Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 7 Min. Lesezeit
Wie stark sind Word-Metadaten als Indiz?
Schwach, und schwächer als fast jede andere Spur. Metadaten sind die Angaben, die Word automatisch mitschreibt: Autor, Erstellungsdatum, gezählte Bearbeitungszeit, Anzahl der Speichervorgänge. Sie beschreiben die Datei. Über den Text sagen sie nichts.
Darin liegt das Problem. Eine Datei kann durch drei Rechner, zwei Vorlagen und einen PDF-Export gegangen sein. Was danach in den Feldern steht, hat mit dem eigentlichen Schreibprozess wenig zu tun. Ein erster Blick lohnt trotzdem, weil er dreißig Sekunden dauert.
Welche Felder Word mitschreibt
Du findest sie unter „Datei", dann „Informationen" und rechts über „Alle Eigenschaften anzeigen". Auf dem Mac liegen sie unter „Datei" und „Eigenschaften".
- Autor und Letzter Bearbeiter: der Name, der in der Office-Installation hinterlegt ist
- Erstellt am, Zuletzt geändert am: Zeitstempel des Systems, nicht des Schreibens
- Gesamtbearbeitungszeit: Minuten, in denen das Dokument geöffnet war
- Revisionsnummer: wie oft die Datei gespeichert wurde
- Firma und Vorlage: übernommen aus der Datei, mit der du begonnen hast
Bei PDF-Dateien heißen die Felder anders. Unter „Ersteller" steht meist das Schreibprogramm, unter „PDF-Erzeuger" das Programm, das exportiert hat. Ein PDF, das von Word erzeugt wurde, sieht dort anders aus als eines aus LaTeX.
Wie das in der Praxis aussieht
Ein Dokument, das in einem Zug aus fertigem Text entstanden ist, zeigt oft ein enges Bild: Erstellung und letzte Änderung liegen Minuten auseinander, die Bearbeitungszeit steht im einstelligen Bereich, die Revisionsnummer bei eins oder zwei.
Ein über Wochen gewachsenes Dokument sieht meistens anders aus. Erstellungsdatum Monate vor der Abgabe, dreistellige Revisionsnummern, Bearbeitungszeit im Stundenbereich, oft mit einem letzten Änderungsdatum kurz vor Mitternacht.
Beides sind Tendenzen, keine Regeln. Der Zähler für die Bearbeitungszeit läuft weiter, solange das Fenster offen ist, auch während du schläfst. Und wer sich auf AutoSave verlässt, sammelt völlig andere Revisionszahlen als jemand, der reflexhaft alle zwei Minuten speichert.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Jemand schreibt drei Monate lang in Google Docs, exportiert am Ende nach Word und formatiert dort zwei Stunden. Die Word-Datei zeigt danach ein Erstellungsdatum von vorgestern und eine Bearbeitungszeit von 120 Minuten. Der eigentliche Schreibprozess taucht in keinem einzigen Feld auf. Umgekehrt kann ein Dokument mit hundert Revisionen aus einer einzigen langen Formatierungsnacht stammen.
Warum Metadaten allein nichts beweisen
Für jeden auffälligen Wert gibt es eine harmlose Erklärung, die genauso oft zutrifft.
| Beobachtung | Deutung als KI-Indiz | Genauso plausible Erklärung |
|---|---|---|
| Bearbeitungszeit 12 Minuten | Text wurde eingefügt | Endfassung in frische Vorlage kopiert |
| Revisionsnummer 1 | einmal gespeichert, fertig | Datei aus der Cloud neu heruntergeladen |
| Autorfeld leer | absichtlich entfernt | „Dokument prüfen" vor der Abgabe genutzt |
| Fremder Name als Autor | fremder Text | Poolrechner, Hochschulvorlage, Familien-Laptop |
| Erstellt am Abgabetag | in letzter Minute erzeugt | Der PDF-Export legt eine neue Datei an |
| Kein Word als Programm | ungewöhnlich | Google Docs, LibreOffice, Pages oder LaTeX |
Die dritte Zeile ist besonders heikel. Word bietet unter „Dokument prüfen" ausdrücklich an, persönliche Angaben zu entfernen, und bei anonymisierten Einreichungen ist genau das gefordert. Ein leeres Autorfeld kann also sorgfältiges Arbeiten nach Vorgabe bedeuten statt Verschleierung.
Dazu kommt ein grundsätzlicher Punkt: Metadaten lassen sich verändern. Deshalb können sie niemanden überführen und niemanden entlasten. Ein Feld, dessen Inhalt sich in wenigen Klicks setzen lässt, trägt keine Beweislast.
Indizienkette statt Einzelbeweis
Metadaten stehen am schwächsten Ende der Kette. Sie taugen dazu, eine Frage zu stellen, nie dazu, sie zu beantworten. Eine kurze Bearbeitungszeit zusammen mit einem sprachlich glatten Kapitel bleibt eine Vermutung.
Eine Sache dreht das Bild allerdings. Metadaten, die für dich sprechen, wiegen mehr als Metadaten, die gegen dich sprechen, weil du sie freiwillig vorlegst. Vierzig Speicherstände über sechs Wochen, die du selbst zeigst, wirken anders als dieselben Werte, die jemand auf der Suche nach Auffälligkeiten findet.
Belastbar wird ein Verdacht erst durch Überprüfbares. Erfundene Quellen lassen sich nachschlagen, ein fehlender Schreibprozess lässt sich durch Zwischenstände klären. Wie sich die einzelnen Merkmale zueinander verhalten, zeigt die Übersicht zu den Merkmalen von KI-Texten.
Was du praktisch damit machst
Schreibst du selbst, dann verlass dich nicht auf Dateieigenschaften als Nachweis. Sicher lieber die Spuren, die wirklich tragen: den Versionsverlauf als Nachweis, datierte Rohnotizen und getrennt gespeicherte Zwischenstände. Und prüf einmal zu Beginn, welcher Name in deiner Office-Installation als Autor hinterlegt ist. Steht dort ein Geschwistername oder eine Kennung aus dem Uni-Pool, erspart dir eine Korrektur am Anfang später eine unnötige Rückfrage.
Metadaten nicht blind löschen
Mit „Dokument prüfen" entfernst du auch Angaben, die dich später entlasten könnten. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: Leg vor dem Export eine vollständige Kopie samt Versionsverlauf an einem eigenen Ort ab. Verlangt deine Hochschule eine anonymisierte Abgabe, gilt natürlich deren Vorgabe, und die Sicherungskopie bleibt trotzdem bei dir.
Korrigierst du, dann behandle Metadaten als Frage, nie als Befund. Zwölf Minuten Bearbeitungszeit sind ein Anlass, nach Zwischenständen zu fragen. Was du daraus schließt, entscheidet sich am Inhalt des Gesprächs. Wie so ein Gespräch fair beginnt, steht unter Gespräch mit dem Dozenten.
Wie eine maschinelle Prüfung damit umgeht
Der KI Scan liest keine Metadaten. Bewertet wird ausschließlich der Text: Wortwahl, Satzbau und wie vorhersagbar eine Passage verläuft. Ob im Autorfeld ein Name steht oder nicht, ändert am Ergebnis nichts.
Das ist Absicht. Dateieigenschaften sind veränderbar und sagen über Sprache nichts aus. Du bekommst einen Wahrscheinlichkeitswert je Passage statt einer Zahl für das ganze Dokument. Wie du hohe Werte einordnest, steht unter Falsch-Positive verstehen.
Preis, Ablauf und Datenschutz
Der KI Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Eine Masterarbeit mit 80 Normseiten kostet damit 23,20 €. Im Kombi mit der Plagiatsprüfung sind es 0,39 € statt 0,58 € pro Normseite, für dieselbe Arbeit also 31,20 €.
Akzeptiert werden .docx, .doc, .pdf, .txt, .odt, .rtf und .pages bis 50 MB und bis 999 Normseiten. Das Ergebnis liegt in der Regel nach 15 Minuten vor, in seltenen Fällen dauert es bis zu 24 Stunden. Verarbeitet wird DSGVO-konform auf Servern in Deutschland, deine Datei wird nach 14 Tagen gelöscht und nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen. Eine Registrierung ist nicht nötig.