Crossref-Metadaten-Abgleich
DOI sicher auflösen
Entfernen Sie Präfixe wie „doi:“ und bauen Sie die DOI als HTTPS-Adresse auf. Groß- und Kleinschreibung sollte nicht künstlich verändert werden; übernehmen Sie den registrierten Identifikator. Führt die Adresse zu einer Verlags- oder Repositoriumsseite, lesen Sie dort Titel, Urheber und Dokumenttyp. Eine Weiterleitung auf eine Domain ist noch kein Inhaltsabgleich.
Wenn die DOI nicht auflöst, prüfen Sie Tippfehler, abgeschnittene Satzzeichen und Zeilenumbrüche. Suchen Sie Titel oder Autor im Register, statt Zeichen zu raten. Ein nicht erreichbarer Resolver kann vorübergehend sein; eine nicht registrierte Zeichenfolge ist etwas anderes. Dokumentieren Sie Datum und Ergebnis der Prüfung.
Warum Register und PDF abweichen können
Metadaten werden von registrierenden Organisationen geliefert und können Fehler oder unterschiedliche Datumsfelder enthalten. Early-Online-Datum und Ausgabejahr können beide korrekt sein. Titel können nach Veröffentlichung korrigiert werden; Namen können Initialen, ORCID oder Gruppenbezeichnungen unterschiedlich darstellen. Entscheidend ist, dass Sie die Abweichung verstehen und die zitierte Fassung eindeutig bezeichnen.
Importieren Sie einen Literaturdatensatz nicht ungeprüft. Kontrollieren Sie Sonderzeichen, Reihenfolge, Seiten, Band, Ausgabe und Artikelnummer. Eine DOI ersetzt keine vollständige Referenz nach dem verlangten Stil. Sie verbessert Auffindbarkeit, wenn sie dem richtigen Objekt zugeordnet ist.
Version, Korrektur und verwandte Objekte
Preprint, akzeptiertes Manuskript, Version of Record, Datensatz und Korrektur können eigene DOI besitzen. Prüfen Sie auf der Landingpage und im Register Beziehungen wie „is version of“, „is supplement to“ oder „updates“. Zitieren Sie die Fassung, die Sie tatsächlich gelesen und für den Claim verwendet haben. Übertragen Sie keine Seitenzahl aus einer anderen Version.
Bei einem Erratum prüfen Sie, ob es die verwendete Stelle betrifft. Bei Rückzug darf der alte Datensatz weiterhin auflösbar sein; die DOI verschwindet nicht notwendigerweise. Der Publikationsstatus muss deshalb separat kontrolliert werden. Erratum richtig zitieren führt diesen Schritt weiter.
Objektidentität und Belegpassung trennen
Eine korrekt zugeordnete DOI sagt nicht, dass der Artikel Ihren Satz trägt. Öffnen Sie den Volltext und ordnen Sie dem Claim eine konkrete Stelle zu. Prüfen Sie Population, Methode, Ergebnisstatus und Einschränkung. Das Abstract reicht für Details häufig nicht. Wenn das Werk nur eine andere Studie zitiert, suchen Sie den Primärbeleg.
- DOI normalisieren und auflösen.
- Registerdatensatz öffnen.
- Kerndaten mit Original vergleichen.
- Version und Publikationsstatus bestimmen.
- Relevanteste Passage im Volltext prüfen.
- Literaturdatensatz manuell korrigieren.
- Prüfstatus und Datum speichern.
Weitere Prüfungen stehen im Hub Quellenkritik. Für den Fall ohne DOI hilft Quelle ohne DOI auffindbar zitieren. Die Grundlagenseite Wissenschaftliche Quellen ordnet Qualität und Belegfunktion ein.
Fehlerbilder im Literaturverzeichnis
- DOI führt zu einem Werk mit ähnlichem, aber anderem Titel.
- Metadatenimport vertauscht Vor- und Nachnamen.
- Printjahr wird mit Onlinejahr ohne Stilentscheidung gemischt.
- Preprintseiten werden zur Verlags-DOI angegeben.
- Korrektur wird statt des korrigierten Artikels zitiert oder umgekehrt.
- DOI enthält angehängtes Satzzeichen und löst nicht auf.
- Ein Datensatz wird als Zeitschriftenartikel klassifiziert.
Prüfen Sie zum Abschluss alle DOI automatisch auf technische Auflösung und anschließend stichprobenartig oder vollständig inhaltlich. Technische Erreichbarkeit und bibliografische Passung sind getrennte Kontrollstufen.
Sonderfälle im Metadatenabgleich
Ein gültig auflösender DOI kann zu einem Kapitel, Datensatz, Preprint oder Korrekturhinweis führen, obwohl im Literaturverzeichnis ein Zeitschriftenartikel behauptet wird. Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob die Zielseite erreichbar ist, sondern auch den Ressourcentyp. Stimmen Titel und Autorenschaft, aber nicht der Typ, suchen Sie nach einer Beziehung wie „ist Version von“, „wird korrigiert durch“ oder „ist Teil von“. Solche Relationen erklären oft, warum mehrere DOI im Umfeld desselben Forschungsbeitrags existieren.
Bei Namensabweichungen helfen keine vorschnellen Korrekturen. Umlaute, Initialen, Namensänderungen und unterschiedliche Reihenfolgen können zwischen Verlagsseite und Register variieren. Vergleichen Sie zusätzlich ORCID, Affiliation und die vollständige Autorenliste, sofern vorhanden. Bei einem deutlich anderen Erstautor oder Titel sollte die DOI nicht übernommen werden, bis die Originalquelle geprüft ist. Dass eine DOI formal aussieht, beweist keine sachliche Zuordnung.
Dokumentieren Sie das Ergebnis knapp und prüfbar: eingegebene DOI, Aufrufdatum, Register, zurückgelieferter Titel, Ressourcentyp, Publikationsstatus und Entscheidung. Ein Screenshot kann den damaligen Zustand ergänzen, ersetzt aber nicht die textlich erfassten Metadaten. Wenn Register und Verlagsseite widersprechen, zitieren Sie nicht nach Vermutung. Vermerken Sie den Konflikt, suchen Sie eine Korrektur- oder Versionsbeziehung und verwenden Sie nur die Fassung, deren Identität sich zuverlässig bestätigen lässt.
Wiederholen Sie den Abgleich unmittelbar vor der Abgabe für alle zentralen Belege. Besonders bei Online-first-Artikeln, Preprints und Datensätzen können sich Status oder ergänzende Metadaten seit der ersten Recherche verändert haben. Bewahren Sie frühere Prüfergebnisse auf, statt sie zu überschreiben. Die Zeitfolge zeigt dann, ob eine Abweichung aus einem eigenen Übertragungsfehler oder aus einer späteren Aktualisierung des Registers stammt.