Modulares Muster zum Anpassen
Welche Module gehören in die eigene Erklärung?
Das Muster ist kein Formular, das vollständig kopiert werden muss. Beginnen Sie beim tatsächlichen Arbeitsprozess. Wer ein Sprachmodell nur zum Sammeln möglicher Suchbegriffe genutzt hat, braucht keine Erklärung über KI-Code oder Datenanalyse. Wer Absätze umformulieren ließ, sollte dagegen Eingriffstiefe, betroffene Passagen und eigene Endredaktion benennen. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen „viel“ und „wenig“, sondern zwischen nachvollziehbar und unklar.
Prüfen Sie zuerst die geltenden Dokumente Ihrer Einrichtung: Prüfungsordnung, Modulhandbuch, Aufgabenstellung, Erklärung zur Eigenständigkeit und aktuelle Hinweise des Fachbereichs. Diese Texte können unterschiedliche Begriffe oder Ablageorte verlangen. Das hier angebotene Muster ersetzt sie nicht. Fehlt eine besondere Vorgabe, bleibt eine knappe, sachliche Dokumentation sinnvoll, weil sie Arbeitsanteile und Kontrollschritte sichtbar macht.
- Ideenphase: Zweck, Ausgangsfrage und Auswahlentscheidung nennen.
- Textarbeit: betroffene Passagen und Art der Bearbeitung abgrenzen.
- Recherche: jede gefundene Literaturangabe am realen Katalog oder Original prüfen.
- Analyse: Datenstand, Modell, Prompt, Parameter und unabhängige Validierung dokumentieren.
- Programmierung: Dateien oder Funktionen, menschliche Änderungen und Tests festhalten.
- Abbildung: Erzeugungsweg, Nachbearbeitung und Kennzeichnung erläutern.
Von der Pauschalformel zum prüfbaren Satz
„Ich habe KI als Hilfsmittel benutzt“ ist zwar kurz, beantwortet aber kaum eine Prüfungsfrage. Eine präzisere Fassung lautet etwa: „Am 18. August 2026 nutzte ich [Werkzeug, Version soweit angezeigt], um alternative Suchbegriffe für Kapitel 2 zu sammeln. Ich wählte fünf Begriffe selbst aus, recherchierte damit in den genannten Fachdatenbanken und zitierte ausschließlich geprüfte Originalpublikationen.“ Der Satz trennt Vorschlag, Auswahl, Recherche und Beleg.
Ebenso unzureichend ist „Der Text wurde mit KI verbessert“. Sachlicher wäre: „Für die Abschnitte 3.2 und 3.3 ließ ich Vorschläge zur Satzkürzung erzeugen. Argumentation, Fachbegriffe und Belege wurden nicht durch das Werkzeug festgelegt; jede Änderung wurde mit der vorherigen Fassung verglichen und von mir entschieden.“ Entscheidend ist nicht, sich besonders streng oder harmlos darzustellen, sondern eine fremde Person den Eingriff verstehen zu lassen.
Was die Erklärung nicht leisten kann
Vermeiden Sie erfundene Genauigkeit. Wenn eine Oberfläche keine stabile Modellversion anzeigt, schreiben Sie nicht aus Vermutung eine Versionsnummer hinein. Dokumentieren Sie stattdessen Anbieter, Produktname, Zugriffsdatum und die sichtbare Versionsinformation oder ausdrücklich deren Fehlen. Enthielt ein Prompt geschützte Daten, sollte er nicht unbedacht als Anhang veröffentlicht werden. Klären Sie dann mit der zuständigen Stelle, wie ein redigierter Nachweis aussehen kann.
KI-Ausgaben sind zudem keine Ersatzquelle. Behauptungen, Zitate und Seitenzahlen werden am veröffentlichten Original geprüft. Für eine strukturierte Absicherung hilft der Leitfaden Warum KI-Output keine Quelle ersetzt. Wer den gesamten Prozess festhalten möchte, kann ein KI-Nutzungsprotokoll führen.
Fünf Prüfungen vor der Abgabe
- Wahrheit: Deckt die Erklärung alle tatsächlich eingesetzten generativen Funktionen ab?
- Zuordnung: Lassen sich Zwecke und Eingriffe konkreten Kapiteln, Dateien oder Arbeitsschritten zuordnen?
- Kontrolle: Sind Fakten-, Quellen-, Daten- oder Codeprüfungen benannt, ohne mehr Sicherheit zu behaupten als erreicht wurde?
- Konsistenz: Stimmen Erklärung, Anhang, Versionshistorie und fertige Arbeit miteinander überein?
- Lokale Regel: Sind Wortlaut, Ort und Umfang mit den für diese Prüfung maßgeblichen Vorgaben vereinbar?
Lesen Sie die Erklärung anschließend aus Sicht einer prüfenden Person: Ist erkennbar, was das Werkzeug beigetragen hat und was Sie entschieden haben? Bleibt eine zentrale Frage offen, ergänzen Sie einen konkreten Satz statt einer pauschalen Versicherung. Für Details zum wissenschaftlichen Umgang mit generativen Systemen führt der Themenhub KI-Transparenz die passenden Nachweise zusammen. Eine technische Einordnung von Textsignalen bietet die Grundlagenseite KI-Erkennung; sie ersetzt keine prozessbezogene Offenlegung.