Sammelband

Einen Beitrag aus einem Sammelband zitieren

Beim Sammelband steht nicht der Herausgeber vorn, sondern die Person, die den einzelnen Beitrag geschrieben hat. Der Herausgeber rutscht hinter das Wort „In:". Ganz am Ende folgt der Seitenbereich des Beitrags im Band.

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 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  6 Min. Lesezeit

Die Kurzformel für den Beitrag im Sammelband

Beitragsautor (Jahr): Titel des Beitrags. In: Herausgeber (Hrsg.): Titel des Sammelbands. Ort: Verlag, S. 45–67.

Ein Sammelband ist ein Buch aus einzelnen Aufsätzen verschiedener Personen. Die Herausgeber haben das Buch geplant, Themen verteilt und die Texte redigiert. Geschrieben haben sie deinen Aufsatz nicht.

Deshalb gilt: Du zitierst nie „den Sammelband". Du zitierst einen Beitrag darin. Der Band ist nur die Adresse, unter der dieser Beitrag zu finden ist.

Woran du einen Sammelband erkennst: Auf dem Titelblatt steht „(Hrsg.)" hinter dem Namen, und im Inhaltsverzeichnis trägt jedes Kapitel einen eigenen Autorennamen. Bei englischsprachigen Bänden heißt es „(Ed.)" für eine Person und „(Eds.)" für mehrere.

Welche Angaben du brauchst und wo sie stehen

Sechs Bausteine, alle auf zwei Seiten des Buchs zu finden.

  • Beitragsautor und Beitragstitel stehen auf der ersten Seite des Aufsatzes, direkt über dem Text.
  • Herausgeber, Bandtitel, Verlag und Ort stehen auf dem Titelblatt und im Impressum.
  • Das Jahr nimmst du vom Sammelband, nicht vom Beitrag.
  • Der Seitenbereich ist die erste und die letzte Seite des Aufsatzes. Du findest ihn im Inhaltsverzeichnis.
  • Die Auflage gehört dazu, sobald es mehr als eine gibt.

Steht kein Verlagsort im Impressum, schreibst du „o. O." für ohne Ort. Fehlt das Jahr, schreibst du „o. J.". Beides ist bei Verlagspublikationen selten und meistens ein Hinweis darauf, dass du auf der falschen Seite nachgesehen hast.

Bibliothekskataloge liefern dir fast immer nur die Daten des ganzen Bandes. Beitragsautor, Beitragstitel und Seitenbereich musst du selbst ergänzen. Genau an dieser Stelle entstehen die meisten Fehler.

Kurzbeleg im Text, Vollbeleg im Verzeichnis

Im Text nennst du nur den Beitragsautor. Also (Reinhardt 2023: 51), nicht (Volkmer 2023: 51), auch wenn das Buch unter Volkmers Namen im Regal steht.

Die Seitenzahl im Kurzbeleg ist die Seite, auf der deine Aussage tatsächlich steht. Der Seitenbereich im Literaturverzeichnis umfasst den kompletten Beitrag. Beide Zahlen bedeuten etwas anderes und ersetzen sich nie gegenseitig.

Im Verzeichnis sortierst du nach dem Nachnamen des Beitragsautors. Zitierst du drei Aufsätze aus demselben Band, entstehen drei getrennte Einträge.

Wiederholst du denselben Beitrag unmittelbar danach, greift je nach Stil „ebd." oder eine verkürzte Fußnote. In den Autor-Jahr-Systemen setzt du den Kurzbeleg einfach noch einmal.

Die drei Stile nebeneinander

Zitierstil Kurzbeleg im Text Vollbeleg im Literaturverzeichnis
APA 7 (Reinhardt, 2023, S. 51) Reinhardt, L. (2023). Motivation im Team. In M. Volkmer (Hrsg.), Führung in kleinen Betrieben (S. 45–67). Nordhang.
Harvard (Reinhardt 2023: 51) Reinhardt, Lea (2023): Motivation im Team. In: Volkmer, Mark (Hrsg.): Führung in kleinen Betrieben. Kiel: Nordhang, S. 45–67.
Deutsche Zitierweise Fußnote: Vgl. Reinhardt: Motivation im Team, S. 51. Reinhardt, Lea: Motivation im Team, in: Volkmer, Mark (Hrsg.), Führung in kleinen Betrieben, Kiel 2023, S. 45–67.

Welcher Stil bei dir gilt, steht im Merkblatt deines Instituts oder in der Handreichung zur Arbeit. Darfst du frei wählen, hilft dir der Zitierstil-Vergleich bei der Entscheidung. Die Unterschiede wirken kleinlich, folgen aber einem System: APA arbeitet mit Kommas und Klammern, Harvard mit Doppelpunkten, die deutsche Zitierweise verlagert den ganzen Beleg in die Fußnote.

Sonderfälle beim Sammelband

Wenn die Standardformel nicht passt

  • Herausgeber ist zugleich Beitragsautor: Der Name steht dann zweimal, vorn und nach „In:". Das wirkt seltsam, ist aber korrekt.
  • Vier oder mehr Herausgeber: Erste Person nennen, Rest abkürzen. Die Grenze regelt dein Stil, siehe et al. Regeln.
  • Tagungsband: Wie ein Sammelband behandeln und Ort sowie Datum der Tagung ergänzen.
  • Handbuch- oder Lexikonartikel: Gleiche Struktur, zusätzlich das Stichwort nennen.
  • Reihe: Reihentitel und Bandnummer folgen hinter dem Bandtitel.

Bei E-Books ohne feste Seitenzählung ersetzt du die Seitenzahl durch Kapitel oder Abschnitt. Wie das sauber aussieht, steht unter keine Seitenzahl vorhanden.

Die drei häufigsten Fehler

  1. Der Herausgeber steht vorn. Der Klassiker. Dein Beleg zeigt auf eine Person, die den zitierten Satz nie geschrieben hat. Im Verzeichnis landet der Eintrag unter dem falschen Buchstaben, und die Verbindung zum Kurzbeleg im Text bricht.
  2. Das Wort „In:" fehlt. Ohne dieses Signal verschmelzen Beitragstitel und Bandtitel optisch zu einem einzigen Werk. Prüfende lesen dann einen Buchtitel, den es so nicht gibt, und finden die Quelle nicht.
  3. Der Seitenbereich fehlt. Häufig, weil er beim Kopieren aus dem Katalog nicht mitkommt. Trage die Seiten aus dem Buch nach, nicht aus dem Gedächtnis. In vielen Bewertungsrastern gilt ein Beleg ohne Seitenbereich als unvollständige Quellenangabe.

Wann ein Sammelband eine gute Quelle ist

Beiträge in wissenschaftlichen Sammelbänden sind meist zitierfähig. Sie erscheinen in einem Verlag, haben eine ISBN und bleiben dauerhaft auffindbar. Sammelbände bündeln außerdem oft den aktuellen Diskussionsstand zu einem eng gefassten Thema.

Die Qualitätssicherung ist trotzdem schwächer als bei einer begutachteten Fachzeitschrift. Über die Aufnahme entscheidet häufig der Herausgeber allein, ein externes Gutachten gibt es nicht immer. Sieh dir deshalb an, wer den Band verantwortet und ob der Beitrag selbst Belege führt. Ein Aufsatz ganz ohne Literaturverzeichnis ist ein Essay, kein Forschungsbeitrag. Systematisch beurteilst du das mit den Kriterien unter Quellen bewerten. Liegt zum selben Thema ein begutachteter Zeitschriftenartikel vor, zitierst du besser diesen.

Was ein Plagiatsscan bei Sammelband-Belegen zeigt

Ein Scan prüft keine Zitierregeln. Er vergleicht deinen Text mit über 70 Milliarden Quellen und markiert Übereinstimmungen. Genau das hilft dir hier: Taucht ein Absatz aus einem Sammelband-Beitrag als Treffer auf, ohne dass in deinem Text daneben ein Beleg steht, hast du die Quelle vergessen oder zu weit vom Satz entfernt gesetzt.

Auffällig werden auch Passagen, die du als Paraphrase gemeint hast, die aber noch dem Original folgen. Der Plagiat Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Der Bericht nennt zu jedem Treffer die gefundene Quelle. Stimmt sie mit dem Sammelband überein, den du angegeben hast, ist alles in Ordnung. Zeigt sie auf einen ganz anderen Text, hast du vermutlich aus zweiter Hand zitiert, ohne es zu kennzeichnen. Wie du markierte Stellen richtig einordnest, zeigt echte vs. falsche Treffer.

FAQ

Häufige Fragen

Der Beitragsautor steht vorn. Er hat den Text geschrieben, den du zitierst. Der Herausgeber hat nur das Buch zusammengestellt und erscheint deshalb erst nach dem Wort „In:". Diese Reihenfolge gilt in APA, Harvard und der deutschen Zitierweise gleichermaßen, auch wenn die Satzzeichen abweichen.
Ja. Der Seitenbereich zeigt, wo der Aufsatz im Band beginnt und endet, zum Beispiel S. 45–67. Ohne ihn kann niemand den Beitrag in einem 400 Seiten starken Buch finden. Du entnimmst die Zahlen dem Inhaltsverzeichnis oder der ersten und letzten Seite des Aufsatzes.
Du nimmst das Erscheinungsjahr des Sammelbands. Dort ist der Text in dieser Fassung gedruckt, und darauf schlagen Prüfende nach. Handelt es sich um einen Nachdruck eines älteren Aufsatzes, kannst du das Originaljahr zusätzlich in Klammern hinter dem Beitragstitel nennen.
Bis zu drei Herausgeber nennst du vollständig, getrennt durch Semikolon oder Schrägstrich, gefolgt von der Abkürzung „Hrsg." im Plural. Ab vier Namen kürzen viele Stile mit „u. a." oder „et al." ab. Welche Grenze gilt, hängt vom gewählten Zitierstil ab.
Im Text nennst du ausschließlich den Beitragsautor mit Jahr und Seitenzahl. Der Herausgeber taucht nur im Literaturverzeichnis auf. Wer im Kurzbeleg den Herausgeber nennt, verweist auf eine Person, die den zitierten Satz nie geschrieben hat.
In der Regel ja, sofern der Band in einem wissenschaftlichen Verlag erschienen ist und der Beitrag eigene Belege führt. Die Qualitätssicherung fällt allerdings schwächer aus als bei einer begutachteten Fachzeitschrift, weil oft allein der Herausgeber über die Aufnahme entscheidet.

Passend dazu

Zitierstile, Quellenarten und Sonderfälle korrekt belegen.

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