Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
So suchst du in einer Fachdatenbank
Gib keine Frage und keinen ganzen Satz ins Suchfeld ein. Zerlege dein Thema stattdessen in einzelne Konzepte, verbinde Synonyme mit OR, verknüpfe die Konzepte mit AND und schneide Wortenden mit einem Sternchen ab. Dann prüfst du im Thesaurus der Datenbank, welche Schlagwörter dort für dein Thema vergeben werden, und suchst damit erneut.
Der Zugang läuft in der Regel über deine Hochschulbibliothek, von zu Hause per Fernzugriff.
Der Unterschied zur Websuche ist grundsätzlich. Eine Suchmaschine rät, was du meinst, und sortiert nach Beliebtheit. Eine Fachdatenbank tut nichts dergleichen. Sie führt exakt die Suche aus, die du eingibst, und liefert genau die Titel, auf die deine Bedingungen zutreffen. Das wirkt am Anfang unbequem und ist der eigentliche Vorteil: Du kannst die Treffermenge gezielt steuern, statt sie hinzunehmen.
Schritt für Schritt durch eine Datenbanksuche
- Passende Datenbank auswählen. Das Datenbank-Verzeichnis deiner Bibliothek gruppiert die Angebote nach Fach. Welche davon lizenziert sind, hängt von deiner Hochschule ab.
- Zugang klären. Auf dem Campus funktioniert der Zugriff meist automatisch, von außen über VPN oder das Login deiner Einrichtung.
- Konzepte bilden. Zwei bis vier Bausteine, nicht mehr. Jeder Baustein bekommt eine eigene Zeile in der erweiterten Suche.
- Synonyme sammeln. Innerhalb eines Bausteins verbindest du alle Varianten mit OR, auch die englischen.
- Verknüpfen und trunkieren. Die Bausteine verbindest du mit AND, Wortenden schneidest du mit dem Platzhalterzeichen ab.
- Thesaurus prüfen. Sieh dir bei zwei guten Treffern an, welche Schlagwörter vergeben wurden, und übernimm sie in deine Suche.
- Suche dokumentieren. Datenbank, Suchstring, Datum und Trefferzahl notieren, wie es die systematische Recherche verlangt.
Die vier Suchtechniken
| Technik | Wirkung | Beispiel |
|---|---|---|
| AND | beide Begriffe müssen vorkommen, Treffer werden weniger | Homeoffice AND Mitarbeiterbindung |
| OR | einer der Begriffe genügt, Treffer werden mehr | Homeoffice OR Telearbeit |
| NOT | schließt einen Begriff aus, mit Vorsicht einsetzen | Bindung NOT Chemie |
| Klammern | legen die Reihenfolge fest | (Homeoffice OR Telearbeit) AND Bindung |
| Phrasensuche | sucht die exakte Wortfolge | "hybrides Arbeiten" |
| Trunkierung | findet alle Wortformen mit diesem Anfang | Motiv* für Motivation und Motive |
| Schlagwortsuche | sucht im vergebenen Vokabular statt im Fließtext | Schlagwort aus dem Thesaurus |
Die genaue Schreibweise unterscheidet sich zwischen Datenbanken. Manche nutzen ein anderes Platzhalterzeichen, manche kennen zusätzliche Abstandsoperatoren. Die Hilfeseite der jeweiligen Datenbank listet auf, was dort gilt.
Ein Hinweis zur Phrasensuche: Sie ist scharf. "hybrides Arbeiten" findet nicht "hybride Arbeitsformen". Setze Anführungszeichen also nur bei feststehenden Wendungen, und kombiniere sie mit der trunkierten Variante, wenn du sicher gehen willst.
Eine Beispielsuche
Deine Frage lautet: Wie wirkt sich hybrides Arbeiten auf die Bindung von Beschäftigten aus? Daraus werden zwei Bausteine.
Baustein eins: Homeoffice OR Telearbeit OR "hybrides Arbeiten" OR "remote work". Baustein zwei: Mitarbeiterbindung OR Commitment OR retention. Verbunden ergibt das eine Suche, die deutlich mehr findet als die deutsche Vollform allein.
Bringt die Suche 4.000 Treffer, ist sie zu weit. Dann grenzt du über Erscheinungsjahr, Dokumentart oder Sprache ein oder suchst nur im Titel statt im Volltext. Bringt sie zwölf Treffer, ist sie zu eng. Dann fehlen dir Synonyme, oder du hast einen Baustein zu viel verknüpft.
Arbeite dich in Wellen vor. Erste Suche breit, Treffer überfliegen, aus den besten Titeln neue Begriffe ziehen, zweite Suche präziser. Nach drei solchen Wellen kennst du das Vokabular deines Themas gut genug, um einzuschätzen, ob dir noch etwas Wesentliches fehlt.
Die häufigsten Fehler
Was in Datenbanken regelmäßig schiefgeht
- Ganze Sätze ins Suchfeld. Datenbanken suchen nach Wörtern, nicht nach Bedeutung. Eine ausformulierte Frage liefert meist null Treffer.
- Nur deutsche Begriffe. In vielen Fächern ist der Forschungsstand englischsprachig erfasst.
- NOT zu früh benutzt. Der Ausschluss trifft oft auch relevante Texte, in denen der Begriff nur nebenbei fällt.
- Nur der erste Treffer im PDF-Format. Was schnell herunterzuladen ist, ist nicht automatisch die beste Quelle.
- Kein Export in die Literaturverwaltung. Wer die Angaben abtippt, baut Fehler ein und verliert Zeit.
Checkliste für deine Suche
- Du hast das Datenbank-Verzeichnis deiner Bibliothek geöffnet, nicht nur die Websuche.
- Dein Thema ist in zwei bis vier Bausteine zerlegt.
- Zu jedem Baustein gibt es Synonyme, auch englische.
- Die Bausteine sind mit AND verknüpft und geklammert.
- Du hast bei guten Treffern die vergebenen Schlagwörter geprüft.
- Jeder Treffer ist samt vollständigen Angaben exportiert, nicht abgetippt.
- Suchstring, Datenbank, Datum und Trefferzahl sind notiert.
Der Zusammenhang mit dem Plagiatsrisiko
In der Datenbank entsteht das Risiko an einer bestimmten Stelle: beim Abstract. Abstracts sind kurz, dicht und gut formuliert. Genau deshalb wandern sie so oft per Kopie in ein Notizdokument, und genau deshalb tauchen ihre Formulierungen später in Forschungsstandkapiteln wieder auf.
Ein Abstract ist fremder Text mit Autorschaft. Wenn du daraus zitierst, brauchst du Anführungszeichen und Beleg, und wenn du zusammenfasst, muss die Formulierung deine eigene sein.
Der zweite Risikopunkt ist die verlorene Fundstelle. Wenn du beim Export schludrig bist, steht in deinen Notizen später ein Zitat ohne Seitenzahl oder ohne Datenbankeintrag. Wie du dieses Problem löst, steht unter Quelle nicht mehr auffindbar; besser ist, es gar nicht erst entstehen zu lassen, indem du beim Export sofort alles mitnimmst und deine Quellen sauber verwaltest.
Notiere deshalb schon beim Export, ob du einen Volltext, nur ein Abstract oder lediglich einen Nachweis in der Hand hast. Diese drei Dinge werden später leicht verwechselt, und ein Beleg auf Basis eines Abstracts, der so tut, als hättest du den ganzen Text gelesen, ist ein eigenes Problem.
Was du als Nächstes tust
Öffne das Datenbank-Verzeichnis deiner Bibliothek und such dir zwei Datenbanken für dein Fach heraus. Baue deine Bausteine, führe die erste Suche aus und notiere sie. Danach lohnt ein Blick auf Google Scholar als Ergänzung und auf graue Literatur, die in klassischen Datenbanken oft fehlt. Wenn eine Fundstelle trotzdem verloren geht, hilft dir Quelle vergessen: was tun weiter.