Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Kurzregel: zwei Formeln, ein Prinzip
Eine Hervorhebung in einem wörtlichen Zitat stammt entweder aus der Quelle oder von dir. Deine Leserin muss sehen, welches von beidem gilt.
Dafür gibt es zwei feste Zusätze. „Hervorhebung im Original" bedeutet: Die Autorin hat das Wort kursiv gesetzt. „Hervorhebung durch die Verfasserin" bedeutet: Du hast es getan.
Der Zusatz steht hinter dem Beleg, in derselben Klammer. Weglassen ist keine Option, sobald überhaupt eine Hervorhebung im Spiel ist und die Zuordnung nicht selbsterklärend ist.
Warum die Zuordnung zählt
Eine Hervorhebung ist ein Eingriff. Sie ändert kein Wort, aber sie ändert das Gewicht.
Ein Beispiel aus einer Arbeit über Weiterbildungsprogramme. Im Original steht: „Das Angebot wurde von den jüngeren Beschäftigten überwiegend gut angenommen." Setzt du „jüngeren" kursiv, rückst du die Altersgruppe in den Mittelpunkt. Setzt du „überwiegend" kursiv, betonst du die Einschränkung. Beides sind Lesarten, und beide sind deine.
Genau deshalb gehört der Zusatz dazu. Ohne ihn schreibst du der Quelle eine Betonung zu, die sie nicht gesetzt hat. Das ist derselbe Mechanismus wie bei einer unmarkierten Auslassung, nur leiser.
Umgekehrt gilt: Hervorhebungen aus der Quelle darfst du nicht stillschweigend streichen. Sie sind Teil des Wortlauts, und ein direktes Zitat gibt den Wortlaut vollständig wieder.
Wo der Zusatz steht und wie er lautet
Der Zusatz gehört hinter die Quellenangabe, abgetrennt durch Komma oder Semikolon: (Weimann 2019, S. 47, Hervorhebung durch die Verfasserin).
Gebräuchlich sind mehrere Formen. Ausgeschrieben ist es am klarsten. Die Kurzformen „Herv. d. Verf." und „eigene Hervorhebung" begegnen dir ebenfalls häufig. In Fußnotensystemen steht der Zusatz am Ende der Fußnote.
Bei mehreren Hervorhebungen in einem Zitat deckt ein Zusatz alle ab, sofern sie von derselben Person stammen. Kommen beide Arten vor, brauchst du zwei Angaben und musst benennen, welche Stelle du meinst.
Zur Form selbst: Kursiv ist der übliche Weg. Fettdruck fällt im Fließtext unangenehm auf, Sperrsatz wirkt altmodisch und wird von Textverarbeitungen schlecht unterstützt.
Wie die Zitierstile es regeln
Alle verbreiteten Regelwerke verlangen, dass eigene Hervorhebungen gekennzeichnet werden. Der Grundsatz ist stabil.
Unterschiedlich sind die Formulierung, die Frage nach der Kurzform und der Umgang mit Hervorhebungen, die aus der Quelle stammen. Manche Stile verlangen dort ebenfalls einen Zusatz, andere gehen davon aus, dass Unmarkiertes automatisch als Original gilt. In der deutschen Zitierweise findest du die ausgeschriebene Formel häufiger als in Autor-Jahr-Systemen wie APA.
Sieh im Merkblatt deines Instituts nach, bevor du dich für eine Kurzform entscheidest. Sagt es nichts dazu, wähle die ausgeschriebene Variante. Sie ist nie falsch.
Fünf Fälle und ihre Schreibweise
| Fall | So sieht der Beleg aus |
|---|---|
| Nur eigene Hervorhebung | (Weimann 2019, S. 47, Hervorhebung durch die Verfasserin) |
| Kurzform | (Weimann 2019, S. 47, Herv. d. Verf.) |
| Nur Hervorhebung der Quelle | (Weimann 2019, S. 47, Hervorhebung im Original) |
| Beide Arten im selben Zitat | (Weimann 2019, S. 47, „jüngeren" Hervorhebung im Original, „überwiegend" durch die Verfasserin) |
| Fußnote, deutsche Zitierweise | Weimann 2019, S. 47; Hervorhebung durch die Verfasserin. |
Sonderfälle
Bei einem Blockzitat steht der Zusatz hinter dem Beleg am Ende des Blocks. An der Regel ändert die Einrückung nichts.
Steht die Hervorhebung in einem Zitat im Zitat, gibt es drei mögliche Urheber: die innere Quelle, die äußere und du. Wenn sich das nicht kurz auflösen lässt, gehört die Erklärung in eine Fußnote.
Bei fremdsprachigen Zitaten mit eigener Übersetzung wird es schnell unübersichtlich. Kennzeichne dann getrennt, was im Original hervorgehoben war und was du in der Übersetzung ergänzt hast.
Ein häufiger Grenzfall betrifft Formatierungen, die keine Hervorhebung sind. Kursive Werktitel, fremdsprachige Ausdrücke oder botanische Namen folgen typografischen Konventionen. Sie brauchen keinen Zusatz, weil sie nichts betonen.
Die häufigsten Fehler
Was Prüfende beanstanden
- Eigene Hervorhebung ohne Zusatz. Die Betonung wandert unbemerkt zur Quelle.
- Hervorhebung der Quelle gestrichen. Der Wortlaut ist dann unvollständig wiedergegeben.
- Wechselnde Formeln. Mal ausgeschrieben, mal abgekürzt, mal „eigene Hervorhebung".
- Zusatz vor dem Zitat. Er bezieht sich auf den Beleg und steht deshalb dahinter.
- Fettdruck im Fließtext. Formal nicht falsch, in wissenschaftlichen Arbeiten aber unüblich.
- Zu viele Hervorhebungen. Wenn in jedem Zitat zwei Wörter kursiv stehen, wirkt keine mehr.
Ein Ablauf für die Endkontrolle
- Suche in deinem Dokument gezielt nach kursiv gesetzten Stellen innerhalb von Anführungszeichen.
- Kläre bei jeder Stelle im Original, ob die Hervorhebung dort schon stand.
- Ergänze den passenden Zusatz oder streiche die Hervorhebung, wenn sie nichts trägt.
- Prüfe zum Schluss, ob du überall dieselbe Formel benutzt hast.
Das dauert bei einer Bachelorarbeit selten mehr als zwanzig Minuten. Weitere Formfehler, die sich auf demselben Weg finden lassen, listet die Übersicht zu Zitierfehlern.
Wenn das Original bereits Hervorhebungen enthält
Der häufigste Zweifelsfall: Im Originaltext steht ein Wort kursiv, und du zitierst die Stelle.
Die Grundregel lautet, dass du das Zitat wortlautgetreu wiedergibst — und die Formatierung gehört zum Wortlaut. Kursivierungen, Sperrungen und Fettungen des Originals bleiben also erhalten. Ein Zusatz ist dann nicht zwingend nötig, wird aber häufig gefordert und ist nie falsch: „Hervorhebung im Original".
Umgekehrt gilt: Alles, was du selbst hinzufügst, muss gekennzeichnet werden. „Hervorhebung durch die Verfasserin", „eigene Hervorhebung" oder eine entsprechende Formel je nach Stil.
| Situation | Kennzeichnung |
|---|---|
| Original kursiv, du übernimmst es | „Hervorhebung im Original", empfohlen |
| Du hebst selbst hervor | Zwingend kennzeichnen |
| Original kursiv, du hebst zusätzlich hervor | Beides kennzeichnen und unterscheiden |
| Original kursiv, du übernimmst es nicht | Vermeiden — es verändert den Wortlaut |
| Kursivierung nur wegen Fremdwort im Original | Übernehmen, keine Anmerkung nötig |
Die vierte Zeile wird oft übersehen. Eine Hervorhebung wegzulassen ist derselbe Eingriff wie eine hinzuzufügen: Beide verändern, was im Original betont war.
Was ein Plagiatsscan mit Hervorhebungen zu tun hat
Ein Scan bewertet keine Formatierung. Er vergleicht Wortfolgen mit über 70 Milliarden Quellen und zeigt, wo dein Text mit einer Fundstelle übereinstimmt.
Trotzdem hilft der Bericht bei genau dieser Frage. Zu jeder markierten Passage steht die Quelle, aus der sie stammt. Du kannst also direkt nachsehen, wie die Stelle im Original gesetzt war, statt das Buch noch einmal aus dem Regal zu holen. Für Arbeiten mit vielen wörtlichen Zitaten spart das spürbar Zeit. Ein Durchlauf kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen und liegt in der Regel nach 15 Minuten vor.