Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Die Kurzformel für eine Statista-Grafik
Originalquelle (Jahr): Titel der Erhebung, zitiert nach Statista (Jahr): Titel der Grafik, URL, Abrufdatum.
Der erste Name im Beleg ist die Stelle, die gemessen hat. Statista kommt erst danach und nur mit dem Zusatz „zitiert nach".
Ist der Originalbericht frei zugänglich, entfällt der zweite Teil komplett. Dann belegst du direkt die Studie, den Jahresbericht oder die amtliche Statistik. Das ist der Normalfall und der bessere Weg.
Prüfe deshalb zuerst, ob die Erhebung frei verfügbar ist. Institute veröffentlichen ihre Berichte oft als PDF, Ämter stellen Tabellen bereit, Unternehmen drucken Kennzahlen in den Geschäftsbericht. Zehn Minuten Suche ersparen dir einen schwachen Beleg.
Warum Statista meistens nicht die Quelle ist
Statista sammelt Zahlen aus fremden Veröffentlichungen und bereitet sie grafisch auf. Erhoben hat sie in aller Regel jemand anderes: ein Marktforschungsinstitut, ein Branchenverband, ein statistisches Amt, ein Unternehmen in seinem Geschäftsbericht.
Für dich heißt das: Der Beleg auf Statista ist ein Sekundärzitat. Du übernimmst eine Zahl, die du nicht am Ursprungsort gelesen hast. In der Wissenschaft gilt das als Notlösung, nicht als Standard.
Der Unterschied ist nicht formal. Wer die Originalstudie öffnet, sieht die Fragestellung, die Stichprobe, die Fehlermarge und die Einschränkungen der Autoren. Die Grafik zeigt davon nichts. Sie zeigt eine Zahl ohne Kontext, und das ist genau die Form, in der Zahlen falsch verwendet werden.
Ein Beispiel macht es greifbar. Eine Grafik zeigt einen Anteil von Personen, die ein bestimmtes Angebot nutzen. In der Originalstudie steht daneben, wer überhaupt befragt wurde und wie die Frage genau lautete. Ohne diesen Zusatz wird aus einer eng gefassten Aussage eine allgemeine, und der Fehler steht in deinem Text, nicht in der Grafik.
Welche Angaben du brauchst und wo sie stehen
Alles Nötige steht auf der Seite der Grafik, verteilt auf drei Stellen.
- Die Quellenzeile unter der Grafik nennt das Institut oder Amt, das die Daten erhoben hat.
- Der Kasten mit den Zusatzangaben nennt Erhebungszeitraum, Anzahl der Befragten und Erhebungsmethode.
- Der Grafiktitel und das Veröffentlichungsjahr stehen über der Darstellung.
- Die Adresse der Seite und eine Kennnummer der Grafik machen den Fund wiederauffindbar.
Fehlt die Quellenzeile ganz, ist das ein Warnsignal. Eine Zahl ohne benennbaren Ursprung gehört nicht in eine wissenschaftliche Arbeit, egal wie überzeugend die Grafik aussieht.
Notiere dir immer den Erhebungszeitraum. Eine Grafik von 2025 kann Daten aus einer Befragung von 2022 zeigen. Im Text schreibst du dann über den Stand von 2022, nicht über die Gegenwart.
Die drei Stile nebeneinander
| Zitierstil | Kurzbeleg im Text | Vollbeleg im Literaturverzeichnis |
|---|---|---|
| APA 7 | (Institut für Handelsforschung, 2024, zitiert nach Statista, 2025) | Institut für Handelsforschung. (2024). Onlinekauf im Lebensmittelhandel [Erhebung], zitiert nach Statista. (2025). Anteil der Onlinekäufe im Lebensmittelhandel. Abgerufen am 12. Mai 2026. |
| Harvard | (Institut für Handelsforschung 2024, zit. n. Statista 2025) | Institut für Handelsforschung (2024): Onlinekauf im Lebensmittelhandel, zitiert nach Statista (2025): Anteil der Onlinekäufe im Lebensmittelhandel, Abruf am 12.05.2026. |
| Deutsche Zitierweise | Fußnote: Vgl. Institut für Handelsforschung, Onlinekauf, zit. n. Statista 2025. | Institut für Handelsforschung: Onlinekauf im Lebensmittelhandel 2024, zitiert nach Statista 2025, Abruf am 12.05.2026. |
Hast du den Originalbericht selbst gelesen, fällt der ganze zweite Teil weg. Der Beleg wird kürzer und stärker. Die Namen und Titel in der Tabelle sind Platzhalter. Sie zeigen die Struktur des Belegs und stehen nicht für eine reale Erhebung.
Sonderfälle bei Statista
Nicht jede Grafik funktioniert gleich
- Eigene Erhebungen des Anbieters: Statista führt auch selbst Befragungen durch. Dann ist Statista die Primärquelle, und der Zusatz „zitiert nach" entfällt.
- Dossiers und Reports: Sie bündeln viele Grafiken. Belege die einzelne Grafik, nicht das Dossier.
- Prognosen: als Modellrechnung kennzeichnen und die Herkunft der Annahmen nennen.
- Zugang über die Hochschule: Der Inhalt ist dann nicht frei abrufbar. Vermerke das, damit Prüfende den Zugangsweg kennen.
- Übernommene Grafik: Bild und Beleg sind zwei Fragen, siehe Abbildung zitieren.
Die drei häufigsten Fehler
- Nur Statista im Literaturverzeichnis. Der häufigste Fall. Im Text steht eine harte Zahl, im Verzeichnis steht ein Portal. Wer prüft, sieht sofort, dass die Zahl nie am Ursprungsort nachgelesen wurde.
- Erhebungsjahr und Veröffentlichungsjahr verwechselt. Aus Daten von 2022 wird eine Aussage über 2025. Das ist kein Formfehler mehr, sondern eine inhaltlich falsche Behauptung.
- Kein Abrufdatum. Grafiken werden aktualisiert. Ohne Datum kann später niemand nachvollziehen, welchen Stand du gesehen hast, und die Abweichung fällt auf dich zurück.
Wann Statista als Quelle taugt
Als Rechercheeinstieg ist das Portal gut. Du findest schnell heraus, ob es zu deinem Thema überhaupt Zahlen gibt und wer sie erhoben hat. Diese Quellenzeile ist der eigentliche Wert.
Als Beleg in einer Abschlussarbeit ist es schwach. Du zitierst eine Aufbereitung statt einer Erhebung, ohne Methodenteil und ohne die Einschränkungen der Originalautoren. Für eine Zahl im Einleitungssatz mag das durchgehen. Trägt eine Zahl dagegen dein Argument, gehe an die Studie selbst. Warum dieser Unterschied zählt, erklärt die Seite zu Primär- und Sekundärquellen, und wie du Erhebungen korrekt belegst, steht unter Studie zitieren.
Was ein Plagiatsscan bei Statista-Zahlen zeigt
Grafiktitel und die begleitenden Textbausteine sind öffentlich und damit gut auffindbar. Übernimmst du eine Beschreibung wörtlich, taucht sie als Treffer auf. Ein Scan vergleicht deinen Text mit über 70 Milliarden Quellen.
Interessanter ist der zweite Effekt. Findet der Bericht deine Formulierung in einem Blogbeitrag oder einer anderen Arbeit, die dieselbe Grafik verwendet, siehst du: Diese Zahl wandert seit Jahren von Text zu Text, ohne dass jemand die Erhebung geöffnet hat. Der Plagiat Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Wie du die Treffer bewertest, zeigt echte vs. falsche Treffer.