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KI-Transparenz · Handlung · KIT-17

KI-Modellversion und Zugriffsdatum dokumentieren

Direktantwort: Halte bei jeder fachlich relevanten KI-Nutzung mindestens Anbieter, Produkt, angezeigte Modellbezeichnung, Zugriffsweg, Datum mit Zeitzone, Einstellungen, Zweck und eine lokale Kennung der gesicherten Ausgabe fest. Notiere unbekannte Angaben ausdrücklich als „nicht angezeigt“, statt eine Versionsnummer zu erraten. So bleibt sichtbar, welches System du tatsächlich genutzt hast, auch wenn der Dienst später aktualisiert wird.

Reproduzierbarkeits-MetadatenschemaFachstand: 4. September 2026

Das Metadatenschema zum Ausfüllen

Das folgende Schema trennt beobachtbare Angaben von eigenen Annahmen. Fülle pro Arbeitsvorgang eine Zeile aus, wenn sich Modell, Einstellungen, Aufgabe oder Zugriffstag ändern. Eine pauschale Notiz wie „Chatbot verwendet“ reicht nicht, weil weder Systemzustand noch Arbeitsschritt identifizierbar sind.

Reproduzierbarkeitskarte

Pflicht- und Ergänzungsfelder für einen KI-Arbeitsvorgang
FeldWas du einträgstWenn die Angabe fehlt
Vorgangs-IDEigene stabile Kennung, etwa KI-2026-014Neue lokale ID vergeben
Dienst und AnbieterSichtbarer Produktname und verantwortlicher AnbieterZugriffsoberfläche beschreiben
ModellExakt angezeigte Modell- oder Endpunktbezeichnung„Nicht angezeigt“
ZugriffWeboberfläche, API, Hochschulzugang oder lokale AnwendungBeobachtbaren Weg nennen
ZeitpunktDatum, Uhrzeit und ZeitzoneMindestens belegbares Datum
EinstellungenTemperatur, Modus, aktivierte Suche, eigene Anweisungen„Nicht einsehbar“
ZweckKonkreter Arbeitsschritt und erwarteter BeitragNutzung nicht pauschalisieren
BelegDateiname oder Prüfsumme der gesicherten Ein- und AusgabeUnverzüglich sichern

Ergänze außerdem Sprache, Dateianhänge und relevante Werkzeugfunktionen. Kopiere dabei keine vertraulichen Inhalte in ein öffentliches Protokoll. Das Schema soll die Interaktion identifizieren, nicht sensible Forschung offenlegen.

Warum die Modellbezeichnung allein nicht genügt

Ein Produktname kann mehrere Modelle, Systemanweisungen und Werkzeugketten umfassen. Selbst eine sichtbare Modellbezeichnung beschreibt nicht zwingend den vollständigen technischen Zustand. Anbieter können Oberflächen, Suchzugriff oder Sicherheitsregeln ändern, ohne dass du interne Komponenten sehen kannst. Dokumentation schafft deshalb Nachvollziehbarkeit, aber keine perfekte technische Reproduktion.

Diese Grenze gehört in die Methodik. Schreibe beispielsweise: „Die Oberfläche zeigte die Modellbezeichnung X; weitere Systemkomponenten waren nicht einsehbar.“ Das ist präziser als eine vermeintlich exakte Behauptung über unbekannte Parameter. Bei einem API-Zugriff kannst du zusätzlich Endpunkt, Bibliotheksversion und gesendete Parameter festhalten, sofern sie tatsächlich vorliegen.

Nicht ergänzen: Eine Modellfamilie, ein vermutetes Veröffentlichungsdatum oder technische Parameter dürfen nicht aus Erinnerung rekonstruiert werden. Trenne „angezeigt“, „selbst eingestellt“ und „unbekannt“ in deinem Protokoll.

Metadaten während der Arbeit erfassen

Lege die Karte vor der ersten Interaktion an und vergib die Vorgangs-ID. Prüfe die sichtbare Modellangabe unmittelbar vor dem Absenden. Sichere danach Eingabe, Ausgabe und Zeitpunkt zusammen. Wenn du denselben Chat an einem anderen Tag fortsetzt, beginnt ein neuer Vorgang, sobald ein veränderter Systemzustand möglich ist.

  1. Öffne einen neuen Protokolleintrag und beschreibe die beabsichtigte Aufgabe.
  2. Notiere sichtbare Dienst-, Modell- und Zugriffsangaben wortgetreu.
  3. Erfasse selbst gewählte Einstellungen sowie aktivierte Werkzeuge.
  4. Speichere Prompt und Ausgabe in einem unveränderlichen Export oder als schreibgeschützte Datei.
  5. Halte fest, welche Vorschläge du verworfen, geprüft oder übernommen hast.
  6. Verknüpfe die Vorgangs-ID mit der Manuskript- oder Codeversion.
  7. Schließe den Eintrag mit Datum und kurzer Ergebnisbewertung.

Bei längeren Projekten hilft ein zentrales Register. Die Detaildateien können getrennt liegen; das Register enthält dann nur ID, Zweck, Datum, Modellangabe und Speicherort. Der Leitfaden zur KI-Nutzungserklärung zeigt, wie du aus solchen Einzelbelegen eine verständliche Offenlegung formulierst.

Beispiel: Eine Literatursuche an zwei Tagen

Am Montag lässt du Suchbegriffe für eine Fachdatenbank strukturieren. Die Oberfläche zeigt Modell A, der Browserzugriff erfolgt ohne zusätzliche Suche. Du speicherst den Chat als KI-2026-014 und prüfst alle gefundenen Titel im Bibliothekskatalog. Am Donnerstag ergänzt du die Anfrage. Nun zeigt die Oberfläche Modell B und eine aktivierte Websuche. Obwohl derselbe Chat geöffnet ist, legst du KI-2026-015 an.

Im Methodennachweis stehen beide Vorgänge getrennt. Die tatsächlich gelesenen Publikationen bleiben die fachlichen Quellen; die Chats dokumentieren nur den Suchweg. Wie Literaturkandidaten bis zur Originalquelle geprüft werden, beschreibt der Fundstellen-Verifikationsworkflow. Diese Trennung verhindert, dass eine Systemantwort versehentlich als wissenschaftlicher Beleg erscheint.

Wenn Modell B später nicht mehr auswählbar ist, bleiben Datum, Oberfläche, Einstellungen und archivierte Ausgabe trotzdem nachprüfbar. Eine andere Person kann den damaligen Vorgang einordnen, auch wenn sie nicht exakt dieselbe Antwort erzeugen kann. Das ist ehrliche Reproduzierbarkeit unter veränderlichen Bedingungen.

Ausgaben versionieren und Änderungen verbinden

Speichere Roh-Ausgaben getrennt von bearbeiteten Texten. Ein sinnvoller Dateiname kombiniert Vorgangs-ID, Datum und Status, etwa KI-2026-014_2026-09-04_roh.txt. Änderungen gehören in eine neue Datei oder ein Versionssystem. Überschreibe das Rohmaterial nicht mit einer bereinigten Fassung.

Die Manuskriptverknüpfung beantwortet die entscheidende Frage: Wo hat dieser Vorgang die Arbeit beeinflusst? Nenne Kapitel, Absatz, Tabellenzelle oder Commit. Bei rein verworfenen Vorschlägen reicht „keine Übernahme“ mit kurzem Grund. Wurde ein Sachclaim übernommen, muss zusätzlich die belastbare Originalquelle verknüpft sein. Der Entscheidungsbaum zum Quellenstatus erklärt diesen zweiten Nachweisweg.

  • Rohdatei und bearbeitete Fassung nie unter demselben Namen speichern.
  • Exporte auf Vollständigkeit prüfen; manche Oberflächen lassen Systemangaben aus.
  • Lokale Uhrzeit zusammen mit der Zeitzone erfassen.
  • Bei Teamarbeit festhalten, wer den Vorgang durchgeführt und geprüft hat.
  • Aufbewahrungsfristen und Zugriffsrechte nach Projektvorgaben bestimmen.

Was in Methodenteil und Anhang gehört

Der Methodenteil erklärt Auswahl, Zweck und Einfluss des Werkzeugs in lesbarer Form. Das vollständige Register passt häufig besser in einen Anhang oder eine geschützte Projektdokumentation. Maßgeblich sind Prüfungsordnung, Aufgabenstellung und Vorgaben deiner Einrichtung. Wenn diese ein eigenes Format verlangen, hat es Vorrang.

Vermeide sowohl Überdokumentation als auch Verschleierung. Ein seitenlanger Chat ohne Zuordnung hilft wenig; eine einzige Fußnote ohne Systemzustand ebenfalls. Zeige stattdessen den Weg von Vorgangs-ID über gesicherte Interaktion zur konkreten menschlichen Prüfung. Weitere Verfahren bündelt der Pillar KI-Transparenz. Eine technische Einschätzung von Textmerkmalen kann die Dokumentation nicht ersetzen; die Grundlagenseite zum KI-Scan ordnet diese andere Fragestellung ein.

Quellen und fachliche Grundlage

  1. Deutsche Forschungsgemeinschaft: Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis – Nachvollziehbarkeit und Dokumentation von Forschungsprozessen.
  2. ALLEA: The European Code of Conduct for Research Integrity – Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Verantwortung in der Forschung.
  3. DataCite Metadata Schema – strukturierte Identifikation, Versionierung und Datumsangaben für Forschungsobjekte.
  4. UNESCO: Guidance for generative AI in education and research – transparente, menschenverantwortete Nutzung generativer Systeme.

Quellenstand: 4. September 2026. Das Schema ist eine redaktionelle Arbeitshilfe und ersetzt keine lokale Prüfungs- oder Datenschutzvorgabe.