Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Die Ausgangslage: viel Fremdmaterial, wenig eigener Text
Eine Fallstudie ist die Textsorte mit dem höchsten Anteil vorgegebenen Materials. Du bekommst eine Fallbeschreibung, dazu vielleicht Kennzahlen, einen Geschäftsbericht, Branchendaten. Deine Leistung besteht nicht darin, Material zu beschaffen, sondern darin, es zu analysieren.
Genau das erzeugt eine Verwechslungsgefahr, die es bei anderen Arbeiten so nicht gibt. Weil das Material Teil der Aufgabe ist, fühlt es sich nicht wie eine fremde Quelle an. Die Fallbeschreibung liegt auf dem Tisch, sie gehört zur Veranstaltung, also wird daraus zitiert wie aus dem eigenen Notizblock.
Prüfungsrechtlich ist das etwas anderes. Der Fall wurde von jemandem geschrieben, oft von der Lehrperson selbst oder von einer Business School. Wenn du daraus Sätze übernimmst, gehört ein Beleg dahinter. Das ist keine Formalie: Ein Gutachter, der die eigene Fallbeschreibung wörtlich in deiner Analyse wiederfindet, liest das als Auffüllen von Seiten.
Wo bei Fallstudien der übernommene Text herkommt
Die fünf häufigsten Fundstellen
- Die Fallnacherzählung. Kapitel zwei gibt den Fall wieder — oft in den Worten des Originals, weil sie ja korrekt sind.
- Der Unternehmens- und Branchenteil. Aus Geschäftsbericht, Website oder Marktstudie übernommen, meist ohne Beleg.
- Theoretische Modelle. Porter, SWOT, Balanced Scorecard: Die Beschreibung stammt aus einem Lehrbuch und wirkt wie Allgemeingut.
- Handlungsempfehlungen aus Beratungsstudien. Übernommene Empfehlungen ohne Quellenangabe sind ein Ideenplagiat.
- Ältere Fallstudien zum selben Fall. Bekannte Fälle wurden hundertfach bearbeitet, entsprechende Ausarbeitungen kursieren.
Der erste Punkt lässt sich elegant lösen. Die Fallnacherzählung soll gerade nicht Kopie sein, sondern Verdichtung: Was ist der Kern des Problems, in fünf Sätzen? Wer das gut macht, schreibt automatisch eigenen Text — und zeigt gleichzeitig Analysefähigkeit.
Wie du typische Quellen belegst
| Quelle | Was in den Beleg gehört |
|---|---|
| Vorgegebene Fallbeschreibung | Autor oder Herausgeber, Titel, Institution, Jahr |
| Geschäftsbericht | Unternehmen, Berichtsjahr, Titel, Seite |
| Marktstudie | Herausgeber, Titel, Jahr, Seite, gegebenenfalls Bestellnummer |
| Pressemitteilung | Unternehmen, Titel, Datum, Abrufdatum |
| Datenbankauszug | Datenbank, Abfragedatum, Abfrageparameter |
| Interviewaussage | Funktion der Person, Unternehmen, Datum des Gesprächs |
Details zu einzelnen Quellenarten stehen unter Geschäftsbericht zitieren, Studie zitieren und Interview zitieren.
Eigene Analyse von übernommener Analyse trennen
Das ist der Punkt, an dem Fallstudien bewertet werden — und an dem sie kippen.
Eine Handlungsempfehlung, die du aus einer Beratungspublikation übernimmst, ist eine fremde Analyseleistung. Sie zu verwenden ist erlaubt, sie als eigene auszugeben nicht. Der Unterschied liegt in einem einzigen Halbsatz:
Zwei Formulierungen, ein Unterschied
Problematisch: „Das Unternehmen sollte sein Portfolio bereinigen und sich auf drei Kernmärkte konzentrieren."
Sauber: „Eine Analyse von Beispiel Consulting (2024, S. 12) empfiehlt für vergleichbare Fälle eine Portfoliobereinigung. Übertragen auf den vorliegenden Fall spricht dafür vor allem …"
Die zweite Fassung ist nicht schwächer. Sie ist stärker, weil sie zeigt, dass du die Empfehlung eingeordnet hast, statt sie zu übernehmen.
Was der Scan kostet
| Fallstudie | Zeichen (ca.) | Normseiten | Plagiat Scan | Kombi mit KI |
|---|---|---|---|---|
| 15 Seiten | 31.000 | 18 | 5,22 € | 7,02 € |
| 25 Seiten | 52.000 | 29 | 8,41 € | 11,31 € |
| 35 Seiten | 73.000 | 41 | 11,89 € | 15,99 € |
| 50 Seiten | 104.000 | 58 | 16,82 € | 22,62 € |
Gerechnet wird in Normseiten zu 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Fallstudien enthalten oft viele Tabellen und Kennzahlenübersichten — die enthalten wenig Fließtext, deshalb liegt die Normseitenzahl meist unter der Seitenzahl im Dokument. Umrechnen kannst du im Normseitenrechner.
Den Bericht auswerten
Rechne bei Fallstudien mit einem höheren Prozentwert als bei freien Arbeiten. Das liegt an der Struktur: Firmennamen, Produktbezeichnungen, Kennzahlenbegriffe und Modellnamen wiederholen sich zwangsläufig.
Sortiere die Treffer nach Herkunft, nicht nach Länge:
- Treffer gegen den Geschäftsbericht: prüfen, ob ein Beleg dabeisteht.
- Treffer gegen die Fallbeschreibung: prüfen, ob die Nacherzählung in eigenen Worten steht.
- Treffer gegen Lehrbücher: bei Modellbeschreibungen belegen oder selbst formulieren.
- Treffer gegen Foren und Hausarbeitenportale: genau ansehen, hier liegt oft die problematischste Übernahme.
- Treffer im Tabellenkopf oder Abkürzungsverzeichnis: unkritisch.
Wie du das systematisch machst, steht unter echte vs. falsche Treffer und Plagiatsbericht lesen.
Vertraulichkeit bei echten Unternehmensfällen
Wenn deine Fallstudie ein reales Unternehmen behandelt, mit dem du zusammenarbeitest, gelten zwei Ebenen.
Im Dokument: Anonymisiere, was nicht öffentlich ist. „Ein mittelständischer Zulieferer aus Süddeutschland" reicht oft. Falls dein Ansprechpartner einen Sperrvermerk verlangt, gehört er nach vorne.
Beim Scan: Der Upload läuft verschlüsselt, die Verarbeitung findet ausschließlich auf Servern in Deutschland nach DSGVO statt, und die Datei wird nach 14 Tagen automatisch gelöscht. Sie wird nicht in einen Vergleichsbestand aufgenommen und ist damit auch später nicht für Dritte auffindbar. Ein Konto brauchst du nicht.
Wenn der Fall vorgegeben ist und trotzdem eigene Leistung verlangt wird
Der Widerspruch scheint auf der Hand zu liegen. Das Material kommt von außen, die Fragestellung steht in der Aufgabe, das Analyseinstrument wurde in der Vorlesung eingeführt. Was bleibt da noch zu leisten?
Genau drei Dinge, und alle drei lassen sich nicht abschreiben.
Erstens die Auswahl. Aus zwanzig Kennzahlen sind vier relevant. Welche das sind und warum, ist deine Entscheidung. Eine Analyse, die alles verwendet, was im Material liegt, hat keine getroffen.
Zweitens die Gewichtung. Zwei Probleme können beide real sein und trotzdem unterschiedlich dringend. Zu begründen, welches zuerst angegangen werden muss, ist Analyse und nicht Nacherzählung.
Drittens die Übertragung. Ein Modell auf einen konkreten Fall anzuwenden heißt, zu prüfen, wo es passt und wo nicht. Der Satz „Das Modell erfasst die Eigentümerstruktur dieses Betriebs nicht, deshalb greift die dritte Dimension hier nur eingeschränkt" ist mehr wert als drei Seiten korrekt referierte Theorie.
Wenn dein Fall ein reales Unternehmen ist
Viele Fallstudien behandeln echte Unternehmen, über die es öffentlich viel Material gibt. Das erzeugt eine spezifische Trefferlage, die man kennen sollte.
Firmennamen, Produktbezeichnungen und Kennzahlen tauchen zwangsläufig in vielen Quellen auf. Der Bericht meldet solche Übereinstimmungen, und sie sind unkritisch — es gibt keine alternative Schreibweise für einen Firmennamen.
Kritisch wird es bei den erklärenden Sätzen drumherum. „Das Unternehmen verfolgt seit der Neuausrichtung eine Zweimarkenstrategie" ist eine Formulierung, die aus einem Geschäftsbericht, einer Pressemitteilung oder einem Fachartikel stammen kann. Wenn sie von dort stammt, gehört ein Beleg dahinter.
- Firmenname, Produktname, Rechtsform: unkritisch, kein Beleg nötig
- Kennzahl aus einem Bericht: Beleg mit Jahr und Seite
- Beschreibung der Strategie: Beleg, weil es eine Einschätzung ist
- Marktanteil oder Branchenzahl: Beleg mit Quelle und Erhebungsjahr
- Deine eigene Schlussfolgerung daraus: kein Beleg, aber erkennbar als deine
Vor der Abgabe
- Die Fallnacherzählung ist in eigenen Worten geschrieben und belegt.
- Jede Kennzahl hat eine Quelle mit Jahr und Seite.
- Modellbeschreibungen sind belegt oder selbst formuliert.
- Übernommene Empfehlungen sind als fremde Analyse gekennzeichnet.
- Vertrauliche Angaben sind anonymisiert oder abgestimmt.
- Der Scan ist gelaufen und jeder Treffer geklärt.