Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Die Kurzregel für Studien
Zitiere die Publikation, in der die Studie zuerst erschienen ist. Der Beleg lautet: Nachname, Vorname (Jahr): Titel. In: Zeitschrift, Jahrgang(Heft), Seiten. Im Text steht der Kurzbeleg mit Seitenzahl, und zwar mit der Seite, auf der das Ergebnis wirklich steht, nicht mit der ersten Seite des Aufsatzes.
Eine zweite Regel ist genauso wichtig und wird viel häufiger verletzt: Nenne im Text, worauf das Ergebnis beruht. Wer schreibt „eine Studie zeigt, dass …", hat nichts belegt. Wer schreibt „eine Befragung von 612 Auszubildenden in drei Kammerbezirken zeigt, dass …", hat argumentiert.
Die Regel im Detail
Eine Studie ist kein eigener Quellentyp, sondern ein Inhalt, der in verschiedenen Formen erscheint: als Aufsatz in einer Fachzeitschrift, als Bericht eines Instituts, als Kapitel in einem Sammelband, als Qualifikationsarbeit oder als Datensatz. Die Zitierform richtet sich nach der Form, nicht nach dem Wort „Studie".
Der häufigste Fall ist der Zeitschriftenaufsatz. Dafür brauchst du Jahrgang, Heftnummer und Seitenspanne, bei Online-Publikationen zusätzlich die DOI. Wie dieser Beleg aufgebaut ist, steht ausführlich unter Zeitschriftenartikel zitieren.
Berichte von Instituten, Ministerien und Verbänden zählen zur grauen Literatur. Sie sind zitierfähig, brauchen aber Reihe, Berichtsnummer und Erscheinungsort, damit sie auffindbar bleiben. Was dabei zu beachten ist, steht unter graue Literatur.
Kurzbeleg im Text, Vollbeleg im Verzeichnis
Im Text steht die Kurzform mit Nachname und Jahr, bei wörtlicher Übernahme oder konkreter Zahl zusätzlich die Seite. Bei drei und mehr Autorinnen kürzen die meisten Stile mit „et al." ab. Der Vollbeleg im Literaturverzeichnis nennt alle Beteiligten, den vollständigen Titel und die Fundstelle.
Ein Detail entscheidet über die Nachprüfbarkeit: die genaue Seite. „Barthold 2023: 205–223" verschiebt die Suche auf deine Prüferin. „Barthold 2023: 214" zeigt auf die Tabelle, über die du schreibst. Bei Online-Quellen ohne Seiten nennst du Abschnitt oder Absatz.
Beispiele nach Publikationsform
| Publikationsform | Kurzbeleg im Text | Eintrag im Literaturverzeichnis |
|---|---|---|
| Aufsatz in einer Fachzeitschrift | (Ehrlicher & Barthold 2023: 214) | Ehrlicher, Hanna / Barthold, Nils (2023): Lernzeiten im Ganztag. In: Nordische Zeitschrift für Bildungsforschung, 12(3), S. 205–223. |
| Preprint | (Kienle 2026: 6) | Kienle, Tobias (2026): Wärmepumpen im Bestand. Preprint, Version 2, Openarchiv Nord, 03.04.2026. |
| Institutsbericht | (Institut für Regionalstudien Aarhorst 2024: 18) | Institut für Regionalstudien Aarhorst (2024): Pendlerbefragung 2024. Aarhorster Berichte, Bd. 9. Aarhorst. |
| Metaanalyse | (Voß et al. 2022: 7) | Voß, Ines et al. (2022): Wirksamkeit von Lesepatenschaften. Eine Metaanalyse von 34 Einzelstudien. In: Bildung und Praxis, 8(1), S. 1–24. |
| Datensatz | (Ostheim 2025) | Ostheim, Ruben (2025): Betriebsbefragung Nordwest 2024. Datensatz, Version 1.1. Forschungsdatenzentrum Hallwang. |
Alle Namen, Titel und Zeitschriften sind erfunden. Sie zeigen nur den Aufbau.
Sonderfälle bei Studien
Preprints tragen keine Begutachtung. Zitierfähig sind sie trotzdem, gerade in schnellen Feldern. Kennzeichne sie als Preprint, nenne die Versionsnummer und das Datum, und prüfe vor der Abgabe, ob inzwischen die begutachtete Fassung erschienen ist. Dann ersetzt du den Beleg.
Zurückgezogene Veröffentlichungen sind ein eigener Fall. Wird ein Aufsatz nach der Publikation widerrufen, darfst du ihn nur noch zitieren, wenn du den Widerruf ausdrücklich erwähnst. Ein Ergebnis aus einer zurückgezogenen Studie als gültig darzustellen, ist ein inhaltlicher Fehler mit Gewicht.
Metaanalysen fassen viele Einzelstudien zusammen. Sie sind starke Quellen für einen Forschungsstand, aber schwache Quellen für Einzelwerte. Willst du eine konkrete Zahl nennen, gehst du zur Einzelstudie zurück. Der Unterschied zwischen beiden Ebenen steht unter Primär- und Sekundärquellen.
Wenn du die Originalpublikation trotz Suche nicht bekommst, bleibt nur das Sekundärzitat mit „zitiert nach". Es ist die Ausnahme, nicht der Normalfall.
So findest du die Primärquelle
Suche mit drei Bausteinen: Nachname der Erstautorin, Institut und ein auffälliges Wort aus der Meldung. Ergänze das Jahr. Über Google Scholar findest du meist innerhalb weniger Minuten die Publikation oder zumindest das Abstract mit DOI. Steht dort ein Institut, lohnt zusätzlich ein Blick in dessen Publikationsliste.
Die häufigsten Fehler
Woran Studienbelege scheitern
- „Studien zeigen" ohne Beleg. Der Plural ist der beliebteste Trick, um keine Quelle nennen zu müssen.
- Der Bericht statt der Studie. Ein Pressetext ist eine Zusammenfassung mit eigener Zuspitzung, siehe Zeitungsartikel zitieren.
- Zahl ohne Kontext. Ohne Stichprobe, Erhebungszeitraum und Methode bedeutet ein Prozentwert wenig.
- Seitenspanne statt Fundstelle. Wer 19 Seiten angibt, hat die Stelle nicht belegt.
- Preprint wie eine begutachtete Studie behandelt. Der Status gehört in den Beleg.
- Abstract gelesen, Studie zitiert. Das Abstract nennt Ergebnisse, aber selten deren Einschränkungen.
Wann eine Studie die richtige Quelle ist
Für empirische Aussagen ist sie die einzig richtige Quelle. Sobald du behauptest, dass etwas messbar zutrifft, brauchst du eine Untersuchung, die das gemessen hat. Ein Lehrbuch reicht dafür nicht, es referiert nur.
Für Definitionen, Theorien und Begriffsgeschichte sind Studien dagegen selten die beste Wahl. Dort führen Standardwerke und Grundlagenaufsätze weiter. Wie du entscheidest, welche Quelle trägt, steht unter Quellen bewerten.
Achte auf das Alter. In manchen Feldern ist eine Untersuchung von 2015 aktuell, in anderen längst überholt. Prüfe, ob es Nachfolgestudien gibt, bevor du eine ältere Zahl als aktuellen Stand ausgibst.
Wie ein Plagiatsscan Fehler dieser Art sichtbar macht
Ergebnissätze aus Abstracts sind kompakt formuliert und wandern deshalb oft fast unverändert in die eigene Arbeit. Genau solche Passagen markiert ein Bericht und zeigt dir die Fundstelle. Auch aus mehreren Quellen zusammengesetzte Absätze fallen auf, weil jede Zeile einen anderen Treffer erzeugt.
Der Plagiat Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen, der Kombi-Scan mit KI-Prüfung 0,39 € statt 0,58 €. Ein Ergebnis liegt in der Regel nach 15 Minuten vor. Beachte dabei: Methodenbeschreibungen ähneln sich fachlich und erzeugen legitime Treffer. Wie du damit umgehst, steht unter Methodenteil als Plagiat markiert.