Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 7 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: drei Schritte
- Text in eine leere Textdatei setzen. Editor öffnen, einfügen, als .txt sichern.
- Als UTF-8 speichern. Sonst zerfallen deine Umlaute in Zeichensalat.
- Hochladen. Der Umfang wird angezeigt, danach läuft der Scan.
Reiner Text ist das schnörkelloseste Format der Liste. Genau darin liegt sein Nutzen und seine Schwäche.
Was eine Textdatei enthält — und was nicht
Eine .txt-Datei speichert Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen und Zeilenumbrüche. Sonst nichts. Es gibt keine Schriftgrößen, keine Kursivstellung, keine Verzeichnisse, keine Kopfzeilen, keine Kommentarspalte am Rand.
Für den Textvergleich ist das kein Verlust, denn verglichen wird ausschließlich der Wortlaut, und der übersteht die Umwandlung in reinen Text unbeschadet. Zwei Dinge fehlen dir dennoch. Erstens die Fußnoten: Was in Word unter dem Strich stand, ist nach dem Speichern verschwunden, und mit ihm der sichtbare Beleg zu einer markierten Passage, den du beim Durchgehen des Berichts eigentlich brauchst. Zweitens die Seitenstruktur, weil eine Textdatei keine Seiten kennt.
Praktisch heißt das: Du siehst im Bericht eine übereinstimmende Passage, aber nicht die Fußnote, die im Ausgangsdokument drei Zeichen dahinter stand und die Übernahme möglicherweise vollständig gedeckt hätte. Ob die Stelle belegt war, musst du im Original nachsehen. Bei fünf Treffern ist das schnell erledigt. Bei achtzig wird daraus ein Nachmittag.
Wann reiner Text die richtige Wahl ist
Es gibt vier Situationen, in denen .txt allen anderen Formaten überlegen ist.
Der erste Fall ist der Ausschnitt. Du hast ein Kapitel neu geschrieben und willst nur dieses eine Kapitel gegenprüfen, ohne die ganze Arbeit erneut zu bezahlen. Zweitens: Dein Text existiert gar nicht als Dokument, sondern steckt in einem Redaktionssystem, in einem Forumsbeitrag oder in einem Chatverlauf. Drittens: Du willst eine fremde Textstelle prüfen, etwa einen zugeschickten Absatz. Und viertens die Rohfassung eines Kapitels, die noch keine Formatierung besitzt, auch keine braucht und die du nur deshalb prüfst, weil du beim Schreiben ungewöhnlich nah an einer einzelnen Quelle gearbeitet hast.
In allen vier Fällen willst du eine Antwort auf eine eng gestellte Frage. Genau dafür ist reiner Text gemacht.
Ein fünfter Fall kommt aus der Praxis von Lehrenden und Redaktionen. Wer einen fremden Beitrag prüfen will, bekommt ihn oft als Textblock in einer Nachricht und nicht als Datei. Statt den Absatz erst in ein Schreibprogramm zu übertragen, formatieren zu lassen und wieder zu exportieren, legst du ihn direkt als Textdatei ab. Der Umweg über Word bringt hier keinen Vorteil und erzeugt nur eine weitere Fassung, die später jemand aufräumen muss.
Wann du besser ein anderes Format nimmst
Sobald das Dokument fertig ist und Belege enthält, dreht sich das Bild. Eine vollständige Abschlussarbeit prüfst du in genau der Fassung, in der du sie einreichst, weil nur diese Fassung bewertet wird und weil dir jedes andere Format Fundstellen an Positionen zeigt, die es in deiner Abgabe gar nicht gibt. Word-Dateien werden ohne Umweg angenommen, wie Word-Datei prüfen beschreibt, und für PDF gilt dasselbe.
Ein zweiter Grund kommt dazu, den viele übersehen. Wandelst du deine Arbeit in reinen Text um, klebt das Literaturverzeichnis unverändert am Ende. Es erzeugt zuverlässig Treffer, blüht deinen Prozentwert auf und lässt sich in einer Textdatei nicht bequem herausnehmen. Wie du das sauber löst, steht unter Literaturverzeichnis ausschließen.
Herkunft des Textes und passender Weg
| Woher der Text stammt | TXT sinnvoll | Besserer Weg |
|---|---|---|
| einzelnes neu geschriebenes Kapitel | ja | Ausschnitt kopieren und sichern |
| Beitrag aus einem Redaktionssystem | ja | Inhalt als reinen Text ablegen |
| Absatz aus einer E-Mail | ja | direkt in den Editor einfügen |
| fertige Hausarbeit mit Fußnoten | nein | .docx hochladen |
| Abschlussarbeit vor der Abgabe | nein | die abzugebende Fassung prüfen |
| Text aus einer PDF-Datei kopiert | mit Vorsicht | Trennstriche und Umbrüche säubern |
| Quellcode oder Formelsatz | nein | die Quelldatei nutzen |
Zeile sechs ist die tückischste. Aus einem PDF kopierter Text bringt harte Zeilenumbrüche und Trennstriche mitten in Wörtern mit, weil die Silbentrennung des Layouts beim Kopieren als echtes Zeichen mitwandert und aus „Wissen-schaft“ zwei Bruchstücke macht. Solche Brüche zerreißen Wortfolgen. Eine tatsächlich übernommene Passage kann dadurch im Vergleich untergehen.
Was schiefgehen kann
Drei Fehler, die häufig passieren
- Falsche Kodierung. Öffne die gespeicherte Datei noch einmal. Steht dort „Universitt" statt „Universität", speicherst du sie neu als UTF-8.
- Datei mit .txt benannt, aber anders gespeichert. Eine umbenannte Word-Datei bleibt eine Word-Datei. Nutze im Schreibprogramm den Weg über „Speichern unter" und wähle das reine Textformat.
- Nur die Hälfte kopiert. Beim Markieren langer Passagen rutscht leicht ein Absatz heraus. Vergleiche die Zeichenzahl von Original und Kopie.
Der zweite Punkt kostet die meiste Zeit, weil der Fehler erst beim Upload auffällt. Ein Blick auf die tatsächliche Endung im Dateimanager erspart dir den Umweg.
Ein vierter Stolperstein betrifft die Zeilenumbrüche. Manche Editoren brechen jede Zeile nach einer festen Breite hart um, statt den Absatz durchlaufen zu lassen. Der Text sieht dann sauber aus, besteht aber aus lauter kurzen Zeilen. Schalte den festen Umbruch ab, bevor du speicherst. Ein Absatz gehört in eine einzige lange Zeile, egal wie unhandlich das im Editor aussieht.
Zeitbedarf und Preis
Das Anlegen der Datei dauert eine Minute, der Upload eine weitere. Auf das Ergebnis wartest du üblicherweise eine Viertelstunde; nur bei sehr großen Aufträgen oder hoher Auslastung kann sich die Auswertung auf bis zu 24 Stunden strecken.
Abgerechnet wird nach Zeichen, nicht nach Dateigröße, und eine Textdatei ist winzig. Ein Kapitel mit 36.000 Zeichen ergibt 20 Normseiten und kostet bei 0,29 € je Normseite genau 5,80 €, obwohl die Datei selbst nur wenige Kilobyte wiegt. Deine Zeichenzahl zeigt dir jedes Schreibprogramm an, umrechnen lassen kannst du sie im Normseitenrechner.
Wo dieser Schritt im Ablauf steht
Der TXT-Scan ist ein Zwischenschritt. Du prüfst ein Kapitel, während der Rest der Arbeit noch entsteht, hältst dir damit ein Problem früh vom Hals und behältst den vollständigen Durchlauf über die fertige Datei für den Schluss auf.
Vor dem großen Durchlauf lohnt trotzdem ein Blick darauf, was aus dem Dokument heraussollte. Diese Vorarbeit beschreibt Dokument vorbereiten im Zusammenhang.
Was du als Nächstes tust
Sieh dir im Bericht zuerst an, welche Quellen überhaupt genannt werden; die Übersicht dazu erklärt Quellenliste im Bericht. Danach gehst du die einzelnen Markierungen durch.
Weil dir die Fußnoten fehlen, brauchst du das Originaldokument daneben. Öffne beides gleichzeitig, such dir zu jeder Fundstelle die zugehörige Stelle im formatierten Text und hak sie einzeln ab, bevor du mit der nächsten weitermachst. Welche davon wirklich Arbeit machen, trennt echte und falsche Treffer.