Eine lange URL unter jeder Grafik löst das Problem nicht. Im Text brauchst du eine lesbare Bildunterschrift, im Abbildungsverzeichnis eine navigierbare Übersicht und im Quellenverzeichnis einen vollständigen Fundstellennachweis. Welche Form dein Fach verlangt, bestimmt der Leitfaden deiner Hochschule. Die Zuordnungslogik bleibt jedoch gleich: Keine Abbildung darf zwischen den drei Stellen ihre Identität wechseln.
Caption, Verzeichnis und Vollbeleg haben getrennte Rollen
Die Bildunterschrift steht am Ort der Nutzung. Sie nennt Abbildungsnummer und einen aussagekräftigen Titel; bei fremden oder adaptierten Materialien folgt dort gewöhnlich ein Kurzbeleg oder Quellenhinweis. Leserinnen und Leser erkennen sofort, was zu sehen ist und wem das zugrunde liegende Material zuzuordnen ist.
Das Abbildungsverzeichnis hilft beim Auffinden. Es listet Nummer, Titel und Seitenzahl. Ob die Kurzquelle dort zusätzlich wiederholt wird, hängt von der formalen Vorgabe ab. Das Quellen- oder Literaturverzeichnis enthält schließlich die vollständigen bibliografischen Angaben. Eine URL darf dort stehen, ersetzt aber Autor, Titel, Institution, Datum und Abrufstand nicht, wenn diese Angaben verfügbar sind.
„Eigene Darstellung“ kann trotzdem eine Quelle benötigen
Hast du ein Diagramm selbst gezeichnet, aber fremde Daten verwendet, bist du für die grafische Form verantwortlich. Die Zahlen stammen dennoch aus einer Quelle. Eine passende Caption lautet dann sinngemäß „Eigene Darstellung auf Grundlage von …“. Im Vollbeleg steht der Datensatz oder Bericht. Schreibst du nur „eigene Darstellung“, entsteht fälschlich der Eindruck, auch die Daten seien selbst erhoben.
Bei einer adaptierten Abbildung übernimmst du Struktur oder Aussage eines Originals und veränderst Darstellung, Sprache oder Auswahl. Kennzeichne die Bearbeitung offen. Bei einer unveränderten Übernahme benennst du die Originalquelle unmittelbar. Ein selbst aufgenommenes Foto wiederum nennt das dargestellte Werk und zusätzlich deine Aufnahme. Die Art des Belegs folgt also der tatsächlichen Provenienz, nicht dem Dateiformat.
Führe ein Bildinventar schon während des Schreibens
Lege für jede Abbildung eine Zeile mit Arbeits-ID, späterer Nummer, Titel, Dateipfad, Herkunft, Rechtehinweis, Bearbeitung und Vollbeleg an. So verliert eine Grafik ihren Nachweis nicht, wenn Kapitel verschoben und Nummern automatisch aktualisiert werden. Speichere die Originalfundstelle, bevor du ein Bild zuschneidest oder in PowerPoint neu zeichnest.
Am Ende sortierst du nach der tatsächlichen Abbildungsnummer. Vergleiche die Zeilen nicht nur optisch, sondern springe im Dokument von jedem Verzeichniseintrag zur Abbildung und von jeder Kurzquelle zum Vollbeleg. Wenn dein Textverarbeitungsprogramm Verzeichnisse automatisch erzeugt, prüfe dennoch die Einträge: Automatik übernimmt auch Tippfehler und unvollständige Captions zuverlässig.
Vier typische Zuordnungsfehler
Erstens verändert sich der Titel zwischen Caption und Verzeichnis so stark, dass die Zuordnung unsicher wird. Zweitens nennt die Caption „Müller 2024“, im Literaturverzeichnis existieren aber zwei Müller-Titel aus demselben Jahr ohne Buchstabenunterscheidung. Drittens führt ein Verzeichniseintrag zu einer Startseite statt zum konkreten Datensatz. Viertens wird eine Bearbeitung als „eigene Darstellung“ bezeichnet, obwohl Aufbau oder Daten fremd sind.
Repariere nicht nur die sichtbar falsche Stelle. Korrigiere die gesamte Kette und prüfe anschließend Querverweise im Fließtext. Entfernst du eine Abbildung, muss auch ihr Verzeichniseintrag verschwinden. Tauschst du eine Quelle aus, müssen Caption, Bildinventar und Vollbeleg gemeinsam aktualisiert werden.
Abschlusscheck in sieben Schritten
- Zähle Abbildungen im Text und Einträge im Abbildungsverzeichnis.
- Prüfe Nummer, Kurztitel und Seitenzahl.
- Ordne jeder fremden oder adaptierten Abbildung eine Kurzquelle zu.
- Öffne zu jeder Kurzquelle den eindeutigen Vollbeleg.
- Trenne Werk, Aufnahme, Datensatz und eigene Bearbeitung.
- Kontrolliere Abrufdaten und direkte, funktionierende Links.
- Gleiche alles mit dem verbindlichen Hochschulleitfaden ab.
Wie Bildquellen grundsätzlich funktionieren, erklärt Abbildungen zitieren. Spezielle Sammlungsdaten behandelt Museums- und Archivbilder belegen. Alle verwandten Fälle stehen im Hub Medienbelege.
Führe diesen Check nach dem letzten Layoutdurchlauf erneut aus. Beim Verschieben von Kapiteln ändern sich Nummern, Seiten und manchmal Bildfassungen. Prüfe daher, ob Verzeichnis, Legende und Literaturangabe weiterhin auf dasselbe Objekt zeigen. Bei adaptierten Grafiken muss die Bearbeitungskennzeichnung überall übereinstimmen. Ein kurzer Versionsvermerk im Bildinventar hält fest, wann der Abgleich erfolgte und welche Abgabedatei geprüft wurde.
Bei Sammelabbildungen reicht ein pauschaler Verweis oft nicht. Ordne Teilbilder mit Buchstaben oder Positionsangaben ihren jeweiligen Quellen zu. Wenn alle Teilbilder aus derselben Publikation stammen, darf der gemeinsame Beleg das klar ausdrücken; stammen sie aus verschiedenen Archiven, muss die Zuordnung einzeln lesbar bleiben. Prüfe diese Logik ebenfalls im Alternativtext oder in der Langbeschreibung.
