Für Redaktionen

KI-Erkennung im Redaktionsalltag

Ein Beitrag kommt pünktlich, liest sich glatt und enthält drei Zahlen, die niemand im Haus einordnen kann. Ein KI-Scan zeigt dir, welche Absätze statistisch auffällig sind. Die Sorgfaltspflicht erfüllst du damit noch nicht — die beginnt beim Faktencheck.

Server in Deutschland Ergebnis in 15 Min. 70 Mrd. Quellen

 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  7 Min. Lesezeit

Was eine Redaktion an dieser Stelle braucht

Du brauchst eine Regel für eingehende Texte und einen Weg, sie stichprobenartig zu kontrollieren. Der Detektor ist davon der kleinere Teil. Wichtiger ist, was in eurem Autorenvertrag steht und wer für einen veröffentlichten Satz geradesteht.

Der KI Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen und liefert in der Regel nach 15 Minuten einen Bericht. Er markiert Absätze, deren Sprachstatistik der von generiertem Text ähnelt. Mehr sagt er nicht.

Für eine Redaktion ist das trotzdem nützlich. Es gibt dir einen konkreten Anlass, über den Rechercheweg zu sprechen, statt über ein Gefühl beim Lesen.

Die typische Ausgangslage in der Redaktion

Eine Fachredaktion arbeitet mit zwölf freien Autorinnen und Autoren. Die Honorare sind knapp, die Deadlines eng. Ein neuer Beitrag kommt pünktlich und liest sich flüssig. Beim Gegenrecherchieren findet die zuständige Redakteurin eine der zitierten Studien nicht.

Das ist der eigentliche Alarm, nicht der Stil. Erfundene Belege sind der teuerste Fehler, den eine Redaktion machen kann, weil eine Richtigstellung mehr Arbeit kostet als der ganze Beitrag wert war.

Ein zweiter Fall sieht harmloser aus. Ein langjähriger Autor liefert seit Monaten Texte, die sprachlich glatter geworden sind, mit weniger Ecken und weniger eigenen Beobachtungen. Niemand will ihm unterstellen, dass er nur noch Prompts schreibt. Trotzdem steht der Name eures Titels darüber.

Beide Fälle haben etwas gemeinsam. Der Verdacht entsteht beim Lesen, lässt sich aber nicht aussprechen, ohne jemanden zu beschuldigen. Genau diese Lücke schließt ein Scan: Er verwandelt ein Gefühl in eine Beobachtung, über die sich sachlich reden lässt.

Was eine KI-Prüfung leisten kann und was nicht

Sie zeigt dir Auffälligkeiten auf Absatzebene und gibt dir eine Sprache für das Gespräch. Beweisen kann sie nichts. Hohe Werte entstehen auch bei Menschen, die nüchtern und gleichförmig schreiben, etwa nach vielen Jahren im Agenturdienst.

Sie unterscheidet außerdem nicht, an welcher Stelle im Prozess ein Werkzeug geholfen hat. Ob jemand eine Rohfassung generieren ließ und danach drei Stunden daran gearbeitet hat oder ob eine Korrekturhilfe über den fertigen Text gelaufen ist, sieht im Bericht ähnlich aus. Für die redaktionelle Bewertung macht dieser Unterschied alles aus.

Was ein Score in einer Redaktion nicht trägt

  • Eine Ablehnung des Beitrags ohne inhaltliche Begründung.
  • Eine Honorarkürzung, für die es keine vertragliche Grundlage gibt.
  • Eine öffentliche Aussage über die Arbeitsweise einer Autorin.
  • Die Trennung von einem freien Mitarbeiter allein wegen einer Prozentzahl.

Belastbar ist die alte Prüfung: Existieren die Quellen, stimmen die Zitate, wurde mit den genannten Personen wirklich gesprochen? Warum erfundene Belege so häufig auftreten, erklärt halluzinierte Quellen. Dass Beiträge heute meist teils von Hand und teils mit Werkzeugunterstützung entstehen, ordnet gemischte Texte ein.

Ein Ablauf für eingehende Beiträge

  1. Regel in den Vertrag. Ein Absatz zur erlaubten Werkzeugnutzung und zur Angabepflicht, bevor der erste Auftrag rausgeht.
  2. Faktencheck zuerst. Namen, Zahlen, Zitate und Links kontrollieren, unabhängig von jedem Score.
  3. Stichprobe scannen. Nur den Fließtext hochladen, ohne Vorspann, Bildunterschriften und Autorenzeile.
  4. Bericht lesen. Auf die markierten Absätze schauen, nicht auf den Gesamtwert.
  5. Rückfrage stellen. Sachlich nach Rechercheweg und Quellen fragen, nicht nach einem Geständnis.
  6. Entscheiden. Nachbessern lassen, kürzen oder ablehnen, begründet mit dem inhaltlichen Befund.
  7. Dokumentieren. Bericht und Antwort ablegen, falls später jemand nachfragt.

Was die Prüfung bei Redaktionsmengen kostet

Abgerechnet wird pro Normseite mit 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Der Normseitenrechner übersetzt Zeichenzahlen in Seiten.

Umfang Normseiten KI Scan Kombi mit Plagiatsprüfung
Kurzer Beitrag 4 1,16 € 1,56 €
Reportage 12 3,48 € 4,68 €
Wochenpensum, 20 Beiträge à 4 Seiten 80 23,20 € 31,20 €
Monatsausgabe 150 43,50 € 58,50 €

Der Kombi-Scan prüft in einem Durchlauf auf Plagiate und KI-Anteile und kostet 0,39 € statt 0,58 € pro Normseite. Für Redaktionen ist er meist die richtige Wahl, weil die ältere Gefahr nicht verschwunden ist: abgeschriebene Passagen aus fremden Medien. Alle Varianten stehen unter Preise und Tarife.

Was du mit dem Ergebnis nicht machen darfst

Ein KI-Score ist ein Anhaltspunkt für ein Gespräch, kein Nachweis und keine Entscheidungsgrundlage für sich allein. Er rechtfertigt keine öffentliche Zuschreibung und keine Warnung an andere Häuser.

Zwei Punkte kommen hinzu. Prüfe nur, was du angekündigt hast; heimliche Kontrolle beschädigt das Verhältnis zu Freien nachhaltiger als ein generierter Absatz. Und halte die Transparenz nach außen sauber: Wenn ihr selbst KI in der Produktion einsetzt, gehört das in eure Standards. Der EU AI Act sieht Transparenzpflichten für bestimmte KI-Inhalte vor, allgemein eingeordnet unter EU AI Act und Kennzeichnungspflicht. Das ist keine Rechtsberatung.

Achte zusätzlich auf Gleichbehandlung. Wer nur die Texte neuer oder ausländischer Autorinnen prüft, produziert Schieflagen, die mit Qualität nichts zu tun haben. Entweder gilt die Stichprobe für alle oder für niemanden.

Datenschutz aus Sicht der Redaktion

Redaktionelle Manuskripte enthalten Namen, Interviewpassagen und manchmal Hinweise auf Quellen, die geschützt bleiben müssen. Nimm solche Stellen vor dem Upload heraus oder prüfe nur die unkritischen Teile. Quellenschutz wiegt schwerer als ein vollständiger Bericht.

Technisch läuft die Übertragung verschlüsselt, die Verarbeitung findet auf Servern in Deutschland nach DSGVO statt, und nach 14 Tagen wird die Datei automatisch gelöscht. Eingereichte Texte werden nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen und tauchen später nicht als Fundstelle bei fremden Prüfungen auf. Weitere Punkte stehen unter Datenschutz beim Dokument-Upload.

Enthält ein Beitrag personenbezogene Angaben Dritter, prüfe vorab, ob sie für den Scan überhaupt nötig sind. Meistens sind sie es nicht. Ein anonymisierter Fließtext liefert dieselbe Sprachstatistik wie das Original.

Praktische Empfehlung

Leg die Reihenfolge fest: erst Faktencheck, dann Scan, dann Gespräch. Wer umgekehrt vorgeht, diskutiert über Prozentwerte und übersieht die falsche Jahreszahl im dritten Absatz.

Formuliere die Hausregel außerdem positiv statt als Verbot. Erlaubt ist, was das Handwerk unterstützt. Angabepflichtig ist, was den Text schreibt. Verantwortlich bleibt die Person, deren Name über dem Beitrag steht. Was eine einzelne Zahl im Bericht überhaupt aussagt, steht unter KI-Score interpretieren.

Sinnvoll ist zusätzlich ein fester Platz für das Thema in der Redaktionskonferenz, etwa einmal im Quartal. Dort klärt ihr, welche Werkzeuge im Haus tatsächlich benutzt werden, wo sie helfen und wo sie schon zu Fehlern geführt haben. Eine Regel, die niemand kennt, wirkt genauso wenig wie gar keine.

FAQ

Häufige Fragen

Ja, wenn ihr das vorher ankündigt. Ein Satz im Rahmenvertrag oder im Autorenbriefing genügt und nimmt der Sache den Beigeschmack heimlicher Kontrolle. Wer erst nach der ersten Auffälligkeit mit einer Prüfung ankommt, verhandelt gleichzeitig über Vertrauen und über einen Text.
Der KI Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Zwanzig Beiträge mit je vier Normseiten ergeben 80 Normseiten und damit 23,20 €. Im Kombi-Scan mit Plagiatsprüfung zahlst du 31,20 € statt 46,40 € bei zwei getrennten Durchläufen.
Nein. Ein KI-Score ist ein Anhaltspunkt für ein Gespräch, kein Nachweis und keine Entscheidungsgrundlage für sich allein. Eine Kürzung braucht eine vertragliche Grundlage und einen benennbaren Mangel, etwa eine erfundene Quelle, ein falsches Zitat oder fehlende Recherche.
Erfundene Belege, ohne Frage. Ein glatt formulierter Absatz kostet euch Stil, eine nicht existierende Studie kostet euch die Glaubwürdigkeit und im schlimmsten Fall eine Gegendarstellung. Prüf deshalb immer zuerst Namen, Zahlen und Quellen, erst danach die Sprachstatistik.
Das hängt vom Einsatz und von euren eigenen Standards ab. Der EU AI Act sieht Transparenzpflichten für bestimmte KI-Inhalte vor. Unabhängig davon lohnt sich eine Regel im Impressum oder in den Redaktionsstandards, weil Leserinnen und Leser die Frage ohnehin stellen.
Die Datei wird ausschließlich für den einzelnen Scan verarbeitet und nach 14 Tagen automatisch gelöscht. Eine Aufnahme in eine Vergleichsdatenbank findet nicht statt. Die Verarbeitung läuft auf Servern in Deutschland nach den Vorgaben der DSGVO, ein Konto brauchst du nicht.

Beitrag prüfen, bevor er in Druck geht

Du erfährst vor deiner Hochschule, wie dein Text bewertet wird.

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