Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Kurzregel: außen doppelt, innen einfach
Übernimmst du eine Passage, in der bereits jemand zitiert wird, brauchst du zwei Ebenen von Anführungszeichen. Außen stehen die doppelten, innen die einfachen.
Ein Beispiel: „Kestner bezeichnet den Befund als ,statistisch belanglos' und zieht daraus weitreichende Schlüsse" (Ohlmeyer 2020, S. 34).
Was die äußere Autorin zitiert, bleibt Teil ihres Wortlauts. Du änderst daran nichts, du markierst nur die Ebene. Im eingerückten Blockzitat kehrt sich die Regel um, weil dort die äußeren Zeichen fehlen.
Wie die zwei Ebenen aussehen
Im Deutschen sind für die äußere Ebene die Zeichen unten und oben üblich, für die innere die einfache Variante. In englischsprachigen Arbeiten stehen außen die doppelten oberen und innen die einfachen oberen Zeichen.
Beide Systeme funktionieren. Mischen darfst du sie nicht, auch nicht zwischen Kapiteln.
Wichtig ist die Reihenfolge beim Schließen. Endet dein Zitat unmittelbar nach dem inneren, schließt zuerst das einfache, dann das doppelte Zeichen. Zwei Zeichen stoßen dabei direkt aneinander, und genau dort verrutscht in der Textverarbeitung gern etwas. Prüfe solche Stellen von Hand.
Der Rest bleibt wie bei jedem direkten Zitat: unveränderter Wortlaut, Beleg mit Seitenzahl, Eingriffe in eckigen Klammern.
Wem gehört welcher Satz? Die Belegfrage
Hier entscheidet sich mehr als die Zeichensetzung. Es geht darum, worauf du dich eigentlich berufst.
Willst du zeigen, wie Ohlmeyer über Kestner schreibt, reicht der Beleg für Ohlmeyer. Das innere Zitat ist dann Teil des Materials, das du wiedergibst. Deine Aussage betrifft die äußere Quelle.
Willst du dich dagegen auf Kestners Aussage selbst stützen, liegt ein Sekundärzitat vor. Dann brauchst du beide Quellen im Beleg, verbunden durch „zitiert nach". Und dann gilt die übliche Empfehlung: Besorge das Original, wenn es erreichbar ist. Jede Zwischenstufe kann etwas verkürzt oder verschoben haben.
Der Unterschied klingt akademisch, wird in Gutachten aber geprüft. Ein Beleg, der nur die äußere Quelle nennt, während die Argumentation auf der inneren aufbaut, gilt als Zitatplagiat.
Wie die Zitierstile es handhaben
Die Zwei-Ebenen-Logik ist über die Stile hinweg stabil: eine Ebene für dein Zitat, eine für das darin enthaltene. Unterschiede betreffen die Zeichenformen und den Umgang mit dem Blockzitat.
Deutschsprachige Vorgaben und die deutsche Zitierweise arbeiten mit den unten stehenden Zeichen, englischsprachige Stile wie APA mit den oberen. Ob die innere Quelle im Literaturverzeichnis auftaucht, hängt davon ab, ob du sie belegst oder nur wiedergibst.
Wenn dein Merkblatt zu diesem Fall schweigt, entscheide dich für eine Variante und halte sie durch. Uneinheitlichkeit fällt stärker auf als eine ungewöhnliche, aber konsequente Lösung.
Dieselbe Passage in fünf Situationen
| Situation | So sieht es aus |
|---|---|
| Fließtext, du belegst Ohlmeyer | „Kestner nennt den Befund ,statistisch belanglos'" (Ohlmeyer 2020, S. 34). |
| Fließtext, du berufst dich auf Kestner | „statistisch belanglos" (Kestner 2016, S. 12, zitiert nach Ohlmeyer 2020, S. 34). |
| Blockzitat | Kestner nennt den Befund „statistisch belanglos" und widerspricht damit der Fachdebatte. |
| Fußnote, deutsche Zitierweise | Ohlmeyer 2020, S. 34. |
| Falsch: innere Zeichen gestrichen | „Kestner nennt den Befund statistisch belanglos" (Ohlmeyer 2020, S. 34). |
Sonderfälle
Drei Ebenen kommen vor, sind aber kaum lesbar. Kaum ein Merkblatt regelt sie. Löse den Fall auf, indem du kürzt, teilst oder die äußere Ebene sinngemäß wiedergibst.
Enthält das innere Zitat eine Auslassung, muss erkennbar bleiben, wer gekürzt hat. Stammt die Kürzung von der äußeren Autorin, gehört sie zum Wortlaut. Stammt sie von dir, setzt du sie nach den Regeln für Auslassungen und weist im Zweifel in einer Fußnote darauf hin.
Hervorhebungen sind der verwandte Fall. Kursiv gesetzte Wörter im inneren Zitat können aus drei Richtungen stammen: aus Kestners Original, von Ohlmeyer oder von dir. Wie du das trennst, steht unter Hervorhebung im Zitat.
Zitiert die äußere Quelle nicht wörtlich, sondern paraphrasiert sie, brauchst du gar keine inneren Anführungszeichen. Dann steht dort nur ihr Text.
Die häufigsten Fehler
Was in verschachtelten Zitaten schiefgeht
- Doppelte Zeichen auf beiden Ebenen. Der Übergang ist dann nicht mehr lesbar.
- Innere Anführungszeichen gestrichen. Die Aussage wird der äußeren Autorin zugeschrieben.
- Einfache Zeichen im Blockzitat. Dort gehören die doppelten hin, weil die äußere Ebene fehlt.
- Falscher Beleg. Die Argumentation stützt sich auf die innere Quelle, der Beleg nennt nur die äußere.
- Apostroph statt Anführungszeichen. Die Textverarbeitung setzt beim Tippen leicht das falsche Zeichen.
- Verschachtelung über drei Zeilen. Formal korrekt, praktisch unlesbar.
Ein Ablauf für verschachtelte Stellen
- Kläre zuerst, worauf du dich berufst: auf die äußere Aussage oder auf die innere.
- Steht die innere im Mittelpunkt, versuche das Original zu beschaffen. Dann verschwindet die Verschachtelung von selbst.
- Bleibt sie nötig, setze die Zeichen in einem Durchgang und prüfe das Zitatende von Hand.
- Schreibe den Beleg vollständig, mit beiden Seitenzahlen, falls es ein Sekundärzitat ist.
- Lies die fertige Stelle laut. Wenn du beim Vorlesen ins Stocken gerätst, ist sie zu verschachtelt.
Der letzte Punkt ist der wirksamste. Verständlichkeit schlägt formale Vollständigkeit, und eine geteilte Passage liest sich fast immer besser.
Was ein Plagiatsscan bei verschachtelten Zitaten zeigt
Ein Scan vergleicht deinen Text mit über 70 Milliarden Quellen und nennt zu jedem Treffer die Fundstelle. Bei einem Zitat im Zitat ist genau das nützlich.
Häufig markiert der Bericht zwei verschiedene Quellen für dieselbe Passage: die äußere Arbeit und, wenn die innere Stelle bekannt genug ist, auch das Original. Damit siehst du schwarz auf weiß, wem der Satz ursprünglich gehört, und kannst deinen Beleg daran ausrichten. Läuft die Markierung außerdem über dein schließendes Anführungszeichen hinaus, hast du mehr übernommen als gekennzeichnet. Ein Durchlauf kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen und liegt meist nach 15 Minuten vor. Warum korrekt gesetzte Zitate überhaupt auftauchen, erklärt die Seite zu markierten Zitaten.