Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Die kurze Antwort
Meistens dauert eine Plagiatsprüfung 15 Minuten. Selten, bei sehr großen Dateien oder hoher Auslastung, zieht sich das bis zu 24 Stunden. Plane zusätzlich 30 bis 60 Minuten fürs Auswerten ein.
Der letzte Satz ist der, den fast jeder überliest. Wer „15 Minuten" hört, plant 15 Minuten ein und sitzt dann abends um elf vor einem PDF mit 40 markierten Stellen, von denen 35 völlig harmlos sind und fünf eine echte Entscheidung verlangen. Die Wartezeit ist nicht dein Problem.
Was in der Viertelstunde passiert
Das System liest dein Dokument ein, zerlegt es in Textabschnitte und vergleicht jeden davon mit einem Bestand von über 70 Milliarden Quellen. Darin stecken Webseiten, Fachliteratur und Publikationsdatenbanken. Jede Übereinstimmung ab einer bestimmten Länge wird mit ihrer Fundstelle gespeichert. Daraus entsteht am Ende dein Bericht.
Sichtbar ist davon nichts. Du siehst eine Statusanzeige, und irgendwann kommt die Mail; dass in dieser Viertelstunde mehrere Milliarden Einzelvergleiche gelaufen sind, die deinen Text gegen Webseiten aus dem offenen Netz und gegen lizenzierte Fachdatenbanken stellen, merkt man ihr nicht an.
Der Abgleich läuft nicht Seite für Seite von vorn nach hinten, sondern verteilt auf viele Prozesse gleichzeitig. Deshalb dauert eine Masterarbeit nicht viermal so lange wie eine Hausarbeit, obwohl sie viermal so viel Text hat. Der Unterschied liegt meistens im einstelligen Minutenbereich.
Wann es länger dauert
Vier Situationen ziehen die Bearbeitung in die Länge. Drei davon hast du selbst in der Hand.
- Gescanntes PDF ohne Textebene. Besteht dein Dokument aus Bildern, muss der Text erst erkannt werden. Das kostet Zeit und liefert schlechtere Treffer. Prüf vorher, ob du im PDF einzelne Wörter markieren kannst.
- Sehr große Dateien. Abbildungen in voller Kameraauflösung machen ein Dokument schwer, ohne dass mehr Text darin steckt. Die Obergrenze liegt bei 50 MB und 999 Normseiten.
- Ungewöhnliche Formatierung. Textfelder, zweispaltige Layouts und Fußnotenapparate aus LaTeX-Exporten werden zuverlässig verarbeitet, brauchen aber gelegentlich einen zweiten Durchgang.
- Stoßzeiten. In den Wochen vor Semesterende laufen sehr viele Prüfungen parallel. Dann verschiebt sich die Ausgabe um einige Minuten.
Die Angabe „bis zu 24 Stunden" beschreibt den ungünstigsten Fall aus allen vier Faktoren zusammen. Sie steht dort, damit niemand mit falschen Erwartungen plant, und nicht, weil es der Normalfall wäre. Von allen Scans erreicht diesen Bereich fast keiner.
Der Teil, den alle vergessen
Nach 15 Minuten hast du kein Ergebnis. Du hast Material.
Ein Bericht über eine Bachelorarbeit enthält typischerweise zwischen 20 und 60 markierte Passagen. Die allermeisten davon sind Titelangaben aus dem Literaturverzeichnis, korrekt gekennzeichnete Zitate, feststehende Fachbegriffe oder zitierter Gesetzeswortlaut. Trotzdem musst du jede einzelne einmal ansehen, denn genau zwischen diesen harmlosen Markierungen versteckt sich der eine Absatz, bei dem die Fußnote fehlt. Wie du beide Sorten sicher auseinanderhältst, steht unter echte und falsche Treffer.
Dafür gibt es keine Abkürzung. Bei einer Hausarbeit ist das in einer halben Stunde erledigt, bei einer Dissertation kann daraus ein halber Arbeitstag werden. Wer diesen Schritt überspringt und nur auf die Prozentzahl schaut, hätte sich den Scan sparen können.
Zeitbedarf im Überblick
| Schritt | Realistische Dauer | Wovon es abhängt |
|---|---|---|
| Dokument vorbereiten | 5 bis 15 Minuten | Ob Anhang und Verzeichnis raus sollen |
| Upload und Bezahlung | 2 bis 3 Minuten | Verbindung und Dateigröße |
| Abgleich bis zum Bericht | meist 15 Minuten | Umfang, Dateiformat, Auslastung |
| Bericht sichten | 30 bis 60 Minuten | Anzahl der Markierungen |
| Stellen überarbeiten | 0 bis mehrere Stunden | Wie viel echtes Problem dabei ist |
| Kontrollscan | noch einmal 15 Minuten | Nur nötig nach größeren Änderungen |
Ein Abend, durchgerechnet
Nimm eine Hausarbeit mit 31.000 Zeichen. Das sind 18 Normseiten, und bei 0,29 € pro Normseite kostet der Scan 5,22 €.
Um 19:30 Uhr lädst du hoch. Um 19:50 Uhr liegt der Bericht im Postfach. Bis 20:30 Uhr hast du dich durch alle Treffer geklickt und drei Stellen gefunden: eine Definition ohne Beleg, eine Paraphrase zu nah am Lehrbuch, ein wörtliches Zitat ohne Anführungszeichen. Die erste reparierst du in zwei Minuten. Die zweite kostet dich eine halbe Stunde Umformulieren, weil du die Quelle noch einmal lesen musst. Die dritte ist Anführungszeichen setzen und Seitenzahl nachtragen.
Gegen 21:30 Uhr bist du durch. Zwei Stunden insgesamt, davon 20 Minuten Warten.
Nutze die Wartezeit
Öffne parallel dein Literaturverzeichnis und gleich jeden Eintrag gegen die Fußnoten im Text ab. Fehlende Einträge findest du dabei ohnehin, und die Viertelstunde ist sinnvoll gefüllt. Wer diesen Abgleich vor dem Bericht macht, versteht anschließend auch schneller, welche Markierung zu welcher Quelle gehört.
Was das für deinen Zeitplan heißt
Setz den Scan zwei bis drei Tage vor die Abgabe. Nicht wegen der Rechenzeit, sondern wegen der Stunden danach. Mehr ist an der Planung nicht. Wer sich diese Reihenfolge einmal notiert und sie im nächsten Semester wieder benutzt, verliert das Thema aus dem Kopf und behält trotzdem den Puffer, der am Abgabetag über die eigenen Nerven entscheidet.
Wer am Abgabetag prüft, bekommt seinen Bericht pünktlich und kann trotzdem wenig damit anfangen. Eine Paraphrase, die zu dicht am Original liegt, schreibst du nicht in zehn Minuten sauber um; dafür brauchst du einen klaren Kopf und die Quelle aufgeschlagen daneben. Wird es doch knapp, hilft die Seite Prüfung am Abgabetag mit einer abgespeckten Reihenfolge.
Bei langen Arbeiten lohnt ein Zwischenscan, sobald der Theorieteil steht. Dann verteilt sich die Auswertung auf zwei Termine, und der Kontrollscan am Ende fällt deutlich kürzer aus, weil du die meisten Treffer schon kennst.
Die Frage, die sich jetzt stellt
Wann du prüfst, hängt weniger an der Uhr als am Zustand deines Textes. Solange du ganze Kapitel umstellst, ist ein Scan verfrüht: Du prüfst dann eine Fassung, die es in drei Tagen nicht mehr gibt. Der richtige Moment ist der, an dem inhaltlich nichts Großes mehr passiert, die Formatierung aber noch aussteht. Ausführlich steht das unter wann du prüfen solltest. Deine Zeichenzahl und damit den Preis rechnet dir vorher der Normseitenrechner aus.