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Publikationsethik · Vorlage · PUB-16

Data Availability Statement schreiben

Direktantwort: Eine Datenverfügbarkeitserklärung nennt, welche Daten und Begleitdateien die Ergebnisse tragen, wo sie liegen, wie sie identifiziert und unter welchen Bedingungen sie zugänglich sind. Bei offenen Daten gehören Repositorium, persistente Kennung, Version und Lizenz hinein. Bei Einschränkungen nennst du Grund, zuständige Stelle, prüfbare Zugangskriterien und Antragsweg. Sind Daten nicht teilbar, beschreibe die Grenze konkret und biete keine Zugänglichkeit an, die praktisch nicht besteht.

Muster: offen · eingeschränkt · nicht verfügbarQuellenstand 4. September 2026

Die Erklärung ist ein Wegweiser, keine pauschale Offenheitsbehauptung

Eine gute Erklärung führt Lesende vom Paper zum konkreten Datenbestand und zu den Unterlagen, die Interpretation oder Wiederverwendung ermöglichen. Sie unterscheidet Rohdaten, analysierten Datensatz, Code, Instrumente und Dokumentation. „Daten sind verfügbar“ ist ohne Ort, Kennung und Bedingungen nicht handlungsfähig. Ebenso unzureichend ist „auf Anfrage“, wenn niemand zuständig ist oder die Kriterien unbekannt bleiben.

Offenheit ist nicht in jedem Projekt zulässig. Einwilligungen, Datenschutz, Rechte Dritter, Sicherheitsrisiken, Verträge und ethische Genehmigungen können Grenzen setzen. FAIR-Prinzipien verlangen Auffindbarkeit und klare Metadaten, nicht automatisch öffentliche Volltexte jedes Datensatzes. Die Erklärung muss deshalb den realen, geprüften Zustand wiedergeben und mit Repositorium, Ethikantrag und Datenmanagementplan übereinstimmen.

Verwende die Vorgabe des Zieljournals und prüfe, ob ein strukturiertes Formular zusätzlich zum Manuskript erforderlich ist. Diese Seite bietet redaktionelle Orientierung, keine Rechtsberatung. Bei personenbezogenen oder rechtlich geschützten Daten entscheidet die zuständige Datenschutz-, Ethik- oder Rechtsstelle über den zulässigen Zugang.

Authority Asset: Muster nach offen, eingeschränkt und nicht verfügbar

Ausfüllbare Muster mit notwendigen Angaben
Status Mustertext Vor Freigabe prüfen
Offen „Die analysierten Daten, das Codebuch und der Auswertungscode sind in [Repositorium] unter [DOI/ID], Version [X], verfügbar. Es gilt [Lizenz].“ Landingpage, Version, Dateien, Lizenz und Embargoende öffnen
Eingeschränkt „Die pseudonymisierten Daten sind wegen [konkreter Grund] nicht öffentlich. Forschende können Zugang bei [Stelle] über [Weg] beantragen. Voraussetzungen sind [Kriterien]; über Anträge entscheidet [Rolle].“ Antragsweg, Entscheidungsbefugnis, Frist und zulässiger Nutzungsumfang
Nicht verfügbar „Die zugrunde liegenden [Datenart] können aufgrund von [konkreter rechtlicher/ethischer Grenze] nicht weitergegeben werden. Teilbare Metadaten und [Material] sind unter [ID] verfügbar.“ Begründung belegt, keine widersprüchliche Anfrageformel, Metadaten freigegeben

Platzhalter werden vollständig ersetzt. Eine künstliche Kontaktmöglichkeit ist schlechter als eine ehrliche, begründete Nichtverfügbarkeit.

Offene Daten dauerhaft identifizieren

Nenne das Repositorium mit direkter Landingpage und persistenter Kennung, bevorzugt DOI oder andere stabile ID. Die angegebene Version muss jene Daten enthalten, die der Publikation zugrunde liegen. Bei einem lebenden Datensatz verweist du zusätzlich auf den eingefrorenen Release. Ein Link auf ein persönliches Laufwerk oder die Startseite eines Repositoriums reicht nicht.

Beschreibe den Inhalt knapp: analysierte Tabelle, Rohdaten soweit zulässig, Codebuch, Readme, Auswertungscode und gegebenenfalls Erhebungsinstrument. Eine Lizenz erläutert Nachnutzung; sie ersetzt keine Dokumentation. Prüfe, ob Dateiformate geöffnet werden können und ob sensible Informationen aus Dateien, Dateinamen und Metadaten entfernt wurden.

Liegt ein Embargo vor, nenne Enddatum und den Zustand danach. „Verfügbar nach Veröffentlichung“ bleibt unklar, wenn der Artikel bereits erschienen ist. Bei Peer Review kann eine private, anonymisierte Zugangsform nötig sein; sie wird nach Veröffentlichung durch die dauerhafte Kennung ersetzt.

Eingeschränkten Zugang als echten Prozess beschreiben

Begründe die Einschränkung präzise, etwa durch Einwilligungsumfang, Reidentifikationsrisiko, Vertragsbindung oder Schutz einer bedrohten Population. „Datenschutz“ allein erklärt weder die betroffene Datenart noch den möglichen Zugang. Gib nur so viele Details preis, dass die Grenze verständlich wird, ohne sensible Informationen zu offenbaren.

Ein belastbarer Antragsweg nennt die zuständige Institution oder ein Data Access Committee, Kontakt beziehungsweise Formular, notwendige Qualifikation, Projektbeschreibung, Sicherheitsanforderungen, Nutzungsvereinbarung und Entscheidungskriterien. Versprich keine feste Bewilligung. Die Stelle muss tatsächlich befugt und voraussichtlich erreichbar sein; ein persönliches Postfach nach Projektende ist fragil.

Trenne Zugang zu Daten von Zugang zu Identitäten oder Schlüsseln. Ein kontrollierter Analysearbeitsplatz, aggregierte Ausgabe oder geprüfte Remote-Auswertung kann je nach Risiko möglich sein. Diese Optionen werden nur genannt, wenn sie eingerichtet und genehmigt sind.

Nichtverfügbarkeit konkret und eng begrenzen

Manche Daten dürfen auch auf Antrag nicht geteilt werden. Nenne die betroffene Kategorie und die tragende Grenze, ohne pauschal alle Projektmaterialien zu sperren. Prüfe, ob Metadaten, Variablenbeschreibung, Analysecode, synthetische Beispieldaten oder leere Instrumente getrennt veröffentlicht werden können. Synthetische Daten müssen eindeutig als solche gekennzeichnet sein und dürfen keine Reproduzierbarkeit der Originalergebnisse vortäuschen.

„Daten nicht verfügbar“ darf nicht bloß Bequemlichkeit verdecken. Fehlende Planung, verlorene Dateien oder unklare Rechte werden ehrlich benannt und institutionell geklärt. Erfinde keine ethische Begründung. Wenn Daten Dritten gehören, nenne soweit zulässig den Datenhalter und die unabhängige Bezugsroute, ohne selbst Zugriffsrechte zu versprechen.

Erklärung gegen Dateien und Zuständigkeiten testen

  1. Öffne DOI oder ID in einem privaten Browserfenster.
  2. Vergleiche Version und Dateiliste mit der finalen Analyse.
  3. Teste Lizenz, Embargo und Zugriffsformular.
  4. Lass die zuständige Stelle Einschränkungen und Kontaktweg bestätigen.
  5. Vergleiche Wortlaut mit Paper, Datenmanagementplan und Ethikunterlagen.
  6. Archivierte Erklärung und finale Datensatzversion gemeinsam sichern.

Das CRediT-Rollenblatt ordnet Datenkuratierung und Validierung zu. Die Interessenkonflikterklärung hält mögliche Abhängigkeiten separat fest. Weitere Vorlagen bündelt der Hub Publikationsethik. Genau einen Grundlagenanschluss bietet der Wissensbereich wissenschaftliches Arbeiten.

Bestimme außerdem eine verantwortliche Rolle für die Pflege der Erklärung. Ändern sich Repositoriumslink, Embargo, Zugangsgremium oder Datensatzversion während des Publikationsprozesses, wird der Wortlaut vor der finalen Freigabe aktualisiert. Nach Veröffentlichung kontrolliert die Rolle den öffentlichen Artikel erneut. Ein funktionierender Link im Manuskriptentwurf ist noch kein Nachweis für dauerhaft erreichbare Daten in der veröffentlichten Fassung.

Offizielle und wissenschaftliche Grundlagen

  1. GO FAIR: FAIR Principles – Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Nachnutzbarkeit.
  2. DFG: Umgang mit Forschungsdaten – Planung, Sicherung und verantwortliche Bereitstellung.
  3. Taylor & Francis Author Services: Data availability statements – institutionelle Mustertypen und Angaben.

Quellenstand: 4. September 2026.