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KI-Transparenz · Vorlage · KIT-06

KI-Nutzungserklärung: neutrales Muster mit Grenzen

Direktantwort: Eine belastbare KI-Nutzungserklärung nennt das tatsächlich verwendete Werkzeug, Nutzungssituation, Umfang, menschliche Prüfung und verbleibende Eigenleistung. Sie behauptet keine allgemeine Hochschulregel, sondern wird an Prüfungsordnung, Aufgabenstellung und Hinweise der betreuenden Stelle angepasst. Das modulare Muster unten lässt nicht genutzte Bausteine bewusst weg und macht aus einer pauschalen Erklärung einen überprüfbaren Arbeitsnachweis.

Modulares Muster zum Anpassen

KI-Nutzungserklärung

Grundmodul: „Für die Erstellung dieser Arbeit habe ich [Werkzeug und Anbieter] am [Zeitraum/Zugriffsdatum] für [konkreter Zweck] eingesetzt. Die Nutzung betraf [Kapitel, Arbeitsschritt oder Material] und umfasste [knappe Beschreibung von Eingabe und Ausgabe].“

Prüfmodul: „Ausgaben wurden nicht ungeprüft übernommen. Ich habe [Fakten anhand der Originalquellen / Berechnungen mit den Ausgangsdaten / Code durch Tests / Formulierungen am Ausgangstext] kontrolliert und die Ergebnisse eigenständig überarbeitet.“

Eigenleistungsmodul: „Fragestellung, Auswahl und Bewertung der Quellen, Argumentation sowie Schlussfolgerungen stammen von mir. Die Verantwortung für Inhalt, Belege und Fehler liegt bei mir.“

Nachweismodul: „Ein Nutzungsprotokoll mit [Prompts, Auszügen, Versionsangaben oder Änderungsnotizen] befindet sich in [Anhang/Belegordner]. Vertrauliche oder personenbezogene Inhalte sind darin [nicht enthalten / gekürzt / nach geltender Vorgabe geschützt].“

Nichtnutzungsmodul: Nur wenn wahr: „Generative KI wurde nicht zur Erzeugung von Text, Daten, Literaturangaben, Abbildungen oder Code verwendet.“ Gewöhnliche Rechtschreibprüfung sollte nicht ohne Anlass als generative Nutzung dargestellt werden; entscheidend sind lokale Vorgaben und die reale Funktion des Werkzeugs.

Welche Module gehören in die eigene Erklärung?

Das Muster ist kein Formular, das vollständig kopiert werden muss. Beginnen Sie beim tatsächlichen Arbeitsprozess. Wer ein Sprachmodell nur zum Sammeln möglicher Suchbegriffe genutzt hat, braucht keine Erklärung über KI-Code oder Datenanalyse. Wer Absätze umformulieren ließ, sollte dagegen Eingriffstiefe, betroffene Passagen und eigene Endredaktion benennen. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen „viel“ und „wenig“, sondern zwischen nachvollziehbar und unklar.

Prüfen Sie zuerst die geltenden Dokumente Ihrer Einrichtung: Prüfungsordnung, Modulhandbuch, Aufgabenstellung, Erklärung zur Eigenständigkeit und aktuelle Hinweise des Fachbereichs. Diese Texte können unterschiedliche Begriffe oder Ablageorte verlangen. Das hier angebotene Muster ersetzt sie nicht. Fehlt eine besondere Vorgabe, bleibt eine knappe, sachliche Dokumentation sinnvoll, weil sie Arbeitsanteile und Kontrollschritte sichtbar macht.

  • Ideenphase: Zweck, Ausgangsfrage und Auswahlentscheidung nennen.
  • Textarbeit: betroffene Passagen und Art der Bearbeitung abgrenzen.
  • Recherche: jede gefundene Literaturangabe am realen Katalog oder Original prüfen.
  • Analyse: Datenstand, Modell, Prompt, Parameter und unabhängige Validierung dokumentieren.
  • Programmierung: Dateien oder Funktionen, menschliche Änderungen und Tests festhalten.
  • Abbildung: Erzeugungsweg, Nachbearbeitung und Kennzeichnung erläutern.

Von der Pauschalformel zum prüfbaren Satz

„Ich habe KI als Hilfsmittel benutzt“ ist zwar kurz, beantwortet aber kaum eine Prüfungsfrage. Eine präzisere Fassung lautet etwa: „Am 18. August 2026 nutzte ich [Werkzeug, Version soweit angezeigt], um alternative Suchbegriffe für Kapitel 2 zu sammeln. Ich wählte fünf Begriffe selbst aus, recherchierte damit in den genannten Fachdatenbanken und zitierte ausschließlich geprüfte Originalpublikationen.“ Der Satz trennt Vorschlag, Auswahl, Recherche und Beleg.

Ebenso unzureichend ist „Der Text wurde mit KI verbessert“. Sachlicher wäre: „Für die Abschnitte 3.2 und 3.3 ließ ich Vorschläge zur Satzkürzung erzeugen. Argumentation, Fachbegriffe und Belege wurden nicht durch das Werkzeug festgelegt; jede Änderung wurde mit der vorherigen Fassung verglichen und von mir entschieden.“ Entscheidend ist nicht, sich besonders streng oder harmlos darzustellen, sondern eine fremde Person den Eingriff verstehen zu lassen.

Was die Erklärung nicht leisten kann

Eine KI-Nutzungserklärung heilt keine unzulässige Nutzung und schafft keine Erlaubnis. Sie ersetzt weder Quellenbelege noch die Prüfung urheberrechtlicher, datenschutzrechtlicher oder prüfungsrechtlicher Fragen. Auch ein vollständiger Chatverlauf beweist nicht automatisch, welche Fassung in die Arbeit eingegangen ist. Die Erklärung ist ein Teil des Nachweises, nicht der gesamte Nachweis.

Vermeiden Sie erfundene Genauigkeit. Wenn eine Oberfläche keine stabile Modellversion anzeigt, schreiben Sie nicht aus Vermutung eine Versionsnummer hinein. Dokumentieren Sie stattdessen Anbieter, Produktname, Zugriffsdatum und die sichtbare Versionsinformation oder ausdrücklich deren Fehlen. Enthielt ein Prompt geschützte Daten, sollte er nicht unbedacht als Anhang veröffentlicht werden. Klären Sie dann mit der zuständigen Stelle, wie ein redigierter Nachweis aussehen kann.

KI-Ausgaben sind zudem keine Ersatzquelle. Behauptungen, Zitate und Seitenzahlen werden am veröffentlichten Original geprüft. Für eine strukturierte Absicherung hilft der Leitfaden Warum KI-Output keine Quelle ersetzt. Wer den gesamten Prozess festhalten möchte, kann ein KI-Nutzungsprotokoll führen.

Fünf Prüfungen vor der Abgabe

  1. Wahrheit: Deckt die Erklärung alle tatsächlich eingesetzten generativen Funktionen ab?
  2. Zuordnung: Lassen sich Zwecke und Eingriffe konkreten Kapiteln, Dateien oder Arbeitsschritten zuordnen?
  3. Kontrolle: Sind Fakten-, Quellen-, Daten- oder Codeprüfungen benannt, ohne mehr Sicherheit zu behaupten als erreicht wurde?
  4. Konsistenz: Stimmen Erklärung, Anhang, Versionshistorie und fertige Arbeit miteinander überein?
  5. Lokale Regel: Sind Wortlaut, Ort und Umfang mit den für diese Prüfung maßgeblichen Vorgaben vereinbar?

Lesen Sie die Erklärung anschließend aus Sicht einer prüfenden Person: Ist erkennbar, was das Werkzeug beigetragen hat und was Sie entschieden haben? Bleibt eine zentrale Frage offen, ergänzen Sie einen konkreten Satz statt einer pauschalen Versicherung. Für Details zum wissenschaftlichen Umgang mit generativen Systemen führt der Themenhub KI-Transparenz die passenden Nachweise zusammen. Eine technische Einordnung von Textsignalen bietet die Grundlagenseite KI-Erkennung; sie ersetzt keine prozessbezogene Offenlegung.

Quellen und fachliche Grundlage

Quellenstand: 4. September 2026. Hochschulspezifische Regeln sind zusätzlich vor Ort zu prüfen.