Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Warum lange Bearbeitungszeiten ein eigenes Risiko sind
Diplomarbeiten haben oft eine Vorgeschichte. Sie werden neben dem Beruf geschrieben, nach einer Unterbrechung wieder aufgenommen oder über mehrere Semester gestreckt.
Das schafft ein spezifisches Problem. Wer im ersten Bearbeitungsjahr Passagen exzerpiert und sie ein Jahr später weiterverarbeitet, kann nicht mehr sicher unterscheiden, welcher Satz aus der Quelle stammt und welcher schon eine Umformulierung war. Das Gedächtnis für so etwas hält Wochen, nicht Jahre.
Hinzu kommt eine technische Ebene: Dateien wandern zwischen Rechnern, Textbausteine werden aus alten Entwürfen kopiert, und Fußnoten gehen bei Formatwechseln verloren. Ein Scan findet solche Lücken zuverlässiger als jedes erneute Durchlesen.
Wo bei Diplomarbeiten die Treffer entstehen
Die typischen Fundstellen
- Der Theorieteil aus der Frühphase. Meistens das zuerst geschriebene Kapitel — und das mit den ältesten, am schlechtesten dokumentierten Notizen.
- Übernommene Abschnitte aus einer Studienarbeit. Wer vorher am selben Lehrstuhl gearbeitet hat, greift auf eigene Vorarbeit zurück. Ohne Kennzeichnung ist das ein Selbstplagiat.
- Normen und technische Beschreibungen. DIN-Texte, Datenblätter und Verfahrensbeschreibungen sind vorformuliert. Sie brauchen einen Beleg, siehe DIN-Norm zitieren.
- Unternehmensunterlagen. Bei Arbeiten in Kooperation mit einer Firma landen interne Texte im Dokument. Dass sie nicht öffentlich sind, macht sie nicht zu eigenen.
Was der Scan kostet
| Diplomarbeit | Zeichen (ca.) | Normseiten | Plagiat Scan | Kombi mit KI |
|---|---|---|---|---|
| 60 Seiten | 130.000 | 72 | 20,88 € | 28,08 € |
| 80 Seiten | 172.000 | 96 | 27,84 € | 37,44 € |
| 100 Seiten | 215.000 | 120 | 34,80 € | 46,80 € |
| 120 Seiten | 258.000 | 143 | 41,47 € | 55,77 € |
Abgerechnet wird nach Normseiten zu 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Die tatsächliche Zeichenzahl deines Dokuments steht in Word unter „Überprüfen" → „Wörter zählen"; umrechnen kannst du sie im Normseitenrechner.
So gehst du beim Prüfen vor
- Verzeichnisse entfernen. Literaturverzeichnis und Anhang erzeugen viele korrekte Treffer und blähen den Bericht auf. Wie das geht, steht unter Literaturverzeichnis ausschließen.
- Gesamtdokument hochladen. .docx, .doc, .pdf, .odt, .rtf und .pages werden akzeptiert, bis 50 MB und 999 Normseiten.
- Bericht auswerten. Rechne bei 80 Seiten mit ein bis zwei Stunden für eine gründliche Sichtung.
- Frühkapitel zuerst. Beginne mit den Teilen, die du zuerst geschrieben hast. Dort ist die Trefferwahrscheinlichkeit am höchsten.
- Nach der Korrektur nachprüfen. Wenn du größere Passagen umgeschrieben hast, lohnt ein zweiter Scan.
Den Bericht bewerten
Die Prozentangabe im Bericht ist eine Kennzahl, kein Ergebnis. Bei technischen Diplomarbeiten liegt sie oft höher als bei geisteswissenschaftlichen — Fachterminologie, Formelbeschreibungen und Normtexte wiederholen sich zwangsläufig.
Entscheidend ist die Einzelbewertung. Frag bei jedem Treffer:
- Steht an dieser Stelle ein Beleg, und passt er zur Art der Übernahme?
- Ist eine wörtliche Passage als Zitat gekennzeichnet?
- Handelt es sich um eine feststehende Fachformulierung ohne echte Alternative?
- Stammt der Treffer aus meinem eigenen früheren Text?
- Ist die Quelle im Literaturverzeichnis aufgeführt?
Trefferquellen, die auf Foren oder Content-Farmen zeigen, sind oft Scheintreffer: Dort wurde der Originaltext ebenfalls kopiert. Prüfe in solchen Fällen, welche Quelle die ursprüngliche ist. Mehr dazu unter echte vs. falsche Treffer.
Wenn die Arbeit in einem Unternehmen entstanden ist
Viele Diplomarbeiten sind Praxisarbeiten. Damit kommen zwei Fragen dazu.
Vertraulichkeit. Der Upload läuft verschlüsselt, verarbeitet wird auf Servern in Deutschland nach DSGVO, gelöscht wird nach 14 Tagen. Dein Text geht nicht in einen Vergleichsbestand ein und wird dadurch auch nicht für Dritte auffindbar. Ein Sperrvermerk bleibt von einem Scan unberührt.
Firmentexte. Passagen aus Handbüchern, Präsentationen oder internen Berichten sind fremder Text, auch wenn sie aus deinem eigenen Arbeitsumfeld stammen. Kennzeichne sie als Quelle, mit Angabe des Unternehmens, des Dokumenttyps und des Jahres. Wenn die Unterlage vertraulich ist, gehört sie in den vertraulichen Anhang, nicht ungekennzeichnet in den Fließtext.
Wenn eine Quelle nicht mehr existiert
Bei langen Bearbeitungszeiten ist das ein realer Fall: Du hast vor zwei Jahren eine Website zitiert, und heute führt der Link ins Leere. Manchmal ist auch die Firma verschwunden, deren Datenblatt du verwendet hast.
Das macht die Angabe nicht wertlos, aber sie braucht mehr Information. Nenne, was du hast: Urheber, Titel, Datum der Veröffentlichung und ausdrücklich das Datum deines Abrufs. Ergänze den Hinweis, dass die Quelle zum Zeitpunkt der Abgabe nicht mehr erreichbar war. Wenn eine archivierte Fassung existiert, führe sie zusätzlich an.
Was du nicht tun solltest: die Angabe stillschweigend weglassen, weil sie sich nicht mehr prüfen lässt. Damit machst du aus einer belegten Übernahme eine unbelegte. Mehr dazu unter Quelle nicht mehr auffindbar.
Für die Zukunft hilft eine simple Angewohnheit: Beim Zitieren einer Onlinequelle sofort ein PDF davon speichern, benannt nach Autor und Jahr. Das kostet zehn Sekunden und löst das Problem, bevor es entsteht.
Den zweiten Scan gezielt einsetzen
Nach der Korrekturrunde stellt sich die Frage, ob sich ein weiterer Durchlauf lohnt. Bei einer Diplomarbeit mit hundert Seiten kostet er rund 35 €, das ist keine Nebensächlichkeit.
Die Antwort hängt davon ab, was du geändert hast:
| Was du gemacht hast | Zweiter Scan sinnvoll? |
|---|---|
| Nur Belege nachgetragen | Nein — der Text ist unverändert |
| Einzelne Sätze umformuliert | Meist nicht nötig |
| Ganze Absätze neu geschrieben | Ja, für die betroffenen Kapitel |
| Ein Kapitel ergänzt | Ja, mindestens für dieses Kapitel |
| Text aus einer älteren Fassung eingefügt | Ja, unbedingt |
Der letzte Fall ist der wichtigste. Wer beim Überarbeiten auf eine frühere Version zurückgreift, holt sich unter Umständen genau die Passage zurück, die im ersten Bericht auffiel.
Ein Kapitel allein zu prüfen ist deutlich günstiger als das Gesamtdokument: Zwanzig Normseiten kosten 5,80 €.
Vor der Abgabe
- Alle Kapitel sind geprüft — besonders die zuerst geschriebenen.
- Übernahmen aus eigenen früheren Arbeiten sind gekennzeichnet.
- Normen, Datenblätter und Firmenunterlagen haben einen Beleg.
- Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen und mit Seitenzahl.
- Der Scan ist gelaufen, jeder Treffer ist bewertet.
- Die Eigenständigkeitserklärung deckt den tatsächlichen Sachverhalt, siehe Eigenständigkeitserklärung.