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Methodenpraxis · Handlung · MET-20

Finaler Integritätscheck vor der Abgabe

Direktantwort: Friere zuerst die tatsächliche Abgabefassung ein und prüfe dann auf einer Seite sechs Bereiche: Autorschaft und Hilfen, Claims und Quellen, Zitate und Literaturverzeichnis, Daten und Methoden, Rechte und Vertraulichkeit sowie Datei und Erklärung. Jede Zeile erhält „erfüllt“, „offen“ oder „nicht anwendbar mit Grund“. Ein Stop-Kriterium blockiert die Abgabe, bis es geklärt ist; kosmetische Punkte kommen auf eine getrennte Restliste.

Ein-Seiten-Gesamtcheck mit Stop-KriterienQuellenstand 4. September 2026

Nur die eingefrorene Abgabefassung prüfen

Ein Integritätscheck verliert seinen Wert, wenn parallel weitergeschrieben wird. Erzeuge eine eindeutig benannte Kandidatendatei, etwa mit Datum und Versionsnummer, und notiere Dateiformat, Seitenzahl sowie Prüfsumme oder zumindest Dateigröße. Prüfe PDF und bearbeitbare Ausgangsdatei dort, wo beide abgegeben werden müssen.

Öffne den offiziellen Aufgaben- oder Abgabehinweis und liste nur tatsächlich geltende Anforderungen. Dazu können Eigenständigkeitserklärung, erlaubte Hilfsmittel, Offenlegung von KI-Nutzung, Datenschutz, Dateiname oder Anhang gehören. Diese Seite erfindet keine Hochschulregel. Bei Widerspruch ist die zuständige veröffentlichte Vorgabe zu klären.

Stop-Kriterien von normalen Korrekturen trennen

Ein Stop liegt vor, wenn eine Abgabe jetzt eine wesentliche ungeklärte Integritäts- oder Verfahrensfrage festschreiben würde. Beispiele sind ein nicht zuordenbares Direktzitat, eine fehlende Quelle für einen zentralen Claim, fremde oder generierte Beiträge ohne verlangte Offenlegung, ungeklärte personenbezogene Daten, widersprüchliche Fassungen oder eine fehlende Pflicht-Erklärung.

Ein Stop ist keine Schuldzuweisung. Er bedeutet: nicht absenden, Ursache bestimmen, Original oder Regel prüfen, Korrektur dokumentieren und die betroffene Zeile erneut kontrollieren. Ist eine rechtzeitige Klärung unmöglich, wird der offizielle Frist-/Beratungsweg genutzt; Anforderungen werden nicht geraten oder eigenmächtig ersetzt.

Normale Restpunkte wie ein uneinheitlicher Gedankenstrich, ein optischer Umbruch oder eine nicht perfekte Überschrift blockieren nur, wenn die lokale Vorgabe sie ausdrücklich abgabekritisch macht. Diese Trennung schützt davor, Zeit an Kosmetik zu verlieren, während ein fehlender Beleg offen bleibt.

Authority Asset: Ein-Seiten-Gesamtcheck

Statuswerte: erfüllt · offen · nicht anwendbar mit Grund; STOP verlangt erneute Freigabe
BereichPrüffrageNachweis/BeispielStop-KriteriumStatus
Autorschaft & HilfenSind Beiträge anderer, Zusammenarbeit, Lektorat, Übersetzung und eingesetzte Werkzeuge nach geltender Regel offengelegt?Erklärung nennt Werkzeug, Zweck und bearbeitete Teile.Relevanter fremder Beitrag ohne erforderliche Zuordnung.[erfüllt/offen/n. a. + Grund]
Claims & QuellenTrägt jede zentrale externe Aussage eine passende, geprüfte Originalfundstelle?Stichprobe: Claim C-12 → Quelle Q-08, S. 44.Zentraler Claim unbelegt, Quelle widerspricht oder Original ungeprüft.[Status]
Zitate & VerzeichnisSind Direktzitate markiert, Paraphrasen treu und Textbelege im Verzeichnis auffindbar?Text–Verzeichnis-Abgleich ohne verwaiste Einträge.Unmarkierter Originalwortlaut oder fehlender Pflichtbeleg.[Status]
Daten & MethodeStimmen Zahlen, Tabellen, Auswertung, Versionen und beschriebene Methode mit den Arbeitsunterlagen überein?Tabelle 3 gegen Export 2026-09-10 geprüft.Wesentliche Zahl nicht reproduzierbar oder Methode falsch beschrieben.[Status]
Rechte & VertraulichkeitSind Einwilligung, Anonymisierung, Bild-/Lizenzrechte und Sperrvermerke geklärt?Anhang enthält nur freigegebene, minimierte Daten.Personenbezug, vertrauliches Material oder Nutzungserlaubnis ungeklärt.[Status]
Datei & ErklärungIst die richtige, lesbare Fassung mit verlangten Anhängen und Erklärungen vollständig?PDF geöffnet; Seiten, Links und Anhänge stichprobenartig geprüft.Falsche Fassung, defekte Datei oder vorgeschriebene Erklärung fehlt.[Status]
FreigabeSind alle Stopps geschlossen und Änderungen nachkontrolliert?Name/Datum/Fassung der prüfenden Person.Irgendein Stop offen oder Status ohne Begründung.[FREIGABE/STOP]

Die Beispiele sind Arbeitsmuster. Ergänze lokale Pflichtpunkte nur aus offiziellen Unterlagen und streiche keine Stop-Kategorie, ohne ihren möglichen Gegenstand bewusst geprüft zu haben.

Den Gesamtcheck in fester Reihenfolge ausführen

  1. Fassung einfrieren und Identität im Kopf der Checkliste notieren.
  2. Offizielle Abgabeanforderungen daneben öffnen.
  3. Jede Zeile mit einem beobachtbaren Nachweis beantworten.
  4. Bei Unsicherheit „offen“ setzen, nicht vorschnell „erfüllt“.
  5. Stopps sofort in eine kleine Befundliste mit Verantwortlichkeit übertragen.
  6. Korrekturen nur in der Ausgangsdatei durchführen und neu exportieren.
  7. Betroffene Zeilen und Dateiidentität erneut prüfen, dann final freigeben.

Arbeite vom hohen Risiko zur Form. Beginne mit fremden Beiträgen, Quellen, Daten und Vertraulichkeit; prüfe erst danach Layout und Uploaddetails. Ein Suchlauf nach Anführungszeichen, Kommentaren, Platzhaltern wie „Quelle?“ und Änderungsmarken kann offene Stellen finden, ersetzt aber das inhaltliche Lesen nicht.

Bei Gruppenarbeiten bestätigt jede verantwortliche Person ihren Teil, sofern die tatsächliche Regel dies vorsieht. Eine Gesamtfreigabe darf nicht behaupten, alle Rohdaten oder Beiträge unabhängig kontrolliert zu haben, wenn das nicht geschehen ist. Dokumentiere den realen Prüfumfang.

Jeden Stop mit Ursache und Nachprüfung schließen

Eine Befundzeile enthält Ort, Problem, Risiko, Handlung, verantwortliche Person und Nachprüfung. Beispiel: „S. 34, Absatz 2 – Zahl 71 Prozent ohne Locator; Original geöffnet, Seite 18 ergänzt; Satz gegen Quelle geprüft; Status geschlossen am 11.09.“ Ein bloßes Häkchen zeigt nicht, was verändert wurde.

Wenn ein Claim nicht rechtzeitig belegt werden kann, stehen drei saubere Optionen zur Verfügung: enger als eigene Beobachtung formulieren, eindeutig als offene Annahme kennzeichnen, sofern fachlich zulässig, oder entfernen. Eine ungefähr passende Quelle einzusetzen ist keine Lösung. Bei unklaren Rechten wird Material entfernt oder die formale Freigabe eingeholt.

Nach jeder inhaltlichen Änderung kontrollierst du Folgeeffekte: Seitenzahlen, Querverweise, Tabellenverzeichnis, Literaturverzeichnis und Anhänge. Wird ein neuer Absatz eingefügt, öffnet dies den Quellencheck für diesen Absatz. Die letzte Exportdatei erhält eine neue Identität und wird nochmals technisch geöffnet.

Freigabe als begrenzte Aussage dokumentieren

Die Abschlusszeile nennt Fassung, Datum, Prüfumfang und offene nicht blockierende Restpunkte. „Freigegeben“ bedeutet nur, dass die definierten Checks für diese Datei abgeschlossen sind. Es bedeutet nicht, dass kein Fehler existiert oder eine Hochschule die Arbeit annehmen muss.

Bewahre Check und Befundliste nach den geltenden Datenschutz- und Aufbewahrungsregeln auf. Sie können den eigenen Arbeitsprozess erklären, enthalten aber möglicherweise sensible Informationen. Keine Cloudfreigabe ohne Bedarf; keine personenbezogenen Kommentare in einer allgemein geteilten Vorlage.

Das Zitatinventar vor der Abgabe liefert den detaillierten Text–Verzeichnis-Abgleich. Die Claim-Source-Matrix schließt offene Evidenzstatuswerte. Weitere Vorlagen bündelt der Hub Methodenpraxis; Grundlagen zur Interpretation von Fundstellen stehen unter So funktioniert die Prüfung.

Offizielle und institutionelle Grundlagen

  1. DFG: Kodex zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis – Rahmen zu Redlichkeit, Dokumentation, Autorschaft und Verantwortung.
  2. ALLEA: European Code of Conduct for Research Integrity – europäische Grundsätze zu Forschungsdurchführung und Berichterstattung.
  3. APA Style: Citations – offizielle Hinweise zu Quellenzuordnung, Paraphrasen und Zitaten.

Quellenstand: 4. September 2026. Für die Abgabe gelten die konkreten, veröffentlichten Regeln der eigenen Institution und des Fachs.