PlagiatScanner.de

KI-Transparenz · Information · KIT-10

KI-Übersetzung wissenschaftlich transparent machen

Direktantwort: Dokumentieren Sie bei einer KI-Übersetzung Quelltext und Rechte, Werkzeug und Datum, Ziel und Umfang, fachliche Prüfung sowie die konkrete Offenlegung in der Arbeit. Übersetzter Text bleibt inhaltlich an seine Originalquelle gebunden: Eine maschinelle Fassung macht fremde Aussagen nicht zur Eigenleistung und ersetzt keinen Quellenbeleg. Für Pflicht und Form der Angabe gelten die Regeln Ihrer Einrichtung und des jeweiligen Prüfungsformats.

Quelltext–Prüfung–Offenlegung-Matrix

Nachweisfelder für übersetzte wissenschaftliche Inhalte
Schritt Dokumentieren Kontrollfrage
Quelltext Autor, Werk, Stelle, Sprache, rechtmäßiger Zugriff Ist die Originalaussage eindeutig auffindbar?
Werkzeug Anbieter, Produkt, sichtbare Version, Datum Ist klar, welche Funktion genutzt wurde?
Umfang Kapitel, Zitat, Material oder eigenes Manuskript Welche Textteile waren betroffen?
Prüfung Terminologie, Bedeutung, Zahlen, Einschränkungen Wer hat die Fassung womit geprüft?
Offenlegung Methodenteil, Fußnote, Anhang oder Erklärung Passt der Ort zur lokalen Vorgabe?
Endfassung Übernommene Änderungen und eigene Redaktion Bleibt der Übersetzungsweg nachvollziehbar?

Drei Übersetzungssituationen unterscheiden

Eigener Text: Sie übersetzen ein selbst verfasstes Abstract oder Kapitel. Hier steht die sprachliche Bearbeitung im Mittelpunkt. Trotzdem können Bedeutungsverschiebungen entstehen; beide Sprachfassungen sollten fachlich übereinstimmen. Fremdes Zitat: Sie übertragen eine Passage aus einer Publikation. Die Originalquelle bleibt zwingend der Beleg, und es muss erkennbar sein, ob die Übersetzung von Ihnen oder mit einem Werkzeug erstellt wurde. Forschungsmaterial: Interviews, offene Antworten oder Dokumente werden für Analyse und Darstellung übersetzt. Dann gehören Übersetzungsentscheidungen zur Methode, weil sie Interpretation und Kategorien beeinflussen können.

Eine vierte Situation ist die Übersetzung von Suchbegriffen oder Kurznotizen für die Recherche. Auch sie kann Treffer und Auswahl prägen. Dokumentieren Sie wesentliche Terminologieentscheidungen im Suchprotokoll, besonders wenn ein Begriff in den Sprachen unterschiedliche fachliche Reichweiten hat.

Eine Übersetzung fachlich prüfen

Rückübersetzung allein ist kein Wahrheitsautomat: Zwei Systeme können denselben Fehler spiegeln oder eine mehrdeutige Formulierung unterschiedlich glätten. Prüfen Sie stattdessen gezielt. Stellen Sie Original und Zieltext satzweise gegenüber. Markieren Sie Fachbegriffe, Negationen, Zahlen, Modalverben, zeitliche Bezüge und Einschränkungen. Vergleichen Sie Schlüsselbegriffe mit Fachwörterbüchern, Terminologiedatenbanken oder parallelen Texten seriöser Institutionen. Bei zentralen Aussagen ist eine sprachkundige fachliche Prüfung sinnvoll.

  1. Originalstelle unverändert sichern und dauerhaft zuordnen.
  2. Erste maschinelle Fassung getrennt speichern.
  3. Problemstellen und alternative Übersetzungen notieren.
  4. Fachterminologie anhand belastbarer Quellen festlegen.
  5. Endfassung mit Begründung der wesentlichen Änderungen ablegen.
  6. Zitat und Literaturangabe nochmals gegen das Original prüfen.

Wenn Sie eine Sprache nicht ausreichend beherrschen, dürfen Sie nicht so formulieren, als hätten Sie jede Nuance selbst validiert. Begrenzen Sie die Aussage und benennen Sie, welche Prüfung tatsächlich möglich war.

Übersetzen ändert den Quellenstatus nicht

Ein direktes fremdes Zitat bleibt ein direktes Zitat, auch wenn es in deutscher Übersetzung erscheint. Kennzeichnen Sie die Übertragung nach dem für Ihren Zitierstil vorgesehenen Verfahren und führen Sie das Originalwerk im Literaturverzeichnis. Bei einer eigenen Übersetzung wird häufig ein Hinweis wie „eigene Übersetzung“ verwendet; bei maschineller Unterstützung sollte die Erklärung den Werkzeuganteil zusätzlich sichtbar machen. Die genaue Form ist stil- und institutionsabhängig.

Eine Paraphrase darf sich ebenfalls nicht nur auf die maschinelle Ausgabe stützen. Lesen Sie das Original, prüfen Sie den Sinn und belegen Sie die Quelle. Erfundene Seitenzahlen oder Literaturdaten aus einem System werden nicht übernommen. Hinweise zur Trennung von Beleg und eigener Formulierung bietet Plagiat vermeiden.

Musterangaben nach Anwendungsfall

Eigenes Abstract: „Die englische Fassung des von mir verfassten Abstracts wurde am 22. August 2026 mit [Werkzeug, sichtbare Version] vorübersetzt. Ich prüfte Fachbegriffe, Zahlen und Einschränkungen anhand der deutschen Endfassung und überarbeitete den Zieltext selbst.“

Fremdes Zitat: „Die deutsche Wiedergabe des englischen Zitats aus [Quelle, Seite] wurde mit [Werkzeug] erstellt und von mir anhand des Originals redigiert; Hervorhebungen und Auslassungen sind gekennzeichnet.“

Interviewmaterial: „Für die Darstellung wurden ausgewählte Interviewpassagen mit [Werkzeug] vorübersetzt. Das Kategoriensystem wurde am Originalmaterial angewendet; zentrale Begriffe und mehrdeutige Stellen wurden im Übersetzungsprotokoll dokumentiert.“

Diese Muster begründen weder eine Erlaubnis zur Verarbeitung vertraulicher Texte noch eine allgemeine Offenlegungsregel. Prüfen Sie Einwilligung, Datenschutz, Verträge und konkrete Prüfungsbestimmungen vor der Nutzung.

Datenschutz und unveröffentlichte Inhalte

Laden Sie personenbezogene Interviews, interne Dokumente oder unveröffentlichte Manuskripte nicht allein aus Bequemlichkeit in einen externen Dienst. Klären Sie Zweck, Rechtsgrundlage, Auftrags- und Drittlandfragen sowie institutionelle Freigaben mit der zuständigen Stelle. Pseudonymisierung kann Risiken verringern, ist aber nicht automatisch Anonymisierung. Auch Metadaten oder seltene Kombinationen können Personen erkennbar machen.

Im Nutzungsnachweis genügt gegebenenfalls eine Beschreibung der Datenklasse und des kontrollierten Verfahrens; vertrauliche Originale gehören nicht in einen öffentlich zugänglichen Anhang. Der Leitfaden Vertrauliche Daten in KI-Tools bietet eine Risiko-Ampel. Weitere Offenlegungswege stehen im Hub KI-Transparenz.

Praxisnotiz: Terminologieliste führen

Legen Sie für zentrale Fachbegriffe eine zweisprachige Liste an: Originalbegriff, gewählte Übersetzung, verworfene Alternative, Belegstelle und Begründung. Prüfen Sie per Suche, ob die Endfassung jeden Begriff konsistent verwendet. Das ist besonders wichtig bei mehreren Kapiteln, Übersetzenden oder Werkzeugen. Die Liste verhindert, dass ein Konzept wechselnd übersetzt oder verschiedene Konzepte unter einem Wort zusammengeführt werden. Sie dokumentiert Ihre Entscheidung, ist aber keine externe Fachquelle. Kontextabhängige Varianten werden mit ihrem jeweiligen Einsatzbereich getrennt erfasst.

Quellen

Speichern Sie die Terminologieliste zusammen mit genau der Manuskriptversion, für die sie geprüft wurde. Nach späteren Änderungen wird der Abgleich erneut ausgeführt.

Quellenstand: 4. September 2026.