Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Die Kurzregel für Abbildungen
Abb. 2: Aufbau des Kompetenzmodells. Quelle: Sanwald 2021, S. 34. Diese Zeile steht unter der Abbildung und enthält alles, was der Lesende sofort braucht: Nummer, Titel, Herkunft. Der vollständige Nachweis steht im Literaturverzeichnis, die Abbildung selbst zusätzlich im Abbildungsverzeichnis.
Dazu kommt eine Pflicht, die viele übersehen: Im Fließtext muss ein Verweis stehen, und zwar vor der Abbildung. Erst der Verweis macht aus einer Grafik ein Argument.
Die Regel im Detail
Als Abbildung gilt alles, was kein Fließtext und keine Tabelle ist: Fotos, Diagramme, Schaubilder, Karten, Modelle, Screenshots, Formeln in Bildform. Sie laufen alle in derselben Zählung. Eine getrennte Reihe für Fotos und eine für Diagramme ist unüblich und macht das Verzeichnis unübersichtlich.
Die Beschriftung steht unter dem Bild, anders als bei der Tabelle, deren Titel oben sitzt. Warum diese Aufteilung sinnvoll ist und was bei Tabellen sonst gilt, steht unter Tabelle zitieren.
Formuliere die Beschriftung so, dass sie ohne den umgebenden Text verständlich ist. „Abb. 5: Modell" sagt nichts. „Abb. 5: Dreistufiges Modell der Lernbegleitung nach Sanwald" sagt, worum es geht, und liest sich auch im Verzeichnis noch sinnvoll. Halte dich dabei kurz: eine Zeile, höchstens zwei.
Nummeriere fortlaufend über die ganze Arbeit, nicht kapitelweise, es sei denn, dein Fachbereich verlangt es anders. Bei kapitelweiser Zählung heißt es Abb. 3.2 für die zweite Abbildung im dritten Kapitel. Beide Systeme sind vertretbar, aber nur eines pro Arbeit.
Kurzbeleg unter der Abbildung, Vollbeleg im Verzeichnis
Unter der Abbildung steht der Kurzbeleg mit Nachname, Jahr und Seite. Er verweist auf den vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis. Arbeitest du mit Fußnoten, setzt du die Ziffer an das Ende der Quellenzeile.
Das Abbildungsverzeichnis steht vor dem Hauptteil, direkt nach dem Inhaltsverzeichnis. Es listet Nummer, Beschriftung und Seitenzahl, aber keine Quelle. Erzeuge es automatisch aus den Beschriftungsfeldern deines Textprogramms, sonst stimmen die Seitenzahlen nach dem nächsten Umbruch nicht mehr.
Drei Orte, drei Aufgaben: Die Zeile unter dem Bild belegt. Das Abbildungsverzeichnis findet. Das Literaturverzeichnis weist nach. Keiner der drei ersetzt einen anderen.
Beispiele für Verweis und Quellenzeile
| Fall | Verweis im Fließtext | Zeile unter der Abbildung |
|---|---|---|
| Unverändert übernommen | Abbildung 2 zeigt den Aufbau des Modells. | Abb. 2: Aufbau des Kompetenzmodells. Quelle: Sanwald 2021, S. 34. |
| Verändert oder ergänzt | Abbildung 3 erweitert das Modell um eine vierte Stufe. | Abb. 3: Erweitertes Kompetenzmodell. Quelle: In Anlehnung an Sanwald 2021, S. 34, ergänzt um Stufe 4. |
| Selbst erstellt aus fremden Daten | Die Verteilung in Abbildung 4 folgt den Zahlen von Voß. | Abb. 4: Altersverteilung der Befragten. Quelle: Eigene Darstellung nach Voß 2023, S. 12. |
| Vollständig eigene Grafik | Abbildung 5 fasst die Ergebnisse der eigenen Erhebung zusammen. | Abb. 5: Ergebnisse der Betriebsbefragung. Quelle: Eigene Darstellung. |
| Abbildung im Anhang | Der vollständige Fragebogen findet sich in Abbildung A3. | Abb. A3: Fragebogen, Seite 1. Quelle: Eigene Darstellung. |
Die Namen sind erfunden und stehen nur für das Muster.
Sonderfälle bei Abbildungen
Veränderte Abbildungen sind der wichtigste Sonderfall. Sobald du Achsen skalierst, Kategorien zusammenfasst, Elemente entfernst oder Farben mit Bedeutung änderst, verändert sich die Aussage. Dann gilt „In Anlehnung an" plus eine kurze Angabe, was du geändert hast. Auch eine übersetzte Beschriftung ist eine Veränderung und gehört genannt.
Mehrteilige Abbildungen bekommen eine Nummer und Buchstaben für die Teile: Abb. 6a, 6b, 6c. Stammen die Teile aus unterschiedlichen Quellen, weist du jeden Teil einzeln nach. Die gemeinsame Beschriftung nennt dann den Oberbegriff, die Einzelangaben folgen dahinter.
Querformatige Abbildungen drehst du so, dass die Beschriftung mitdreht. Sie bleibt unter der Grafik, auch wenn die Seite gedreht ist. Im Verzeichnis erscheint sie unverändert.
Abbildungen im Anhang folgen einer eigenen Zählung und tauchen im Fließtext trotzdem auf, sonst findet sie niemand. Wie du den Anhang aufbaust, steht unter Anhang strukturieren. Diagramme aus Statistikportalen brauchen zwei Angaben, das Portal und die erhebende Stelle; die Einzelheiten stehen unter Statista zitieren.
Beschriftungsfunktion statt Handarbeit
Setze jede Beschriftung über die Funktion „Beschriftung einfügen" deines Textprogramms. Dann verschiebt sich die Nummerierung automatisch, wenn du später eine Abbildung einschiebst, und Querverweise im Text bleiben korrekt. Manuell getippte Nummern sind die häufigste Ursache für Verweise, die ins Leere zeigen.
Die häufigsten Fehler
Diese Fehler fallen sofort auf
- Kein Verweis im Fließtext. Die Abbildung hängt zusammenhanglos auf der Seite.
- Sprung in der Nummerierung. Nach Abb. 6 folgt Abb. 8, weil eine Grafik gestrichen wurde.
- „Quelle:" über einer veränderten Grafik. Das Original zeigt etwas anderes als deine Fassung.
- Beschriftung als normaler Absatz getippt. Sie erscheint dann nicht im Verzeichnis.
- Unlesbare Auflösung. Ein verpixeltes Schaubild belegt nichts und wirkt schnell zusammenkopiert.
- Quelle nur im Abbildungsverzeichnis. Unter dem Bild fehlt sie trotzdem.
Wann eine Abbildung angebracht ist
Eine Abbildung lohnt sich, wenn sie etwas zeigt, das im Text mehrere Absätze bräuchte: einen Ablauf, eine Struktur, eine räumliche Verteilung, einen Verlauf über Jahre. Sie ersetzt Text, sie ergänzt ihn nicht dekorativ.
Nicht angebracht ist sie, wenn du sie nicht auswertest. Eine übernommene Grafik, über die im Text kein Wort fällt, füllt Seiten und erhöht das Risiko einer Beanstandung, weil die Quellenangabe dann oft ebenfalls fehlt. Auch rechtlich ändert sich die Lage, sobald du deine Arbeit veröffentlichst; welche Fragen dann dazukommen, steht unter Bild zitieren.
Wie ein Plagiatsscan Abbildungsfehler sichtbar macht
Geprüft wird Text, nicht das Bild selbst. Rund um jede Abbildung steht aber jede Menge Text: die Beschriftung, die Legende, die Achsentitel und der erklärende Absatz davor. Wer eine Grafik samt Erläuterung übernommen hat, erzeugt genau dort Treffer.
Der Plagiat Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen, der Kombi-Scan mit KI-Prüfung 0,39 € statt 0,58 €. Sieh den Bericht als Anlass, jede Abbildung einzeln durchzugehen. Wie du die Treffer einordnest, erklärt Plagiatsbericht lesen; was passiert, wenn Bildquellen ganz fehlen, beschreibt Bildplagiat.