Maschinenbau

Plagiatsprüfung für Arbeiten im Maschinenbau

Im Maschinenbau steckt das Plagiatsrisiko selten im Fließtext. Es steckt in übernommenen Normauszügen, in Datenblättern und in der Vorgängerarbeit vom Lehrstuhl, die dir dein Betreuer als Einstieg gegeben hat. Ein Scan zeigt dir vor der Abgabe, welche Passagen zu nah an einer Quelle liegen.

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 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  6 Min. Lesezeit

Warum eine Prüfung im Maschinenbau sinnvoll ist

Maschinenbau-Arbeiten gelten als plagiatssicher, weil sie viel rechnen und wenig schreiben. Das stimmt für den Ergebnisteil. Für das Grundlagenkapitel stimmt es nicht.

Der Textanteil einer typischen Konstruktionsarbeit steckt fast vollständig in Kapitel 2: Stand der Technik, Werkstoffgrundlagen, Normenübersicht. Genau dort wird kopiert. Aus dem Normauszug, aus dem Herstellerdatenblatt, aus der Diplomarbeit von vor drei Jahren. Prüfungsämter bewerten das wie jede andere Übernahme, unabhängig davon, ob dein Prüfstand einwandfrei funktioniert hat.

Dazu kommt eine Besonderheit: Lehrstühle im Maschinenbau archivieren studentische Arbeiten oft systematisch. Wer aus einer Vorgängerarbeit abschreibt, schreibt aus einem Bestand ab, den der Betreuer kennt. Und der Betreuer hat die Vorgängerarbeit selbst betreut.

Ein Scan vor der Abgabe kostet dich wenige Euro und eine Viertelstunde Wartezeit. Ein anerkannter Täuschungsversuch kostet dich das Semester, in dem der Prüfstand stand.

Die Plagiatsfallen im Maschinenbau

Wo es in technischen Arbeiten am häufigsten hakt

  • Normauszüge im Grundlagenteil. Absätze aus DIN, ISO oder VDI-Richtlinien werden gern eingefügt und dann nicht mehr als Zitat erkennbar gemacht.
  • Herstellerdatenblätter. Beschreibungen von Sensoren, Lagern oder Antrieben stammen wörtlich aus dem Katalog. Der Hersteller ist eine Quelle wie jede andere.
  • Vorgängerarbeiten am Lehrstuhl. Der Versuchsaufbau ist derselbe, also wird auch die Beschreibung übernommen. Das ist ein klassisches Fremdplagiat, auch ohne Veröffentlichung.
  • Der Stand der Technik aus einem einzigen Review. Wer einen Übersichtsartikel nacherzählt, übernimmt dessen Gliederung und Bewertung mit.
  • Konstruktionsbeschreibungen aus dem Vorlesungsskript. Skripte sind fremder Text, auch wenn sie nur intern verteilt werden.

Der häufigste Fall ist kein Copy-Paste, sondern Patchwriting: Du tauschst Fachwörter aus, behältst aber Satzbau und Argumentation des Originals. Formal steht da etwas Neues. Für die Bewertung ist es übernommen.

Quellenarten im Maschinenbau und wie du sie belegst

Quelle Was in den Beleg gehört Typischer Fehler
DIN-, ISO- oder VDI-Norm Nummer, Ausgabestand, Titel, Abschnitt Nur „DIN 743" ohne Jahr und Teil
Herstellerdatenblatt Hersteller, Bauteilbezeichnung, Version, Abrufdatum Wird als Allgemeinwissen behandelt
Vorgängerarbeit am Lehrstuhl Verfasser, Jahr, Arbeitstyp, Institut Gar kein Beleg, weil unveröffentlicht
Vorlesungsskript Dozent, Titel, Semester, Hochschule Nur mündlich erwähnt, nicht im Verzeichnis
Fachbuch oder Tabellenwerk Auflage und Seitenzahl, nicht nur der Titel Falsche Auflage, weil Werte abweichen
Konferenzbeitrag oder Paper Autoren, Titel, Konferenz, Jahr, DOI Sekundärzitat ohne Kennzeichnung
Interne Unternehmensunterlage Unternehmen, Dokumenttitel, Datum, Sperrvermerk Kein Hinweis auf Vertraulichkeit

Für Normen gibt es eigene Regeln, die von den üblichen Zitierstilen abweichen. Wie ein sauberer Eintrag aussieht, steht unter DIN-Norm zitieren. Für übernommene Diagramme und Konstruktionszeichnungen brauchst du zusätzlich eine Quelle unter der Abbildung.

Wo die Software anschlägt, ohne dass ein Plagiat vorliegt

Technische Sprache ist standardisiert. Deshalb produziert der Bericht im Maschinenbau regelmäßig Treffer, die keine Übernahme sind.

  • Normbezeichnungen und Werkstoffkürzel. „Vergütungsstahl 42CrMo4 nach DIN EN 10083-3" kannst du nicht umformulieren.
  • Formelbeschreibungen. Die Erläuterung einer Spannungsberechnung folgt überall demselben Muster.
  • Versuchsbeschreibungen bei genormten Prüfverfahren. Zugversuch, Kerbschlagbiegeversuch, Rauheitsmessung: Der Ablauf ist vorgegeben.
  • Formelzeichenverzeichnisse und Abkürzungslisten. Sie bestehen aus feststehenden Symbolen und Einheiten.
  • Das Literaturverzeichnis. Titelangaben müssen mit der Quelle übereinstimmen, sonst wären sie falsch.

Diese Treffer sind erwartbar und unkritisch. Kritisch wird es, wenn mehrere Absätze am Stück auf dieselbe Quelle zeigen und dort ein Beleg fehlt. Wie du beides auseinanderhältst, ist unter Methodenteil als Plagiat markiert beschrieben.

Was die Prüfung kostet

Abgerechnet wird pro Normseite mit 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Für technische Arbeiten ist das ein Vorteil: Zeichnungen, Diagramme und Formelblöcke enthalten kaum Text und schlagen entsprechend wenig zu Buche.

Arbeit Seiten (ca.) Normseiten Plagiat Scan Kombi mit KI Scan
Laborübung, Praktikumsbericht 15 12 3,48 € 4,68 €
Studien- oder Projektarbeit 40 30 8,70 € 11,70 €
Bachelorarbeit 60 45 13,05 € 17,55 €
Masterarbeit 90 70 20,30 € 27,30 €

Deine tatsächliche Zeichenzahl steht in Word unter „Überprüfen" und „Wörter zählen". Exakt rechnet der Normseitenrechner. Der Kombi-Scan prüft zusätzlich auf KI-Anteile und kostet 0,39 € statt 0,58 € pro Normseite.

Den Bericht als Ingenieurin oder Ingenieur lesen

Du bekommst ein PDF mit deinem vollständigen Text, farbig markierten Passagen und der jeweils gefundenen Quelle. Der Prozentwert oben ist eine Kennzahl, kein Urteil.

Ein Wert von 14 % kann völlig sauber sein, wenn er aus belegten Normzitaten und dem Literaturverzeichnis entsteht. Ein Wert von 5 % kann ein Problem sein, wenn er aus zwei unbelegten Absätzen im Stand der Technik stammt. Entscheidend ist immer die einzelne Fundstelle.

Geh den Bericht kapitelweise durch statt von oben nach unten. Im Grundlagenkapitel erwartest du viele Treffer und prüfst jeden einzeln auf einen Beleg. Im Konstruktions- und Ergebnisteil erwartest du fast keine. Taucht dort trotzdem ein Treffer auf, sieh genau hin: Das ist die Stelle, an der eine Vorgängerarbeit durchscheint.

Wenn du das Literaturverzeichnis und umfangreiche Anhänge vorher entfernst, wird der Bericht übersichtlicher und günstiger. Wie das geht, steht unter Literaturverzeichnis ausschließen.

Sperrvermerk, Industriedaten und Vertraulichkeit

Viele Abschlussarbeiten im Maschinenbau entstehen bei einem Industriepartner und tragen einen Sperrvermerk. Damit stellt sich vor jedem Upload dieselbe Frage: Wohin gehen die Daten?

Der Upload läuft verschlüsselt, verarbeitet wird auf Servern in Deutschland nach DSGVO. Nach 14 Tagen löscht das System deine Datei automatisch. Deine Arbeit wird nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen, taucht also später nicht als Quelle bei fremden Scans auf. Ein Konto brauchst du nicht.

Bei sehr strengen Geheimhaltungsvereinbarungen gilt trotzdem: Frag deinen Ansprechpartner im Unternehmen, bevor du hochlädst. Alternativ prüfst du nur die nicht vertraulichen Kapitel.

Checkliste vor der Abgabe

  • Jede Norm ist mit Nummer, Teil und Ausgabestand belegt.
  • Datenblattwerte tragen Hersteller, Bauteil und Abrufdatum.
  • Die Vorgängerarbeit vom Lehrstuhl steht im Literaturverzeichnis.
  • Skript- und Vorlesungsinhalte sind als Quelle ausgewiesen.
  • Jede übernommene Abbildung hat eine Quelle in der Bildunterschrift.
  • Der Scan ist gelaufen und jeder Treffer im Grundlagenteil ist bewertet.
  • Der Sperrvermerk ist mit dem Unternehmen abgestimmt.
FAQ

Häufige Fragen

Nein. Geprüft wird Text, nicht Geometrie. Eine übernommene Zeichnung, ein Schaltplan oder ein Rendering wird vom Scan nicht als Treffer angezeigt. Die Bildunterschrift und der beschreibende Text darum herum werden dagegen ausgewertet. Für Zeichnungen gilt trotzdem die Belegpflicht deiner Prüfungsordnung.
Nein, solange du die Norm mit Nummer, Ausgabestand und Titel belegst und den Umfang klein hältst. Problematisch wird es, wenn du seitenweise Normtext ohne Kennzeichnung in dein Grundlagenkapitel kopierst. Kurze wörtliche Übernahmen gehören in Anführungszeichen, alles andere formulierst du selbst.
Als fachliche Orientierung ja, als Textquelle nur mit Beleg. Eine unveröffentlichte Studienarbeit ist eine fremde wissenschaftliche Leistung. Wenn du Aufbau, Formulierungen oder Auswertungslogik übernimmst, musst du das kenntlich machen. Viele Lehrstühle archivieren alte Arbeiten und finden Übernahmen später wieder.
Meist nicht. Prüfnormen und Messverfahren lassen wenig sprachlichen Spielraum, deshalb ähneln sich solche Absätze zwangsläufig. Kritisch wird es erst, wenn ganze zusammenhängende Abschnitte wörtlich mit dem Skript oder einer fremden Arbeit übereinstimmen. Dort wäre eine eigene Formulierung möglich gewesen.
Abgerechnet wird nach Normseiten mit 1.800 Zeichen. Weil technische Arbeiten viele Abbildungen, Formeln und Tabellen enthalten, liegt die Normseitenzahl oft deutlich unter der Seitenzahl. Eine Bachelorarbeit mit 60 Seiten kommt häufig auf rund 45 Normseiten und damit auf etwa 13 €.
In der Regel ja, weil deine Datei nur für deinen eigenen Scan verarbeitet und nach 14 Tagen gelöscht wird. Sie wird nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen. Bei besonders strengen Geheimhaltungsvereinbarungen klärst du das vorher mit deinem Industriepartner.

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