Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Warum eine Prüfung in der Chemie sinnvoll ist
Chemische Arbeiten haben einen ungewöhnlich hohen Anteil an Text, der zwangsläufig fremd klingt. Der experimentelle Teil beschreibt genormte Handgriffe, die Einleitung referiert bekannte Reaktionsmechanismen, die Diskussion vergleicht mit Literaturwerten.
Das führt zu einem verbreiteten Irrtum: Weil ohnehin alles ähnlich klingt, sei die Plagiatsfrage im Fach zweitrangig. Prüfungsämter sehen das anders. Bewertet wird nicht, wie einzigartig eine Vorschrift klingt, sondern ob du kenntlich gemacht hast, woher sie stammt.
Dazu kommt der Umgang mit Textbausteinen. In vielen Arbeitskreisen kursieren fertige Formulierungen für wiederkehrende Aufarbeitungsschritte, deren Herkunft niemand mehr kennt. Stammt ein solcher Baustein aus einer publizierten Vorschrift, wird aus geteiltem Wissen eine unbelegte Übernahme.
Der Scan hilft dir dabei auf eine sehr praktische Weise. Er zeigt dir, welche Passagen deiner Arbeit wörtlich mit publizierten Quellen übereinstimmen. Danach entscheidest du bei jeder Stelle nur noch eine Frage: Steht dort ein Beleg? Für einen Syntheseteil dauert das oft weniger als eine Stunde.
Die Plagiatsfallen in chemischen Arbeiten
Wo es in der Chemie am häufigsten hakt
- Versuchsvorschriften ohne Herkunftsangabe. Eine Vorschrift stammt fast immer aus einer Publikation oder aus dem Praktikumsskript. Beides braucht einen Nachweis.
- Der Mechanismusteil aus einem Lehrbuch. Erklärungen werden nah am Original übernommen, weil sie schon gut formuliert sind.
- Sicherheitsdatenblätter als Fließtext. Gefahrenhinweise werden kopiert, das Datenblatt taucht nirgends auf.
- Fremde Spektren und Chromatogramme. Sie aus einer anderen Arbeit zu übernehmen ist ein schwerer Verstoß und liegt nah an Datenfälschung.
- Protokolle aus dem Vorjahr. Der Versuch ist derselbe, also wandert auch der Text weiter. Das ist Copy-Paste-Plagiat, nicht Tradition.
Für Protokolle aus dem Grundpraktikum gelten dieselben Regeln wie für Abschlussarbeiten, nur wird dort seltener geprüft. Was dabei zu beachten ist, steht unter Laborbericht und Protokoll.
Quellenarten in der Chemie und wie du sie belegst
| Quelle | Was in den Beleg gehört | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Synthesevorschrift aus einer Publikation | Autoren, Journal, Jahr, Seiten, DOI, „nach" | Vorschrift ohne jeden Hinweis übernommen |
| Praktikumsskript | Institut, Titel, Versuchsnummer, Semester | Gilt als hausinternes Allgemeingut |
| Sicherheitsdatenblatt | Hersteller, Substanz, Version, Datum | Nur der Substanzname genannt |
| Tabellenwerk oder Stoffdatensammlung | Werk, Auflage, Tabelle oder Seite | Falsche Auflage, abweichende Werte |
| Spektrendatenbank | Datenbank, Spektrennummer, Zugriffsdatum | Spektrum ohne Herkunft abgebildet |
| Lehrbuch zum Mechanismus | Autor, Auflage, Seitenzahl | Nur der Buchtitel im Verzeichnis |
| Chemikalienkatalog | Hersteller, Katalognummer, Reinheitsgrad, Jahr | Reinheitsangabe ohne Quelle |
Bei angepassten Vorschriften schreibst du „modifiziert nach" und beschreibst die Abweichung. Sonst wirkt eine fremde Ausbeute wie dein eigenes Ergebnis. Wenn du fremde Messwerte in einer eigenen Übersicht zusammenstellst, gehört unter die Tabelle ein Quellennachweis. Für übernommene Spektren und Reaktionsschemata gilt dasselbe unter der Abbildung.
Wo die Software anschlägt, ohne dass ein Plagiat vorliegt
Im experimentellen Teil produziert der Bericht regelmäßig Markierungen, die keine Übernahme sind.
- Standardarbeitsschritte. „Die organische Phase wurde über Magnesiumsulfat getrocknet und das Lösungsmittel im Vakuum entfernt." Diesen Satz gibt es tausendfach.
- Substanznamen und IUPAC-Bezeichnungen, die genau so lauten müssen.
- Gefahren- und Sicherheitshinweise, die europaweit normiert sind.
- Geräteangaben wie Spektrometertyp, Frequenz und Lösungsmittel.
- Literaturverzeichnis und Abkürzungsverzeichnis.
Diese Treffer sind erwartbar. Kritisch wird es, wenn ganze Absätze der Diskussion oder der Einleitung auf dieselbe Quelle zeigen. Wie du das auseinanderhältst, steht unter echte vs. falsche Treffer und unter Methodenteil als Plagiat markiert.
Was die Prüfung kostet
Abgerechnet wird pro Normseite mit 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Chemische Arbeiten profitieren davon besonders, weil Spektrenanhänge und Formelschemata kaum auswertbaren Text enthalten.
| Arbeit | Seiten (ca.) | Normseiten | Plagiat Scan | Kombi mit KI Scan |
|---|---|---|---|---|
| Versuchsprotokoll | 10 | 7 | 2,03 € | 2,73 € |
| Vertiefungs- oder Projektarbeit | 25 | 20 | 5,80 € | 7,80 € |
| Bachelorarbeit | 45 | 30 | 8,70 € | 11,70 € |
| Masterarbeit | 80 | 55 | 15,95 € | 21,45 € |
Deine tatsächliche Normseitenzahl rechnet der Normseitenrechner. Der Kombi-Scan prüft zusätzlich auf KI-Anteile und kostet 0,39 € statt 0,58 € pro Normseite. Es gibt kein Abo, jeder Scan wird einzeln abgerechnet.
Den Bericht in der Chemie lesen
Der Prozentwert ist bei chemischen Arbeiten fast immer höher als in Textfächern. Das liegt am experimentellen Teil und ist kein Warnsignal.
Geh den Bericht deshalb nach Kapiteln durch. Im experimentellen Teil zählst du nicht die Treffer, sondern misst ihre Länge: Einzelne markierte Sätze sind normal, drei markierte Absätze in Folge sind es nicht. In Einleitung und Diskussion drehst du die Erwartung um. Dort schreibst du selbst, also muss dort fast alles unmarkiert bleiben.
Sieh dir bei jedem längeren Treffer die verlinkte Quelle an. Steht dort eine Publikation, die du ohnehin zitierst, ergänzt du den Verweis an dieser Stelle. Steht dort eine studentische Arbeit oder eine Skriptseite, hast du wahrscheinlich einen Baustein übernommen, der eine eigene Formulierung braucht.
Der Bericht liegt in der Regel nach etwa 15 Minuten bereit, in seltenen Fällen dauert es bis zu 24 Stunden. Wenn du den Spektrenanhang vor dem Upload entfernst, wird der Bericht kürzer und die Prüfung günstiger.
Vertraulichkeit bei Kooperationen und unpublizierten Daten
Viele Abschlussarbeiten in der Chemie entstehen in Projekten mit Industriepartnern oder liefern Daten für ein geplantes Paper.
Der Upload läuft verschlüsselt, verarbeitet wird auf Servern in Deutschland nach DSGVO, und nach 14 Tagen löscht das System deine Datei automatisch. Deine Arbeit wird nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen. Wenn aus deinen Syntheserouten später eine Publikation wird, taucht dein eigener Text also nicht als Fremdquelle auf. Ein Konto brauchst du nicht.
Bei Arbeiten mit Sperrvermerk oder Geheimhaltungsvereinbarung sprichst du den Upload vorher mit deinem Arbeitskreis oder dem Partnerunternehmen ab.
Checkliste vor der Abgabe
- Jede Synthesevorschrift nennt die Originalarbeit, auch bei Modifikationen.
- Angaben aus Sicherheitsdatenblättern sind mit Hersteller und Version belegt.
- Stoffdaten tragen Tabellenwerk oder Datenbank mit Auflage und Zugriff.
- Alle abgebildeten Spektren stammen aus deinen eigenen Messungen.
- Übernommene Reaktionsschemata haben eine Quelle in der Unterschrift.
- Der Scan ist gelaufen und jeder Treffer außerhalb des Experimentalteils ist geklärt.