Bericht teilen

Den Bericht als PDF weitergeben

Deinen Bericht als PDF zu teilen dauert eine Minute und ist trotzdem eine Entscheidung. Der Empfänger sieht deinen vollständigen Text, jede markierte Stelle und eine Prozentzahl, die schnell falsch gelesen wird.

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 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  6 Min. Lesezeit

In drei Schritten entscheiden

  1. Empfänger benennen. Wer genau soll das PDF sehen und wozu?
  2. Nutzen prüfen. Löst die Weitergabe eine offene Frage, oder erzeugt sie eine neue?
  3. Erst dann versenden. Wenn du den Zweck nicht in einem Satz sagen kannst, verschickst du besser nichts.

Was ein Empfänger tatsächlich vor sich hat

Ein Plagiatsbericht ist zwei Dokumente in einem. Er ist ein Prüfergebnis, und er ist eine vollständige Kopie deiner Arbeit, inklusive aller Formulierungen, die du vielleicht noch überarbeiten wolltest.

Das wird oft übersehen. Wer den Bericht an eine Lektorin, einen Mitautor oder eine Betreuerin schickt, gibt damit den gesamten Text heraus und nicht nur eine Kennzahl. Bei einer unveröffentlichten Abschlussarbeit ist das eine Entscheidung mit Gewicht.

Ein Beispiel dafür, wie schnell das kippt: Eine Studentin schickt ihrer Zweitgutachterin den Bericht ihrer Bachelorarbeit, weil sie stolz auf einen niedrigen Wert ist. Die Gutachterin liest zuerst die Quellenliste, findet dort einen Verlagsserver mit einem Anteil von neun Prozent und fragt nach, ob dieses Kapitel wirklich eigenständig sei. Es war eigenständig, die neun Prozent waren zwei belegte Blockzitate. Geklärt war das nach einer Woche.

Der zweite Punkt betrifft die Lesart. Ein Bericht besteht überwiegend aus harmlosen Markierungen, aber das weiß nur, wer solche Dokumente kennt. Menschen ohne Erfahrung damit sehen zuerst die Farbe und dann die Zahl. Beides wirkt drastischer, als es gemeint ist.

So gibst du den Bericht praktisch weiter

Lade das PDF aus deiner Bestätigungsmail herunter und speichere es unter einem Namen, der Arbeit und Datum enthält. Verschicke genau diese Datei, ohne sie zu bearbeiten. Ein Bericht, in dem Seiten fehlen oder Kommentare hinzugefügt wurden, verliert seinen einzigen Vorteil: dass er unverändert ist.

Ein Hinweis zum Format: Verschicke das PDF und nicht einen Screenshot der ersten Seite. Ein Ausschnitt mit der Prozentzahl beweist gar nichts und sieht nach Auswahl aus, während das vollständige Dokument wenigstens nachprüfbar ist.

Schreib zwei Sätze dazu. Der erste sagt, warum du geprüft hast, der zweite, was du an den markierten Stellen bereits geändert hast. Ohne diese Einordnung liest der Empfänger die Prozentzahl zuerst und alles andere danach.

Bei sensiblen Arbeiten lohnt der Blick auf den Weg, den die Datei nimmt. Ein Anhang in einer normalen E-Mail landet auf Servern, über die du nicht bestimmst; bei einer Arbeit mit Sperrvermerk oder mit Unternehmensdaten ist das kein Detail. Wie wir mit deinem Upload umgehen, steht unter Datenschutz beim Dokument-Upload.

Empfänger, Lesart, Nutzen

Empfänger Was er im Bericht liest Weitergabe sinnvoll?
Betreuerin, unaufgefordert ein Dokument, das niemand angefordert hat selten, siehe eigene Abwägung
Betreuerin, auf Nachfrage eine sachliche Antwort auf ihre Frage ja, vollständig und ohne Kürzung
Mitautor einer Gruppenarbeit gemeinsame Grundlage für die Nacharbeit ja, alle bekommen dieselbe Fassung
Lektorin oder Korrektorin Hinweise auf Stellen, die sprachlich zu nah liegen ja, wenn vertraglich geregelt
Verlag oder Zeitschrift Teil eines geforderten Einreichungspakets ja, wenn ausdrücklich verlangt
Prüfungsamt im Verfahren ein Beleg mit begrenzter Aussagekraft nur nach Rücksprache, nie ungefragt
Freunde und Kommilitonen deinen kompletten unveröffentlichten Text nein, kein Nutzen, hohes Risiko

Warum das PDF kein Freibrief ist

Was ein Bericht nicht belegt

  • Er belegt keine Eigenständigkeit. Gefunden wird nur, was digital vergleichbar vorliegt. Ein gedrucktes Standardwerk ohne Digitalfassung taucht nicht auf.
  • Er gilt nur für eine Fassung. Sobald du weiterschreibst, beschreibt das Dokument eine Fassung, die es in dieser Form nicht mehr gibt.
  • Er ersetzt keine Bewertung. Ob eine Übernahme zulässig war, entscheidet die Prüferin nach den Regeln deiner Hochschule, nicht eine Software.
  • Er schützt nicht vor einem Verdacht. Ein sauberer Bericht kann eine Nachfrage entkräften helfen. Verhindern kann er sie nicht.

Vorlegen ist deshalb kein Argument für sich. Es ist ein Beitrag zu einem Gespräch. Wer das Dokument mit dem Anspruch überreicht, damit sei die Sache erledigt, erreicht meistens das Gegenteil.

Wie lange die Weitergabe dauert

Herunterladen, umbenennen, zwei Sätze schreiben, versenden: fünf Minuten. Die Entscheidung davor dauert länger und sollte es auch. Bei einer Abschlussarbeit lohnt es sich, eine Nacht darüber zu schlafen, statt den Bericht im ersten Impuls nach dem Öffnen weiterzuleiten.

Bei einer Gruppenarbeit kommt der Abstimmungsaufwand dazu. Drei Leute, drei Meinungen über dieselbe markierte Passage, und niemand weiß mehr, wer den Absatz ursprünglich geschrieben hat: Dafür geht ein Abend drauf, und er geht leichter drauf, wenn alle vorher denselben Bericht gelesen haben.

Kommt eine Nachfrage zurück, plane eine weitere halbe Stunde ein. Du wirst dann zu einzelnen Fundstellen Auskunft geben müssen, und das gelingt nur, wenn du sie vorher selbst sortiert hast.

Wo die Weitergabe in deinem Ablauf steht

Geteilt wird am Ende, nie am Anfang. Erst prüfst du, dann liest du den Bericht, dann korrigierst du die echten Treffer, und erst der Bericht nach der Korrektur ist ein Dokument, das du guten Gewissens aus der Hand gibst.

Ein Bericht aus einer frühen Fassung zeigt Stellen, die du längst behoben hast. Wer ihn trotzdem verschickt, diskutiert über Probleme von gestern. Wie du den passenden Zeitpunkt findest und was ein Nachscan kostet, steht unter zweiter Scan nach der Korrektur: bei 0,29 € pro Normseite ist der neue Bericht meist die bessere Grundlage.

Was du als Nächstes tust

Wenn es um deine Betreuerin geht, lies vorher Bericht dem Betreuer zeigen. Dort steht die Abwägung im Detail, samt der Situationen, in denen das Vorlegen klar richtig ist.

Geht es um eine gemeinsame Arbeit, klärt Plagiat in der Gruppenarbeit die Frage, wer im Team welche Verantwortung trägt. Und unabhängig davon, ob du den Bericht weitergibst: Sichere ihn für dich selbst, wie es Bericht archivieren beschreibt.

FAQ

Häufige Fragen

Ja, das PDF gehört dir und du entscheidest, wer es bekommt. Die Frage ist nicht, ob du darfst, sondern ob es dir nützt. Ein Bericht ohne mündliche Einordnung wird von Empfängern regelmäßig strenger gelesen, als er gemeint war, und ein Missverständnis über eine Prozentzahl bekommst du schlechter wieder eingefangen als eine offene Frage.
Nein. Er belegt nur, dass ein bestimmtes Verfahren zu einem bestimmten Zeitpunkt bestimmte Übereinstimmungen gefunden hat. Nicht durchsuchbare Quellen wie gedruckte Bücher, interne Skripte oder unveröffentlichte Arbeiten bleiben dabei komplett außen vor. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ist das Dokument deshalb nicht, und als solche solltest du es auch niemandem präsentieren.
Deinen kompletten Text, sämtliche farbig markierten Passagen, die Quellenliste mit Links und den Prozentwert. Ein Bericht ist damit auch eine vollständige Kopie deiner Arbeit. Wer ihn bekommt, besitzt deinen Text im Wortlaut, ob du das beabsichtigt hast oder nicht. Bei einer unveröffentlichten Abschlussarbeit solltest du das mitbedenken.
In aller Regel nicht. Verlangt wird er üblicherweise nicht, und ein unaufgefordert eingereichtes Prüfdokument wirft Fragen auf, die sonst niemand gestellt hätte. Anders sieht es aus, wenn deine Hochschule, dein Verlag oder deine Betreuerin ausdrücklich danach fragt. Dann gehört der vollständige Bericht dazu, nicht ein Ausschnitt.
Technisch ja, sinnvoll selten. Einzelne herausgelöste Seiten wirken wie eine Auswahl zu deinen Gunsten, selbst wenn du nichts verbergen wolltest. Wenn eine bestimmte Stelle zur Debatte steht, ist ein Gespräch mit dem geöffneten Bericht die deutlich bessere Lösung, weil du dort erklären kannst, was auf dem Papier zwangsläufig kommentarlos bleibt.
So lange du die Datei hast. Deine hochgeladene Arbeit wird bei uns nach vierzehn Tagen automatisch gelöscht, das heruntergeladene PDF liegt davon unabhängig auf deinem eigenen Rechner. Sichere es deshalb gleich nach dem Erhalt an einem festen Ort, sonst suchst du in zwei Semestern in einem vollen Downloadordner nach einer Datei mit kryptischem Namen.

Passend dazu

Schritt-für-Schritt durch Upload, Bericht und Korrektur.

AnleitungenQuellenliste im Bericht AnleitungenProzentwert interpretieren

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