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KI-Transparenz · Handlung · KIT-19

KI-Nutzung in Gruppenarbeiten gemeinsam dokumentieren

Direktantwort: Führt ein gemeinsames Beitrags- und Toolprotokoll, in dem jedes Mitglied eigene Arbeitspakete, KI-Vorgänge, übernommene Ergebnisse, Prüfungen und Freigaben mit Datum einträgt. Eine Gesamterklärung „Wir haben KI verwendet“ ist zu grob. Das Protokoll muss zeigen, wer das Werkzeug bedient hat, wer den Output fachlich geprüft hat und in welcher Fassung der Beitrag in die Gruppenarbeit gelangte.

Beitrags- und ToolprotokollFachstand: 4. September 2026

Vorlage für Beiträge und KI-Vorgänge

Legt das Protokoll zu Projektbeginn an, nicht erst am Abgabetag. Jede Zeile beschreibt einen überprüfbaren Vorgang. Größere Arbeitspakete wie „Kapitel 3“ werden in konkrete Beiträge zerlegt: Recherche, Datenauswahl, Analyse, Entwurf, Überarbeitung, Quellenprüfung oder Endredaktion. KI-Unterstützung erhält eine eigene Vorgangs-ID.

Gemeinsames Nachweisblatt

Beitrags- und Toolprotokoll je Gruppenmitglied
FeldEintragPrüffrage
Mitglied und DatumName oder vereinbarte Kennung, BearbeitungszeitpunktWer verantwortet den Eintrag?
ArbeitspaketKonkrete Aufgabe und betroffener AbschnittWas wurde tatsächlich bearbeitet?
Eigener BeitragRecherche, Entscheidung, Text, Code, Analyse oder ReviewWelche menschliche Leistung ist erkennbar?
KI-VorgangID, Dienst, Modellangabe, Zweck und gesicherter DialogWelches System half wobei?
ÜbernahmeVerworfen, geändert oder übernommen; genaue FundstelleWas gelangte in die Abgabe?
PrüfungQuellen-, Rechen-, Code-, Daten- oder SprachprüfungWer kontrollierte mit welchem Beleg?
FreigabeReview durch zweites Mitglied und VersionskennungWelche Fassung akzeptierte die Gruppe?

Das Blatt ist kein Punktesystem. Es soll Verantwortung sichtbar machen, nicht Beiträge künstlich gleich groß erscheinen lassen. Ergänzt die von eurer Aufgabe verlangten Rollen oder Formulare. Wenn ein Mitglied nichts mit KI bearbeitet hat, steht das ausdrücklich im betreffenden Arbeitspaket.

Bedienung, fachliche Prüfung und Redaktion trennen

Eine Person kann einen Prompt schreiben, eine zweite die fachliche Richtigkeit prüfen und eine dritte den Text in den gemeinsamen Stil bringen. Diese Rollen gehören in getrennte Felder. „Team“ als alleinige Urheberangabe verdeckt, wer einen Fehler erkennen konnte und welche Eigenleistung hinter einem Abschnitt steht.

Das CRediT-Vokabular für wissenschaftliche Beiträge zeigt ein nützliches Prinzip: Mitwirkung lässt sich nach Tätigkeitsarten beschreiben. Für eine studentische Gruppenarbeit muss nicht jede offizielle CRediT-Rolle übernommen werden. Nutzt aber präzise Verben wie konzipiert, recherchiert, programmiert, visualisiert, validiert, geschrieben und geprüft. KI ist dabei kein verantwortliches Gruppenmitglied und erhält keine Autorschaft; sie wird als Werkzeugvorgang protokolliert.

Gemeinsame Verantwortung bleibt bestehen: Eine Zuständigkeitszeile entschuldigt die anderen nicht automatisch. Vor der Abgabe muss die Gruppe klären, welche Aussagen jedes Mitglied mittragen und erklären können muss. Maßgeblich sind Aufgabenstellung und Prüfungsregeln.

Ein Arbeitsablauf mit zwei Freigaben

  1. Arbeitspakete mit verantwortlicher Person, Reviewpartner und erwarteter Ausgabe festlegen.
  2. Für jeden relevanten KI-Einsatz eine ID vergeben und Systemkontext erfassen.
  3. Roh-Output außerhalb des Abgabetexts sichern; nichts ungeprüft in das Hauptdokument kopieren.
  4. Übernommene Inhalte mit Quellen, Daten, Berechnungen oder Tests verifizieren.
  5. Änderungen und genaue Zielstelle im Manuskript dokumentieren.
  6. Reviewpartner prüft Beitrag, Beleg und Offenlegung gegen dieselbe Fassung.
  7. Gruppe friert eine Version ein und erstellt daraus die gemeinsame Erklärung.

Die Systemdetails lassen sich über das Metadatenschema für Modell und Zugriff vereinheitlichen. Für Code sollte zusätzlich feststehen, welche Tests bestanden wurden; der Code-Provenienznachweis verbindet Vorschlag, Änderung und Test. So bleibt das Gruppenblatt kurz und verweist auf belastbare Detailbelege.

Uneinigkeit und fehlende Einträge früh behandeln

Wenn ein Mitglied einen KI-Vorgang nicht offenlegen möchte, stoppt die Integration dieses Beitrags. Klärt zuerst, was verwendet wurde, welche Teile übernommen wurden und ob die Nutzung nach euren Regeln zulässig war. Die Gruppe darf keine gemeinsame Richtigkeit bestätigen, solange ein relevanter Prozess unbekannt bleibt.

Bei widersprüchlichen Erinnerungen zählen zeitnahe Belege: Versionsverlauf, Vorgangs-ID, Quellenmatrix, Testprotokoll und dokumentierte Freigabe. Rekonstruiert fehlende Angaben als Rekonstruktion und markiert Unsicherheiten. Erfindet keine Modellversion oder Promptfolge, um die Tabelle vollständig aussehen zu lassen.

Ein zweites Problem entsteht, wenn alle denselben generierten Absatz nacheinander leicht bearbeiten. Der sichtbare Endtext wirkt dann gemeinschaftlich, obwohl die inhaltliche Ausgangsentscheidung ungeklärt bleibt. Protokolliert den Ursprung, jede fachliche Änderung und die Person, die Quellenpassung sowie Argument geprüft hat. Stilkorrektur ist nicht dasselbe wie inhaltliche Validierung.

Beispiel: Drei Personen, eine Ergebnisgrafik

Lea bereinigt Messdaten und dokumentiert Ausschlussregeln. Omar verwendet ein KI-Werkzeug, um mögliche Diagrammtypen zu vergleichen; er übernimmt keine Zahlen und sichert den Vorgang als KI-GR-07. Mina wählt nach fachlicher Prüfung ein Punktdiagramm, schreibt die Bildunterschrift und kontrolliert sie gegen Datensatz und Analysecode.

Im Beitragsprotokoll stehen drei verschiedene Leistungen. Omars KI-Nutzung ist sichtbar, ohne dem Werkzeug die Grafikerstellung zuzuschreiben. Mina hält fest, welche Vorschläge verworfen wurden und warum die gewählte Darstellung zur Forschungsfrage passt. Lea prüft abschließend, ob Beschriftung und dargestellte Daten dieselbe gefilterte Version verwenden.

Die Offenlegung kann nun knapp und überprüfbar sein: Werkzeugvorgang, Zweck, menschliche Auswahl, Datenprüfung und Zielabbildung sind miteinander verbunden. Im Pillar KI-Transparenz findet die Gruppe weitere Nachweise für einzelne Arbeitsarten. Eine Grundlageneinordnung zum KI-Scan kann Textmerkmale untersuchen, ersetzt aber weder Beitragsprotokoll noch Versionsgeschichte.

Abgabecheck für die gesamte Gruppe

  • Jedes Arbeitspaket hat eine verantwortliche Person und einen Reviewpartner.
  • Jeder relevante KI-Vorgang besitzt eine eindeutige ID und einen Speicherort.
  • Übernommene Ergebnisse sind im Abgabetext genau auffindbar.
  • Fachliche Prüfung und bloße Sprachredaktion werden nicht vermischt.
  • Quellen belegen Aussagen unabhängig vom KI-Output.
  • Vertrauliche Eingaben erscheinen nicht im gemeinsam zugänglichen Anhang.
  • Die eingefrorene Abgabeversion stimmt mit den protokollierten Fundstellen überein.
  • Die gemeinsame Erklärung erfüllt die konkret geltenden Prüfungsregeln.

Lasst jedes Mitglied den fertigen Nachweis lesen. Offene Markierungen werden vor der Abgabe geklärt oder als tatsächliche Unsicherheit benannt. Nachträgliche kosmetische Einheitlichkeit darf keine widersprüchlichen Beitragsangaben verdecken.

Quellen und fachliche Einordnung

  1. CRediT: Contributor Roles Taxonomy – standardisiertes Vokabular für unterschiedliche Beitragsarten.
  2. ALLEA: The European Code of Conduct for Research Integrity – Verantwortung, transparente Kommunikation und redliche Zuordnung.
  3. Deutsche Forschungsgemeinschaft: Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis – Rollen, Verantwortung und nachvollziehbare Dokumentation.
  4. UNESCO: Guidance for generative AI in education and research – menschliche Verantwortung bei generativer KI.

Quellenstand: 4. September 2026. Das Protokoll ist an Aufgabenstellung, Prüfungsordnung und institutionelle KI-Regeln anzupassen.