Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Warum eine Prüfung in der Geschichtswissenschaft sinnvoll ist
Geschichte wird über den Apparat bewertet. Zwei Arbeiten können dieselbe These vertreten, und trotzdem ist die eine solide und die andere ein Täuschungsversuch. Der Unterschied steht in den Fußnoten.
Das macht das Fach anfällig für eine bestimmte Art von Fehler. Nicht das kopierte Kapitel ist das Problem, sondern der schleichende Verlust der Nachweiskette. Du liest ein Standardwerk, exzerpierst zwei Wochen lang, schreibst danach aus deinen Notizen. Am Ende weißt du bei manchen Sätzen nicht mehr, ob sie deine Zusammenfassung sind oder der Wortlaut des Verfassers.
Ein Scan macht diese Stellen sichtbar. Er kennt zwar keine Archivalien, aber er kennt die publizierte Forschungsliteratur, und genau die ist die häufigste unbelegte Quelle in Seminararbeiten.
Die Plagiatsfallen in Geschichtsarbeiten
Wo es in Geschichtsarbeiten am häufigsten hakt
- Das Standardwerk als heimlicher Ghostwriter. Der Überblick zur Epoche stammt aus einem Handbuch, im Text steht ein einziger Beleg am Absatzanfang.
- Sekundärzitate aus zweiter Hand. Du zitierst eine Quelle des 16. Jahrhunderts, gelesen hast du sie bei einem Historiker der Gegenwart. Wie das sauber geht, steht unter Sekundärzitat.
- Übernommene Übersetzungen. Eine fremde Übertragung eines lateinischen oder französischen Textes ohne Nennung des Übersetzers ist ein Übersetzungsplagiat.
- Der übernommene Fußnotenapparat. Wer die Belegliste eines Aufsatzes abschreibt, ohne die Titel selbst gesehen zu haben, begeht ein Fußnotenplagiat.
- Quellenkritik aus der Sekundärliteratur. Die Einordnung eines Dokuments als tendenziös ist eine Forschungsleistung, keine Beobachtung.
Die schwierigste Grenze verläuft bei der Quellenkritik. Dass ein Chronist im Auftrag seines Herrn schrieb, ist Fachwissen. Dass eine bestimmte Passage deshalb als spätere Interpolation gilt, ist die Position einer benannten Person. Wie du Quellen selbst einordnest, statt fremde Urteile zu übernehmen, beschreibt Quellen bewerten.
Quellenarten in der Geschichte und wie du sie belegst
| Quelle | Was in den Beleg gehört | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Archivalie | Archiv, Bestand, Signatur, Blatt, Datum | Nur „Stadtarchiv" ohne Signatur |
| Edition | Herausgeber, Reihe, Band, Seite, Nummer | Nur das historische Dokument genannt |
| Quellensammlung für die Lehre | Herausgeber, Auflage, Nummer der Quelle | Als Originaldokument ausgegeben |
| Übersetzung eines historischen Textes | Übersetzer, Ausgabe, Jahr | Übersetzer fehlt, Übertragung wirkt eigen |
| Monografie oder Standardwerk | Autor, Titel, Auflage, Ort, Jahr, Seite | Auflage fehlt, Seitenzahlen weichen ab |
| Zeitschriftenaufsatz | Autor, Titel, Zeitschrift, Jahrgang, Seiten | Nur Kurztitel ohne Seitenbereich |
| Digitalisat oder Datenbank | Institution, Signatur, URL, Abrufdatum | Nur der Link ohne Bestandsangabe |
Der Fußnotenapparat ist in der Geschichtswissenschaft der Standard. Achte dabei auf die Kurzformen: Ebenda darf sich nur auf die unmittelbar vorhergehende Fußnote beziehen, sonst zeigt dein Beleg ins Leere.
Wo die Software anschlägt, ohne dass ein Plagiat vorliegt
Der Bericht einer Geschichtsarbeit enthält regelmäßig Treffer, die keinerlei Übernahme darstellen.
- Quellenzitate. Ein edierter Urkundentext ist überall gleich, weil er gleich sein muss.
- Namen, Titel und Datierungen. „Der Westfälische Frieden von 1648" gibt es nur in dieser Form.
- Amtsbezeichnungen und Rechtsbegriffe wie Reichsdeputationshauptschluss oder Lehnsverhältnis.
- Der Anmerkungsapparat und das Quellenverzeichnis. Titelangaben müssen wörtlich mit der Vorlage übereinstimmen.
- Ortsnamen in historischer Schreibung, die in jeder Darstellung gleich wiedergegeben werden.
Diese Treffer sind kurz, verstreut und harmlos. Auffällig wird es, wenn ein ganzer Absatz deiner Darstellung auf dieselbe Monografie zeigt und die Fußnote dazu fehlt. Warum die Gesamtprozentzahl dabei wenig hilft, erklärt Prozentwert interpretieren.
Was die Prüfung kostet
Abgerechnet wird pro Normseite mit 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Fußnoten zählen als Text mit, weshalb Geschichtsarbeiten im Verhältnis zur Seitenzahl viele Normseiten haben.
| Arbeit | Seiten (ca.) | Normseiten | Plagiat Scan | Kombi mit KI Scan |
|---|---|---|---|---|
| Proseminararbeit | 15 | 18 | 5,22 € | 7,02 € |
| Hauptseminararbeit | 25 | 30 | 8,70 € | 11,70 € |
| Bachelorarbeit | 45 | 55 | 15,95 € | 21,45 € |
| Masterarbeit | 80 | 95 | 27,55 € | 37,05 € |
Deine tatsächliche Zahl rechnet der Normseitenrechner. Der Kombi-Scan prüft zusätzlich auf KI-Anteile und kostet 0,39 € statt 0,58 € pro Normseite. Wenn du das Quellen- und Literaturverzeichnis vor dem Upload entfernst, sinkt der Preis und der Bericht wird übersichtlicher.
Den Bericht in der Geschichte lesen
Du bekommst ein PDF mit deinem vollständigen Text, farbig markierten Stellen und der jeweils gefundenen Quelle. Nutze es wie einen Apparatabgleich.
Nimm dir die markierten Stellen und halte sie gegen deine Fußnoten. Steht neben der Markierung ein Nachweis, ist die Sache erledigt. Steht keiner, entscheidest du: Beleg nachtragen oder Passage neu formulieren. Besonders lohnt der Blick auf Absätze, in denen dieselbe Fußnote mehrfach vorkommt und dazwischen längere Textstrecken ohne Nachweis liegen.
Der Bericht liegt in der Regel nach etwa 15 Minuten bereit, in seltenen Fällen dauert es bis zu 24 Stunden. Plan trotzdem zwei Tage ein, denn das Nacharbeiten des Apparats dauert länger als der Scan.
Vertraulichkeit bei unpubliziertem Archivmaterial
Wer im Archiv arbeitet, hat oft Material in der Datei, das sonst niemand hat: Transkriptionen, Fotografien von Akten, Notizen aus Beständen mit Schutzfrist.
Der Upload läuft verschlüsselt, die Verarbeitung findet auf Servern in Deutschland nach DSGVO statt, und nach 14 Tagen löscht das System deine Datei automatisch. Deine Arbeit wird nicht in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen. Deine Transkriptionen tauchen also später nicht als fremde Quelle auf, wenn du aus der Seminararbeit eine Publikation machst. Ein Konto brauchst du nicht.
Bei Beständen unter Schutzfrist gilt zusätzlich die Auflage des Archivs. Im Zweifel prüfst du nur die Kapitel ohne diese Passagen.
Checkliste vor der Abgabe
- Jede Archivalie ist mit Bestand, Signatur und Blattangabe nachgewiesen.
- Die benutzte Edition ist mit Herausgeber, Band und Seite ausgewiesen.
- Fremde Übersetzungen nennen den Übersetzer, eigene sind als eigene markiert.
- Zitate aus zweiter Hand sind als Sekundärzitat gekennzeichnet.
- Kein Absatz stützt sich auf eine Quelle, die nur am Anfang einmal genannt wird.
- Der Scan ist gelaufen und jede Markierung ohne Fußnote ist bearbeitet.