Plagiatsart

Zitatplagiat: das übernommene Zitat ohne korrekten Nachweis

Ein Zitatplagiat entsteht, wenn du ein Zitat übernimmst und die Quelle falsch, unvollständig oder überhaupt nicht angibst. Dazu zählt auch das Zitat aus zweiter Hand, das aussieht, als hättest du das Original gelesen. Der Wortlaut ist echt, der Nachweis nicht.

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 |  Zuletzt geprüft: 26.08.2026  |  7 Min. Lesezeit

Was ein Zitatplagiat ist

Ein Zitatplagiat liegt vor, wenn ein Zitat in deiner Arbeit steht und der Nachweis dazu falsch, lückenhaft oder gar nicht vorhanden ist. Der Wortlaut stammt tatsächlich von jemand anderem. Was nicht stimmt, ist die Auskunft über die Herkunft.

Drei Spielarten fallen unter den Begriff. Die erste ist der fremde Satz ohne Anführungszeichen und ohne Beleg: äußerlich sieht er aus wie deine eigene Formulierung. Die zweite ist das Zitat mit Beleg, aber falscher Zuordnung, etwa wenn der Satz einer Autorin zugeschrieben wird, die ihn nur wiedergegeben hat. Die dritte ist das Zitat aus zweiter Hand ohne Kennzeichnung.

Diese dritte Variante wird am häufigsten unterschätzt. Du hast das Original nie in der Hand gehabt, verweist aber darauf, als wäre es geprüft, und damit behauptet dein Literaturverzeichnis eine Leseleistung, die es so nie gegeben hat. Übernommen wird dabei auch jeder Fehler der Zwischenquelle: eine falsche Jahreszahl, eine verkürzte Passage, ein Satz, der aus seinem ursprünglichen Zusammenhang gerissen wurde. Das fällt spätestens auf, wenn jemand nachschlägt.

Wie ein Zitatplagiat entsteht

Der Klassiker beginnt mit einem guten Fund. In einem Aufsatz stößt du auf einen prägnanten Satz aus einem älteren Werk, das vergriffen oder hinter einer Bezahlschranke liegt. Der Satz passt perfekt in dein Argument. Du übernimmst ihn samt der Originalangabe, die im Aufsatz steht, und schon behauptet dein Literaturverzeichnis etwas Falsches.

Der zweite Entstehungsweg liegt in den Notizen. Beim Exzerpieren kopierst du Sätze in eine Sammeldatei; Anführungszeichen setzt du „gleich nachher". Beim Zusammenbauen der Kapitel fehlen sie dann.

Ein dritter Weg entsteht beim Umbauen. Du verschiebst einen Absatz in ein anderes Kapitel, das Zitat kommt mit, die Fußnote bleibt zurück. Solche Wanderungen passieren in der letzten Schreibwoche fast immer, weil dann Kapitel getauscht, Überleitungen neu geschrieben und ganze Abschnitte gekürzt werden, ohne dass jemand den Belegapparat noch einmal von vorn durchgeht. Mehr dazu unter Zitierfehler vermeiden.

Ein Zitat in drei Zuständen

Vom Original über die Plagiatsversion zur Lösung

Originalsatz (fiktive Monografie von 2019): „Vertrauen entsteht in Organisationen nicht durch Regeln, sondern durch verlässliche Wiederholung." Plagiatsversion: Der Satz taucht unverändert im Grundlagenteil deiner Arbeit auf, ohne Anführungszeichen und ohne jeden Nachweis. Zweite Variante desselben Fehlers: Du schreibst (Kowalski 2023) darunter, obwohl Kowalski den Satz selbst nur zitiert hat. Saubere Lösung: „Vertrauen entsteht in Organisationen nicht durch Regeln, sondern durch verlässliche Wiederholung" (Müller 2019, S. 88). Falls du Müller nicht selbst gelesen hast: (Müller 2019, S. 88, zitiert nach Kowalski 2023, S. 41).

Wo die Grenze zum Zitierfehler verläuft

Nicht jeder Belegfehler ist ein Plagiat. Eine falsch getippte Jahreszahl oder eine um zwei Seiten verrutschte Angabe ist eine Ungenauigkeit; sie kostet Punkte, mehr nicht. Entscheidend ist die Frage, ob dein Text die Herkunft verschleiert oder nur ungenau wiedergibt.

Vom Bauernopfer unterscheidet sich das Zitatplagiat im Zuschnitt: Dort ist der Beleg vorhanden, deckt aber nur einen Bruchteil der Übernahme ab. Beim Zitatplagiat geht es um einen einzelnen, klar abgrenzbaren Wortlaut.

Und es ist kein Quellenplagiat. Dort führt die Angabe bewusst auf eine Quelle, die du nie benutzt hast. Beim Zitat aus zweiter Hand existiert die genannte Quelle sehr wohl, du hast sie nur nicht selbst gelesen.

Zwei benachbarte Formen im Vergleich

Merkmal Zitatplagiat Bauernopfer
Umfang der Übernahme ein Zitat oder Satz ganze Absätze oder Seiten
Zustand des Belegs falsch, unvollständig oder fehlend vorhanden, aber zu eng gefasst
Was Lesende annehmen du hast das Original geprüft die Fußnote decke alles ab
Typischer Auslöser Fund in einer Sekundärquelle Absatz mit einer Fußnote am Ende
Reparatur vor der Abgabe Beleg ergänzen oder umschreiben Umfang der Übernahme kenntlich machen
Erkennbarkeit im Bericht gut, weil wörtlich gut, aber leicht als korrekt gelesen

Was ein Textabgleich hier zeigt

Wörtliche Zitate sind der einfachste Fall für eine Prüfsoftware. Der Bericht markiert die Passage und nennt die Fundstelle, weil die Wortfolge exakt übereinstimmt. Ein Plagiat Scan kostet bei uns 0,29 € je Normseite zu 1.800 Zeichen; im Kombi-Scan mit KI-Prüfung sind es 0,39 € statt 0,58 €.

Die Software beantwortet allerdings nur die halbe Frage. Sie sagt dir, dass eine Stelle übereinstimmt. Ob dein Nachweis daneben korrekt ist, prüft kein Algorithmus. Genau deshalb ist der Bericht bei dieser Plagiatsform vor allem eine Arbeitsliste: Jede markierte Stelle bekommt einen Blick auf die Fußnote.

Bei Zitaten aus zweiter Hand hilft ein Detail. Findet der Scan deinen Satz nicht im angegebenen Werk, sondern in einer ganz anderen Publikation, hast du deinen Zwischenschritt vor dir. Wie du markierte Fundstellen einordnest, erklärt Zitate als Plagiat markiert.

Wie es bewertet wird

Ein einzelnes Zitat ohne Anführungszeichen führt selten zu einem Verfahren. Es fällt in der Korrektur auf, wird angestrichen und drückt die Note. Häufen sich solche Stellen, kippt die Einschätzung: Aus Schludrigkeit wird ein Muster, und ein Muster spricht gegen dich.

Schwerer wiegt das nicht gekennzeichnete Zitat aus zweiter Hand, wenn es mehrfach vorkommt. Prüfende lesen daraus, dass ein Teil des Literaturverzeichnisses nie gelesen wurde, und wer einmal diesen Verdacht hat, geht anschließend jede weitere Angabe mit dem gleichen Misstrauen durch. Der Schaden ist dann größer als der einzelne Fund.

Bei Abschlussarbeiten kommt ein praktischer Aspekt hinzu. Zweitgutachtende kennen ihr Fachgebiet und erkennen berühmte Zitate sofort, auch die Stelle, an der sie in der Sekundärliteratur regelmäßig auftauchen. Welcher Maßstab bei dir angelegt wird, regelt die Ordnung deines Studiengangs; im Zweifel fragst du im Prüfungsamt nach.

Die Regel, die dich schützt

Ein Zitat verlässt die Quelle nur zusammen mit seinem vollständigen Beleg.

Setz die Anführungszeichen und die Fußnote in derselben Bewegung, in der du den Satz einfügst. Nicht danach. Wenn du ein Zitat in einer Sekundärquelle findest, entscheidest du sofort: Original beschaffen oder „zitiert nach" schreiben. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.

Vor der Abgabe lohnt ein eigener Durchgang, in dem du ausschließlich Zitate prüfst. Anführungszeichen auf, Anführungszeichen zu, Beleg dahinter, Seitenzahl korrekt. Wie du fehlende Nachweise nachträglich sauber einbaust, steht unter Zitat nachträglich einfügen.

FAQ

Häufige Fragen

Ein wörtlich übernommener Satz, dessen Herkunft nicht korrekt ausgewiesen ist. Das umfasst drei Fälle: fehlende Anführungszeichen, ein falsch zugeordneter Beleg und ein aus zweiter Hand übernommenes Zitat ohne Kennzeichnung. In allen drei Fällen behauptet dein Text etwas über die Herkunft, das nicht zutrifft.
Verboten nicht, aber es muss erkennbar sein. Die übliche Form lautet „zitiert nach" und nennt beide Stellen: das Original und die Arbeit, in der du das Zitat gefunden hast. Ohne diesen Zusatz erweckst du den Eindruck, das Original geprüft zu haben. Genau dieser Eindruck ist das Problem.
Eine fehlende Seitenzahl ist zunächst ein Formfehler und kostet meist Punkte in der formalen Bewertung. Kritisch wird es, wenn dadurch nicht mehr überprüfbar ist, ob das Zitat überhaupt so im Original steht. Trag die Seitenzahl deshalb nach, sobald sie dir auffällt, statt sie zu schätzen.
Ja, und deshalb musst du jede Änderung kennzeichnen. Auslassungen kommen in eckige Klammern mit drei Punkten, eigene Ergänzungen ebenfalls in eckige Klammern. Stillschweigend angepasste Zitate sind ein eigener Vorwurf, weil sie die Aussage der Quelle verschieben können, ohne dass Lesende es merken.
Sie findet die Übereinstimmung, nicht den Fehler im Beleg. Der Bericht markiert die zitierte Passage und zeigt dir die gefundene Fundstelle. Ob dein Nachweis daneben stimmt, musst du selbst vergleichen. Genau dafür ist der Bericht praktisch: Er liefert dir eine Liste aller Stellen, die du gegenprüfen solltest.
Im Idealfall ja, weil du nur dann für Wortlaut und Kontext einstehen kannst. Ist das Original nicht beschaffbar, kennzeichnest du das Zitat als aus zweiter Hand übernommen. Beides ist zulässig. Nicht zulässig ist die dritte Variante, bei der du die Herkunft einfach offenlässt.

Passend dazu

Alle Formen des Plagiats mit Beispielen und Abgrenzung.

ZitierenSekundärzitat ZitierenDirektes Zitat: Regeln Probleme & NotfälleZitate markiert

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