Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
So belegst du ein YouTube-Video
Die Kurzformel lautet: Kanal (Uploaddatum): Videotitel [Video]. YouTube. URL [Zeitmarke]. Der Kanal ersetzt den Autor, die Zeitmarke ersetzt die Seitenzahl.
Ein vollständiges Beispiel: Institut für Stadtforschung (2025): Warum Innenstädte leer stehen [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=beispiel001 [ab 08:15].
Im Text steht davon nur der Kurzbeleg, also (Institut für Stadtforschung 2025, 08:15). Alles Weitere gehört ins Literaturverzeichnis. Die Kennzeichnung als Video ist kein Schmuck: Sie sagt Prüfenden sofort, dass hier keine Seitenzahl zu erwarten ist.
Welche Angaben du brauchst und wo du sie findest
Alle Angaben stehen auf der Videoseite selbst, du musst nur wissen, wo du hinschaust.
- Kanal: direkt unter dem Videofenster. Steht dort ein Pseudonym und der bürgerliche Name ist in der Kanalbeschreibung genannt, nimmst du den bürgerlichen Namen und setzt das Pseudonym dahinter.
- Uploaddatum: in der aufgeklappten Videobeschreibung, oft in der Form „Premiere am 14. Feb. 2025".
- Titel: exakt so übernehmen, wie er dasteht, inklusive Untertitel nach dem Bindestrich. Großschreibung nicht anpassen.
- URL: die kurze Watch-Adresse genügt. Alles hinter einem zusätzlichen Parameter wie der Playlist-Kennung streichst du.
- Zeitmarke: über einen Rechtsklick auf das Video bekommst du eine URL mit Startzeit. Die Zeitangabe selbst gehört in den Beleg, nicht die verlängerte URL.
Notiere die Angaben sofort in deiner Literaturverwaltung. Videotitel werden nachträglich geändert, Kanäle umbenannt, Beschreibungen überarbeitet. Was du heute abschreibst, stimmt sicher. Was du in sechs Wochen nachschlägst, vielleicht nicht mehr.
Kurzbeleg im Text, Vollbeleg im Verzeichnis
Im Fließtext nennst du Kanal, Jahr und Zeitmarke. Ein Beispiel: „Die Leerstandsquote sei kein Ergebnis des Onlinehandels allein (Institut für Stadtforschung 2025, 08:15)."
Der Vollbeleg im Verzeichnis enthält zusätzlich Titel, Medienkennzeichnung, Plattform und URL. Videos werden dabei alphabetisch unter die übrigen Quellen einsortiert. Ein eigener Abschnitt für audiovisuelle Quellen ist möglich, aber nur sinnvoll, wenn du mehr als eine Handvoll davon verwendest. Der Aufbau des Verzeichnisses ist unter Literaturverzeichnis erstellen beschrieben.
YouTube-Video zitieren in APA, Harvard und Deutscher Zitierweise
| Zitierstil | Kurzbeleg im Text | Vollbeleg im Verzeichnis |
|---|---|---|
| APA | (Institut für Stadtforschung, 2025, 08:15) | Institut für Stadtforschung. (2025, 14. Februar). Warum Innenstädte leer stehen [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=beispiel001 |
| Harvard | (Institut für Stadtforschung 2025, 08:15) | Institut für Stadtforschung (2025) Warum Innenstädte leer stehen [Video]. YouTube. Online: https://www.youtube.com/watch?v=beispiel001 (Abruf: 12.03.2026). |
| Deutsche Zitierweise | Fußnote: Vgl. Institut für Stadtforschung, Innenstädte, 08:15. | Institut für Stadtforschung: Warum Innenstädte leer stehen, Video, YouTube, 14.02.2025, URL: https://www.youtube.com/watch?v=beispiel001 (Abruf: 12.03.2026). |
Die Zeitmarke steht in APA und Harvard im Kurzbeleg, in der Deutschen Zitierweise in der Fußnote. Im Vollbeleg taucht sie nicht auf, weil sie zur einzelnen Aussage gehört und nicht zum Video.
Die Sonderfälle bei Videoquellen
Vier Situationen, die dir begegnen werden
- Person spricht, Kanal gehört jemand anderem: Autor ist der Kanal. Die sprechende Person nennst du im Fließtext, damit klar wird, wessen Aussage du wiedergibst.
- Aufgezeichnete Vorlesung oder Konferenz: Ergänze den Anlass, etwa „Vortrag auf der Jahrestagung 2024". Das hebt die Quelle deutlich über ein beliebiges Video.
- Untertitel oder automatische Transkription: Auf automatische Untertitel darfst du dich nicht verlassen. Höre die Stelle selbst ab, bevor du wörtlich zitierst.
- Video ist auch anderswo veröffentlicht: Wenn eine Mediathek dasselbe Video dauerhaft bereithält, zitiere die Mediathek. Sie ist stabiler als ein Kanal.
Die drei häufigsten Fehler
Keine Zeitmarke. Ein 90-Minuten-Video ohne Zeitangabe ist so hilfreich wie ein Buch ohne Seitenzahl. Prüfende bewerten das als unvollständigen Beleg.
Falsches Datum. Das Uploaddatum ist gemeint. Wer das Datum des eigenen Aufrufs einträgt, verschiebt die Quelle zeitlich und verliert die Nachvollziehbarkeit.
Wörtlich zitiert nach Gedächtnis. Gesprochene Sprache lässt sich schlecht aus der Erinnerung wiedergeben. Schreibe die Passage beim Hören mit, Wort für Wort, sonst entsteht ein Zitat, das so nie gesagt wurde. Füllwörter und Versprecher darfst du dabei still weglassen, solange der Sinn unverändert bleibt.
Wann ein YouTube-Video zitierfähig ist
Die Plattform sagt nichts über die Qualität, der Absender schon. Ein Video ist zitierfähig, wenn eine benannte Person oder Institution dafür einsteht und die Aussagen einer Prüfung standhalten.
Solide sind Aufzeichnungen von Fachvorträgen, Dokumentationen öffentlich-rechtlicher Anstalten, Kanäle von Forschungsinstituten und Archivmaterial. Schwach sind anonyme Erklärkanäle und Beiträge, die selbst nur zusammenfassen, was in einem Aufsatz steht. In diesem Fall zitierst du den Aufsatz.
Es gibt einen Fall, in dem das Video zwingend die richtige Quelle ist: wenn es dein Untersuchungsgegenstand ist. Wer die Bildsprache politischer Wahlwerbung analysiert, braucht genau dieses Video und keine Textquelle. Dann gehört es sogar in ein eigenes Quellenverzeichnis.
Videos verschwinden. Kanäle werden gelöscht, Rechte laufen aus, Uploads werden ersetzt. Wie du damit umgehst, steht unter Quelle nicht mehr auffindbar.
Was ein Plagiatsscan bei Videoquellen sichtbar macht
Ein Scan liest kein Video. Er liest deinen Text. Trotzdem findet er bei Videoquellen erstaunlich viel, weil zu vielen Videos Transkripte, Vortragsmanuskripte oder Pressetexte im Netz stehen.
Wer eine Passage aus einem automatisch erzeugten Transkript übernimmt, riskiert einen Treffer gegen genau diese Textfassung. Auch Beschreibungstexte unter Videos werden häufig gefunden. Der Bericht zeigt dir die Fundstelle und du erkennst, ob du zitiert oder unbemerkt kopiert hast.
Ein zweiter Punkt betrifft deine eigene Arbeitsweise. Wer eine Videopassage paraphrasiert, bleibt oft nah an der gesprochenen Formulierung, weil sie schon in Sätzen vorliegt. Steht dieselbe Formulierung irgendwo als Text im Netz, meldet der Bericht sie. Das ist ein nützlicher Hinweis, keine Anklage: Du siehst, wo deine Umformulierung noch zu dicht am Original klebt.
Der Scan kostet 0,29 € pro Normseite zu 1.800 Zeichen, ohne Abo. Wie du Webquellen allgemein belegst, steht unter Website zitieren.