis, in englischsprachigen References.
Ein Eintrag beginnt mit den Initialen, erst danach folgt der Nachname. Das ist umgekehrt zur deutschen Gewohnheit und die erste Stelle, an der Vorlagen gern durcheinandergeraten. Aufsatztitel stehen in Anführungszeichen, übergeordnete Werke wie Bücher, Zeitschriften und Tagungsbände kursiv. Danach folgen Band, Nummer, Seiten und Jahr. Lange Verfasserlisten kürzt IEEE ab; ab welcher Zahl et al. greift, steht in der Vorlage deines Instituts.
Diese Quellenarten brauchst du am häufigsten
| Quellenart | Kurzbeleg | Vollbeleg im Verzeichnis |
|---|---|---|
| Buch | [1] | [1] A. Berger, Signalverarbeitung in eingebetteten Systemen, 2. Aufl. München: Technik-Verlag, 2021. |
| Zeitschriftenaufsatz | [2, S. 88] | [2] L. Hoffmann und T. Reiser, „Adaptive Filter für Sensordaten", Zeitschrift für Messtechnik, Bd. 14, Nr. 3, S. 84–95, 2023. |
| Konferenzbeitrag | [3] | [3] M. Sandvoß, „Fehlertoleranz in verteilten Steuerungen", in Tagungsband Automatisierungstechnik, Dresden, 2022, S. 210–217. |
| Norm | [4] | [4] Titel der Norm, Normbezeichnung mit Ausgabestand, herausgebende Organisation, Jahr. |
| Technischer Bericht | [5] | [5] K. Adler, „Verschleißverhalten von Wälzlagern", Institut für Antriebstechnik, Bericht Nr. 07-2024, 2024. |
| Website | [6] | [6] Fachverband Messtechnik, „Kalibrierung im Feld", Fachportal, URL, Zugriff am 12.03.2026. |
Normen, Berichte und Datenblätter
Normen sind in technischen Arbeiten der häufigste Sonderfall. Sie haben keine Person als Verfasser, deshalb rückt der Titel nach vorn und die Normbezeichnung übernimmt die Rolle des Autors. Entscheidend ist der Ausgabestand: Eine Fassung von 2016 und ihre Überarbeitung von 2023 sind zwei verschiedene Quellen. Schreibe das Ausgabejahr also immer mit. Wie ein solcher Eintrag im Detail aussieht, steht unter DIN-Norm zitieren.
Technische Berichte behandelst du wie Bücher, nur steht die Institution an der Stelle des Verlags. Die Berichtsnummer gehört dazu, weil Titel innerhalb einer Reihe oft mehrfach vorkommen.
Datenblätter und Herstellerdokumente zitierst du mit Hersteller, Bauteilbezeichnung, Dokumentnummer und Stand. Sie zählen zur grauen Literatur: nachvollziehbar, aber nicht begutachtet. Wenn deine Argumentation daran hängt, suche zusätzlich eine geprüfte Quelle.
Die häufigsten Fehler bei IEEE
Wo es bei nummerischen Belegen am häufigsten hakt
- Nachträglich eingefügte Quellen. Kommt in Kapitel 2 eine Quelle dazu, verschiebt sich jede Nummer dahinter. Von Hand übersiehst du dabei fast sicher eine Stelle.
- Alphabetisch sortiertes Verzeichnis. IEEE sortiert numerisch. Eine alphabetische Liste passt nicht mehr zu den Nummern im Text.
- Zwei Nummern für dieselbe Quelle. Das passiert, wenn du dieselbe Arbeit einmal als PDF und einmal über die Verlagsseite aufnimmst.
- Fehlende Seitenangabe beim wörtlichen Zitat. Die reine Nummer verweist auf das ganze Werk, nicht auf die konkrete Stelle.
- Nummern ohne Gegenstück. Im Text steht [12], im Verzeichnis endet die Liste bei [11].
Der letzte Punkt fällt beim Korrekturlesen kaum auf, bei der Bewertung dagegen sofort. Zähle vor der Abgabe die höchste Nummer im Text und vergleiche sie mit der letzten Zeile deines Verzeichnisses.
Wo IEEE verlangt wird und woran du das erkennst
IEEE ist in der Elektrotechnik, der Informatik und in weiten Teilen des Ingenieurwesens der Standard. Maschinenbau, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen arbeiten ebenfalls häufig damit, besonders an Instituten mit englischsprachiger Publikationspraxis.
Ob der Stil für dich gilt, steht selten an einer einzigen Stelle. Sieh in dieser Reihenfolge nach:
- Das Merkblatt des Lehrstuhls zur wissenschaftlichen Arbeit.
- Das Modulhandbuch oder die Formalia im Seminarplan.
- Die Word- oder LaTeX-Vorlage, die dein Institut bereitstellt.
- Eine kurze Rückfrage bei der Betreuung, falls die ersten drei Punkte nichts hergeben.
Wenn tatsächlich nichts vorgegeben ist, hilft die Entscheidungshilfe unter Zitierstil auswählen. Wichtiger als die Wahl bleibt, dass du einen Stil konsequent durchhältst.
Was ein Plagiatsscan an Zitierfehlern sichtbar macht
Ein Plagiatsscan prüft keine Formatierung. Er findet Textstellen, die mit fremden Quellen übereinstimmen, und genau dort stecken die Zitierfehler, die in der Bewertung zählen. Eine Passage, deren Nummer beim Kürzen verloren ging, erscheint im Bericht als unbelegte Übereinstimmung.
In technischen Arbeiten sind zwei Muster typisch. Erstens Definitionen aus Normen, die als Allgemeinwissen durchgehen sollen. Zweitens Beschreibungen von Versuchsaufbauten, die aus einer Vorgängerarbeit stammen und nie belegt wurden. Beide Fälle markiert der Bericht mit der Fundstelle.
Der Plagiat Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Eine Bachelorarbeit im Ingenieurwesen bleibt damit im einstelligen Eurobereich. Was du mit den Treffern anfängst, steht unter Zitierfehler vermeiden.