Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Die Kurzformel für eine Podcast-Folge
Host (Jahr): Titel der Folge. Podcast-Folge in: Titel des Podcasts, Datum, 00:14:32.
Ein Podcast ist eine Reihe. Zitierbar ist immer nur eine einzelne Folge daraus, so wie du auch nie eine ganze Zeitschrift zitierst, sondern einen Artikel darin.
Deshalb gehört der Folgentitel nach vorn und der Reihentitel hinter das Wort „in". Die Struktur ist dieselbe wie beim Beitrag im Sammelband, nur mit Ton statt Papier.
Die Zeitmarke ersetzt die Seitenzahl. Sie zeigt, wo in der Aufnahme deine Stelle beginnt.
Welche Angaben du brauchst und wo sie stehen
Alles Nötige findest du in den Shownotes der Folge, also im Beschreibungstext in der App oder auf der Website des Podcasts.
- Host oder produzierende Redaktion steht meist am Ende der Shownotes oder im Impressum der Website.
- Folgentitel und Folgennummer stehen ganz oben, oft in der Form „#47".
- Reihentitel ist der Name des Podcasts.
- Veröffentlichungsdatum liefert jede Podcast-App mit.
- Zeitmarke liest du im Player ab, an der Stelle, an der deine Passage beginnt.
- Plattform nennst du nur, wenn die Folge exklusiv dort läuft.
Notiere die Angaben beim Hören, nicht später. Wer eine Woche danach sucht, findet zwar die Folge wieder, aber selten die Minute.
Fehlt der Name des Hosts vollständig, sieh im Impressum der Podcast-Website nach. Steht dort nur eine Redaktion oder ein Sender, tritt dieser Name an die Stelle der Person. Eine Angabe ohne jede verantwortliche Instanz solltest du nicht zitieren: Dann weißt du nicht, wer für den Inhalt einsteht.
Kurzbeleg im Text, Vollbeleg im Verzeichnis
Im Text nennst du Host, Jahr und Zeitmarke: (Barsch 2025, 00:14:32). Die Zeitmarke steht dort, wo bei einer Buchquelle die Seitenzahl stünde.
Bei einem wörtlichen Zitat gibst du den Startpunkt an. Bei einem längeren Argument darfst du eine Spanne nennen, etwa 00:14:32 bis 00:16:10. Beides ist üblich, entscheidend ist, dass jemand die Stelle in unter einer Minute findet.
Manche Institute verlangen zusätzlich das Abrufdatum, weil Folgen nachträglich geschnitten oder ersetzt werden können. Frag im Zweifel nach, bevor du 30 Einträge im gleichen Format anlegst und danach alle ändern musst.
Im Literaturverzeichnis sortierst du nach dem Nachnamen des Hosts. Zitierst du drei Folgen derselben Reihe, entstehen drei getrennte Einträge, unterschieden durch Datum und Folgentitel. Trägt die Reihe keine Personennamen, sondern eine Redaktion, sortierst du nach dem Namen der Redaktion.
Die drei Stile nebeneinander
| Zitierstil | Kurzbeleg im Text | Vollbeleg im Literaturverzeichnis |
|---|---|---|
| APA 7 | (Barsch, 2025, 00:14:32) | Barsch, N. (Host). (2025, 3. April). Warum Städte nachts wärmer bleiben (Nr. 47) [Audio-Podcast-Folge]. In Hörbar Wissenschaft. |
| Harvard | (Barsch 2025, 00:14:32) | Barsch, Nele (2025): Warum Städte nachts wärmer bleiben, Folge 47. Podcast „Hörbar Wissenschaft", 3.4.2025, 00:14:32. |
| Deutsche Zitierweise | Fußnote: Vgl. Barsch, Warum Städte nachts wärmer bleiben, 00:14:32. | Barsch, Nele: Warum Städte nachts wärmer bleiben, Folge 47, in: Hörbar Wissenschaft, Podcast vom 3.4.2025. |
Namen und Titel in der Tabelle sind erfunden. Welche Form bei dir gilt, steht im Merkblatt deines Instituts; wenn du frei wählen darfst, hilft der Zitierstil-Vergleich.
Sonderfälle beim Podcast
Wenn die Standardformel nicht passt
- Der Gast trägt die Aussage: Gast im Fließtext benennen, Host im Beleg lassen. Bei reinen Gesprächsformaten kannst du auch die Regeln für Interviews anwenden.
- Video-Podcast: Läuft die Folge als Video, zitierst du sie wie ein YouTube-Video und nennst die Plattform.
- Keine Folgennummer: Weglassen und stattdessen Datum plus Folgentitel nutzen.
- Staffeln: Staffel und Folge zusammen angeben, etwa S2/F12.
- Nachträglich geänderte Fassung: Abrufdatum ergänzen, damit klar ist, welche Version du gehört hast.
Die drei häufigsten Fehler
- Nur die Reihe wird genannt. Ein Beleg wie „Hörbar Wissenschaft 2025" verweist auf hunderte Stunden Material. Er ist so nützlich wie eine Buchangabe ohne Kapitel und gilt in vielen Bewertungsrastern als unvollständige Quellenangabe.
- Die Zeitmarke fehlt. Der häufigste Fall, weil sie beim Hören unbequem zu notieren ist. Ohne sie kann niemand dein Zitat überprüfen, und du selbst findest die Stelle beim Überarbeiten auch nicht mehr wieder.
- Das Zitat ist ungenau. Gesprochene Sprache ist voller Abbrüche und Füllwörter. Wer glättet, ohne es zu kennzeichnen, verändert das Zitat. Kürzungen markierst du mit Auslassungszeichen, siehe Auslassung im Zitat.
Wann ein Podcast eine zitierfähige Quelle ist
Ein Podcast ist ein Beleg dafür, dass jemand etwas gesagt hat. Das ist sein Wert und zugleich seine Grenze.
In einer Arbeit über Wissenschaftskommunikation kann eine Folge sogar dein zentrales Material sein. Dann analysierst du sie, statt sie als Beleg zu benutzen. Der Unterschied ist wichtig für die Einordnung im Methodenteil.
Für Positionen, Einschätzungen und Debatten ist er eine legitime Primärquelle: Wenn du analysierst, wie über ein Thema gesprochen wird, ist die Aufnahme genau die richtige Quelle. Für Zahlen, Studienergebnisse oder Definitionen taugt er nicht. Nennt ein Gast eine Studie, suchst du diese Studie und zitierst sie direkt. Sonst zitierst du aus zweiter Hand und übernimmst zusätzlich die Ungenauigkeiten des mündlichen Vortrags. Wie du die Belastbarkeit einer Quelle einschätzt, steht unter Quellen bewerten.
Was ein Plagiatsscan bei Podcast-Belegen zeigt
Ein Scan vergleicht Text, keinen Ton. Trotzdem hilft er hier: Viele Podcasts veröffentlichen Transkripte, Shownotes oder Blogfassungen ihrer Folgen. Genau dieser Text steht im Index.
Übernimmst du eine Passage aus einem Transkript wörtlich, ohne sie als Zitat zu kennzeichnen, taucht sie im Bericht als Treffer auf. Der Plagiat Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen und nennt zu jedem Treffer die gefundene Quelle. Zeigt sie auf die Website des Podcasts, prüfst du, ob an dieser Stelle deine Zeitmarke steht. Fehlt sie, trägst du sie nach. Wie du echte Probleme von harmlosen Markierungen unterscheidest, zeigt echte vs. falsche Treffer.