Nur die eingefrorene Abgabefassung prüfen
Ein Integritätscheck verliert seinen Wert, wenn parallel weitergeschrieben wird. Erzeuge eine eindeutig benannte Kandidatendatei, etwa mit Datum und Versionsnummer, und notiere Dateiformat, Seitenzahl sowie Prüfsumme oder zumindest Dateigröße. Prüfe PDF und bearbeitbare Ausgangsdatei dort, wo beide abgegeben werden müssen.
Öffne den offiziellen Aufgaben- oder Abgabehinweis und liste nur tatsächlich geltende Anforderungen. Dazu können Eigenständigkeitserklärung, erlaubte Hilfsmittel, Offenlegung von KI-Nutzung, Datenschutz, Dateiname oder Anhang gehören. Diese Seite erfindet keine Hochschulregel. Bei Widerspruch ist die zuständige veröffentlichte Vorgabe zu klären.
Stop-Kriterien von normalen Korrekturen trennen
Ein Stop liegt vor, wenn eine Abgabe jetzt eine wesentliche ungeklärte Integritäts- oder Verfahrensfrage festschreiben würde. Beispiele sind ein nicht zuordenbares Direktzitat, eine fehlende Quelle für einen zentralen Claim, fremde oder generierte Beiträge ohne verlangte Offenlegung, ungeklärte personenbezogene Daten, widersprüchliche Fassungen oder eine fehlende Pflicht-Erklärung.
Ein Stop ist keine Schuldzuweisung. Er bedeutet: nicht absenden, Ursache bestimmen, Original oder Regel prüfen, Korrektur dokumentieren und die betroffene Zeile erneut kontrollieren. Ist eine rechtzeitige Klärung unmöglich, wird der offizielle Frist-/Beratungsweg genutzt; Anforderungen werden nicht geraten oder eigenmächtig ersetzt.
Normale Restpunkte wie ein uneinheitlicher Gedankenstrich, ein optischer Umbruch oder eine nicht perfekte Überschrift blockieren nur, wenn die lokale Vorgabe sie ausdrücklich abgabekritisch macht. Diese Trennung schützt davor, Zeit an Kosmetik zu verlieren, während ein fehlender Beleg offen bleibt.
Den Gesamtcheck in fester Reihenfolge ausführen
- Fassung einfrieren und Identität im Kopf der Checkliste notieren.
- Offizielle Abgabeanforderungen daneben öffnen.
- Jede Zeile mit einem beobachtbaren Nachweis beantworten.
- Bei Unsicherheit „offen“ setzen, nicht vorschnell „erfüllt“.
- Stopps sofort in eine kleine Befundliste mit Verantwortlichkeit übertragen.
- Korrekturen nur in der Ausgangsdatei durchführen und neu exportieren.
- Betroffene Zeilen und Dateiidentität erneut prüfen, dann final freigeben.
Arbeite vom hohen Risiko zur Form. Beginne mit fremden Beiträgen, Quellen, Daten und Vertraulichkeit; prüfe erst danach Layout und Uploaddetails. Ein Suchlauf nach Anführungszeichen, Kommentaren, Platzhaltern wie „Quelle?“ und Änderungsmarken kann offene Stellen finden, ersetzt aber das inhaltliche Lesen nicht.
Bei Gruppenarbeiten bestätigt jede verantwortliche Person ihren Teil, sofern die tatsächliche Regel dies vorsieht. Eine Gesamtfreigabe darf nicht behaupten, alle Rohdaten oder Beiträge unabhängig kontrolliert zu haben, wenn das nicht geschehen ist. Dokumentiere den realen Prüfumfang.
Jeden Stop mit Ursache und Nachprüfung schließen
Eine Befundzeile enthält Ort, Problem, Risiko, Handlung, verantwortliche Person und Nachprüfung. Beispiel: „S. 34, Absatz 2 – Zahl 71 Prozent ohne Locator; Original geöffnet, Seite 18 ergänzt; Satz gegen Quelle geprüft; Status geschlossen am 11.09.“ Ein bloßes Häkchen zeigt nicht, was verändert wurde.
Wenn ein Claim nicht rechtzeitig belegt werden kann, stehen drei saubere Optionen zur Verfügung: enger als eigene Beobachtung formulieren, eindeutig als offene Annahme kennzeichnen, sofern fachlich zulässig, oder entfernen. Eine ungefähr passende Quelle einzusetzen ist keine Lösung. Bei unklaren Rechten wird Material entfernt oder die formale Freigabe eingeholt.
Nach jeder inhaltlichen Änderung kontrollierst du Folgeeffekte: Seitenzahlen, Querverweise, Tabellenverzeichnis, Literaturverzeichnis und Anhänge. Wird ein neuer Absatz eingefügt, öffnet dies den Quellencheck für diesen Absatz. Die letzte Exportdatei erhält eine neue Identität und wird nochmals technisch geöffnet.
Freigabe als begrenzte Aussage dokumentieren
Die Abschlusszeile nennt Fassung, Datum, Prüfumfang und offene nicht blockierende Restpunkte. „Freigegeben“ bedeutet nur, dass die definierten Checks für diese Datei abgeschlossen sind. Es bedeutet nicht, dass kein Fehler existiert oder eine Hochschule die Arbeit annehmen muss.
Bewahre Check und Befundliste nach den geltenden Datenschutz- und Aufbewahrungsregeln auf. Sie können den eigenen Arbeitsprozess erklären, enthalten aber möglicherweise sensible Informationen. Keine Cloudfreigabe ohne Bedarf; keine personenbezogenen Kommentare in einer allgemein geteilten Vorlage.
Das Zitatinventar vor der Abgabe liefert den detaillierten Text–Verzeichnis-Abgleich. Die Claim-Source-Matrix schließt offene Evidenzstatuswerte. Weitere Vorlagen bündelt der Hub Methodenpraxis; Grundlagen zur Interpretation von Fundstellen stehen unter So funktioniert die Prüfung.