Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
So sieht der Beleg für eine Website aus
Die Kurzformel lautet: Autor (Jahr): Titel der Seite. Name der Website. URL [Abrufdatum]. Fünf Bausteine, mehr verlangt kein gängiger Zitierstil.
Ein vollständiges Beispiel: Reinhardt, Miriam (2024): Wie Kommunen ihre Radwege planen. Verkehrswende-Portal. https://beispiel-portal.de/radwege-planung [Abruf: 12.03.2026].
Im laufenden Text steht davon nur ein Bruchteil, meist (Reinhardt 2024). Reihenfolge und Zeichensetzung der Bausteine unterscheiden sich je nach Stil. Die Bausteine selbst bleiben immer dieselben.
Welche Angaben du brauchst und wo sie stehen
Sammle die fünf Angaben, während du liest. Zwei Wochen später findest du sie oft nicht mehr.
- Autor: steht über oder unter dem Text, in der Autorenbox oder im Impressum. Fehlt eine Person, tritt die herausgebende Organisation an ihre Stelle.
- Jahr: das Veröffentlichungsdatum, nicht das Datum der letzten Aktualisierung. Sind beide angegeben, nimm das Veröffentlichungsjahr.
- Titel: die Überschrift der konkreten Seite, nicht der Name der ganzen Website.
- Websitename: der Name des Angebots, also etwa Verkehrswende-Portal oder Statistisches Landesamt.
- URL: die Adresse der Unterseite, gekürzt um Tracking-Parameter hinter dem Fragezeichen.
Bei Nachrichtenseiten hilft ein Blick auf den Artikelkopf, dort stehen Name und Datum fast immer beieinander. Bei Behördenseiten steckt das Datum unten als Stand-Angabe. Findest du im sichtbaren Text nichts, öffne das Impressum und die Seiteninformationen deines Browsers. Manche Redaktionssysteme hinterlegen das Datum nur im Quelltext.
Speichere die Seite im selben Moment als PDF ab. Diese eine Minute erspart dir später die Rekonstruktion einer Fassung, die es so nicht mehr gibt.
Kurzbeleg im Text, Vollbeleg im Verzeichnis
Der Kurzbeleg steht direkt an der Aussage und enthält nur Autor und Jahr. Eine URL gehört niemals in den Fließtext.
Ein Beispiel: Im Text schreibst du „Die Planungsdauer verkürzte sich in zwölf Kommunen deutlich (Reinhardt 2024)." In der Deutschen Zitierweise steht an dieser Stelle stattdessen eine Fußnotenziffer.
Der Vollbeleg steht im Literaturverzeichnis und enthält alles. Webquellen mischst du dabei alphabetisch unter die übrigen Titel. Ein eigenes Kapitel „Internetquellen" verlangen manche Fachbereiche trotzdem, deshalb lohnt ein Blick in die Vorgaben deines Instituts. Wie du beides sauber aufbaust, steht unter Literaturverzeichnis erstellen.
Website zitieren in APA, Harvard und Deutscher Zitierweise
| Zitierstil | Kurzbeleg im Text | Vollbeleg im Verzeichnis |
|---|---|---|
| APA | (Reinhardt, 2024) | Reinhardt, M. (2024, 3. März). Wie Kommunen ihre Radwege planen. Verkehrswende-Portal. https://beispiel-portal.de/radwege-planung |
| Harvard | (Reinhardt 2024) | Reinhardt, M. (2024) Wie Kommunen ihre Radwege planen. Verkehrswende-Portal. Online: https://beispiel-portal.de/radwege-planung (Abruf: 12.03.2026). |
| Deutsche Zitierweise | Fußnote: Vgl. Reinhardt, Radwege, o. S. | Reinhardt, Miriam: Wie Kommunen ihre Radwege planen, Verkehrswende-Portal, 03.03.2024, URL: https://beispiel-portal.de/radwege-planung (Abruf: 12.03.2026). |
Websites haben keine Seitenzahlen. Statt einer Seite nennst du bei wörtlichen Zitaten den Abschnitt oder die Zwischenüberschrift, unter der die Stelle steht.
Die Sonderfälle bei Webquellen
Vier Fälle, die immer wieder auftauchen
- Kein Autor: Der Herausgeber rückt nach vorn. Beispiel: Bundesinstitut für Mobilitätsforschung (2025).
- Kein Datum: o. J. einsetzen, englisch n. d. Das Abrufdatum wird dann zur einzigen zeitlichen Verankerung und ist Pflicht.
- Unterseiten: Belege die Seite, die du gelesen hast. Wenn ein Dossier aus zehn Kapiteln besteht, zitierst du das Kapitel, nicht das Dossier.
- Archivierte Fassung: Wenn eine Seite nachweislich verändert wurde, verweist du auf die archivierte Version und nennst das Archivdatum zusätzlich zum Original.
Die drei häufigsten Fehler
Nur die URL im Text. Eine nackte Adresse mitten im Satz ist kein Beleg. Sie nennt weder Urheber noch Jahr und lässt sich nicht alphabetisch einordnen.
Startseite statt Unterseite. Wer auf die Domain verweist, zwingt Prüfende zur Suche. Das gilt als unvollständiger Beleg und wird bewertet wie ein fehlender.
Aktualisierungsdatum als Erscheinungsjahr. Viele Seiten zeigen ein Datum, das nur die letzte technische Änderung meint. Damit datierst du eine Aussage falsch, manchmal um Jahre. Besonders ärgerlich wird das bei Zahlen: Ein Wert von 2019 wirkt plötzlich wie ein Wert von 2026.
Wann eine Website überhaupt zitierfähig ist
Das Format entscheidet nicht über die Qualität, der Absender tut es. Eine Website ist zitierfähig, wenn eine benannte Person oder Institution dafür einsteht und die Aussagen nachvollziehbar belegt sind.
Solide sind Seiten von Statistikämtern, Ministerien, Fachverbänden und Forschungseinrichtungen. Auch Blogs von Fachleuten können taugen, wenn die Autorschaft klar ist. Schwach sind anonyme Ratgeberseiten, Werbeinhalte und Portale, die selbst nur abschreiben. Wie du das systematisch beurteilst, zeigt die Seite zu Quellen bewerten.
Wenn eine Webquelle nur eine Studie zusammenfasst, zitiere die Studie selbst. Der Umweg über eine Zusammenfassung schwächt deine Argumentation und ist selten nötig, weil die Originalstudie meist zwei Klicks entfernt verlinkt ist.
Es gibt einen Fall, in dem die Website die richtige Quelle ist: wenn du über die Website schreibst. Analysierst du die Selbstdarstellung eines Unternehmens, ist dessen Seite dein Untersuchungsmaterial und damit eine Primärquelle.
Was ein Plagiatsscan bei Webquellen sichtbar macht
Webquellen sind der Bereich, in dem ein Scan am meisten bringt. Was im Netz steht, ist indexiert und damit auffindbar. Übernommene Formulierungen aus einem Ratgeberartikel tauchen im Bericht mit Fundstelle auf, auch wenn du beim Schreiben längst vergessen hast, woher der Satz stammt.
Typisch sind zwei Muster: eine Definition, die du beim Recherchieren kopiert und nie umgeschrieben hast, und eine Passage, deren Fußnote beim Kürzen verloren ging. Beides zeigt der Bericht mit Link auf die Originalseite, sodass du den Beleg gezielt nachtragen kannst.
Der Scan deckt außerdem einen Fehler auf, den du selbst kaum bemerkst: Zwei deiner Webquellen haben voneinander abgeschrieben. Wenn derselbe Satz auf drei Portalen auftaucht, siehst du das im Bericht sofort und kannst zur ursprünglichen Fassung zurückgehen.
Gerechnet wird nach Normseiten zu 1.800 Zeichen, 0,29 € pro Normseite. Für eine Hausarbeit sind das wenige Euro. Findest du dabei eine Quelle nicht mehr, hilft die Anleitung zu nicht mehr auffindbaren Quellen.