Plagiat Scanner.de Redaktion | Zuletzt geprüft: 26.08.2026 | 6 Min. Lesezeit
Die Kurzformel für die Fußnote
Im Text: hochgestellte Zahl. Unten auf derselben Seite: Vgl. Berger, Regelungstechnik, S. 47.
Die Fußnote trennt Beleg und Argument. Dein Satz bleibt lesbar, die Quellenangabe steht unten und stört den Gedankengang nicht. Genau deshalb hält sich diese Form in Fächern, in denen viel mit älteren Texten und Archivmaterial gearbeitet wird.
Die Nummerierung läuft in der Regel fortlaufend durch die ganze Arbeit. Einzelne Merkblätter zählen pro Kapitel neu. Der Fußnotentext beginnt groß und endet mit einem Punkt.
Das Fußnotenzeichen im Satz
Die Position ist keine Geschmacksfrage. Sie zeigt, worauf sich der Beleg bezieht.
- Ganzer Satz: Die Reform veränderte den Unterricht grundlegend.¹ Das Zeichen steht hinter dem Punkt.
- Einzelnes Wort: Die Schulreform¹ von 1972 blieb umstritten. Das Zeichen steht direkt hinter dem Wort, auf das es sich bezieht.
- Wörtliches Zitat: „Der Unterricht wurde neu gedacht."² Das Zeichen folgt dem schließenden Anführungszeichen.
- Ganzer Absatz: Setze das Zeichen an das Ende des letzten Satzes und formuliere im Fußnotentext, dass sich der Beleg auf die gesamte Passage bezieht.
Der letzte Punkt ist die Stelle, an der die meisten Arbeiten unsauber werden. Ein Absatz mit fünf Sätzen und einer Fußnote am Ende lässt offen, was übernommen ist und was von dir stammt. Wenn die Grenze unklar bleibt, nenne die Quelle zusätzlich im Text: „Berger beschreibt drei Phasen der Reform."
Der Beleg in der Fußnote und im Literaturverzeichnis
In der klassischen deutschen Zitierweise steht beim ersten Auftreten einer Quelle der Vollbeleg in der Fußnote. Jede weitere Nennung bekommt einen Kurzbeleg aus Nachname, Kurztitel und Seitenzahl.
Das Literaturverzeichnis wiederholt alle Vollbelege alphabetisch nach Nachnamen. Es ist kein Ersatz für die Fußnote, sondern ihre Ergänzung: Die Fußnote sagt, wo genau etwas steht, das Verzeichnis sagt, welches Werk gemeint ist.
Manche Merkblätter drehen das um und lassen von Anfang an nur Kurzbelege zu. Beide Wege sind üblich. Falsch ist nur der Mischbetrieb, bei dem Kapitel 2 anders belegt als Kapitel 4.
Quellenarten in der Fußnote
| Quellenart | Kurzbeleg in der Fußnote | Vollbeleg im Literaturverzeichnis |
|---|---|---|
| Buch | Vgl. Berger, Regelungstechnik, S. 47. | Berger, Anke: Grundlagen der Regelungstechnik, 3. Aufl., München 2021. |
| Zeitschriftenaufsatz | Vgl. Hoffmann, Sensordaten, S. 88. | Hoffmann, Lena: Adaptive Filter für Sensordaten, in: Zeitschrift für Messtechnik 14 (2023), H. 3, S. 84–95. |
| Beitrag im Sammelband | Vgl. Sandvoß, Fehlertoleranz, S. 212. | Sandvoß, Miriam: Fehlertoleranz in verteilten Steuerungen, in: Tobias Reiser (Hrsg.): Automatisierung im Wandel, Dresden 2022, S. 210–217. |
| Hochschulschrift | Vgl. Adler, Wälzlager, S. 63. | Adler, Katrin: Verschleißverhalten von Wälzlagern, Diss., Technische Hochschule Dresden 2024. |
| Internetquelle | Vgl. Fachverband Messtechnik, Kalibrierung. | Fachverband Messtechnik: Kalibrierung im Feld, URL der Seite, abgerufen am 12.03.2026. |
| Vorlesungsskript | Vgl. Reiser, Skript Automatisierung, Folie 12. | Reiser, Tobias: Skript zur Vorlesung Automatisierung, Technische Hochschule Dresden, Sommersemester 2025. |
Sonderfälle: vgl., ebd. und mehrere Quellen
Das „vgl." markiert eine sinngemäße Übernahme. Bei einem wörtlichen Zitat entfällt es, weil der Wortlaut ja unverändert übernommen wurde. Wie du wörtliche Übernahmen sauber kennzeichnest, steht unter direktes Zitat.
Das „ebd." verweist auf die unmittelbar vorangehende Fußnote. Steht dazwischen eine andere Quelle, ist es falsch. Bei einer anderen Seite ergänzt du sie: Ebd., S. 48. Die ältere Abkürzung „a. a. O." gilt heute als unklar, weil sie bei mehreren Werken derselben Person nicht mehr eindeutig ist.
Mehrere Quellen in einer Fußnote trennst du durch Semikolon und ordnest sie entweder chronologisch oder nach Gewicht. Eine Fußnote mit acht Quellen belegt allerdings selten mehr als eine mit zwei.
Nicht jede Fußnote ist ein Beleg. Inhaltliche Anmerkungen gehören ebenfalls dorthin: eine Begriffsklärung, ein Hinweis auf eine abweichende Forschungsmeinung, ein Verweis auf ein späteres Kapitel. Halte sie kurz. Wird eine Anmerkung länger als drei Zeilen, gehört ihr Inhalt meist in den Fließtext.
Zitierst du aus zweiter Hand, mach das kenntlich. Die Form dafür steht unter Sekundärzitat.
Die häufigsten Fehler
Was Korrigierende in Fußnoten sofort sehen
- vgl. beim wörtlichen Zitat. Ein Widerspruch in sich, und ein sehr sichtbarer.
- ebd. über eine fremde Fußnote hinweg. Der Verweis zeigt dann auf die falsche Quelle.
- Fußnote nur am Absatzende. Die Grenze zwischen Übernahme und eigenem Gedanken verschwimmt.
- Kurzbeleg ohne vorherigen Vollbeleg. Passiert beim Umstellen von Kapiteln: Der erste Beleg wandert nach hinten.
- Seitenzahl fehlt. Ein Beleg ohne Seite verweist auf 400 Seiten statt auf einen Absatz.
- Fußnoten im Fazit. Wenn dein Schluss belegt werden muss, steht dort fremdes Gedankengut statt deines Ergebnisses.
Wo Fußnoten üblich sind
Geschichte, Germanistik, Theologie, Kunstgeschichte, Philosophie und die Rechtswissenschaft arbeiten überwiegend mit Fußnoten. In der juristischen Zitierweise sind sie sogar zwingend, weil im Fließtext grundsätzlich nicht belegt wird. An Schulen ist die Fußnote die verbreitetste Form für Facharbeit, GFS und Seminararbeit.
Woran du erkennst, was verlangt wird: Sieh in dieser Reihenfolge nach im Merkblatt zur Arbeit, im Modulhandbuch, in den Formalia des Seminarplans und in der Musterarbeit, die viele Lehrstühle veröffentlichen. Steht dort nichts, hilft die Entscheidungshilfe unter Zitierstil auswählen.
Ein praktischer Hinweis zur Technik: Setze Fußnoten in Word ausschließlich über die Verweisfunktion und niemals als hochgestellte Zahl von Hand. Nur die automatische Fußnote nummeriert beim Einfügen und Löschen korrekt weiter und wandert mit, wenn du einen Absatz verschiebst.
Zitierfehler und der Plagiatsscan
Ein Plagiatsscan liest keine Fußnoten mit und bewertet keine Abkürzungen. Er zeigt dir, welche Passagen mit fremden Texten übereinstimmen. Der Nutzen liegt genau dort: Eine Stelle, deren Fußnote beim Kürzen verschwunden ist, taucht im Bericht als unbelegte Übereinstimmung auf.
Typisch für Fußnotenfächer ist ein zweites Muster. Lange Paraphrasen mit einer einzigen Fußnote am Absatzende liegen oft näher am Original, als der Verfasserin bewusst ist. Im Bericht siehst du, wie viele Wörter tatsächlich übereinstimmen.
Der Plagiat Scan kostet 0,29 € pro Normseite mit 1.800 Zeichen. Eine Facharbeit liegt damit meist bei wenigen Euro. Wie du die markierten Stellen abarbeitest, steht unter Zitierfehler vermeiden.