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KI-Transparenz · Entscheidungshilfe · KIT-04

Prompts im Anhang dokumentieren: sinnvoller Umfang

Direktantwort: Nehmen Sie nicht automatisch jeden Chat in den Anhang. Wählen Sie den Nachweis nach lokaler Vorgabe, methodischer Bedeutung, Umfang und Schutzbedarf. Ein Vollprotokoll eignet sich für wenige zentrale, freigabefähige Interaktionen; repräsentative Auszüge für wiederholte gleichartige Arbeit; eine strukturierte Zusammenfassung für umfangreiche oder nicht vollständig veröffentlichbare Verläufe. Die Entscheidungsmatrix unten macht Auswahl und Grenzen nachvollziehbar.

Vollprotokoll oder Auszug: eine Entscheidungsmatrix

SituationGeeignete FormBegründung und notwendige Ergänzung
Wenige zentrale Prompts, Veröffentlichung zulässigVollständiger Verlauf mit Ein- und AusgabenZeigt Iteration; Werkzeug, Datum, Version, Auswahl und Übernahme ergänzen
Viele gleichartige Sprach- oder SuchvorgängeRepräsentative Auszüge plus NutzungsübersichtVermeidet unlesbaren Umfang; Auswahlregel und Gesamtzahl bzw. Zeitraum erklären
KI beeinflusste einen reproduzierbaren Analyse- oder CodeschrittMaßgebliche Prompts, Ausgaben, Parameter und CodeversionMethodisch relevante Kette sichern; Tests und menschliche Änderungen nennen
Vertrauliche, personenbezogene oder geschützte InhalteNur genehmigte redigierte Fassung oder geschützter NachweisKeine öffentliche Vollanlage; Auslassungen und Freigabeverfahren kenntlich machen
Flüchtiger Dienst, Export unvollständigZeitnahe strukturierte Zusammenfassung mit Screenshots oder DateienGrenzen des erhaltenen Materials offenlegen; nichts rekonstruieren, was nicht belegt ist
Hochschule stellt ein PflichtformularVorgegebenes Formular und geforderte AnhängeLokale Anweisung hat Vorrang; zusätzliche Nachweise nur kompatibel ergänzen

Die Form ist keine Rangliste der Ehrlichkeit. Ein redigierter Auszug kann belastbarer sein als ein unstrukturierter, riskanter Vollchat, wenn Auswahlregel, Auslassung und Bezug zur Arbeit transparent sind. Umgekehrt darf „repräsentativ“ nicht bedeuten, nur harmlose Prompts zu zeigen und fachlich entscheidende Interaktionen zu verstecken.

Wann ein Vollprotokoll wirklich nützlich ist

Ein vollständiger Verlauf ist besonders aussagekräftig, wenn eine kleine Zahl von Interaktionen einen zentralen methodischen Schritt geprägt hat. Er zeigt Rückfragen, Fehlversuche und Korrekturen, die ein einzelner Prompt verschleiern würde. Exportieren Sie nach Möglichkeit zeitnah und halten Sie Produkt, sichtbare Version, Zugriffsdatum und Dateiformat fest. Nummerieren Sie die Interaktion und verweisen Sie aus Methodenteil oder Hilfsmittelverzeichnis darauf.

Vollständig bedeutet nur vollständig innerhalb des gespeicherten Gesprächs. Ein Export kann gelöschte Abzweigungen, externe Dateien, Änderungen an Prompts oder andere Sitzungen nicht enthalten. Schreiben Sie deshalb beispielsweise „vollständiger Export des gespeicherten Chats C-04 vom …“ und nicht „vollständiger Nachweis aller KI-Nutzung“, sofern Sie Letzteres nicht belegen können.

Auch bei einem Vollverlauf muss erklärt werden, was verwendet wurde. Markieren Sie relevante Ein- und Ausgaben, ohne das Original unkenntlich zu verändern. Eine kurze Begleitnotiz nennt Übernahme, Änderungen und Verifikation. Ein hundertseitiger Chat ohne Navigationshilfe zwingt Lesende zur Rekonstruktion und ist kein guter Ersatz für Methodendokumentation.

Repräsentative Auszüge fair auswählen

Auszüge eignen sich für zahlreiche gleichartige Vorgänge, etwa Vorschläge zu Suchbegriffen oder sprachliche Varianten. Definieren Sie die Auswahlregel vor der Auswahl: der erste, ein typischer und ein problematischer Fall; alle Vorgänge eines bestimmten Kapitels; oder jede Interaktion, deren Ergebnis übernommen wurde. Nennen Sie den abgedeckten Zeitraum und die Zahl der protokollierten Vorgänge nur, wenn diese aus Ihrem Protokoll verlässlich hervorgeht.

Dokumentieren Sie Auslassungen. Eine Formulierung könnte lauten: „Anhang C enthält die Vorgänge K-03, K-11 und K-17 als Beispiele für unveränderte, stark überarbeitete und verworfene Ausgaben. Das Arbeitsprotokoll umfasst die übrigen gleichartigen Vorgänge; nicht enthaltene Prompts betrafen denselben Zweck.“ Wenn Inhalte wegen Datenschutz oder Rechten fehlen, bezeichnen Sie die Art der Redaktion, ohne den geschützten Inhalt indirekt preiszugeben.

Eine reine Promptliste genügt häufig nicht. Ohne Ausgabe und Nutzung ist nicht erkennbar, ob das System einen Gedanken tatsächlich beeinflusst hat. Mindestens eine knappe Ergebnisart, Auswahlentscheidung und Prüfhandlung gehört daneben. Ein KI-Nutzungsprotokoll kann diese Metadaten strukturiert liefern.

Datenschutz, Vertraulichkeit und Rechte vor Vollständigkeit

Veröffentlichen Sie keine vertraulichen Forschungsdaten, personenbezogenen Angaben, Zugangsdaten oder geschützten Materialien, nur um einen vollständigen Prompt zu zeigen. Prüfen Sie Einwilligung, Rechtsgrundlage, institutionelle Freigabe, Dienstkonfiguration und Prüfungsanforderung. Ist die zulässige Form unklar, muss sie mit der verantwortlichen Stelle geklärt werden.

Redigieren ist mehr als Namen schwärzen. Kombinationen aus Ort, Datum, Rolle und seltenem Ereignis können Personen erkennbar machen. Dateinamen oder eingebettete Metadaten können sensible Informationen tragen. Prüfen Sie deshalb auch Anhänge, Screenshots und exportierte HTML- oder PDF-Dateien. Notieren Sie sichtbar, dass redigiert wurde, welcher Grundtyp betroffen war und ob die inhaltliche Aussage des Nachweises erhalten blieb.

Bei urheberrechtlich geschütztem Ausgangsmaterial kann ein vollständiger Prompt fremde Texte oder Bilder vervielfältigen. Ein präziser Verweis auf das verwendete Material und ein gekürzter, erlaubter Auszug können geeigneter sein. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung; sie zeigt, warum maximale Offenlegung und verantwortliche Offenlegung nicht immer dasselbe sind.

Ein lesbarer Anhang mit stabilen Querverweisen

Beginnen Sie mit einer kurzen Legende: Zweck des Anhangs, Auswahlregel, Zeitraum, verwendete Werkzeuge, sichtbare Versionsangaben, Kennzeichnung von Auslassungen und Verweis auf die maßgebliche lokale Regel. Danach folgt pro Vorgang eine gleichartige Struktur: ID, Datum, Arbeitsschritt, Prompt, relevante Ausgabe, eigene Bewertung, Übernahme und Prüfung.

Bewahren Sie Originaldateien getrennt vom für die Abgabe aufbereiteten Anhang auf, sofern dies zulässig ist. Die eingereichte Darstellung kann Zeilen umbrechen oder Inhalte redigieren; eine Prüfsumme oder ein manipulationssicheres Verfahren ist jedoch nur dann zu behaupten, wenn es tatsächlich eingerichtet und nachvollziehbar ist. Ein PDF allein ist nicht automatisch unveränderbar.

Verknüpfen Sie die IDs mit dem KI-Hilfsmittelverzeichnis und dem Methodenteil. Beispiel: „Die Suchwortentwicklung H-02 wird durch die Auszüge C-03 und C-11 dokumentiert; sämtliche zitierten Quellen wurden anschließend in der Fachdatenbank geöffnet.“ Das zeigt gleichzeitig Werkzeugbeitrag und wissenschaftliche Prüfung.

Sieben Fragen vor der Abgabe

  1. Verlangt oder erlaubt die lokale Regel genau diese Form des Anhangs?
  2. Sind methodisch entscheidende Interaktionen enthalten und nicht nur bequeme Beispiele?
  3. Ist die Auswahlregel für Auszüge offen und mit dem Nutzungsprotokoll vereinbar?
  4. Trennt jeder Vorgang Prompt, Ausgabe, Übernahme, Änderung und Kontrolle?
  5. Sind geschützte Inhalte zulässig behandelt und Redaktionen erkennbar?
  6. Führen IDs und Querverweise auf die richtigen Stellen in Arbeit und Verzeichnis?
  7. Beschreibt der Anhang seine Beweiskraft ohne Vollständigkeit oder Manipulationsschutz zu übertreiben?

Die Living Guidelines der Europäischen Kommission behandeln Transparenz und Reproduzierbarkeit als Elemente verantwortlicher KI-Nutzung in der Forschung. UNESCO betont zugleich einen menschenzentrierten, datenschutzbewussten Umgang. Zusammengenommen stützen diese Prinzipien eine begründete Auswahl statt reflexhafter Vollveröffentlichung. Weitere Arbeitshilfen stehen im Hub KI-Transparenz; die Grundlagenseite Wissenschaftlich arbeiten ordnet Anhänge in die gesamte Belegführung ein.

Offizielle fachliche Grundlagen

Quellenstand: 4. September 2026. Institutionelle Prüfungs-, Datenschutz- und Archivierungsregeln sind zusätzlich zu prüfen.